Landgericht Pleinfeld

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Schloss Pleinfeld, Amtssitz des Landgerichts Pleinfeld

Das Landgericht Pleinfeld war ein von 1808 bis 1858 bestehendes bayerisches Landgericht älterer Ordnung mit Sitz in Pleinfeld im heutigen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Die Landgerichte waren im Königreich Bayern Gerichts- und Verwaltungsbehörden, die 1862 in administrativer Hinsicht von den Bezirksämtern und 1879 in juristischer Hinsicht von den Amtsgerichten abgelöst wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1808 wurde im Verlauf der Verwaltungsneugliederung Bayerns das Landgericht Pleinfeld errichtet. Dieses kam zum neu gegründeten Altmühlkreis mit der Hauptstadt Eichstätt.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 das Landgericht in 20 Steuerdistrikte untergliedert:[1]

1811 entstanden Ruralgemeinden, die meistens deckungsgleich mit den Steuerdistrikten waren. Zugleich wurden einige Orte umgemeindet,[2] so dass es schließlich 22 Ruralgemeinden gab. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) erhielten die Ruralgemeinden mehr Befugnisse.

  • Abenberg mit Marienburg;
  • Allmannsdorf mit Belzmühle, Birklein, Erlingsdorf und Mandlesmühle;
  • Aurau mit Asbach, Bechhofen, Kleinabenberg und Louisenau;
  • Belmbrach mit Barnsdorf, Fallhütte, Kiliansdorf, Obersteinbach an der Haide und Untersteinbach an der Haide;
  • Bernlohe;
  • Eckersmühlen mit Brückleinsmühle, Eisenhammer, Haimpfarrich, Hofstetten, Kupferhammer, Leonhardsmühle und Wallersbach;
  • Fünfbronn mit Nagelhof, Schnittling und Trautenfurt;
  • Georgensgmünd mit Friedrichsgmünd, Hauslach, Oberheckenhofen, Obere Papiermühle, Untere Papiermühle und Ziegelhütte;
  • Großweingarten mit Egelmühle, Hagsbronn, Hügelmühle, Steinfurt und Wasserzell;
  • Mäbenberg mit Hämmerleinsmühle;
  • Mosbach mit Engelhof, Güsseldorf und Massendorf;
  • Mühlstetten mit Oberbreitenlohe und Unterbreitenlohe;
  • Obersteinbach ob Gmünd mit Untersteinbach ob Gmünd;
  • Petersgmünd;
  • Pfaffenhofen mit Meckenlohe, Pruppach und Untere Glasschleife;
  • Pleinfeld mit Böschleinsmühle, Ketschenmühle, Reichertsmühle, Seemannsmühle und Wurmmühle;
  • Rittersbach mit Unterheckenhofen und Weinmannshof;
  • Roth mit Obere Glasschleife;
  • Rothaurach mit Kauernhofen;
  • Spalt;
  • Stirn mit Hohenweiler, Mackenmühle, Mäusleinsmühle und Prexelmühle;
  • Wallesau mit Mauk, Obermauk und Wernsbach;
  • Wernfels mit Hohenrad, Höfstetten, Stiegelmühle, Theilenberg und Untererlbach.

1840 war das Landgericht Pleinfeld vier Quadratmeilen groß. Es gab 13586 Einwohner, wovon 6797 Protestanten, 6514 Katholiken und 275 Juden waren. Es gab 92 Ortschaften, darunter drei Städte, ein Markt, acht Pfarrdörfer, sechs Kirchdörfer, 24 Dörfer, 15 Weiler und 35 Einöden. Insgesamt gab es 23 Gemeinden, darunter zwei Magistrate 3. Klasse, eine Stadtgemeinde, eine Marktsgemeinde und 19 Landgemeinden.[3]

Im Jahr 1858 wurde der Sitz des Landgerichts Pleinfeld nach Roth verlegt.

Amtssitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Amtssitz des Landgerichts Pleinfeld befand sich im Vogteischloss.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M. Jehle, Bd. 2, S. 964.
  2. Näheres dazu siehe jeweils bei den einzelnen Ortsartikeln.
  3. E. Vetter (1846), S. 213.