Kingdom Come: Deliverance

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Kingdom Come: Deliverance (deutsch etwa: Himmelreich: Erlösung) ist ein First-Person-Rollenspiel, welches von den tschechischen Warhorse Studios entwickelt und am 13. Februar 2018 für Microsoft Windows, PlayStation 4 und Xbox One veröffentlicht wurde. [2][3] Das Spiel basiert auf historischen Ereignissen des Europas im frühen 15. Jahrhundert. Handlungsort ist das mittelalterliche Böhmen. Hauptmerkmale des Spiels sind der angestrebte Realismus und die Geschichtstreue der Epoche. Dies bezieht sich auf die damaligen Menschen, ihre Lebensverhältnisse, sowie Waffen, Rüstungen und Kämpfe, weshalb auf jegliche genretypische Fantasyelemente verzichtet wurde.[4]; aber auch die geographische Lage ist realitätsgetreu, mit Landstrichen und Ortschaften, welche auch heute noch fortbestehen.[5][6]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1403: Nach dem Tod von Kaiser und König Karl IV. erweist sich dessen Sohn Wenzel als äußerst schwacher und unfähiger Nachfolger. Sein machtbewusster Bruder Sigismund verbündet sich mit einer Fraktion des Hochadels, die dies als eine Gelegenheit des sozialen Aufstiegs sieht, entführt den König und marschiert mit seiner eigenen Armee in das wehrlose Land ein. Die kontrahierenden Gruppen der Aristokratie stehen sich gegenüber.

Als Spieler schlüpft man in die Rolle des Schmiedesohns Heinrich, der anfangs ein unbeschwertes Leben in der Ortschaft Skalitz führt und zuletzt seinem Vater hilft, ein meisterhaftes Schwert zu vollenden. Dann erscheint eine Invasionsarmee Sigismunds, unterstützt durch angeworbene Kumanen, die den Ort verwüsten und ein Massaker unter der Bevölkerung anrichten. Heinrichs Eltern finden bei diesem Angriff den Tod. Mit Mühe und Not schafft er selbst die Flucht auf die nahegelegene Burg Talmberg. Sein Lehnsherr Radzig Kobyla musste ebenfalls seine Burg in Skalitz aufgeben, die Flucht ergreifen und nach Rattay fliehen. Die Invasionsarmee bedroht auch die Burg Talmberg, aber da Diwisch, Herr über Ort und Burg, Markgraf von Aulitz, den deutschen Anführer des Heeres, davon überzeugen kann, dass sich Radzig nicht vor Ort befindet, zieht das Heer weiter. Radzig beauftragt Diwisch, ein Auge auf Heinrich zu haben.

Heinrich erholt sich auf Talmberg, kehrt aber heimlich nach Skalitz zurück, um seine Eltern anständig begraben zu können, anstatt deren Leichen einfach den Hunden und Wölfen zu überlassen. Dort trifft er auf eine Räuberbande, angeführt von „Wicht“. Ein ironischer Name, denn dabei handelt es sich um einen bärenstarken Hünen. Wicht verlangt von Heinrich das Meisterschwert, das Heinrich als Andenken bei sich trägt. Heinrich weigert sich, hat als Laie im Kampf aber Wicht nichts entgegenzusetzen. Theresa, eine junge Frau aus Skalitz, lenkt die Räuber ab, bis Truppen Diwischs, angeführt von Hauptmann Robard, erscheinen und die Banditen auseinandertreiben. Wicht gelingt die Flucht, jedoch mit Heinrichs Schwert.

Rattay, einer der zentralen Handlungsorte (hier Aufnahme von 2012)

Theresa bringt Heinrich zur Mühle ihres Onkels, wo er genest. Heinrich ist dennoch daran gelegen, den Tod seiner Eltern zu rächen und das Schwert seines Vaters zurück zu bekommen. Zu diesem Zweck stellt er sich in den Dienst Radzigs, um sich als zuverlässiger und guter Untertan zu beweisen. Radzig hält fortan seine schützende Hand über Heinrich. Als Verwalter herrscht Hanusch über Rattay, so lange, bis dessen Neffe, Hans Capon, seine Volljährigkeit erreicht hat. Der junge, attraktive Hans erweist sich als arroganter Adeliger, dem vor allem an seinem eigenen Vergnügen, vor allem Weibern und Alkohol gelegen ist. Ein von Hanusch angeregter Jagdausflug von Hans und Heinrich begründet aber gegenseitiges Vertrauen und Freundschaft, da Heinrich Hans dabei vor Kumanen rettet.

Heinrich wird beauftragt, einen grausamen Überfall auf das Gestüt in der Ortschaft Neuhof zu untersuchen. Spuren führen letztlich zu der verlassenen Ortschaft Pribyslawitz, wo sich nun ein Räuberlager befindet. Nach dem Auskundschaften erfolgt der Angriff auf dieses Lager, wo sich nicht nur Räuber, sondern auch Kumanen befinden. Heinrich stellt und tötet schließlich Wicht, jedoch erfährt er von diesem keine weiteren Informationen, etwa über deren Ziele, Hintermänner oder den Aufenthalt des Schwertes.

Im Lager erbeutete Groschen stellen sich als Fälschungen heraus. Heinrich soll erkunden, woher diese falschen Münzen stammen. Mit der Hilfe des deutschen Ritters Ulrich aus Passau, der ebenfalls beauftragt wurde, die Falschmünzerei zu untersuchen, führen die Hinweise Heinrich zu den Silberminen nahe Skalitz, doch verliert sich hier zunächst die Spur.

Heinrich kommt zu Ohren, dass zwielichtige Presser um Sasau Männer anwerben. Es gelingt ihm die Kontaktaufnahme, doch soll er zum Loyalitätsbeweis ein abtrünniges Mitglied töten, das sich nun im Kloster in Sasau versteckt hält. Er schleicht sich als Mönch ins Kloster ein und spürt Antonius auf. Dieser hat jedoch mit seiner Vergangenheit gebrochen. Heinrich tötet diesen entweder, oder eröffnet diesem seine Absichten, was zu beiderlei Befriedigung und der Flucht Antonius' führt.

Das Kloster in Sasau (hier Aufnahme von 2014)

Der tatsächlich erfolgte oder vermeintliche Mord an dem Verräter verschafft Heinrich Zugang zum Söldner- und Räuberlager in Wranik, einer vormals verlassenen Festung. Dort soll sich Heinrich dem Anführer Erik beweisen, trifft aber auch auf den ungarischen Adeligen Istvan Toth, der ihm zuvor schon als Begleitung von Radzig auffiel. Indem sich Toth auf Sigismunds Seite stellt, erhofft er sich Einfluss auf Böhmen nach Sigismunds Krönung zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Heinrich wird als Spion enttarnt. Unter Hilfe des Skalitzers Brischek, der sich unter falschen Vorstellungen den Söldnern anschloss, gelingt ihm die Flucht aus Wranik. Radzig eröffnet ihm anschließend, er sei sein wahrer Vater. Der Schmied Martin habe ihn nur aufgenommen, da Radzig zunächst die Anerkennung der Vaterschaft verweigerte.

Radzig, Diwisch und Hanusch mobilisieren nun ihre Männer, um das Söldnerlager Wranik zu vernichten. Dies gelingt, bei offenbar wenig Widerstand. Toth nutzte jedoch den Angriff, um die gleichzeitig wenig bewachte Burg Talmberg einzunehmen, sowie Stephanie, die Gemahlin Diwischs, und Radzig als Geiseln gefangen zu nehmen. Ein nächtlicher Versuch, die Geiseln zu befreien, scheitert. Darum folgt nun eine lange Belagerung, unter Zuhilfenahme eines Triboks, konstruiert von Konrad Kyeser.

Die Stürmung der Burg gelingt, doch verschanzt sich Toth mit den Geiseln im Bergfried. Nur gegen Zusage freien Geleits sagt er deren Freilassung zu. Entgegen der Empörung von Heinrich und Hans, erreichen diese freien Abzug, da Hanusch und Diwisch ihr Ehrenwort gaben und ihnen ihr Ehrenwort als Adelige über allem steht. Beim Abzug verhöhnt Toth Heinrich noch mit dem Besitz des edlen Schwertes.

Anschließend folgt der Abspann des Spieles, in dem Heinrich im Traum seine Eltern erscheinen.

Nach dem Abspann erfolgt ein spielbarer Epilog, bei dem die Charaktere die politische Lage diskutieren, unter dem Rat von Jobst von Mähren. Die Böhmen erkennen, dass Wenzel nicht der „Heilige“ ist, für den sie ihn hielten, sondern ein Taugenichts. Auch, dass Sigismund kein Schurke ist, sondern vor allem der Verrat Wenzels seine Handlungen begründete. Aus Geldmangel heuerte er kumanische Söldner an und eroberte dann Skalitz, um Zugriff auf dessen Silberminen zu erhalten.

Wenzel befindet sich immer noch in Gefangenschaft in Wien, während Sigismund Probleme hat, seinen Einfluss in Ungarn und Böhmen zu verteidigen. Das Spiel endet damit, dass Hans Capon und Heinrich als Botschafter zu Otto von Bergow nach Burg Trosky geschickt werden, um die weitere politische Lage zu besprechen. Heinrich sehnt sich dennoch noch nach Rache und dem Schwert seines Vaters. [7][8]

Schauplatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kingdom Come: Deliverance spielt im Königreich Böhmen des Jahres 1403 während einer von Konflikten des böhmisch-ungarischen Thronstreits geprägten Zeit. Schauplatz ist die Region entlang der Sasau, einem rechten Nebenfluss der Moldau, rund 40 Kilometer südöstlich von Prag. Nachgebildet im Spiel sind die Orte (aus Sicht der Spielwelt von Nord nach Süd) Przibislawitz, Silber Skalitz, Auschitz (im Spiel Uschitze), Rowna, Talmberg, Merhojed, Samopesch, Ledetschko, die Stadt Sasau mitsamt dem Kloster des Hl. Prokop, Neuhof, Vranik und Rattay.[9]

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kingdom Come: Deliverance bietet eine offene Spielwelt, in der sich der Spieler auch außerhalb der Handlung frei bewegen kann. Die Welt umfasst ca. 16 km² mit einer großen Stadt, Wäldern, Burgen, und dutzende, teilweise durch den Krieg verwüsteten, Dörfern und Weilern, die nach historischen Plänen gestaltet wurden. Zusätzlich gibt es unterirdische Orte, wie Minen, Geheimgänge und Katakomben. Das Verhalten und die Taten des Spielers beeinflussen dabei direkt Haupt- und Neben-Quest, sowie die Weiterentwicklung des Hauptcharakters selber. Es gibt keine Beschränkungen der Charakterentwicklung durch ein Klassensystem.[10][11]

Neben grundlegenden Rollenspielelementen bietet Kingdom Come: Deliverance außerdem eine Reihe an technischen Innovationen auf dem Gebiet der Computer-Rollenspiele, deren Fokus auf ein realitätsgetreues Spielerlebnis liegt. So verfügt das Spiel über ein komplexes Bekleidungssystem, mit dem der Spielecharakter mehrschichtig angezogen werden kann.[12] Dies hat wiederum realistische Folgen für die Interaktion mit NPCs, wie z. B. beim Schwertkampf, bei dem die Effektivität der Rüstung nicht auf unveränderlich festgelegte Werte zurückzuführen ist, sondern während der Kollision von Waffe und Rüstung abhängig von angezogenen Kleidungsstücken dynamisch kalkuliert wird.[13] Auch die Kampfmechanik an sich basiert auf einem komplexen System, bei dem der Spieler die Position seines Charakters, die Position seiner Gegner, Block- und Angriffsrichtung, aber auch Waffenarten entsprechend kombinieren muss, um einen Kampf erfolgreich zu überstehen.[14]

Zusätzlich zu den technischen Aspekten trägt auch der Spielverlauf zum Realismus des Spiels bei. So benötigt der Spielecharakter Essen und Schlaf, während Rüstungen und Waffen mit der Zeit und mit steigender Benutzung an Qualität verlieren und repariert werden müssen.[7] [15] Auch Quests haben einen offenen Verlauf und ein möglichst offenes Ende, welche durch die Entscheidungen des Spielers beeinflusst werden. Ähnlich ändert sich auch das Verhalten von NPCs mit dem Spielecharakter, abhängig von dessen Taten und Ruf und besitzen ihre täglichen Routinen, auf die der Spieler Einfluss nehmen kann.[16]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt Kingdom Come: Deliverance stieß in der Spieleindustrie auf wenig Anklang, und so fand Daniel Vávra, welcher ursprünglich die Idee und das Gesamtkonzept zum Spiel entwickelt hat, keinen großen Spieleentwickler oder Publisher, der das Projekt finanzieren würde. Somit verließ er seine damalige Stelle bei 2K Czech und gründete sein eigenes Entwicklerstudio, Warhorse Studios, zusammen mit anderen namhaften Entwicklern aus der Computerspielbranche.[17][18]

Die Finanzierung des Projektes geschah über Kickstarter, wo durch Spenden von Projektfans eine Summe von über 1 Million GBP erreicht wurde.[19] Nach Beendigung der Kickstarter-Kampagne wurden Spenden weiterhin über die offizielle Webseite des Spiels akzeptiert, sodass eine Endsumme von über 2 Millionen USD entstand.[20] Unterstützer des Projektes erhielten am 22. Oktober 2014 Zugang zur Alpha- und am 3. März 2016 zur Beta-Version des Spiels.[21][22] Im September 2016 wurde bekannt, dass die Retail-PC-Version und Spielkonsolen-Version des Spiels in Kollaboration mit Deep Silver veröffentlicht wird.[23]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von der Fachpresse erhielt das Spiel überwiegend verhaltene bis gute Kritiken. Negative Kritik bezog sich vor allem auf technische Mängel, wie häufig auftretende grafische und inhaltliche Bugs, nachladende Texturen, Pop-ups, sowie gelegentliche Spielabstürze. Jörg Luibl von 4Players sprach gar von einer „Beta-Version“.[24] Bereits zum Erscheinungstermin wurde ein 25 GB großer Patch veröffentlicht,[25], dem weitere Patches folgten. Entwickler Warhorse ist sich der Kritik bewusst. So äußerte Produzent Martin Klima: „Ich gebe offen zu, dass ich mir mehr Zeit gewünscht hätte, um das Spiel vor dem Release abzurunden. Ein Triple-A-Spiel verdient eigentlich mehr Feinschliff.“[26]

Anlass zu positiver Kritik boten allerdings die lebendige, organisch wirkende Spielwelt, das abwechslungsreiche Questdesign, die kreative Kampfmechanik, die bei mehreren Gegnern jedoch hektisch sein kann, sowie die Handlung. Die deutsche Synchronisation, bei der bekannte Sprecher wie Leonhard Mahlich, Bernd Rumpf, Gundi Eberhard oder Bernd Vollbrecht mitwirkten, wurde einerseits für ihre Qualität und Professionalität gelobt, andererseits wurden dabei mangelnde Lippensynchronität und Lautstärkeschwankungen bemängelt.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertungen
PublikationWertung
PS4WindowsXbox One
GamePro76/100[32]k. A.76/100[32]
GameStark. A.85/100[27]k. A.
IGNk. A.8,0/10[28]k. A.
PC Gamer UKk. A.84/100[33]k. A.
Metawertungen
Metacritic68/100[30]76/100[29]68/100[31]

„Technisch ist «Kingdom Come: Deliverance» zuweilen eine Zumutung. Die Ladezeiten vor Gesprächen nerven genauso, wie das Speichersystem; die gute Sprachausgabe ist teils kaum hörbar und auf der Standard-PS4 ruckelt es einfach zu häufig. (...) Drücke ich eineinhalb Augen zu, sehe ich in «Kingdom Come» tolle Atmosphäre, meist glaubwürdige Charaktere und eine stilistisch wundervolle Spielwelt, die als Bühne für eine toll erzählte Geschichte dient. (...) Mit Eigenheiten, einem unverbrauchten Setting und der charmanten Erzählweise löst «Kingdom Come» bei mir Wohlwollen aus - bedenkenlos empfehlen kann ich das Spiel aufgrund der vielen Bugs aber nicht. (...)“

Denis Kuckmann: Kritik in der M! Games[34]

„Kingdom Come: Deliverance erschafft im Test eine der stimmungsvollsten Open Worlds, die wir je erlebt haben. Um die großen Stärken des Mittelalter-Rollenspiels zu genießen, muss man dem Mittelalter-Rollenspiel allerdings viele Dinge verzeihen.“

Dimitry Halley: GameStar[35]

„Ambitioniertes Mittelalter-Rollenspiel voller liebevoller Details, aber auch sperriger Mechaniken und audiovisueller Macken. Selten war ich so gespalten bei einem Test, wie bei «Kingdom Come: Deliverance». Auf der einen Seite kann ich die Akribie und Liebe zum Detail gar nicht genung loben, welche die Entwickler in ihr Spiel gesteckt haben. (...) Gleichzeitig gehen mir aber auch viele Dinge auf den Senkel. Das Speichersystem nervt mich genauso, wie das umständliche Menü, die träge «Schnell»-Reise-Funktion und das zickige Bogenschießen. (...) Und dabei rechne ich noch nicht einmal die zahlreichen Grafik- und Soundbugs mit.“

Tobias Kujawa: Kritik in der M! Games[36]

Rassismus-Debatte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgehend von US-amerikanischen Publikationen, wie den Websites Polygon und Vice, sowie der dortigen SJW-Szene, wurden, wie zuvor auch schon gegenüber The Witcher 3, Rassismusvorwürfe an Kingdom Come: Deliverance laut, die sich daran entzündeten, dass das Spiel keine nichtweißen Charaktere zeigt. Vereinzelt wurde diese Kritik auch von deutschsprachigen Blogs aufgegriffen. Die Entwickler verwiesen darauf, dass es im mittelalterlichen Böhmen schlicht keinen relevanten Bevölkerungsanteil an Nichtweißen gegeben habe und verwiesen auf die gewünschte realistische Darstellung dieser Epoche, gestützt auf ein Dutzend beratender Historiker.[37] Teile dieser Kritik zielten auch gezielt auf die Person Daniel Vavra ab, dem „rassistische“ und „sexistische“ Ansichten unterstellt wurden, etwa, da er sich bei der Gamescom 2017 mit einem Burzum-Shirt zeigte und Verständnis für Kritiker der Gamergate-Bewegung äußerte.[38] Vavra selbst wies derartige Vorwürfe empört zurück. Produzent Martin Klima verteidigte ebenfalls die Entscheidung, nur weiße Charaktere darzustellen. Das Spiel behandele einen kleinen Teil des mittelalterlichen Europas, für den zu dieser Zeit keine Nichtweißen nachweisbar waren.[39] Zudem würden innerhalb der Handlung ja verschiedene Völker und Ethnien behandelt, neben Tschechen auch Deutsche, Ungarn und Kumanen.[40] Ob es korrekt sei, dass das Spiel nichtweiße Charaktere nicht repräsentiere, fragte das Spielemagazin M! Games das Historische Institut der RWTH Aachen, welches auf die Johannes Gutenberg-Universität Mainz verwies. Dort antwortete man, es habe allenfalls Angehörige von Turkvölkern gegeben, wie Kumanen (die im Spiel auch erscheinen), aber ansonsten sei die Existenz Nichtweißer „fraglich“.[41] Bei Game Two äußerte sich zudem Prof. Dr. Winfried Eberhard, Professor für ostmitteleuropäische Geschichte von der Universität Leipzig und ehemaliger Direktor des GWZO, die Wahrscheinlichkeit, dass es Farbige im mittelalterlichen Böhmen gegeben habe, sei „relativ gering“.[42]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkaufszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß Martin Frývaldský-Betinský, CEO der Warhorse Studios, hat sich Kingdom Come: Deliverance bereits zwei Wochen nach Veröffentlichung, mehr als eine Million mal verkauft. Die Hälfte der Verkaufszahlen entfielen dabei auf Steam. Diese Verkaufszahlen nannte er „erfreulich, aber nicht ganz unerwartet“.[44]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Patchnotes - Bugs. In: Kingdom Come: Forum. 9. März 2018, abgerufen am 18. April 2018 (englisch).
  2. Kingdom Come: Deliverance Kickstarter. Abgerufen am 22. Mai 2014.
  3. Kingdom Come: Deliverance - Kickstarter Update #25. Abgerufen am 22. Mai 2014.
  4. Kingdom Come: Deliverance Wiki Guide. Abgerufen am 22. Mai 2014.
  5. Video über die historisch korrekte Simulation von Waffen und Kampf im Spiel (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch).
  6. Video über die realitätsgetreue Nachbildung der geographischen Lage des Spiels (Offizieler YouTube-Kanal). Abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch).
  7. a b Kingdom Come RPG. Abgerufen am 22. Mai 2014.
  8. Kurze Zusammenfassung der Handlung des Spiels (Offizielle Webseite). Abgerufen am 27. Januar 2017.
  9. Mapa (cs-CZ). In: Kingdom Come: Deliverance, 1. September 2014. 
  10. Beschreibung der Rollenspieldynamik im Questverlauf des Spiels (Offizielle Webseite). Abgerufen am 27. Januar 2017.
  11. Beschreibung der dynamischen Künstlichen Intelligenz im Spiel (Offizielle Webseite). Abgerufen am 27. Januar 2017.
  12. Video über das Bekleidungssystem im Spiel (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch).
  13. Video über die dynamische Funktion von Rüstungen im Spiel (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch).
  14. Video über das Kampfsystem im Spiel (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch).
  15. Kingdom Come: Deliverance Video Update #2. Abgerufen am 22. Mai 2014
  16. Video über dynamische Rollenspielelemente und Spielverlauf (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 27. Januar 2017 (englisch).
  17. Video über das Entstehen des Projektes (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 28. Januar 2017 (englisch).
  18. Kurze Vorstellung von Warhorse Studios (Offizielle Webseite). Abgerufen am 28. Januar 2017 (englisch).
  19. Offizielle Kickstarter-Seite des Spiels. Abgerufen am 28. Januar 2017.
  20. Video über 2 Millionen USD-Meilenstein der Spenden (Offizieler YouTube-Kanal). Abgerufen am 28. Januar 2017 (englisch).
  21. Trailer zur Alpha-Version des Spiels (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 28. Januar 2017 (englisch).
  22. Trailer zur Beta-Version des Spiels (Offizieller YouTube-Kanal). Abgerufen am 28. Januar 2017 (englisch).
  23. Bekanntgebung der Kollaboration mit Deep Silver (Offizielle Webseite). Abgerufen am 28. Januar 2017 (englisch).
  24. Epilog: Warum enttäuscht Kingdom Come: Deliverance? auf YouTube, abgerufen am 4. März 2018
  25. http://www.gamestar.de/artikel/kingdom-come-deliverance-deshalb-ist-der-day-one-patch-23-gb-gross,3325948.html
  26. http://www.gamestar.de/artikel/kingdom-come-deliverance-entwickler-haette-sich-mehr-zeit-fuer-feinschliff-gewuenscht,3326558.html
  27. Dimitry Halley: Kingdom Come: Deliverance im Test - Das tschechische Gothic. In: GameStar. 13. Februar 2018, abgerufen am 2. Mai 2018.
  28. Kingdom Come: Deliverance Review. In: IGN. 16. Februar 2018, abgerufen am 18. Februar 2018 (englisch).
  29. Kingdom Come: Deliverance, PC. In: Metacritic. Abgerufen am 1. April 2018 (englisch).
  30. Kingdom Come: Deliverance, PS4. In: Metacritic. Abgerufen am 1. April 2018 (englisch).
  31. Kingdom Come: Deliverance, Xbox One. In: Metacritic. Abgerufen am 1. April 2018 (englisch).
  32. a b Elena Schulz: Kingdom Come: Deliverance im Test - Gespaltenes Königreich. In: GamePro. 13. Februar 2018, abgerufen am 1. März 2018.
  33. Kingdom Come: Deliverance review. In: PC Gamer UK. 14. Februar 2018, abgerufen am 1. März 2018 (englisch).
  34. M! Games, Ausgabe 294, März 2018, Seite 52
  35. http://www.gamestar.de/artikel/kingdom-come-deliverance-das-tschechische-gothic,3325978.html
  36. M! Games, Ausgabe 294, März 2018, Seite 50
  37. M! Games, Ausgabe 294, März 2018, Seite 51
  38. http://www.gamestar.de/artikel/kingdom-come-deliverance-die-reaktion-auf-die-rassismus-vorwuefe,3324854.html
  39. Dějiny obyvatelstva českých zemí; Fialová, Ludmila; Horská, Pavla; Kučera, Milan; Maur, Eduard; Musil, Jiří; Stloukal, Milan; Prag 1996, Seiten 55–73.
  40. Why VICE will not cover Kingdom Come: Deliverance auf YouTube, abgerufen am 4. März 2018
  41. M! Games, Ausgabe 294, März 2018, Seite 51
  42. Game Two #59: Kingdom Come: Deliverance, Fe, Kontroverse: Games-Journalismus in der Kritik auf YouTube, abgerufen am 4. März 2018
  43. http://www.gamescom.de/gamescom/Presse/Presseinformationen/index.php?aktion=pfach&p1id=kmpresse_gamescom_d&format=html&base=&tp=k3content&search=&pmid=kmeigen.kmpresse_1502963414&start=0&anzahl=10&channel=kmeigen&language=d
  44. http://www.pcgameshardware.de/Kingdom-Come-Deliverance-Spiel-16151/News/Verkaufszahlen-PC-Playstation-4-Xbox-One-1250768/