Tyrlaching

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Tyrlaching
Tyrlaching
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tyrlaching hervorgehoben

Koordinaten: 48° 4′ N, 12° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Verwaltungs­gemeinschaft: Kirchweidach
Höhe: 520 m ü. NHN
Fläche: 20,54 km2
Einwohner: 1042 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84558
Vorwahl: 08623
Kfz-Kennzeichen: AÖ, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 134
Gemeindegliederung: 24 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 21
84558 Kirchweidach
Website: www.tyrlaching.de
Bürgermeister: Andreas Zepper[2] (Freie Wählerschaft)
Lage der Gemeinde Tyrlaching im Landkreis Altötting
BurghausenEmmertingBurgkirchen an der AlzKastl (Landkreis Altötting)Haiming (Oberbayern)Mehring (Oberbayern)MarktlNeuöttingAltöttingFeichten an der AlzWinhöringTüßlingTöging am InnTeisingPleiskirchenGarching an der AlzUnterneukirchenTyrlachingStammham (am Inn)ReischachPerachKirchweidachHalsbachErlbach (Oberbayern)Landkreis Rottal-InnLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

Tyrlaching (bairisch: Dialing[3]) ist die südlichste Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde liegt der Rainbichl, der höchstgelegene Punkt des Landkreises.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren 24 Ortsteile:[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes stammt aus der Zeit der bajuwarischen Landnahme im 6. und 7. Jahrhundert. Er wurde 790 erstmals als Deolekingas urkundlich erwähnt und bedeutet „Bei den Leuten des Deorlaik“. (Deorlaik war der Name des Anführers der damaligen Siedler.) Seit Anfang des 8. Jahrhunderts besaß das Kloster St. Peter in Salzburg Güter im Ort. Als sich das Salzburger Land 1328 von Bayern löste, war Tyrlaching Teil dieses neuen selbständigen Landes.[5]

Tyrlaching war ein Amt des Erzstifts Salzburg und fiel bei dessen Säkularisation 1803 an Erzherzog Ferdinand von Toskana, 1805 im Frieden von Pressburg an Österreich, das es 1809/10 zusammen mit dem Rupertiwinkel an Bayern abtrat.

Die Einöde Lauterholzen fiel im 19. Jahrhundert wüst.

Kreiszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tyrlaching war Teil des im Rahmen der Gebietsreform 1972 aufgelösten Landkreises Laufen. Die Gemeinde kam am 1. Juli 1972 zum Landkreis Altötting und bildet seither mit den Gemeinden Kirchweidach, Feichten an der Alz und Halsbach die Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Kay (Landkreis Traunstein) eingegliedert.[6]

Regionenzugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Tyrlaching wird (siehe Abschnitt oben: Bis zur Gemeindegründung) zwar historisch dem Rupertiwinkel, jedoch im Sinne der innerhalb Bayerns landespolitisch geförderten Kennzeichnung der Landkreise Mühldorf am Inn und Altötting der TourismusregionInn-Salzach“ zugeordnet – die vom Bayerischen Landesamt für Statistik auf der Karte „Tourismusregionen* in Bayern“ vorgenommene Kennzeichnung einzelner oder mehrerer Kommunen als Tourismusregion erfolgt seit 2006 im Rahmen des Landesentwicklungsprogramms Bayern (LEP).[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde um um 19,9 Prozent bzw. ihre Einwohnerzahl stieg um 167 von 839 auf 1.006 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Andreas Zepper (Freie Wählerschaft). Dieser wurde am 15. März 2020 mit 87,5 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 15. März 2020 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder, die – wie schon in der Amtszeit 2014 bis 2020 – alle zur Fraktion Freie Wählerschaft gehören. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,7 % (2014: 64,2 %). Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Tyrlaching
Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt in Silber zwei gekreuzte schwarze Schlüssel.“[8]

Das Wappen wird seit 1957 geführt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde gibt es eine Kindertageseinrichtung mit 69 Plätzen und 56 Besuchern. Im örtlichen Schulhaus sind Grundschulklassen der Grund- und Mittelschule Kirchweidach untergebracht.[9]

Geotope[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Toteiskessel Waldweiher Wiesenzart; geowissenschaftliche Bedeutung „wertvoll“.[10]
  • Nagelfluh-Aufschluss bei Moosen; geowissenschaftliche Bedeutung „bedeutend“, verwachsen.[11]
  • Moränenhüger S von Wiesenzart; zwei kleine Möränenhügel in schöner Lage; geowissenschaftliche Bedeutung „bedeutend“.[12]
  • Nagelfluh-Aufschluss bei Niederbuch; geowissenschaftliche Bedeutung „bedeutend“, verwachsen.[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tyrlaching – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinderatsgremium. Gemeinde Tyrlaching, abgerufen am 13. November 2020.
  3. Ortsnamenssuche – Geschichte – Landkreis – Landratsamt Altötting. Abgerufen am 23. April 2020.
  4. Gemeinde Tyrlaching in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  5. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2006, ISBN 3-406-55206-4, S. 280.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 567.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik: Tourismusregionen in Bayern, PDF-Datei, Stand: 1. Januar 2019, online unter statistik.bayern.de
  8. Eintrag zum Wappen von Tyrlaching in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 31. August 2020.
  9. Homepage der Grund- und Mittelschule
  10. Toteiskessel
  11. Nagelfluh-Aufschluss bei Moosen
  12. Moränenhügel
  13. Nagelfluh-Aufschluss bei Niederbuch