Gnotzheim

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Wappen Deutschlandkarte
Gnotzheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Gnotzheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 4′ N, 10° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Hahnenkamm
Höhe: 473 m ü. NHN
Fläche: 12,47 km2
Einwohner: 824 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91728
Vorwahl: 09833
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 133
Marktgliederung: 5 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Spielberger Str. 15
91728 Gnotzheim
Website: www.gnotzheim.de
Erster Bürgermeister: Jürgen Pawlicki (parteilos)
Lage des Marktes Gnotzheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
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Gnotzheim, Luftaufnahme (2020). Im Hintergrund der Hesselberg.

Gnotzheim ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hahnenkamm.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gnotzheim liegt im Westen des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen am Fuße des Hahnenkamms, eines Nebengebirges der Fränkischen Alb, in der Region Westmittelfranken, etwa sieben Kilometer südwestlich der Stadt Gunzenhausen. Der Ort liegt auf einer Höhe von 473 m ü. NHN. Im Westen verläuft die Grenze zum Landkreis Ansbach. Gnotzheim wird von der Bundesstraße 466 von Gunzenhausen nach Nördlingen durchquert. Durch den Ort fließt der Wurmbach, ein Nebenfluss der Altmühl. Das Gemeindegebiet ist von einer Offenlandschaft mit Wiesen und Feldern geprägt, nur im Süden und äußersten Nordosten liegen Waldgebiete. Höchste Erhebung der Gemeinde ist der Spielberg, auf den sich teilweise der gleichnamige Gemeindeteil erstreckt. Westlich davon erhebt sich der Hagbuck mit dem Schloss Spielberg. Mit 12,48 Quadratkilometern ist Gnotzheim die zweitflächenkleinste Gemeinde des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 5 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Der Markt besteht aus den Gemarkungen Gnotzheim und Spielberg. Einige Einzelhöfe sind abgegangen, wie die Rangmühle im 19. Jahrhundert und der Offenbeunder Hof.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich von Spielberg befindet sich das 16 Hektar große Naturwaldreservat Spielberger Leiten.[4] Südlich von Buckmühle hat sich im Gemeindegebiet eine Steinerne Rinne gebildet. Die Gemeinde befindet sich im Geopark Ries.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gnotzheim wurde als „Gnozesheim“ in einer Schenkungsurkunde von 1053 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Doch schon zu Zeiten der Römer war das Gebiet besiedelt. „Auf der Weil“ befinden sich die Reste des römischen Kohortenkastells Mediana und des dazugehörigen Lagerdorfs. Das Kastell wurde vermutlich um 90 n. Chr. als Holz-Erde-Anlage errichtet. Der Ausbau in Stein ist für das Jahr 144 n. Chr. mit einem Inschriftenstein dokumentiert. Durch Heinrich Eidam wurde das Kastell 1878 systematisch erforscht. Nach dem Abzug der Römer kamen die Franken, was durch frühmittelalterliche Reihengräber belegt ist. Diese stammen aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts bis zum Ende des 7. Jahrhunderts.

Ab dem 12. Jahrhundert ist in einer Urkunde von 1122 mit Pertold von Gnotzheim ein edelfreies Geschlecht überliefert. Nachdem im 13. Jahrhundert die Herren von Truhendingen die Herrschaft über Gnotzheim und Spielberg innehatten, gelangte durch Heirat und Verkauf die Herrschaft im 14. Jahrhundert an die Grafen von Oettingen. 1388 wurde Gnotzheim das Marktrecht und die Hochgerichtsbarkeit verliehen. Das ehemalige Amt des Fürstentums Oettingen-Spielberg fiel bei Grenzbereinigungen 1796 an das 1792 von Preußen übernommene Fürstentum Ansbach, mit dem es im Vertrag von Paris im Februar 1806 durch Tausch, wie andere Teile Frankens zum Königreich Bayern kam. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die politische Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. April 1971 die Gemeinde Spielberg eingegliedert.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015
Einwohner 708 722 718 774 822 859 881 862 822

Gnotzheim ist die nach der Einwohnerzahl kleinste Gemeinde des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Marktgemeinderat besteht aus acht Mitgliedern, die seit der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 alle der Listenverbindung „CSU/Freie Bürger“ angehören.[7]

Erster Bürgermeister ist Jürgen Pawlicki (parteilos). Er wurde über die Liste CSU/ Freie Bürger bei der Kommunalwahl 2020 mit 78,8 % der gültigen Stimmen gewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Gnotzheim
Blasonierung: „In Blau ein durchgehender silberner Schragen.“[9]
Wappenbegründung: Der Schragen ist das Wappenbild der Grafen von Oettingen, die seit 1360 als Grund- und Landesherren auf der Burg Spielberg saßen und sich nach ihr als Grafen von Oettingen-Spielberg nannten. Unter ihrer Herrschaft wurde Gnotzheim um 1398 zum Markt erhoben, nachdem ein Jahr zuvor das Kloster Heidenheim seine hiesigen Güter aufgegeben hatte.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2014 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei drei, im produzierenden Gewerbe keine und im Bereich Handel und Verkehr 26 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren sieben Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 323. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden außerdem 22 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 696 Hektar, davon waren 470 Hektar Ackerfläche und 216 Hektar Wiesen und Weiden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Gnotzheim geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gnotzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Gnotzheim in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 25. Dezember 2019.
  3. Gemeinde Gnotzheim, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 29. November 2021.
  4. Übersicht der Naturwaldreservate in Mittelfranken. Abgerufen am 8. Oktober 2022.
  5. Karte - Geopark Ries. Abgerufen am 8. Oktober 2022.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 477.
  7. Gemeinderatswahl Markt Gnotzheim FINAL, 15. März 2020. Abgerufen am 18. November 2020.
  8. Bürgermeisterwahl Markt Gnotzheim FINAL. Gemeinde Gnotzheim, abgerufen am 7. Oktober 2020.
  9. Eintrag zum Wappen von Gnotzheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Gnotzheim: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik
  11. Astrid-Lindgren-Schule
  12. Gnotzheim: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik