Motten (Bayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Motten
Motten (Bayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Motten hervorgehoben
Koordinaten: 50° 24′ N, 9° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Bad Kissingen
Höhe: 420 m ü. NHN
Fläche: 23,8 km2
Einwohner: 1771 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97786
Vorwahl: 09748
Kfz-Kennzeichen: KG, BRK, HAB
Gemeindeschlüssel: 09 6 72 134
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Fuldaer Str. 11
97786 Motten
Webpräsenz: www.motten.de
Bürgermeister: Jochen Vogel (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Motten im Landkreis Bad Kissingen
Dreistelzer Forst Forst Detter-Süd Geiersnest-Ost Geiersnest-West Waldfensterer Forst Kälberberg (Unterfranken) Mottener Forst-Süd Neuwirtshauser Forst Omerz und Roter Berg Römershager Forst-Nord Römershager Forst-Ost Roßbacher Forst Waldfensterer Forst Großer Auersberg Münnerstadt Thundorf in Unterfranken Maßbach Rannungen Nüdlingen Oerlenbach Bad Kissingen Aura an der Saale Bad Bocklet Euerdorf Sulzthal Ramsthal Elfershausen Fuchsstadt Hammelburg Elfershausen Wartmannsroth Oberthulba Oberthulba Oberthulba Burkardroth Burkardroth Zeitlofs Zeitlofs Bad Brückenau Bad Brückenau Oberleichtersbach Geroda (Unterfranken) Schondra Schondra Schondra Riedenberg Motten (Bayern) Wildflecken Hessen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Main-Spessart Landkreis Schweinfurt Landkreis Haßberge Landkreis Haßberge SchweinfurtKarte
Über dieses Bild

Motten ist eine Gemeinde und ein staatlich anerkannter Erholungsort im unterfränkischen Landkreis Bad Kissingen im Nordwesten von Bayern (Deutschland). Es ist die einzige Gemeinde der Region Main-Rhön, die zum Einzugsgebiet der Weser und zum Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gehört.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motten liegt in der Region Main-Rhön am Südwestrand des Mittelgebirges Rhön. Es wird vom Fliede-Zufluss Döllbach (hier Döllau genannt) durchflossen. Umrahmt ist das im Naturpark Bayerische Rhön gelegene Motten von den Bergen Hohe Kammer (700 m ü. NN) im Nordosten, Ehrenberg (ca. 674 m) im Südosten (Standort der Wallfahrtskirche Maria Ehrenberg) und Große Haube (auch Mottener Haube genannt; 658,1 m; Standort eines Aussichtsturms) im Südwesten; die beiden zuerst genannten Berge befinden sich innerhalb des Truppenübungsplatzes Wildflecken.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Motten liegt zwischen den Gemeinden Ebersburg (Hessen) im Norden, Wildflecken (Bayern) im Osten, Sinntal (Hessen) im Südwesten, und Kalbach (Hessen) im Westen sowie den gemeindefreien Gebieten Mottener Forst-Süd (Bayern) im Südsüdosten und Römershager Forst-Nord (Bayern) im Süden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motten hat zehn Ortsteile[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motten wurde im Jahr 837 bereits in der heutigen Schreibform erstmals urkundlich erwähnt. Dem Namen liegt der Genitiv des erschlossenen Personennamens Moto zugrunde.[3]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Amt des Hochstiftes Fulda wurde Motten 1803 zugunsten des Erzherzogs Ferdinand von Oranien säkularisiert und fiel 1806 als Teil der „province de Fulde“ an Frankreich (ab 1810 ein Departement des Großherzogtums Frankfurt des Fürstprimas von Dalberg). Es wurde 1815 auf dem Wiener Kongress Österreich zugesprochen. Seit dem Münchner Vertrag 1816 gehört der Ort zu Bayern.

Am Abend des 22. Oktober 2005 richtete ein Tornado im Industriegebiet sowie in nahe gelegenen Wäldern große Schäden an.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Kothen und Speicherz eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1.491 Einwohner[4]
  • 1970: 1.617 Einwohner[4]
  • 1987: 1.641 Einwohner
  • 1991: 1.741 Einwohner
  • 1995: 1.961 Einwohner
  • 2000: 1.946 Einwohner
  • 2005: 1.935 Einwohner
  • 2010: 1.794 Einwohner
  • 2015: 1.771 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mottener Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Die jüngste Kommunalwahl am 16. März 2014 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 70,33 % folgendes Ergebnis:[5]

  Wählergemeinschaft Motten    7 Sitze (55,27 %)
  Freie Wähler Kothen-Motten-Speicherz 4 Sitze (33,97 %)
  Wählergruppe Speicherz 1 Sitz (10,76 %)

Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Jochen Vogel (Wählergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Karl Will (Wählergemeinschaft/Wählergr.).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Schwarz ein mit einem senkrechten schwebenden schwarzen Tatzenkreuz belegter silberner Schräglinksbalken; oben eine goldene Laubkrone, unten eine goldene Distelblüte.

Wappengeschichte: 1978 haben sich die ehemals selbständigen Gemeinden Motten, Kothen und Speicherz zur heutigen Gemeinde Motten zusammengeschlossen. Das Gemeindegebiet gehörte einst zum Kloster Fulda. Im Wappen weisen die Farben Silber und Schwarz und das schwarze Tatzenkreuz, auch fuldisches Kreuz genannt, auf diese Vergangenheit hin. Der silberne Schräglinksbalken symbolisiert die wichtige Straße von Nord nach Süd, die im Mittelalter durch das Gemeindegebiet führte. An das 1275 und 1277 belegte Freigericht Motten erinnert die goldene Laubkrone. Auf die Lage der Gemeinde in der Rhön weist die goldene Distelblüte hin.
Das Wappen wurde von der Regierung von Unterfranken am 14. Dezember 1979 verliehen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde ist Ranville in Frankreich.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Bartholomäus-Kirche in Motten

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motten ist seit dem frühen 16. Jahrhundert Standort einer Brauerei. Die fürstbischöflich-fuldische Amtsbrauerei wurde am 12. Dezember 1791 an den Bauern Johann Georg Will verkauft. Die Brauerei bestand bis 1987 als Will-Bräu. Heute heißt sie Hochstiftliches Brauhaus in Bayern und gehört zum Hochstiftlichen Brauhaus Fulda. In Motten bestanden auch Ziegelbrennereien, so die obere Ziegelhütte. Einige Exemplare von besonders gestalteten Firstziegeln (so mit Einritzungen von Figuren, Sprüchen und Namen), die sogenannten „Feierabendziegel“, haben sich von der oberen Ziegelhütte erhalten, so Objekte vom Ziegler Caspar Hardt im Jahr 1775 und Ziegler Matthäus Bös in den Jahren 1867 und 1870.

Erstes Unternehmen, im 1991 erschlossenen Gewerbegebiet, war die Firma Paltian Treppenbau. Deren Firmengründer ist Karl Schuhmann im Jahr 1917.

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 840.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen umgerechnet 200.000 Euro netto.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 242 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 64 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 665. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe ebenfalls einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 54 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 837 Hektar, davon waren 227 Hektar Ackerfläche und 606 Hektar Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten: 117 Plätze mit 95 Kindern
  • Grundschule: vier Lehrer und 100 Schüler

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Mott: Alte Firstziegel aus Motten (anno 1775). In "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 57. Jahrg., Nr. 4, 9. Februar 1984, S. 16.
  • Michael Mott: Ein Schulausflug auf die Hohe Kammer/Schulische Veranstaltung im Jahre 1878 bei Motten. In: "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 58. Jahrg., Nr. 20, 5. Sept. 1985, S. 78.
  • Michael Mott: Firstziegel mit Kreuzigungsszene aus Motten. In: "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 59. Jahrg., Nr. 15, 6. Juni 1986, S. 60.
  • Michael Mott: Die Nepomukstatue in Motten/Standbild des "Brückenheiligen" mit rätselhafter Inschrift (anno 1755). In: "Buchenblätter" Fuldaer Zeitung, 62. Jahrg., Nr. 11, 25. April 1989, S. 41, 42; Nr. 15, 5. Juni 1989, S. 59.
  • Michael Mott: Mottener Mühle ein Bild des Jammers/Vom traurigen Schicksal einer Wassermühle in Motten (Streitenbergsmühle)/Das unter Denkmalschutz stehende Haus zerfällt/Bröckelndes Gemäuer. In: Fuldaer Zeitung, 17. Oktober 1991, S. 17 (Serie: DENK-mal!).
  • Michael Mott: Wo die Badewanne der Lola Montez steht/Das fürstbischöfliche fuldische Jagdhäuschen auf der Hohen Kammer bei Motten/Berühmt durch den Bayernkönig Ludwig I./Heute eine Schutzhütte. In: Fuldaer Zeitung, 13. August 1992, S. 12 (Serie: DENK-mal!).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111111/230805&attr=OBJ&val=1571
  3. Wolf-Armin von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken. C. H. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 151 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 739.
  5. Verstärkung für die Damen im Mottener Rat. 18. März 2014, abgerufen am 25. Januar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Motten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien