Winhöring

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Winhöring
Winhöring
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Winhöring hervorgehoben

Koordinaten: 48° 16′ N, 12° 39′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Höhe: 389 m ü. NHN
Fläche: 24,59 km2
Einwohner: 4737 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 193 Einwohner je km2
Postleitzahl: 84543
Vorwahl: 08671
Kfz-Kennzeichen: AÖ, LF
Gemeindeschlüssel: 09 1 71 137
Gemeindegliederung: 38 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Obere Hofmark 7
84543 Winhöring
Website: www.winhoering.de
Erster Bürgermeister: Karl Brandmüller (CSU)
Lage der Gemeinde Winhöring im Landkreis Altötting
BurghausenEmmertingBurgkirchen an der AlzKastl (Landkreis Altötting)Haiming (Oberbayern)Mehring (Oberbayern)MarktlNeuöttingAltöttingFeichten an der AlzWinhöringTüßlingTöging am InnTeisingPleiskirchenGarching an der AlzUnterneukirchenTyrlachingStammham (am Inn)ReischachPerachKirchweidachHalsbachErlbach (Oberbayern)Landkreis Rottal-InnLandkreis Mühldorf am InnLandkreis TraunsteinÖsterreichKarte
Über dieses Bild
Luftaufnahme vom Ortskern der Gemeinde Winhöring (Aufgenommen am 17. Juli 2004 von Süden). In Bildmitte die Pfarrkirche St. Peter und Paul, im Vordergrund an der Kreisstraße AÖ35 (ehemalige Bundesstraße B299) gelegen die Friedhofskirche (Feldkirche). Das niederbaierische Hügelland beginnt am nördlichen Ortsrand
Friedhofskirche Maria Namen
Schloss Frauenbühl

Winhöring (bairisch: Win(n)àring[2]) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Winhöring befindet sich im Alpenvorland in der Region Südostoberbayern, am Rande des Unterbayerischen Hügellandes im Mündungsdreieck zwischen Isen und Inn. Der Ort liegt rund 90 km östlich der Landeshauptstadt München, 85 km südwestlich von Passau und ca. 70 km nordwestlich von Salzburg, in unmittelbarer Nähe zu den Kreisstädten Altötting und Mühldorf am Inn in der Tourismusregion Inn-Salzach.

Die Ortsmitte liegt auf einer Ebene zwischen Isen- und Inntal. Nördlich der Isen steigt das tertiäre Hügelland (Holzland) innerhalb der Ortsgrenzen auf bis zu 470 m ü. NHN und bildet die nördliche Grenze der Isar-Inn Schotterplatte. Einige Ortsteile, vornehmlich Höfe und Weiler liegen bereits im Hügelland und damit geografisch getrennt von Isen- und Inntal.

Die Isen führt regelmäßig Hochwasser. Vor der Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen führte dies oft zu größeren Schäden an den Gebäuden, zum Beispiel im Jahre 1954 (siehe auch Hochwasser 1954).

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Inn bildet im Süden die natürliche Grenze zu den Nachbarstädten Alt- und Neuötting. Im Westen grenzt Winhöring an die Stadt Töging am Inn, im Norden an Pleiskirchen sowie an Reischach im Osten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 38 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Inn
  • Isen
  • Watzinger Bach
  • Osterbach
  • Aubach
  • Silbersee
  • Waldspitzsee
  • Baggerweiher
  • Isenkanal
  • Isenstausee

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis vor kurzem wurde davon ausgegangen, dass Winhöring als „Uuiniheringa“ zum ersten Mal 953 urkundlich als päpstlicher Besitz erwähnt wurde. In Urkunden der Bischöfe von Freising ist jedoch bereits am 13. Februar 816 eine Schenkung in Winhöring erwähnt. Winhöring war lange Zeit Sitz einer Hofmark, die seit 1721 im Besitz der Grafen zu Toerring-Jettenbach war. Winhöring wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde. Bis in die Nachkriegszeit war Winhöring stark landwirtschaftlich geprägt, lediglich im Ortsteil Eisenfelden waren und sind einige größere Produktionsbetriebe ansässig. Heute ist Winhöring hauptsächlich eine Wohngemeinde mit starkem Vereinsleben und vielen Familien.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1967 wurden Teile der aufgelösten Gemeinde Eggen nach Winhöring eingemeindet.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 4584 auf 4801 um 217 Einwohner bzw. um 4,7 %.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gemeinde besteht zu etwa 90 % aus Katholiken. Die katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul untersteht dem Dekanat Altötting und gehört zum Bistum Passau. Der Pfarrei sind neben der Pfarrkirche St. Peter und Paul noch zwei weitere Kirchenbauten angegliedert: Die Feldkirche Mariä Namen befindet sich im Friedhof an der südlichen Ortsgrenze, die Kapelle St. Bartholomäus im Gemeindeteil Burg ist das Relikt einer mittelalterlichen Schlossanlage. In beiden Filialkirchen werden noch kleinere Andachten abgehalten, z. B. Maiandachten.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist seit 28. September 2017 Karl Brandmüller (CSU), der sich bei zwei Gegenkandidaten mit 51,6 % der Stimmen durchsetzte. Sein Vorgänger Hans Daferner (CSU) war zurückgetreten. Brandmüller wurde ohne Mitbewerber am 15. März 2020 mit 94,2 % der Stimmen für weitere sechs Jahre bestätigt.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Winhöringer Gemeinderat hat 16 Mitglieder. Er tagt einmal monatlich und setzt sich nach der Kommunalwahl vom 15. März 2020 seit dem 1. Mai 2020 wie folgt zusammen:

CSU SPD Freie Wähler „Gemeindewohl“
9 Sitze 3 Sitze 4 Sitze

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2003 besteht eine Partnerschaft zur österreichischen Gemeinde Pernegg a.d. Mur in der Steiermark.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Winhöring
Blasonierung: „Unter einem silbernen Schildhaupt, darin nebeneinander drei rote heraldische Rosen mit goldenen Butzen, in Blau über einem aus dem unteren Schildrand wachsenden halben silbernen Zahnrad ein silberner Winkel, beiderseits begleitet von einer goldenen Ähre.“[5]

Das Wappen wird seit 1955 geführt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Burger Kapelle
  • Pfarrkirche St. Peter und Paul
  • Pfarrhof
    Der sehenswerte und in Ostbayern einmalige Pfarrhof wurde 1728 vom damaligen Pfarrer Stadler erbaut. Die zugehörige Ökonomie wurde Ende der 1960er Jahre abgerissen und stattdessen ein Wohnhaus für den Pfarrer errichtet, ohne dabei ein Gespür für das wunderschöne Ensemble zu zeigen. Dennoch blieb die Hofanlage mit einer Mauer zur Neuöttinger Straße hin im Wesentlichen erhalten. Die Gebäude, an der Nordseite u. a. eine zweigeschossige offene Laube mit Kuppeltürmchen, wurden in den letzten Jahren vorbildlich renoviert und dienen als Versammlungs- und Gruppenräume der Pfarrgemeinde. Außerdem konnte die Gemeindebücherei in den Räumlichkeiten untergebracht werden.
  • Feldkirche
  • Schloss Frauenbühl
  • Schloss Burgfried
  • Schlosskapelle in Burg
  • Ruine der Unterholznerburg in Burg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im südlichen Gemeindegebiet verläuft die 1871 eröffnete Bahnstrecke München–Simbach, an der sich im Ortsteil Eisenfelden der Haltepunkt Neuötting befindet. Am Haltepunkt halten im Stundentakt Regionalbahnen der Südostbayernbahn zwischen Mühldorf und Simbach. In den Hauptverkehrszeiten verkehren auch schnelle Regional-Express-Züge direkt nach München,[6] die von zahlreichen Pendlern genutzt werden.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet wird durchzogen von den Bundesstraßen 299 (Freilassing-Landshut), jetzt Kreisstraße AÖ 35, und B 588 (Neuötting-Eggenfelden). Die Bundesstraße 588 wurde mittlerweile auf einem kurzen Abschnitt im Gemeindegebiet zur Staatsstraße 2876 abgestuft. Im südlichen Gemeindegebiet verläuft die bereits teilweise fertiggestellte Bundesautobahn 94 (München-Pocking). Der Kreisverkehr an der Feldkirche wurde im September 2019 fertiggestellt, wo früher eine Kreuzung mit Ampelanlage diente.

Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung des Trinkwassers wird seit 1992 von der Stadt Altötting übernommen. Es erfolgt eine gemeinschaftliche Versorgung der Städte Altötting und Neuötting sowie der Gemeinde Winhöring. Das Trinkwasser wird aus fünf Brunnen gefördert: Drei Brunnen beim Wasserwerk an der Osterwies reichen bis in den 2. Grundwasserleiter des tertiären Grundwasserstroms in 185 bis 207 Metern Tiefe. Zwei weitere Brunnen befinden sich im Staatsforst Altötting und fördern aus dem 1. Grundwasserstock in 62 und 64 Metern Tiefe. Im Wasserwerk Altötting Welt-Icon erfolgt die Aufbereitung des Rohwassers, welche sich hauptsächlich auf die Enteisenung und Entmanganung beschränkt. Dem Wasser werden keine Chemikalien zugefügt. Um Energiekosten zu sparen, läuft die Anlage nur während der Nachtstromzeiten zwischen 22 und 6 Uhr. Nach der Aufbereitung wird das Trinkwasser in das 179 Kilometer lange Hauptleitungsnetz eingespeist (davon 45 Kilometer in Winhöring, in der Gemeinde sind 2016 95,7 % der Bevölkerung an das Trinkwassernetz angeschlossen gewesen[7]). Bei Graming befindet sich ein Hochbehälter Welt-Icon mit 9.000 m³ Fassungsvermögen, der 1991 in Betrieb ging. Er soll Verbrauchsspitzen abdecken und dient der Druckerhaltung im Netz.[8][9]

Der Brutto-Verbrauchspreis liegt bei 1,38 Euro je Kubikmeter.[10] Mit einer Gesamthärte von 13,4 °dH liegt das Neuöttinger Trinkwasser im Härtebereich "mittel".[11]

Das Abwasser von Winhöring wird in der zentralen Kläranlage Alt-Neuötting behandelt Welt-Icon. An die Anlage sind ca. 34.000 Einwohner aus Altötting und Neuötting sowie den Gemeinden Kastl, Teising, Winhöring und dem Markt Tüßling angeschlossen. Der Anschlussgrad der Gemeinde Winhöring lag 2016 bei 89,6 %.[7] Die Kläranlage wurde 1977 in Betrieb genommen. Im Jahr werden etwa 3 Mio. m³ Abwasser gereinigt und in den Inn abgegeben. Der anfallende Klärschlamm wird verfault, mit einer Zentrifuge entwässert und anschließend verbrannt. Das bei der Faulung entstehende Klärgas wird mit in einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung verwendet. So kann die Anlage inzwischen etwa die Hälfte ihres Energiebedarfs selbst decken.[12]

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindergärten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter der Trägerschaft des Pfarrcaritasverbandes werden zwei Kindergärten betrieben. Der Kindergarten St. Peter und Paul befindet sich in der Ortsmitte, Anfang der 1990er Jahre wurde der zweite Kindergarten St. Valentin im Ortsteil Unterau neu erbaut.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Grund- und Mittelschule mit einem flächenmäßig relativ großen ländlichen Einzugsgebiet, teilweise auch von Nachbargemeinden, steht in der Ortsmitte.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindebücherei
  • Sportplatz mit Tennisheim und Zweifachturnhalle
  • Pfarrheim

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hofmarkbühne des Winhöringer Arbeitervereins bringt jährlich volkstümliche Theaterstücke und den allseits bekannten "Wi-NARR-inger Narrengsang" zur Aufführung.

Staatliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindeteil Eisenfelden befindet sich das Zollamt Altötting.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Winhöring hat das Ehrenbürgerrecht bisher an drei Personen verliehen:

  • Pfarrer Prälat Eduard Hohenester †
  • Altbürgermeister Siegfried Marchner
  • Pfarrer BGR Josef Kurz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Winhöring – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ortsnamenssuche – Geschichte – Landkreis – Landratsamt Altötting. Abgerufen am 25. Mai 2020.
  3. Gemeinde Winhöring in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 417.
  5. Eintrag zum Wappen von Winhöring in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 31. August 2020.
  6. a b Gemeinde Winhöring - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 21. Oktober 2021.
  7. Wassergewinnung, -aufbereitung und -verteilung. Stadt Altötting, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  8. Entwicklung der Wasserversorgung von Altötting. Stadt Altötting, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  9. Aktuell gültige Beitrags- und Gebührensätze. Stadt Altötting, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  10. Aktuelle Wasseranalyse 2021. Stadt Altötting, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  11. Kläranlage Altötting-Neuötting. Stadt Altötting, abgerufen am 15. Oktober 2021.