Sierksdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sierksdorf
Sierksdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sierksdorf hervorgehoben
54.06666666666710.7666666666676Koordinaten: 54° 4′ N, 10° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Amt: Ostholstein-Mitte
Höhe: 6 m ü. NHN
Fläche: 19,5 km²
Einwohner: 1532 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 79 Einwohner je km²
Postleitzahl: 23730
Vorwahl: 04563
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 039
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Ruhsal 2
23744 Schönwalde am Bungsberg
Webpräsenz: www.amt-ostholstein-mitte.de
Bürgermeister: Volker Weidemann (CDU)
Lage der Gemeinde Sierksdorf im Kreis Ostholstein
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Sierksdorf ist eine Gemeinde im Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Die Nachbarorte von Sierksdorf an der Lübecker Bucht sind im Norden Neustadt in Holstein, im Süden Haffkrug und Scharbeutz und Timmendorfer Strand, ferner westlich liegend Süsel. Westlich von Sierksdorf befindet sich der kleine Flugplatz Sierksdorf/Hof-Altona. Von 1866 bis 1982 war Sierksdorf Bahnstation der Bahnstrecke Eutin–Neustadt. Heute halten weiterhin stündlich die Züge, die zwischen Lübeck und Puttgarden, bzw. Neustadt in Holstein pendeln. Sierksdorf wird von der geplanten festen Fehmarnbeltquerung betroffen sein, da beim Ausbau der bestehenden Trasse der Güterverkehr direkt durch Sierksdorf fließen wird, oder beim Bau einer zweiten Trasse, diese den Verkehr nach Roge beeinflussen wird.[2]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Sierksdorf gehören Hof Altona, Stawedder, Wintershagen, Oevelgönne und Roge - sowie die kleineren Siedlungen Mariashagen und Siedenkamp.

Geschichte[Bearbeiten]

Sierksdorf war früher ein Fischerdorf und etablierte sich besonders ab den 1970er Jahren zu einem bedeutenden Seebad.

1361 wird der Ort als Syrekestorpe erstmals erwähnt und ab 1649 bzw. 1652 ändert sich der Name in Sirckesdorp und 1856 in Sierksdorf.

1926 baute ein Rechtsanwalt aus Lübeck das erste Sommerhaus auf dem Gelände Kallmorgen. 1929 folgte der Bau einer Sommerresidenz für eine Familie aus Hamburg. 1933 verfügte die Gemeinde über 776 Einwohner und es wird eine Feuerwehr gegründet. Am 1. April 1938 erfolgte die Eingliederung des Ortes Roge, der 1925 über 156 Einwohner verfügte.

Bis 1954 befand sich neben dem Seehof noch ein Ehrenfriedhof für über 100 Opfer des Untergangs der Cap Arcona, ehe diese zum Ehrenfriedhof für die Toten der Cap Arcona- und Thielbek-Katastrophe umgebettet wurden. 2010 wurde am Strand von Sierksdorf ein Gedenkstein errichtet. Ende 1949 wurde bekannt dass der frühere Bürgermeister Detlef Ploen (CDU) auf seiner landwirtschaftlichen Fläche Kohl (Hafer) angebaut habe, obwohl von Mai bis August 1945 mit dessen Kastenschlitten 89 Tote der Cap Arcona auf dem „Drei-Angel-Acker“ beerdigt wurden. Ploen trat daraufhin von seinem Amt zurück.[3] Früher war Sierksdorf zeitweise bei Künstlern sehr beliebt. So verbrachte von 1951 bis 1973 der expressionistische Maler Karl Schmidt-Rottluff (nach dem die Schmidt-Rottluff-Allee benannt ist) jeden Sommer in Sierksdorf und malte hier.

Ab 1953 erfolgte neben dem Seehof die Bebauung auf einer Fläche von rund 10 Hektar. Ende der 1960er Jahre begann im Zusammenhang mit der Zonenrandförderung (Zonenrandgebiet) ein Bauboom in der Gemeinde. Ab 1968 wurde der Hotelkomplex Panoramic mit integrierter Schwimmhalle für 150 Millionen DM von der Rüster KG aus Hamburg auf dem Pfingstberg gebaut.[4] Die Hochhäuser umfassen ein 12-geschossiges Appartement-Hotel, ein 18-geschossiges Turmhotel und ein 9-geschossiges Terrassenhotel mit einer Cafeteria und einem Restaurant für 200 Personen. Später erfolgte die Umwandlung in eine Wohnanlage mit 400 Eigentumswohnungen.

1970 kam Sierksdorf zum Amt Neustadt-Land.

Ab 1972 wurde nahe dem Badestrand „Am Fahrenkrog“ der Ferienpark Sierksdorf von dem Bauunternehmer Hans Peter Ruster für rund 200 Millionen DM (102,3 Mio. Euro) errichtet und umfasst rund 800 Ferien-Eigentumswohnungen.[5] Daneben entstand durch den Investor Hans-Peter Rüster ab 1973 der Freizeitpark "Legoland" (Geschäftsführer Carl M. Wenzel, Marketingleiter Paul Bornscheuer). Dieser bestand nur bis Ende 1976 aufgrund der hohen Lizenzgebühren an den Lego-Konzern und der mäßigen Besucherzahlen. Nach dem Konkurs der Rüster-Gruppe und der treuhänderischen Übernahme durch die Kieler Landesbank und mit neuen Investoren wurde am 15. Mai 1977 auf dem Areal der Vergnügungs- und Freizeitpark Hansaland, der heutige Hansa-Park, eröffnet.

1999 verzeichnete die Gemeinde rd. 210.000 Übernachtungen.

2005 kam Sierksdorf mit 1.566 Einwohnern zum Amt Ostholstein-Mitte. 2013 wurde eine neue Strandpromenade für 1,8 Millionen Euro vor dem Ferienpark errichtet, von denen das Land Schleswig-Holstein rund 1,071 Millionen übernahm.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl[Bearbeiten]

Von den 13 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die Wählergemeinschaft "Freie Wählervereinigung" (FWV) vier Sitze und die SPD zwei Sitze. Die CDU holte 49,9 % der Stimmen, der FWV 33,5 % und die SPD 16,6 %.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau eine goldene, aus acht Ähren bestehende Garbe zwischen einer silbernen fliegenden Möwe oben und einem silbernen Fisch unten.“[8]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Größte Arbeitgeber am Ort sind der Hansa-Park und der Zweckverband Ostholstein (ZVO) (Erdgasversorgung, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallwirtschaft). Große wirtschaftliche Bedeutung haben die Urlauber und Touristen und zahlreiche Beschäftigte arbeiten direkt oder indirekt für touristische Einrichtungen und im Servicebereich. Sierksdorf weist zusammen mit Neustadt ein interkommunales Gewerbegebiet mit einer Fläche von 15 Hektar aus, wovon 9.5 Hektar bebaut werden können. Der Gewerbepark befindet sich nahe der Autobahnauffahrt zur A1.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Bekannt ist der Ort durch den Hansa-Park, einem Vergnügungspark, der vor allem von Familien mit Kindern besucht wird. Er ging 1977 aus einem Legoland-Park hervor, der von 1973 bis 1976 bestand und anfangs Hansaland hieß.

Das 1991 gegründete private Erste Deutsche Bananenmuseum zeigt Beeindruckendes und Banales über die Banane.

Bilder[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Günter Machemehl (1911−1970), Kunstmaler und lebte ab 1946 in Sierksdorf
  • Armin Mueller-Stahl (* 1930), Schauspieler, Musiker, Maler und Schriftsteller, der etwa die Hälfte des Jahres in Sierksdorf lebt[9]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sierksdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hinterlandanbindung Fehmarn. Website von dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. Abgerufen am 1. Juni 2013.
  3. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44439291.html
  4. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44905035.html
  5. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42645139.html
  6. http://www.luebecker-bucht-regional.de/index.php?option=com_content&view=article&id=230
  7. Wahlergebnisse Sierksdorf bei der Kommunalwahl 26. Mai 2013. Website des Amts Ostholstein Mitte. Abgerufen am 1. Juni 2013.
  8. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  9. Das Phänomen Armin Mueller-Stahl. Website des NDR. Abgerufen am 1. Juni 2013.