Harmsdorf (Ostholstein)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Harmsdorf
Harmsdorf (Ostholstein)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Harmsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 54° 15′ N, 10° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Amt: Lensahn
Höhe: 56 m ü. NHN
Fläche: 17,82 km2
Einwohner: 654 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23738
Vorwahl: 04363
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 020
Adresse der Amtsverwaltung: Eutiner Straße 2
23738 Lensahn
Webpräsenz: www.lensahn.de
Bürgermeister: Reinhard Schöning (CDU)
Lage der Gemeinde Harmsdorf im Kreis Ostholstein
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Harmsdorf ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Einhaus, Güldenstein, Kayhof und Rantzaufelde liegen im Gemeindegebiet.

Geografie und Verkehrslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harmsdorf liegt auf der Halbinsel Wagrien zwischen „Holsteinischer Schweiz“ und Ostseeküste, 4 km vom ländlichen Zentralort Lensahn entfernt. Die Gemeinde liegt in relativ geringer Entfernung zu dem Autobahnanschluss Lensahn (BAB 1 / E47) und wird von der Landesstraße L258 (Lensahn – Kaköhl) durchquert. Der Weiberberg im Süd-Westen des Ortes ist mit 100 m[2] die höchste Erhebung.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Harmsdorf entscheidet über die örtlichen Angelegenheiten der Gemeinde und setzt sich aus 9 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern (3 FWH, 1 SPD und 5 CDU; Stand April 2017) zusammen[3]. Langjähriger Bürgermeister ist Reinhard Schöning.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Flügelkreuz in der oberen Wappenhälfte repräsentiert die 1842 erbaute Kornwindmühle in Harmsdorf. Die Sterne repräsentieren Harmsdorf (großer Stern) mit den drei Ortsteilen Einhaus, Güldenstein und Kayhof. 1991 wurde an der Hauptstraße ein Wappenstein (Findling) aufgestellt.

Blasonierung: „Von Silber und Blau geteilt. Oben das rote Flügelkreuz einer Windmühle, unten ein sechsstrahliger goldener Stern, begleitet von drei gleichartigen, kleineren Sternen in der Stellung 2 : 1.“[4]

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Harmsdorfer Sportverein von 1925 e.V. betreibt die Sparten Fußball und Sportgymnastik.[5] Er nutzt zwei Fußballplätze und ein Sportlerheim, welche sich teilweise in Gemeindebesitz befinden. Die Schützen- und Totengilde von 1832 betreibt einen Schießstand und richtet jährlich ein Königsschießen aus. Die Freiwillige Feuerwehr Harmsdorf besitzt ein Feuerwehrgerätehaus und betreibt eine Jugendfeuerwehr. Regelmässige Blutspendetermine organisiert der DRK-Ortsverein Harmsdorf, der ebenso wie die anderen Vereine auf eine jahrzehntelange Tradition zurückblicken kann.

Den Vereinen der Gemeinde Harmsdorf steht mit dem Dörpshus der kulturelle Dorfmittelpunkt für ihre Veranstaltungen zur Verfügung, der auch von Privatpersonen genutzt werden kann.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die Wasserversorgungsgenossenschaft Harmsdorf eG seit 1962 für die zentrale Trinkwasserversorgung der Gemeinde zuständig war, ging dies 2014 auf den Zweckverband Ostholstein über, der auch die Abfallentsorgung und Gasversorgung wahrnimmt. Stromnetzbetreiber ist die SH Netz AG, die Abwasserentsorgung übernimmt die Gemeinde selber. Im Dorf bestehen verschiedene Handwerksbetriebe.

Vollerwerbsbauernhöfe existieren in Harmsdorf nicht mehr, sondern nur noch in den Ortsteilen Kayhof, Einhaus und Güldenstein. Seit Dezember 2016 sind die Telefonverteilerkästen in Harmsdorf über Glasfaser angeschlossen. Mehrere Telekom-Dienstleister bieten Internet und Mediendienste mit einer Download-Geschwindigkeit bis zu 100 MBit/s an. Die Kindertagesstätte wird von zwei selbständigen Erzieherinnen betrieben, die die Räumlichkeiten des früheren Harmsdorfer Kindergartens nutzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Harmsdorf bedeutet „Dorf des Hermann“ und wird 1340 erstmals erwähnt.[6] 1767 bis 1771 wurde, wie im ganzen Norden, die mittelalterliche Dreifelderwirtschaft mit Allmende aufgegeben und die Felder verkoppelt. Dabei sind zur Feldbegrenzung die typisch norddeutschen Knicks entstanden. 1842 wurde eine Kornwindmühle erbaut, die 1914 stillgelegt und 1919 abgebrochen wurde. Ab 1845 unterrichtete der erste ausgebildete Lehrer im Harmsdorfer Schulgebäude. Bis dahin wurden, wie damals häufig in den Dörfern üblich, ehemalige Soldaten und Handwerker als Lehrkräfte eingestellt. 1910 bekam Harmsdorf einen Stromanschluss. 1929 wurde die Gemeinde selbständig, nachdem sie bis dahin zum Gut Güldenstein gehörte. 1967 wurde die St. Johannes Kapelle eingeweiht, die zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Hansühn gehört.[7]

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrenhaus Güldenstein

Im Ortsteil Güldenstein befindet sich das gleichnamige Gut. Mit dem Bau des Herrenhauses wurde 1726 begonnen. Es liegt auf einer ovalen Insel und ist von einem Wassergraben umgeben. Besitzer ist heute das Haus Oldenburg. Die Gutsinsel, deren Betreten nicht gestattet ist, ist von einer parkähnlichen Anlage mit einem Wanderweg umgeben, an dessen Rand u.a. eine als Naturdenkmal gekennzeichnete monumentale 400-jährige Eiche steht[8].

Das ehemalige Schulhaus von 1844 in einem alten Klinkerbau ist noch erhalten.

An der Durchgangsstraße befindet sich die alte Schinkenräucherei der Familie Braasch, die in einem ehemaligen Fachwerk-Bauernhaus mit Reetdach von 1663 noch heute das alte Handwerk betreibt. Viele stumme Zeitzeugen, wie Einrichtungsgegenstände, Hausrat und Werkzeuge sind hier museumsartig zusammengetragen. Es finden während der Ladenöffnungszeiten täglich kostenfreie Besichtigungen statt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Harmsdorf (Ostholstein) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. kleine Berge. In: batess.de. Stormarner Tageblatt, abgerufen am 3. Mai 2017.
  3. Gemeine Harmsdorf. Abgerufen am 27. April 2017.
  4. Gemeinde Harmsdorf, Kreis Ostholstein in der Kommunalen Wappenrolle Schleswig-Holstein
  5. Harmsdorfer Sportverein von 1925 e.V. In: Kreissportverband Ostholstein / Startseite, abgerufen am 3. Mai 2017.
  6. Uwe Stock: Harmsdorf: Texte und Bilder zur Geschichte. Hrsg.: Gemeinde Harmsdorf. Oldenburg i.H. 2008, S. 378.
  7. Kapelle Harmsdorf In: Christuskirche Hansühn, abgerufen am 3. Mai 2017.
  8. Monumentale Eichen - Gut Güldenstein. Abgerufen am 30. April 2017.