Spalt

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Dieser Artikel behandelt die mittelfränkische Stadt. Weitere Bedeutungen siehe unter Spalt (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Spalt
Spalt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Spalt hervorgehoben
Koordinaten: 49° 10′ N, 10° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 309 m ü. NHN
Fläche: 55,8 km²
Einwohner: 4988 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 89 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91174
Vorwahl: 09175
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 147
Stadtgliederung: 29 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Herrengasse 10
91174 Spalt
Webpräsenz: www.spalt.de
Erster Bürgermeister: Udo Weingart (CSU)
Lage der Stadt Spalt im Landkreis Roth
Nürnberg Landkreis Nürnberger Land Landkreis Fürth Schwabach Landkreis Ansbach Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Soos Abenberger Wald Dechenwald Heidenberg Forst Kleinschwarzenlohe Büchenbach Georgensgmünd Kammerstein Schwanstetten Rednitzhembach Rohr (Mittelfranken) Rohr (Mittelfranken) Roth Thalmässing Wendelstein (Mittelfranken) Spalt Röttenbach (Landkreis Roth) Hilpoltstein Heideck Greding Allersberg Abenberg Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Spalt, Luftaufnahme (2016)

Spalt ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Roth.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spalt befindet sich inmitten des Spalter Hügellandes zwischen Nürnberg, Ansbach und Treuchtlingen im Norden des Fränkischen Seenlands. Im Südwesten der Stadt liegen der Große Brombachsee und dessen Vorsperre Igelsbachsee. Durch den Ort fließt die Fränkische Rezat, die sich bei Georgensgmünd mit der Schwäbischen Rezat zur Rednitz vereinigt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Aufzählung: Im Norden beginnend im Uhrzeigersinn.)

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spalt besteht [2] aus den 29 Ortsteilen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Stadt Spalt geht auf das Kloster St. Salvator zurück, das 810 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird. 2010 wurde deshalb das Stadtjubiläum „1200 Jahre Spalt“ gefeiert. Über das Jahr verteilt fanden zahlreiche Veranstaltungen in den Kategorien „LebensLust“ (regionale Bräuche und Traditionen), „LebensWege“ (Spalter Geschichte) und „LebensArt“ (Kunst und Kultur) statt.[3]

1031 wurden in einer Güterbeschreibung des Klosters erstmals auch Spalt und der Spalter Wein erwähnt. In den Jahren 1294 und 1295 erlangte der Eichstätter Bischof Reinboto vom Regensburger Bischof und dem Nürnberger Burggrafen Konrad die Vogteirechte über Spalt und die umliegenden Dörfer.

Der Hopfenanbau in Spalt ist seit 1341 urkundlich belegt. Etwa zur gleichen Zeit wurde Spalt erstmals als Stadt erwähnt. Eine erste Stadtmauer mit Laufgräben wurde 1366 errichtet, bis 1422 folgten das Untere Tor („Nürnberger Tor“) und das noch erhaltene Obere Tor.

1450 wurde Spalt im Zuge des Ersten Markgrafenkriegs von Nürnberger Truppen belagert, da das Bistum Eichstätt auf der Seite des Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles stand. Dem Ersten Bürgermeister Hans Gruber gelang es, sich aus der Stadt zu schleichen und den Markgrafen zu Hilfe zu holen. Dieser ritt noch am selben Tag mit 400 Reitern in die Stadt ein, worauf die überraschten Nürnberger die Flucht ergriffen. Seit 1950 wird zur Feier der Befreiung alle fünf Jahre ein Heimatfestspiel mit mittelalterlichem Landsknechtlager veranstaltet.

1545 und 1632 wurden Spalt und die Umgebung von der Pest heimgesucht. Es starben jeweils 450 und 211 Menschen. Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens 15 Frauen aus Spalt und Güsseldorf als vermeintliche Hexen angeklagt und zum Tode verurteilt. Zwei der Hinrichtungen fanden 1585 und 13 weitere 1590 statt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde Spalt 1632 von schwedischen Dragonern besetzt. Einen im darauffolgenden Jahr stattfindenden Angriff des bayerischen Reitergenerals Johann von Werth sollen nur 13 von 400 Schweden überlebt haben. Zum Ende des Krieges waren 48 von den 156 Bürgerhäusern der Stadt verlassen. 1647 stürzten Chorkuppel und Hauptmauer der Emmeramskirche ein.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurde die bisher selbständige Gemeinde Großweingarten eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Enderndorf und Fünfbronn hinzu, die beide vorher zum Landkreis Gunzenhausen gehört hatten.[4] Mosbach und Wernfels folgten am 1. Mai 1978.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Udo Weingart (CSU).

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1984 besteht eine Städtepartnerschaft mit Bad Sauerbrunn im österreichischen Bundesland Burgenland und seit 2006 mit St. Cloud im amerikanischen Bundesstaat Minnesota.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke (einschl. Museen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kornhaus
  • Das Kornhaus ist eine ehemalige Zehntscheuer der Fürstbischöfe von Eichstätt. Der Fachwerkbau stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, ging 1862 in den Besitz der Stadt über und diente von 1897 bis 1984 als Hopfenlager und -signierhalle. Das Bauwerk ist 36 Meter lang, 13 Meter breit und 20 Meter hoch. Das Gebäude wurde saniert und umgestaltet und jetzt ist dort das Hopfen- und Biermuseum „HopfenBierGut“ und die Tourist-Information untergebracht.
Rathaus, Detail
  • Das barocke Rathaus wurde nach Plänen von Gabriel de Gabrieli, dem Hofbaumeister in Eichstätt, in den Jahren 1751 bis 1756 errichtet. Es diente zunächst als Dekanatshof. Von 1818 bis 1932 war in dem Gebäude das Rent- und Finanzamt Spalt untergebracht. Seit 1933 dient es seinem heutigen Zweck. Im Rathaus befand sich bis zum Abschluss der Umbaumaßnahmen am Kornhaus auch die Touristik-Information.
  • Das einstige Doppelkanonikatshaus diente ursprünglich als Refektorium der Chorherrenstifte St. Nikolaus und St. Emmeram. Zu diesem Zweck wurde es in den Jahren 1753 bis 1756 errichtet. Nach der Säkularisation wurde das Gebäude als Schule genutzt. Bis 1981 diente es noch als Kloster der Armen Schulschwestern. Inzwischen ist dort der städtische Kindergarten untergebracht.
Kirche Sankt Nikolaus
  • Die ehemalige Stiftskirche St. Nikolaus wurde in den Jahren 1767 bis 1771 unter dem Deutschordensbaumeister Matthias Binder aus Ellingen errichtet. Dieses noch erhaltene barocke Bauwerk war der Nachfolger einer ersten Kirche für das 1294 gegründete Chorherrenstift St. Nikolaus, die von 1302 bis 1313 an gleicher Stelle gebaut worden war. Stifter waren der Nürnberger Burggraf Konrad II. der Fromme und dessen Gattin Agnes von Hohenlohe. Die Kirche ging aus dem Besitz des Königreichs Bayern in den der Stadt Spalt über. Im Inneren sind Fresken von Franz Kürzinger sowie Stuckarbeiten der Wessobrunner Schule zu sehen. An der einstigen Friedhofsmauer sind 24 alte Grabdenkmäler zu sehen, von denen eines, das die Nr. 14 trägt, das Epitaph des Stiftsdekans Wolfgang Agricola ist. In den 1960er Jahren wurde die Kirche renoviert.
  • Die Pfarrkirche St. Emmeram geht auf das karolingische Kloster St. Salvator zurück, eine Regensburger Gründung. Aus diesem Kloster ging im 12. Jahrhundert in Spalt das Chorherrenstift St. Emmeram hervor, dessen Kirche zunächst als romanische Basilika gestaltet war, aber im 16. und 17. Jahrhundert mehrere Umbauten erfuhr, so dass sie heute, abgesehen von der Krypta und der Apsis, das Bild einer barocken Kirche bietet. Bis 1880 besaß die Kirche noch einen Lettner. In der Kirche befindet sich die Spalatin-Madonna, die Georg Spalatin 1519 der Kirche schenkte. Eine Sanierung erfolgte in den 1970er und 1980er Jahren.
  • Die evangelische Christophorus-Kirche ist ein neogotisches Sandsteinbauwerk. Sie sollte eigentlich nur als Kapelle mit Dachreiter errichtet werden, erhielt aber 1895 dann doch einen Turm, der südlich vor das Kirchenschiff gesetzt wurde.
  • Die Friedhofskirche ist den Heiligen Johannes Baptist, Stephan und Sebastian geweiht. Sie wurde in den Jahren 1715 bis 1717 in barockem Stil umgestaltet. Von der Außenkanzel wird jeweils am Johannistag bei einer Votivprozession gepredigt. Dieser Brauch geht auf die Belagerung Spalts 1450 zurück. Der Ansbacher Markgraf Albrecht Achilles beendete die Belagerung an der Stelle, an der 1556 der neue Friedhof angelegt wurde. Alle fünf Jahre findet außer Prozession und Predigt auch das Festspiel Die Nürnberger Reis statt.
  • Das katholische Pfarrhaus wurde 1738 von Moritz Pedetti erbaut. Das barocke Gebäude besitzt im ersten Stock schöne Stuckdecken. Es diente seit 1812 als Pfarrhof.
Oberer Torturm
  • Der Obere Torturm stammt aus dem Jahr 1422. Er wurde unter dem Fürstbischof Johann II. von Heideck errichtet. Seit dem Jahr 1763 war er als Wohnraum nutzbar. 1821 ging er in den Besitz der Stadt Spalt über. Der Turm, der heute Handwerkerstuben beherbergt, wurde 1974 renoviert.
Reifenturm
  • Der Reifenturm stammt aus dem Jahr 1446 und wurde unter Bischof Johann von Aich errichtet.
  • Der Schäfers-Turm dürfte aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen und in der Mitte des 15. Jahrhunderts fertiggestellt worden sein. Er war ein Teil der Stadtbefestigung.
Diebsturm
  • Weitere Türme in Spalt sind der Drechslerturm, in dem lange Zeit Drechsler arbeiteten, und der Diebsturm, der aus dem 14. Jahrhundert stammt und zur Stadtbefestigung gehörte. Er wurde bis ins 20. Jahrhundert als Gefängnis genutzt, ehe die letzten Insassen in die JVA Roth kamen. Der Turm wird inzwischen vom Heimatverein genutzt.
  • An der Stadtmühle sind noch Wappensteine und einzelne Teile des einstigen 'Unteren Tores' (Nürnberger Tor) zu sehen.
Schlenzger-Haus
  • Das Schlenzger-Haus ist ein in die Stadtmauer integriertes Fachwerkhaus, das einst ein gotisches Spitzbogentor hatte. Vermutlich nutzten die Ritter der Oppurch dieses Tor als Zugang zur Stadt.
  • Ebenfalls an die Stadtmauer angebaut ist das Zollhäuschen aus dem 18. Jahrhundert, das einen Fachwerkgiebel besitzt. Ein Teil der Stadtmauer samt Wehrgang ist beim Zollhäuschen erhalten geblieben.
  • Auch das Kleine Fachwerkhaus ist ein auf die Stadtmauer aufgesetztes Wohnhaus. Es wurde um 1800 errichtet.
  • Der Dr.-Herkules-Turm wurde nach seinem Bewohner, dem Physikus Timotheus Herkules, benannt. Herkules war ein Mitglied der Akademie in Paris. Er starb 1802 in Spalt. Der Dr.-Herkules-Turm wurde um 1350 gebaut und erhielt seinen Spitzhelm mit Satteldach im Jahr 1862.
  • Das Spalatin-Haus ist das Geburtshaus von Georg Spalatin.
  • Im Alten Rathaus aus dem Jahr 1524 befand sich seit 1753 eine Wohnung für den Gerichtsschreibers. 1816 ging das Bauwerk in städtischen Besitz über. Bis 1933 wurde es als Rathaus, dann als Feuerwehrhaus genutzt. Inzwischen beherbergt es das Feuerwehrmuseum.
Fachwerkhäuser mit zahlreichen Dachgeschossen
  • Viele Häuser in Spalt erinnern an die Tradition des Hopfenanbaus. Sie weisen fünf oder sechs Dachgeschosse auf, in denen die Ernte getrocknet und gelagert werden konnte. Besonders sehenswert ist das Hopfengut Mühlreisig aus dem Jahr 1746, das an der Staatsstraße Richtung Wassermungenau steht.
  • Der Kulturbahnhof ist ein ehemaliger Bahnhof des Spalter Bockls.
Nepomuk als Brückenheiliger
  • Am Fußgänger- und Radfahrersteg über die Fränkische Rezat steht in einem Glaskasten eine Figur des heiligen Nepomuk.
  • Das Harsdörfer Schlösschen in Enderndorf wird heute als Haus des Gastes verwendet.
  • Burg Wernfels dient heute als Jugendherberge.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe Spalt bei Schnittling befinden sich die tief eingeschnittenen Täler Schnittlinger Loch und bei Massendorf die Massendorfer Schlucht.

Archäologische Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In der Nähe des Ortsteils Stiegelmühle sind Spuren der Ringwallanlage Bärenburg zu erkennen, bei der es sich wahrscheinlich um eine keltischen Fliehburg aus dem 1. Jahrtausend vor Christus handelt. Wanderwege führen um die Anlage herum.
  • Bei Theilenberg liegt die Grabungsstätte der Thylenburg, einer ehemaligen karolingisch-ottonischen Burg aus dem 9. Jahrhundert.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Spalt

Planetenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2000 wurde zwischen Georgensgmünd und Spalt ein Planetenweg im Maßstab 1:1 Mrd. eröffnet. Hier finden sich die Sonne und die sie umkreisenden acht Planeten (sowie Pluto) in ihren Entfernungen zueinander maßstabsgerecht als Modell dargestellt. Hinter dem Georgensgmünder Rathausplatz beginnt der Planetenweg mit einem Sonnenglobus. Entlang eines sieben Kilometer langen Radweges führt die Strecke durch das Rezattal nach Spalt, wo der Pluto als sonnenferner Zwergplanet am Bahnhof den Weg beendet. Eine Tafel zu jedem Planeten (und Pluto) erläutert die wichtigsten Daten.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV 1890 Spalt (Eisstock, Fußball, Tischtennis)
  • Sportkegelverein Gut Holz Spalt
  • Brombach Lakers e.V.
  • SG 1562 Spalt e.V. (Schützengesellschaft)
  • Wanderfreunde Spalt e.V.
  • Rad Sport Hügelland e.V.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat eine Faschingstradition. Im Vorfeld der Fastnachtswoche finden drei Saumarktball genannte Faschingsbälle in der Spalter Stadthalle statt. Der Höhepunkt der Faschingszeit wird mit dem Unsinnigen Donnerstag eingeläutet, der in der Altstadt mit ihren Kneipen und Wirtshäusern stattfindet. Dem folgen der Faschingszug im Ortsteil Großweingarten am Faschingssamstag, der Rosenmontagsball und schließlich am Faschingsdienstag der Faschingszug durch Spalt. Bei diesen Ereignissen treiben die Flecklasmänner mit ihren traditionellen Kostümen in Spalt ihr Unwesen. (Spottruf der Kinder: "Fleckla, Fleckla hast am Arsch a Dreckla! Drecksau, Lumperdurl, hast Dein alten Ruuk verlurn". (Dialekt))

Jeden Juli finden an drei Wochenenden im Freilichttheater im Bürgergarten die Spalter Sommernachtsspiele statt.

Jährlich Ende August wird das traditionelle Hopfenzupferfest gefeiert, der "Spalter Saumarkt", bei dem auch eine Hopfenkönigin gekürt wird.

Alle zwei Jahre wird die europaweit bekannte Funsport Challenge Madmud veranstaltet. Hier sind 12 Disziplinen wie Hochseilgarten, Tauchen, Bungeerunning zu bewältigen.

Ebenfalls überregional bekannt ist der Spalter Weihnachtsmarkt, der von der Stadt als "Weihnachtsmarkt mit dem gewissen Etwas mehr" beworben wird. Im Gegensatz zu den meisten Weihnachtsmärkten ist er nicht nur auf einen Platz beschränkt, sondern in der ganzen Altstadt verteilt. Neben Verkaufsständen werden auch Häuser, Hinterhöfe, historische Keller sowie Teile der Stadtbrauerei miteinbezogen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hopfen und Bier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spalt ist Mittelpunkt des viertgrößten Hopfenanbaugebietes in Deutschland nach Hallertau, Elbe-Saale und Tettnang. Nachgewiesen ist der Hopfenanbau seit 1341. Im Jahr 1476 gab es bereits 43 Hopfengärten und nur noch 23 Weingärten. 1538 erhielt Spalt das weltweit erste Hopfensiegel. Großweingarten wurde 1753 ein eigenes Siegel verliehen.

Hopfen war lange Zeit die Quelle des Spalter Wohlstands und spielt bis heute eine wichtige kulturelle Rolle in der Stadt. Durch effizientere Braumethoden und den Erfolg neu entwickelter Hopfensorten mit einer höheren Konzentration der für das Bierbrauen benötigten Bitterstoffe, die in Spalt nicht angebaut werden, ist die Nachfrage nach Spalter Hopfen und die Anzahl der Hopfenbauern jedoch gesunken.

1879 wurde die 1540 gegründete Lammsbrauerei vom Magistrat der Stadt Spalt ersteigert und zur Stadtbrauerei Spalt. Die Stadtbrauerei Spalt braut das Spalter Bier aus dem Spalter Aromahopfen "Spalt Spalter". Sie ist heute die letzte kommunale Brauerei Deutschlands.

Heutige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der großen historischen und kulturellen Bedeutung für den Ort hat der Hopfen seine Rolle als Rückgrat der Spalter Wirtschaft seit Mitte des 20. Jahrhunderts weitgehend verloren.

Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist heute der Tourismus, der von der Lage im Fränkischen Seenland und der historischen Altstadt profitiert. Ebenfalls eine große Rolle spielen kleine und mittelständische Industriebetriebe, z. B. aus der Metallverarbeitung. In den 1990er-Jahren wurde der Gewerbepark Hügelmühle angelegt, in dem sich einige Unternehmen ansiedelten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spalt liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen der Bundesstraße 466 und der Bundesstraße 2 und ist mit beiden durch die St2223 verbunden.

Es verkehren Buslinien in das Umland, unter anderem zum Bahnhof Georgensgmünd an der Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg und in die Kreisstadt Roth. Bis September 1969 war Spalt Endpunkt der Spalter Bockl genannten Nebenbahn.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Spalatin (1484–1545), Martin Luthers verständnisvollster Fürsprecher. Er benannte sich nach seiner Heimatstadt
  • Joseph Konrad von Bangold (1780–1851), württembergischer General
  • Joseph Conrad Pfahler, (1826–1887), Reichstags- und Landtagsabgeordneter, Hochschullehrer
  • Hanns Braun (1886–1918), Leichtathlet, der bei den Olympischen Sommerspielen 1908 in London und 1912 in Stockholm erfolgreich war
  • Wolfgang Spann (1921–2013), Rechtsmediziner
  • Hubert Schwarz (* 1954), Extremsportler
  • Carlo Rola (1958–2016), Drehbuchautor, Regisseur und Filmproduzent
  • Franz Baader (* 1959), Professor an der Technischen Universität Dresden

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spalt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Spalt – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Spalt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20110909/163534&attr=OBJ&val=1495
  3. http://www.spalt.de/spalt2010/data/aktuell.php
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 568.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.