Kirchweidach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchweidach
Kirchweidach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchweidach hervorgehoben

Koordinaten: 48° 5′ N, 12° 38′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Verwaltungs­gemeinschaft: Kirchweidach
Höhe: 503 m ü. NHN
Fläche: 20,16 km2
Einwohner: 2619 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84558
Vorwahl: 08623
Kfz-Kennzeichen: AÖ, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 122
Gemeindegliederung: 54 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 21
84558 Kirchweidach
Website: www.kirchweidach.de
Erster Bürgermeister: Robert Moser
Lage der Gemeinde Kirchweidach im Landkreis Altötting
BurghausenEmmertingBurgkirchen an der AlzKastl (Landkreis Altötting)Haiming (Oberbayern)Mehring (Oberbayern)MarktlNeuöttingAltöttingFeichten an der AlzWinhöringTüßlingTöging am InnTeisingPleiskirchenGarching an der AlzUnterneukirchenTyrlachingStammham (am Inn)ReischachPerachKirchweidachHalsbachErlbach (Oberbayern)Landkreis Rottal-InnLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Vitus, St. Leonhard und St. Georg

Kirchweidach (bairisch: Kiaweidá[2]) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting. Das gleichnamige Pfarrdorf ist Hauptort der Gemeinde und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 54 Gemeindeteile:[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich genannt ist Kirchweidach erstmals im Notitia Arnonis als ad Uuidaha um 788. Der Ortsname geht wohl auf das althochdeutsche Wort wîdahi (Weidengebüsch) und der dort dann seit dem 8. Jahrhundert nachgewiesenen Kirche zurück. In den Jahren 1203/04 wird der Ort als Widach, 1340 Chirchweidach benannt.[5] Es gehörte stets zum Herzogtum Bayern, und zwar zur Herrschaft Wald. Kirchweidach wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde, die bis 1870 den Namen Kichweihdach[6] trug. 1896 wurde die Kirchenfiliale Kirchweidach von der Mutterpfarrei Feichten an der Alz abgetrennt und zur selbstständigen Pfarrei erhoben. Am 1. Januar 1978 erfolgte die Eingemeindung der Ortsteile Aderleiten, Berg, Biburg, Brandhub, Feller, Grub, Hütting, Kielhub, Mitterwinkl, Neukirchen, Niederhofen, Oberwinkl, Reisachberg, Schachen, Wagenhofen und Wiesen aus der aufgelösten Gemeinde Hirten. Seit 1. Mai 1978 ist Kirchweidach der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach bestehend aus den selbstständigen Gemeinden Kirchweidach, Feichten an der Alz, Halsbach und Tyrlaching.

Sehenswert in Kirchweidach ist die roséfarbene barocke Pfarrkirche St. Vitus. Zweiter Schutzpatron der Kirche und der Gemeinde ist Leonhard, zu dessen Ehren Anfang November alljährlich der weithin bekannte Leonhardiritt veranstaltet wird, zu dem Reiter aus einem weiten Umkreis kommen, um ihre Pferde segnen zu lassen.

Nationale und Internationale Aufmerksamkeit löst die Gemeinde seit dem Jahr 2010 mit dem örtlichen Tiefengeothermieprojekt aus.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1721 auf 2629 um 908 Einwohner bzw. um 52,8 %.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den letzten Kommunalwahlen am 15. März 2020 hat der Gemeinderat 14 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,5 % (2014: 53,2 %). Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  CSU/Unabhängige Wähler     11 Sitze  (78,7 %)
  SPD/Kommunalpolitisch interessierte Bürger 3 Sitze (21,3 %)

Die Sitzverteilung hat sich gegenüber 2014 nicht geändert. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Moser (CSU) ist seit 1. Mai 2020 Erster Bürgermeister.[7] Dieser wurde ohne Gegenkandidat mit 92,8 % der Stimmen gewählt. Sein Vorgänger Johann Krumbachner (CSU/Unabhängige Wähler) war zwölf Jahre von 2008 bis 2020 im Amt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Kirchweidach
Blasonierung:Gespalten von Blau und Silber; vorne ein nach unten geöffnetes goldenes Hufeisen, aus dem ein goldenes Kreuz wächst, hinten eine schwarze Weide mit grünen Zweigen.“[8]

Dieses Wappen wird seit 1981 geführt.[8]

Wappenbegründung: Die Weide redet für den Gemeindenamen, der als „Uuidaha“ (Ort bei den Weiden) schon 790 als Siedlung mit sechs Höfen urkundlich nachweisbar ist. Das Hufeisen nimmt Bezug auf die besondere Verehrung des heiligen Leonhard in Kirchweidach; der Leonhardiritt mit Markt wird seit dem Jahr 1714, als Viehseuchen, Pest und Hungersnot die Menschen quälten, jährlich durchgeführt und ist ein besonderes Ereignis im öffentlichen Leben. Das Kreuz auf dem Hufeisen versinnbildlicht die Kirche als beherrschenden Mittelpunkt der Ortschaft und redet zugleich für den Gemeindenamen.[8]

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der gleichnamigen Verwaltungsgemeinschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Leonhardiritt mit Markt wird seit dem Jahr 1714 durchgeführt, als Viehseuchen, Pest und Hungersnot die Menschen quälten, jährlich durchgeführt und ist ein besonderes Ereignis im öffentlichen Leben.

Überregionale Bekanntheit erfuhr das 1983 von Karl-Heinz Rückauf gegründete Café Libella, über das 1984 Rainald Goetz in der Zeitschrift Spex schrieb. 1987, nach eigenen Angaben 1989, zog das Lokal an seinen jetzigen Standort in Altenmarkt an der Alz.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Kirchweidach

Der Haltepunkt Kirchweidach liegt an der Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kirchweidach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsnamenssuche – Geschichte – Landkreis – Landratsamt Altötting. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  3. Gemeinde Kirchweidach in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 19. September 2017.
  4. Zahlen und Daten. Gemeinde Kirchweidach, abgerufen am 1. September 2020.
  5. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung ; Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz, S. 138, 139, C.H.Beck, 2006, ISBN 9783406552069
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 22, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat).
  7. Gemeinderat. Gemeinde Kirchweidach, abgerufen am 1. September 2020.
  8. a b c Eintrag zum Wappen von Kirchweidach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 31. August 2020.
  9. History (Memento vom 9. September 2013 im Internet Archive), Café LiBella.