Alesheim

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Wappen Deutschlandkarte
Alesheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Alesheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 3′ N, 10° 52′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Altmühltal
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 20,45 km2
Einwohner: 954 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 47 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91793
Vorwahl: 09146
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 113
Gemeindegliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchgasse 1
91793 Alesheim
Website: alesheim.de
Erster Bürgermeister: Manfred Schuster (Freie Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Alesheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
GunzenhausenAbsbergAlesheimMuhr am SeeBergen (Mittelfranken)BurgsalachDittenheimEttenstattHaundorfHeidenheim (Mittelfranken)HöttingenLangenaltheimMarkt BerolzheimMeinheimNennslingenPappenheimPfofeldPolsingenSolnhofenTheilenhofenTreuchtlingenWeißenburg in BayernWestheimRaitenbuchPleinfeldGnotzheimEllingenLandkreis Donau-RiesLandkreis RothLandkreis AnsbachLandkreis EichstättKarte
Über dieses Bild

Alesheim ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Altmühltal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alesheim von Süden
Luftaufnahme von Alesheim (2020)

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alesheim liegt im Altmühltal in der Region Westmittelfranken, acht Kilometer westlich der Kreisstadt Weißenburg in Bayern. Die Westgrenze der Gemeinde bildet die Altmühl, an der auf dem Gemeindegebiet Trommetsheim und Lengenfeld liegen und in die Bäche wie der Störzelbach und der Lüßgraben münden. Im Süden liegt der bewaldete Trommetsheimer Berg. Der geographische Mittelpunkt des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausern, der sich aus den Mittelwerten der vier Extremkoordinaten des Landkreises berechnet, befindet sich in der Gemeinde Alesheim zwischen Trommetsheim und Lengenfeld in der Flur Heidenburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind:

Dittenheim Theilenhofen, Ellingen Ellingen
Meinheim, Markt Berolzheim Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Weißenburg in Bayern
Treuchtlingen

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 5 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Zudem existiert der Wohnplatz Fischerhaus. Es gibt die Gemarkungen Alesheim, Trommetsheim und Wachenhofen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1214 wurde der Ort als „Olofsheim“ bzw. „Olafsheim“ erstmals urkundlich erwähnt. 1540 wurde die Kirche St. Emmeram erbaut. Alesheim ist ein ehemaliges Amt der Deutschordenskommende Ellingen, die zur Ballei Franken gehörte und 1796 von Preußen in Besitz genommen wurde. Im Vertrag von Paris (Februar 1806) fiel das Dorf zusammen mit dem preußischen Fürstentum Ansbach durch Tausch wie andere Teile Frankens auch an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. April 1971 die Gemeinden Störzelbach und Wachenhofen eingegliedert.[4] Trommetsheim kam am 1. Mai 1978 dazu.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1961[5] 1970[5] 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 0977 0953 0949 0969 0972 0990 1025 0991 0953

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Erste Bürgermeister Manfred Schuster wurde 2008 erstmals gewählt, 2014 mit 93,15 Prozent und 2020 mit 63,6  % der Stimmen bestätigt.[6]

Zweite Bürgermeisterin ist Gerda Wenderlein.[7]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt der sich aus Mitgliedern der "CSU - Freie Wähler ALESHEIM" und Mitgliedern der "Freien Wählergemeinschaft TROMMETSHEIM" zusammen.

Lt. eigenen Angaben akquirieren die Parteien die überwiegende Anzahl ihrer Wähler aus den Ortschaften, die sie im Namen tragen und vertreten in der Tagespolitik auch deren Interessen.


Für die "CSU - Freie Wähler ALESHEIM" sind im Gemeinderat vertreten:[8]

Wenderlein, Gerda - Fachwirtin im Gesundheitswesen

Gagsteiger, Florian - Ingenieur

Eckert, Björn - örtlicher Bauunternehmer

Tutsch, Christian - Lehrer

Roth, Thorsten - Amtmann im Notardienst

Für die "Freie Wählergemeinschaft Trommetsheim" sind im Gemeinderat vertreten:

Eckert, Erwin - Rentner

Zäh, Helmut - Betriebselektriker / Nebenerwerbslandwirt

Wenderlein, Andreas - Informationselektroniker

Kontroverses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit den Jahren 2017 / 2018 beschäftigt ein Streit rund um die Kindergartenstandortfrage die politische Gemeinde und die Kirchengemeinden Trommetsheim bzw. Alesheim.

Der Streit spaltet die Ortsteile. Die teilweise sehr emotionale Art der Argumentation erfährt in den regionalen Printmedien größere Aufmerksamkeit.


Auslöser war ein Personalnotstand im Alesheimer Kindergarten, auf Grund dessen dieser dann auch schließen musste. Die Kinder wurden fortan im Trommetsheimer Kindergarten betreut. In der Folge gründete sich in Alesheim eine Bürgerinitiative (BI) für den Erhalt / die Wiederinbetriebnahme der dortigen Betreuungseinrichtung. Sowohl der Sachaufwandsträger (die Gemeinde) als auch die beiden Kirchengemeinden als Betreiber entschieden sich gegen das Anliegen der BI.


Es folgten von Seiten der BI im Jahr 2020 zwei Bürgerbegehren zum Erhalt des Kindergartens. Das Verwaltungsgericht Ansbach erklärte die Begehren, u. a. wegen Formmängeln in der Fragestellung, für nicht zulässig.[9]



Danach schaltet sich auch das Dekanat Weißenburg vermittelnd ein. Im Jahr 2021 kam es dann zu einem Gemeinderatsbeschluss, nun doch beide Kindergärten wieder zu betreiben. Als Hauptstandort sollte Trommetsheim mit einem zu erstellenden Krippenanbau dienen. In Alesheim wurde nun 09/2021 eine altersgemischte Gruppe eröffnet.[10]



Trotz dieses Kompromisses wurde die weitere Diskussion recht emotional geführt. In der Folge gelang es nicht, die Planung für den Trommetsheimer Krippen-Ausbau bis 07/2021 voranzutreiben. Zu diesem Termin lief die 90%ige Fördermöglichkeit für eine solche Baumaßnahme aus.[11]


Seit Januar 2022 werden die belastbar kalkulierten Kosten von rund 1,5 Mio. € für den Trommetsheimer Kindergartenausbau kontrovers diskutiert.

Von Seiten der Befürworter eines Hauptstandortes in Alesheim wird angeführt, die dortigen Ausbaukosten würden überschlagsmäßig in den Raum gestellt nur ca. 350.000–860.000 € betragen.[12]


In der Gesamtdiskussion wird in Bezug auf Trommetsheim das Argument einer gerechten Verteilung der Institutionen der öffentlichen Daseinsvorsorge/Ressourcen angeführt.

In Trommetsheim ist neben einer Bücherei nur der Kindergarten vorhanden. Alesheim verfügt als Hauptort der Gemeinde über eine Vielzahl solcher Institutionen. Hier wird u. a. die vor der Schließung bewahrte Schule und der wiedereröffnete Kindergarten genannt. Zusätzlich wären in der jüngsten Vergangenheit sehr hohe "freiwillige" Leistungen der Gemeinde in Alesheim erfolgt. Beispielhaft wird der Kauf der geschlossenen RaiffeisenFiliale angeführt, die in einen Dorfladen umfunktioniert wurde.


Von Alesheimer-Standortbefürwortern wird die zentrale Lage im Gemeindegebiet als Vorteil ins Feld geführt.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 324.000 Euro, davon entfielen 13.000 Euro (netto) auf die Gewerbesteuer.

Im Jahr 1998 gab es im Bereich der Land- und Forstwirtschaft keine, im produzierenden Gewerbe 21 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In den sonstigen Wirtschaftsbereichen waren es 22 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 342. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 74 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1772 Hektar. Davon waren 1188 Hektar Ackerfläche und 583 Hektar Dauergrünfläche.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Alesheim.svg
Blasonierung:Geteilt von Gold und Blau; oben schräg gekreuzt ein roter Speer und ein schräglinker blauer Wellenbalken; unten sechs drei zu zwei zu eins gestellte silberne Eisenhüte.“[13]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde betreibt einen Kindergarten mit 50 Plätzen. In der Volksschule werden 127 Schüler von acht Lehrern unterrichtet (Stand 1999).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Dunz (1917–2020, geboren in Lengenfeld), deutscher Heimatforscher
  • Antonia Katheder (* 1993 in Störzelbach), Silbermedaillengewinnerin bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen 2010

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alesheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Alesheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. Dezember 2019.
  3. Gemeinde Alesheim, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 29. November 2021.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 592 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 730.
  6. Ergebnisse Kommunalwahl 2020. In: alesheim.de. Gemeinde Alesheim, 10. März 2020, abgerufen am 21. Mai 2020.
  7. Gemeinde Alesheim - Gemeinderat. Abgerufen am 27. März 2022.
  8. Gemeinde Alesheim - Gemeinderat. Abgerufen am 27. März 2022.
  9. Gemeinde Alesheim - Bürgerbegehrens „Erhalt beider Kindergärten der Gemeinde Alesheim“. Abgerufen am 27. März 2022.
  10. Der Alesheimer Kindergarten öffnet neu. Abgerufen am 27. März 2022.
  11. Gemeinde Alesheim - Aktuelles. Abgerufen am 27. März 2022.
  12. Alesheim entscheidet erst im April über den Anbau für die Krippe. Abgerufen am 27. März 2022.
  13. Eintrag zum Wappen von Alesheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte