Altenkrempe

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Altenkrempe
Altenkrempe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Altenkrempe hervorgehoben
Koordinaten: 54° 8′ N, 10° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Amt: Ostholstein-Mitte
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 36,64 km2
Einwohner: 1102 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km2
Postleitzahl: 23730
Vorwahl: 04561
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 002
Adresse der Amtsverwaltung: Am Ruhsal 2
23744 Schönwalde am Bungsberg
Webpräsenz: www.altenkrempe.de
Bürgermeister: Hans-Peter Zink (ABA)
Lage der Gemeinde Altenkrempe im Kreis Ostholstein
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Altenkrempe ist eine Gemeinde nördlich von Neustadt in Holstein im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein. Sie besteht neben dem Ort Altenkrempe aus den Orten Hasselburg, Jarkau, Kassau, Klaushorst, Mühlenkamp, Plunkau, Rogerfelde, Sibstin, Sierhagen und Stolpe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1170 wird Crempine erstmals in der Chronica Slavorum des Helmold von Bosau als Gewässername erwähnt, denn die Ursprünge Altenkrempes sind slawisch. Auch der von diesem Gewässernamen abgeleitete Ortsname "Crempene" entstand aus einem altslawischen Wort: entweder aus "cręp" für "Gewässer" oder aus "crępina" für "klein, gering, unbedeutend" (im Gegensatz zum Binnenwasser, das von den Slawen wahrscheinlich "morice" = kleines Meer" genannt wurde) oder aus einer volksetymologischen Verbindung beider Wörter. Urkundlich erscheint dann der Ortsname Crempene zum ersten Mal 1197 nach der Germanisierung durch Herzog Adolf III.

Dieses Crempene wurde von Herzog Adolf III. von Holstein im Zuge der Slawenbekehrung und -eroberung und der christlichen und deutschen Durchdringung Wagriens zu einem deutschen Standort gemacht. Während das 1147 von Slawen belagerte Süsel damals bereits christlich und von Friesen besiedelt war, war die Gegend des Binnenwassers, und speziell die Burg auf einer Inseln, noch ein Stützpunkt slawischer Seeräuber; zumindest aus Sicht des Helmold von Bosau.

Um 1280 wurde der Ort als Antiqua Krempa und um 1316 als Oldhenkrempe erwähnt. Die zusätzliche Bezeichnung Alt wurde ab 1244 notwendig zur Unterscheidung von der Neugründung „de Nyge Crempe, anders geheten Nyestad (-Neustadt)“, nachdem Adolf IV., der Sohn Adolfs III., nach dem Sieg in der Schlacht bei Bornhöved (1227) begonnen hatte die Herrschaft in Wagrien durch die Gründung Kiels, Neustadts und anderer Küstenstädte zu festigen und die Verwaltung seines Herrschaftsgebietes weiterzuentwickeln.

Die Basilika in Altenkrempe wurde vermutlich ungefähr 1190 begonnen (gesicherte Baudaten sind nicht überliefert), also etwa 50 Jahre vor der Gründung des Nygen Crempe und des (sicher überlieferten) Baubeginns der dortigen Stadtkirche. Vermutlich fand durch den Baubeginn der Altenkremper Kirche die lokale Slawenmission im Rahmen des Wendenkreuzzugs ihren Abschluss. Beide Kirchen entstanden als schlichte Chorräume, wurden im Lauf der Jahrhunderte beibehalten und entwickelten sich parallel zueinander zu bedeutenden Bauwerken.

Im Dreißigjährigen Krieg belagerte Wallenstein Krempe, da sich die vor ihm fliehenden dänischen Truppen dorthin geflüchtet hatten. Im November 1628 zwang er die Dänen in Krempe zur Kapitulation.[2] Damit war der Dänisch-niedersächsischen Krieg faktisch beendet und der Weg zum Lübecker Frieden frei.

Die heutige Gemeinde Altenkrempe wurde 1938 aus den Gemeinden Kassau und Altenkrempe gebildet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den elf Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft ABA seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die CDU hat drei und die SPD einen Sitz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber die rote, schwarz bedachte Altenkremper Kirche, von Südwesten gesehen. Im Schildfuß ein blauer Wellenbalken, im linken Obereck eine blaue Kornblumenblüte.“[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenkrempe liegt in unmittelbarer Nähe der Anschlussstelle Neustadt in Holstein-Pelzerhaken der Bundesautobahn 1.

Der nächste Bahnhof ist Neustadt (Holstein), etwa fünf Kilometer entfernt. Dorthin verkehren Busse der Autokraft, sowie der Rohde Verkehrsbetriebe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Altenkrempe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Golo Mann: Wallenstein. S. Fischer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-10-347903-4, S.509.
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein