Dittenheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Dittenheim
Dittenheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Dittenheim hervorgehoben
49.05694444444410.791944444444437Koordinaten: 49° 3′ N, 10° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Altmühltal
Höhe: 437 m ü. NHN
Fläche: 29,34 km²
Einwohner: 1749 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 60 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91723
Vorwahl: 09834
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 122
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenbühl 2
91723 Dittenheim
Webpräsenz: www.dittenheim.de
Bürgermeister: Günter Ströbel (CSU)
Lage der Gemeinde Dittenheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
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Über dieses Bild

Dittenheim ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Altmühltal mit Sitz in Meinheim.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Dittenheim liegt in der Region Westmittelfranken im Altmühltal am Fuß des Gelben Berges. Städte in der Umgebung sind Gunzenhausen (9 km), Treuchtlingen (16 km), und Weißenburg (15 km).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Dittenheim besteht aus sechs Ortsteilen[2]:

Es gibt die Gemarkungen Dittenheim, Sammenheim, Sausenhofen und Windsfeld.

Geschichte[Bearbeiten]

Dittenheim war schon im frühen Mittelalter zu Zeiten der fränkischen Kolonisation besiedelt. 1937 wurde am Ostrand des Dorfes ein frühmittelalterliches Gräberfeld gefunden, das von der zweiten Hälfte 6. Jahrhunderts bis zum Beginn des 8. Jahrhunderts benutzt wurde. Die Masse der Funde stammt aus dem 7. Jahrhundert. Die Toten gehörten, wie jene im benachbarten Gräberfeld von Westheim offenbar einer stark elbgermanisch-mitteldeutsch geprägten Bevölkerung an, die im 7. Jahrhundert fränkische Bestattungssitten übernahm[3]. Das Gräberfeld umfasst 250 Einzelgräber, darunter einige Brandgräber sowie drei Pferdebestattungen. Direkte Beziehungen zur benachbarten Gelben Bürg, wo sich eine Völkerwanderungszeitliche Höhensiedlung befand, sind bisher nicht nachweisbar. Im Gegensatz dazu bestehen deutliche Parallelen zu mainfränkischen Reihengräbern[4].

Später war der Ort ebenfalls besiedelt. Die Grafschaft Oettingen-Spielberg und das Fürstentum Ansbach beanspruchten den Ort. 1796 wurde Dittenheim als Teil des Amtes Sammenheim an Preußen abgetreten und fiel im Vertrag von Paris (Februar 1806) mit dem Fürstentum Ansbach durch Tausch an das Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Sammenheim, Sausenhofen und Windsfeld eingegliedert.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1.738 Einwohner[5]
  • 1970: 1.622 Einwohner[5]
  • 1987: 1.643 Einwohner
  • 2000: 1.798 Einwohner
  • 2011: 1.703 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 803 T€, davon waren 150 T€ Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Patenschaft[Bearbeiten]

1984 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Gemeinde Ober- und Niederwildgrub im Kreis Freudenthal (Altvater) übernommen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Blau ein goldener Tafelberg, darauf zwei silberne Nadelbäume, zwischen denen ein von Silber und Schwarz geviertes Schildchen schwebt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Peter und Paul, vom Ansbacher Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli 1699 bis 1702/03 unter Einbeziehung des älteren Turmes und des spätgotischen Chores errichtet.[6]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 143 und im Bereich Handel und Verkehr 58 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 583. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 1 Betrieb, im Bauhauptgewerbe 4 Betriebe. Zudem bestanden 1999 113 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2208 ha, davon waren 1726 ha Ackerfläche und 479 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten]

An Dittenheim vorbei führt die Staatsstraße St 2230 von Gunzenhausen nach Treuchtlingen.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Zwischen den Ortschaften Dittenheim und Windsfeld wurde 1869 zeitgleich mit der Eröffnung der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg der Bahnhof Windsfeld-Dittenheim eröffnet. Bis in die 1970er Jahre wurde der Bahnhof im Personennahverkehr bedient, danach der Verkehr auf den Bus verlagert. Für die nahe gelegene Hahnenkamm-Kaserne der Bundeswehr wurde eine zweigleisige Verladerampe für Panzer errichtet, die bis zur Auflösung der Kaserne Anfang 2004 im Betrieb war. Das Landwirtschaftliche Warenlager wurde ebenfalls bis ca. 2004 bedient, derzeit wird der Bahnhof nur noch für Überholungen genutzt.

In Ehlheim wurde ebenfalls 1869 ein Haltepunkt eingerichtet, mit der Verlagerung des Nahverkehrs auf den Bus allerdings aufgelassen und weitgehend rückgebaut.

Bildung[Bearbeiten]

Im Jahr 2014 gab es folgende Einrichtungen: Kindergärten: 75 Kindergartenplätze Schule: 1.-4. Klasse

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Eduard Rupprecht (1837–1907), langjähriger Pfarrer in Sausenhofen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/192230&attr=OBJ&val=1503
  3. Frank Siegmund:Alemannen und Franken. Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Band 23 (Herausgegeben von Heinrich Beck, Dieter Geuenich, Heiko Steuer). Walter de Gruyter Verlag, Berlin, 2000, S. 367.
  4. Andreas Kraus: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts. Bd.3/1. Reihe: Handbuch der bayerischen Geschichte Gesamtwerk in 4 Bänden: Handbuch der bayerischen Geschichte, 4 Bände, C. H. Beck, 3., neubearb. A. München 1997, S. 58. online
  5. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 731.
  6. Schrenk/Zink: GottesHäuser. Treuchtlingen/Berlin: wek-Verlag 2008, S.35-38

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dittenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien