Ahrensbök

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ahrensbök
Ahrensbök
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ahrensbök hervorgehoben
Koordinaten: 54° 1′ N, 10° 35′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Ostholstein
Höhe: 57 m ü. NHN
Fläche: 95,37 km²
Einwohner: 8248 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 23620–23623
Vorwahlen: 04505, 04506, 04524, 04525, 04556
Kfz-Kennzeichen: OH
Gemeindeschlüssel: 01 0 55 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Poststraße 1
23623 Ahrensbök
Webpräsenz: www.ahrensboek.de
Bürgermeister: Andreas Zimmermann (parteilos)
Lage der Gemeinde Ahrensbök im Kreis Ostholstein
Ahrensbök Altenkrempe Bad Schwartau Beschendorf Bosau Dahme (Holstein) Damlos Eutin Fehmarn Göhl Gremersdorf Grömitz Großenbrode Grube Harmsdorf Heiligenhafen Heringsdorf Kabelhorst Kasseedorf Kellenhusen Lensahn Malente Manhagen Neukirchen Neustadt in Holstein Oldenburg in Holstein Ratekau Riepsdorf Scharbeutz Schashagen Schönwalde am Bungsberg Sierksdorf Stockelsdorf Süsel Timmendorfer Strand Wangels Schleswig-HolsteinKarte
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Ahrensbök (plattdeutsch Ahrensböök) ist nach den beiden kreisfreien Städten Lübeck und Kiel sowie der Stadt Fehmarn die nach Fläche viertgrößte Gemeinde des Bundeslandes Schleswig-Holstein.

Die zum Kreis Ostholstein gehörende Großgemeinde Ahrensbök ist aufgrund ihrer geschichtlichen Entwicklung wirtschaftlicher Mittelpunkt eines größeren ländlichen Bereichs (ländlicher Zentralort). Im Ort Ahrensbök selbst wohnt gut die Hälfte der Einwohner. Der Rest wohnt in den 19 Dorfschaften Vorwerk Ahrensbök, Barghorst, Böbs, Cashagen, Dakendorf, Dunkelsdorf, Gießelrade, Gnissau, Grebenhagen, Havekost, Hohenhorst, Holstendorf, Lebatz, Schwienkuhlen, Schwochel, Siblin, Spechserholz, Tankenrade und Vorwerk-Neuhof.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist umgeben von Wäldern und Feldern. Ahrensbök liegt teilweise auf einer Endmoräne. Die umliegenden Städte Eutin (im Norden), Lübeck (im Süden) und Bad Segeberg (im Westen) sind mit dem Auto alle in 15 Minuten zu erreichen, ebenso die Ostsee (Scharbeutz).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensbök wurde 1280 nach der Errichtung einer Wallfahrtskapelle gegründet. 1328 erfolgte die erstmalige Erwähnung des Ortes in einer Urkunde. 1348 wütete die Pest im Ort. Bereits 1397 wurde mit dem Kloster Ahrensbök ein Kartäuserkloster (Kartause) gegründet. Die wachsende Bedeutung Ahrensböks schlägt sich z. B. 1564 in der Gründung des Amtes Ahrensbök als weltlicher Verwaltungsbezirk und der zwischen 1593 und 1601 erfolgten Errichtung eines Schlosses an der Stelle des heutigen Rathauses in Ahrensbök nieder. 1623 bis 1636 war Ahrensbök Residenzort des kleinen Herzogtums Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön. 1746 wurden die Untertanen durch den Plöner Herzog Friedrich Karl aus der Leibeigenschaft entlassen; 1765 erfolgte der Abbruch des Ahrensböker Schlosses.

Im Jahr 1791 wurde ein Vieh- und Pferdemarkt errichtet, der seit 1832 durch einen regelmäßigen Wochenmarkt abgelöst wurde. 1826 wurde an der Stelle des ehemaligen Schlosses das Ahrensböker Amtshaus errichtet. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 geriet Ahrensbök für kurze Zeit unter österreichische, dann unter preußische Herrschaft. 1867 wurde ein Amtsgericht eingerichtet. Im gleichen Jahr, nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg und dem Prager Frieden im August 1866, erhielt das Großherzogtum Oldenburg das Amt Ahrensbök als Ausgleich für Erbansprüche auf das nunmehr preußische Holstein und wurde damit Teil des Fürstentums Lübeck.

Am 3. September 1872 fielen bei einem großen Brand in Ahrensbök 22 Wohnhäuser und 10 Nebengebäude den Flammen zum Opfer. 1879 wurden das Amt Ahrensbök zugunsten des Kreises Eutin aufgelöst und das Gebiet in zwei Gemeinden, die Fleckengemeinde und die Landgemeinde Ahrensbök aufgeteilt. Bereits im Jahr 1886 wurde die Bahnstrecke Pönitz–Ahrensbök feierlich eröffnet. In den Jahren 1912 bis 1933 erhielt Ahrensbök den Status einer „Stadt II. Klasse“. 1928 erfolgte der Bau der Privatschule in der Lindenstraße (ab 1950 Mittelschule/Realschule). Im selben Jahr feierte der Ort das 600-jährige Bestehen. 1933 verlor Ahrensbök das Stadtrecht und gestaltete sich zur Gemeinde mit 19 Dorfschaften in den heutigen Grenzen, das Amtsgericht wurde aufgelöst. 1937 wurde der Ort durch das Groß-Hamburg-Gesetz als Teil des oldenburgischen Landesteils Lübeck in die preußische Provinz Schleswig-Holstein eingegliedert.

Im April 1945 wurden jüdische Häftlinge aus dem Auschwitz-Nebenlager Fürstengrube auf dem „KZ Fürstengrube-Todesmarsch“ durch Ahrensbök getrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden tausende Vertriebene und Flüchtlinge aufgenommen. Die Einwohnerzahl stieg von 5.063 (1939) auf 10.169 (1950) Einwohner.

Durch die Gebietsreform 1970 wurde Ahrensbök mit dem Kreis Eutin Bestandteil des Kreises Ostholstein. 1972 wurde die Grund- und Hauptschule als Dörfergemeinschaftsschule eingeweiht, bei gleichzeitiger Auflösung der einzelnen Dorfschulen. 1982 wurde die ZOB-Anlage in der Lindenstraße erbaut. Seit März 1985 hat die Gemeindeverwaltung ihren Sitz im neuen Rathaus, nahe der Stelle, an der sich früher das Ahrensböker Schloss und das Amtshaus (1826–1983) befunden haben. 1988 wurde die Eisenbahnstrecke stillgelegt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 19 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die CDU seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die SPD und die Wählergemeinschaft FWG haben jeweils sechs Sitze. Bürgervorsteher ist Hans-Joachim Dockweiler (CDU).

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partnergemeinden von Ahrensbök sind die in Polen gelegene Kleingemeinde Grzmiąca/Gramenz (seit 1991), die französische Gemeinde Saint-Savinien (seit 1992) sowie Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern (seit 1990).[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber eine bewurzelte grüne Buche, belegt mit einem goldenen Schild, darin ein abgerissener, rotbewehrter schwarzer Adlerkopf.“[3]

Die geschichtliche Entwicklung Ahrensböks geht auf eine der heiligen Maria geweihten Wallfahrtskapelle im 12. bzw. 13. Jahrhundert zurück. Der Überlieferung nach soll hier einem Pilger, während er die holprigen Waldwege von Plön nach Lübeck zog, im Wipfel einer riesigen Buche die heilige Jungfrau Maria erschienen sein („ein Wunderbild in hellem Glanze“). In der Buche soll sich auch ein Adlernest befunden haben. Die Stelle der Erscheinung wurde zum Pilgerort und es entstand hier die Wallfahrtskapelle. Der Adler in der Buche gab Ahrensbök den Namen. Auch im Wappen der Gemeinde ist der Adler in der Buche zu finden. Das Wappen der Gemeinde zeigt in Silber eine grüne, bewurzelte Buche, belegt mit einem goldenen Schild, darin ein schwarzer, abgerissener, rotbewehrter Adlerkopf. Die 19 Wurzeln des Buchenstammes mit dem Adlerkopf symbolisieren die zur Gemeinde gehörenden 19 Dorfschaften.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Globus-Gummiwerke in Ahrensbök

Das Gebiet der Großgemeinde ist überwiegend durch Landwirtschaft geprägt. Im am Rande liegenden Baugebiet von Ahrensbök befindet sich die einzige Gummifabrik Schleswig-Holsteins, die Globus-Gummiwerke GmbH. Die Globus-Gummiwerke wurden 1906 gegründet und etwa 55 Prozent der Produktion werden gegenwärtig ins Ausland exportiert. Die Produktion ist hauptsächlich auf Dichtungen für Aerosol-Sprühdosen ausgerichtet, aber auch Materialien für die Automobil- und Textil-Industrie werden hier gefertigt. 2012 wurde die Fabrik ausgebaut und um eine große Industriehalle erweitert. Bei der Firma waren 2012 über 225 Mitarbeiter beschäftigt.[4] Seit dem ersten Juli 2014 firmiert die Gummifabrik unter dem Namen Poppe Ahrensbök GmbH.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensbök liegt an der B 432 von Hamburg über Bad Segeberg nach Scharbeutz an der Lübecker Bucht.

Am 10. Mai 1886 wurde in Ahrensbök der bis heute verbliebene Bahnhof erbaut. Damit wurde auch die Bahnstrecke Pönitz–Ahrensbök eröffnet. Am 23. Mai 1954 hat man den Personenverkehr eingestellt. Am 29. Mai 1988 wurde die Bahnstrecke stillgelegt. Außerdem hatte die Bahnstrecke Pönitz–Ahrensbök zwei weitere Haltestellen, darunter den Bahnhof in Holstendorf und den Haltepunkt Brauner Hirsch, der etwa 2,7 Kilometer von Ahrensbök entfernt war.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Ahrensbök stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine weitere Sehenswürdigkeit stellt der Wasserturm Ahrensbök da. Er wurde 1976 erbaut, ist 45 m hoch und ist aufgrund seines modernen Baustils überall in der Region bekannt. Er ist der jüngste Wasserturm Schleswig-Holsteins. Er befindet sich etwas außerhalb der Ortsgrenze von Ahrensbök, rund 60 Meter neben der Bundesstraße 432 (Segeberger Chaussee, Teilstück Ahrensbök–Bad Segeberg).
  • Die Reste der Burg Schwinkenrade im Dorf Böbs
  • Die Reste der Turmhügelburg Havekost im Dorf Havekost
  • Das 1792 erbaute Gehöft Flörkendorf liegt etwa einen Kilometer von Ahrensbök entfernt. Um 1500 wurde von den Mönchen des Klosters Ahrensbök die Flörkendorfer Mühlenaue zu zwei Karpfenteichen (dem Flörkendorfer Teich und dem Flörkendorfer Mühlenteich) angestaut. An deren Abfluss wurde 1691 eine Wassermühle erbaut, die 1792 dann zu einem Herrenhaus erweitert wurde. Fachwerkbauweise und das dreifache Mansarddach mit Krüppelwalm machen es zu einem Denkmal norddeutscher Baukunst.
  • Der an den Flörkendorfer Weg grenzende Theodor-Möller-Park liegt in der Nähe des Flörkendorfer Teiches.

Gedenkstätte/KZ Ahrensbök[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gedenkstätte Ahrensbök entstand aus einer Initiative von Bürgern. Seit dem 1. September 1999 erarbeitet eine Arbeitsgemeinschaft die Historie des Lagers. Gezeigt wird eine Dauerausstellung über den KZ Fürstengrube-Todesmarsch von 1945. Das Gebäude der Ahrensböker Gedenkstätte ist ein ehemaliges Direktionsgebäude, das 1883 erbaut wurde. Es gehörte zu dem Zeitpunkt dem Leiter einer Zuckerfabrik. 1892 gehörte das Gebäude zu einer Chemiefabrik, dann einer Aktiengesellschaft für chemische Produkte aus Berlin. 1932 vermietete der Besitzer der Fabrik das Gebäude an die Regierung in Eutin. Dort sollten dann arbeitslose Jugendliche untergebracht werden. Am 3. Oktober 1933 wurde in der heutigen Gedenkstätte das Konzentrationslager eingerichtet.

Schloss Ahrensbök[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ahrensböker Schloss wurde von 1593 bis 1601 von Johann Herzog von Sonderburg erbaut. Im Jahr 1765 wurde es nach dem Tod des letzten Herzogs von Sonderburg-Plön abgerissen. Heute ist nur noch der Bauumriss des Schlosses bekannt, jedoch nicht seine Architektur. Etwa an seiner Stelle steht heute das Rathaus, umgeben von der Schlosswiese, auch Amtswiese genannt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Ahrensbök befindet sich die Arnesbokenschule, eine Grund- und Gemeinschaftsschule mit Förderzentrum. Der älteste Abschnitt der Schule, in dem sich früher die Realschule befand, war früher ein KZ-Gebäude.

Am nördlichen Ortsrand befindet sich das Ausbildungszentrum des Bauindustrieverbandes Hamburg Schleswig-Holstein. Für den überbetrieblichen Teil der Ausbildung zum Maurer, Beton-/Stahlbetonbauer, Kanalbauer und Straßenbauer entsenden die Betriebe der schleswig-holsteinischen Bauwirtschaft ihre Auszubildenden nach Ahrensbök [6]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marienkirche in Ahrensbök

Die evangelische Marienkirche Ahrensbök geht in ihren ältesten Bauteilen auf das Jahr 1328 zurück. Der Altar mit dem barocken Kruzifix von ca. 1680 wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts zum Vorbild für entsprechende Gestaltungen in anderen Kirchen des damaligen Herzogtums Schleswig-Holstein-Plön.

In den 1950er Jahren wurde die katholische Kirche „Maria Königin“ errichtet, die heute zur Kirchengemeinde Eutin gehört. Inzwischen wurde die Kirche aufgegeben, entwidmet und an einen ortsansässigen Unternehmer verkauft.

MTV Ahrensbök[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1861 ist der Männer-Turn-Verein, kurz MTV, ein eingetragener Verein. Heute ist er der größte Sportverein Ostholsteins. Im Jahr 2011 feierte der Verein sein 150-jähriges Bestehen. Er bietet viele verschiedene Sportarten wie Fußball, Leichtathletik und Nordic Walking.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • P. H. [i.e. Peter Hanssen]: Kurzgefasste zuverlässige Nachricht von den Holstein-Plönischen Landen, wobey zugleich die Geschichte von den ... Clöstern Arensböck und Reinfeld ... mitgetheilet worden. Plön: J. C. Wehrt, 1759 Digitalisat, British Library
  • Norbert Fick: Ahrensbök in alten Ansichten. Verlag Europäische Bibliothek, Zaltbommel 1978, ISBN 90-288-1052-8.
  • Jürgen Brather: Ahrensbök in Großherzoglich-Oldenburgischer Zeit 1867-1919, Ahrensbök 1990, ISBN 3-9802518-2-9.
  • Jürgen Brather: Ahrensbök in der Zeit von 1919-1945, Schmidt-Römhild, Lübeck 1998, ISBN 3-7950-0739-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2014 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Partnergemeinden Ahrensböks, abgerufen am 12. März 2014
  3. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  4. – Herr der Ringe; am 27. Januar 2012 in AKTIVonline
  5. Umfirmierung zu Poppe Ahrensbök GmbH abgerufen am 26. Februar 2015
  6. Ausbildungszentrum Ahrensbök. Abgerufen am 4. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ahrensbök – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien