Pöchlarn

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Stadtgemeinde
Pöchlarn
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pöchlarn
Pöchlarn (Österreich)
Pöchlarn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Fläche: 17,9 km²
Koordinaten: 48° 12′ N, 15° 12′ OKoordinaten: 48° 12′ 0″ N, 15° 12′ 0″ O
Höhe: 216 m ü. A.
Einwohner: 3.937 (1. Jän. 2019)
Postleitzahl: 3380
Vorwahl: 02757
Gemeindekennziffer: 3 15 33
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 1
3380 Pöchlarn
Website: www.poechlarn.at
Politik
Bürgermeister: Franz Heisler (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
12
6
3
1
1
12 
Insgesamt 23 Sitze
Lage von Pöchlarn im Bezirk Melk
BerglandArtstetten-PöbringBischofstettenBlindenmarktDorfstettenDunkelsteinerwaldEmmersdorf an der DonauErlaufGolling an der ErlaufHofamt PrielHürmKilbKirnberg an der MankKlein-PöchlarnKrummnußbaumLeibenLoosdorfMankMarbach an der DonauMaria TaferlMelkMünichreith-LaimbachNeumarkt an der YbbsNöchlingPersenbeug-GottsdorfPetzenkirchenPöchlarnPöggstallRaxendorfRuprechtshofenSt. Leonhard am ForstSt. Martin-KarlsbachSt. OswaldSchollach (Niederösterreich)Schönbühel-AggsbachTexingtalWeitenYbbs an der DonauYspertalZelking-MatzleinsdorfNiederösterreichLage der Gemeinde Pöchlarn im Bezirk Melk (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Rathaus
Rathaus
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pöchlarn ist eine Stadtgemeinde mit 3937 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2019) im Bezirk Melk in Niederösterreich (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pöchlarn liegt im Mostviertel, am rechten (südlichen) Ufer der Donau direkt an der Mündung der Erlauf, im Nibelungengau, und wird auch als Nibelungenstadt bezeichnet. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 17,9 km², 16,47 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2019[1]):

  • Ornding (340)
  • Pöchlarn (3538)
  • Rampersdorf (30)
  • Röhrapoint (29)
  • Wörth (0)

Die Gemeinde besteht aus den sechs Katastralgemeinden Brunn, Ornding, Pöchlarn, Rampersdorf, Röhrapoint und Wörth. Weitere Ortsteile sind Brunn an der Erlauf, Kellerhäuser und Neu-Pöchlarn.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 4000 vor Christus war die Region besiedelt. Die Menschen handelten u. a. mit dem in Klein-Pöchlarn abgebauten Serpentin. Zur Zeit der Römer verlief hier der norische Limes, die streng bewachte Grenze zu den Germanen. Das Areal des heutigen Stadtkernes lag damals auf einer Schotterinsel zwischen dem Hauptstrom der Donau und der Erlauf. Es befand sich an dieser Stelle vermutlich auch ein wichtiger Donauübergang. Unter den Flaviern wurde auf der Insel daher das Hilfstruppenkastell Arelape errichtet, in dem später auch eine Reitertruppe und ein Teil der römischen Donauflotte stationiert war. Auch einen Hafen legten die Römer an.[2]

Pöchlarn war im Frühmittelalter als Bechelaren bekannt und wird im Nibelungenlied als Stammburg des Rüdiger von Bechelaren erwähnt. 832 schenkte Ludwig der Deutsche dem Bistum Regensburg die Herilungoburg samt umliegenden Gebiet. Die Lage dieser Burg ist zwar umstritten, aber das Pöchlarner Gebiet war jedenfalls Teil dieser Schenkung und es blieb für beinahe 1000 Jahre im Besitz von Regensburg. 1043 scheint erstmals der Name Bechlare auf. Die Regensburger Bischöfe hatten auch flussaufwärts der Erlauf Besitzungen (Wieselburg, Steinakirchen), für die sie um 1100 im Bereich des ehemaligen Römerlagers eine Siedlung als Handels- und Umschlagplatz anlegten. Wichtige Handelsgüter waren Wein, Salz und Eisen aus der Eisenwurzen. Durch Markt und Befestigung bekam der Ort städtischen Charakter und wurde 1267 Stadt genannt. Die wirtschaftliche Blütezeit erlangte Pöchlarn im 16. Jahrhundert.

Infolge des Dreißigjährigen Kriegs, Misswirtschaft regensburgischer Pfleger und zweier großer Stadtbrände 1664 und 1766 verlor der Ort seine überregionale Bedeutung als Marktplatz.[2] Durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803 endete die Herrschaft des Bistums Regensburg. 1805 und 1809 wurde der Ort von den Franzosen besetzt, Kriegssteuern und Plünderungen setzten der Stadt zu.[3]

Von 1719 bis 1911 bestand an der Erlauf ein Holzschwemmrechen und es wurde eine Holzindustrie aufgebaut. Der Name des Ortsteils Am Rechen erinnert noch heute daran. Im 19. Jahrhundert stand hier das größte Sägewerk der Habsburgermonarchie. Weiteren wirtschaftlichen Aufschwung brachte der Bau der Kaiserin Elisabeth-Bahn (Westbahn) 1858 und der Lokalbahn nach Gaming (1877). Von 1893[2] bis 2001[4] verband eine Fähre den Ort mit dem gegenüberliegenden Donauufer.[2] Seit 2001 besteht mit der Donaubrücke Pöchlarn eine Straßenverbindung über die Donau. Der Bau des Donaukraftwerks Melk 1979–1981 beendete die Bedrohung durch Hochwasser.[3]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 16 ÖVP und 7 SPÖ.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 15 ÖVP, 7 SPÖ und 1 FPÖ.[5]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 10 SPÖ und 1 FPÖ.[6]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 9 SPÖ, 3 Grüne und 1 FPÖ.[7]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 ÖVP, 4 FPÖ, 4 SPÖ, 3 Die Neue Initiative Pöchlarn und 1 Grüne.[8]
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 ÖVP, 6 FPÖ, 3 SPÖ, 1 Die Neue Initiative Pöchlarn und 1 Grüne.[9]
Bürgermeister
  • 1988–1998 Rupert Strauß (ÖVP)
  • 1998–2004 Georg Fuchs (ÖVP)
  • 2004–2014 Alfred Bergner (ÖVP)
  • seit 2014 Franz Heisler (ÖVP)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pöchlarn
  • das Geburtshaus von Oskar Kokoschka, genannt Kokoschka-Haus, beherbergt OK-Dokumentation mit Werken von Kokoschka selbst und Wechselausstellungen, überwiegend mit Werken seiner Schüler
  • das 800 Jahre alte Rathaus
  • der alte Rathauskeller als Veranstaltungsort
  • der Welserturm – ehemals Nordwest-Eck der Stadtbefestigung, seit 1931 Heimatmuseum
  • der Demmerturm
  • das Renaissanceschloss Pöchlarn[10]
  • das Tischlermuseum
  • die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt – erbaut zwischen 1389 und 1429, nach einem Brand 1766 in barockem Stil erneuert
  • das Nibelungendenkmal mit den Wappen der Nibelungenstädte
  • die Altstadt

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garant-Tiernahrung in Pöchlarn (2019)

Auf Grund der verkehrstechnisch günstigen Lage ist Pöchlarn ein wichtiger Wirtschaftsstandort in der Region. Zu den größten Arbeitgebern zählen die Unternehmen Vetropack (Verpackungsglas), Bramac (Dachziegel) und Lasselsberger (Keramik und Baustoffe), daneben existieren auch noch etliche andere Klein- und Mittelbetriebe. Der neu errichtete Autobahnanschluss Pöchlarn (A1 exit 90) unterstützte die Entwicklung eines Betriebsansiedelungsgebiets.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pöchlarn findet sich ein intaktes und dichtes Netz an Vereinen, zu den bekanntesten zählen u. a.

  • ASVÖ VHS Pöchlarn
  • Caritas Sozialstation
  • Goldhaubengruppe
  • „Gösser Team“ Ornding
  • Imkerverein Pöchlarn
  • Jachtclub Nibelungengau
  • Kleintierzuchtverein
  • KOBV Pöchlarn – Behindertenverband
  • MC Nibelungen
  • Männerchor Herrn Hörn
  • Modellbauclub Bussard
  • Naturfreunde
  • Nibelungen Pass Pöchlarn
  • Pfadfinder
  • Ritterschaft zu Bechelaren
  • Schützenverein Pöchlarn
  • Stadtkapelle Pöchlarn
  • Sportverein HOGE Bau Pöchlarn-Golling
  • Union Rad Club Nibelungen-Pöchlarn
  • Union Ruderverein Pöchlarn
  • Union Tennisclub Pöchlarn
  • Verein Stadtmarketing Pöchlarn

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Volksschule, Hauptschule, Allgemeiner Sonderschule und Musikschule befinden sich in Pöchlarn eine Berufsschule für das Tischlergewerbe, für Zimmerer, Informationstechnologie sowie die einzige österreichische Berufsschule für Fassbinder. Diesem Berufsschulkomplex ist ein Internat angeschlossen. Auch eine Meisterklasse der Tischler ist hier angesiedelt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pöchlarn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2019 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2019), (CSV)
  2. a b c d e Eintrag zu Pöchlarn in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
  3. a b Stadtgeschichte. In: poechlarn.at. Abgerufen am 11. Juli 2019.
  4. Donaufähren in Niederösterreich teilweise ab Anfang November gesperrt. In: derstandard.at. 18. Oktober 2001, abgerufen am 11. Juli 2019.
  5. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 1995 in Pöchlarn. Amt der NÖ Landesregierung, 30. März 2000, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  6. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2000 in Pöchlarn. Amt der NÖ Landesregierung, 4. Februar 2005, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  7. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2005 in Pöchlarn. Amt der NÖ Landesregierung, 4. März 2005, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  8. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2010 in Pöchlarn. Amt der NÖ Landesregierung, 8. Oktober 2010, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  9. Wahlergebnis Gemeinderatswahl 2015 in Pöchlarn. Amt der NÖ Landesregierung, 1. Dezember 2015, abgerufen am 28. Oktober 2019.
  10. Eintrag über Schloss Pöchlarn auf NÖ-Burgen online – Institut für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Universität Salzburg
  11. Ludwig Pichler: Franz Knapp, ein Künstler aus dem Nibelungengau (und ein waschechter Niederösterreicher dazu). (Memento vom 14. August 2016 im Internet Archive) In: zelking.com., 2016, abgerufen 14. August 2016.