Pöchlarn

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Pöchlarn
Wappen von Pöchlarn
Pöchlarn (Österreich)
Pöchlarn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Melk
Kfz-Kennzeichen: ME
Fläche: 17,9 km²
Koordinaten: 48° 12′ N, 15° 12′ OKoordinaten: 48° 12′ 0″ N, 15° 12′ 0″ O
Höhe: 216 m ü. A.
Einwohner: 3.957 (1. Jän. 2016)
Postleitzahl: 3380
Vorwahl: 02757
Gemeindekennziffer: 3 15 33
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchenplatz 1
3380 Pöchlarn
Website: www.poechlarn.at
Politik
Bürgermeister: Franz Heisler (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(23 Mitglieder)
12
6
3
1
1
12 
Von 23 Sitzen entfallen auf:
Lage der Gemeinde Pöchlarn im Bezirk Melk
Bergland Artstetten-Pöbring Bischofstetten Blindenmarkt Dorfstetten Dunkelsteinerwald Emmersdorf an der Donau Erlauf Golling an der Erlauf Hofamt Priel Hürm Kilb Kirnberg an der Mank Klein-Pöchlarn Krummnußbaum Leiben Loosdorf Mank Marbach an der Donau Maria Taferl Melk Münichreith-Laimbach Neumarkt an der Ybbs Nöchling Persenbeug-Gottsdorf Petzenkirchen Pöchlarn Pöggstall Raxendorf Ruprechtshofen St. Leonhard am Forst St. Martin-Karlsbach St. Oswald Schollach (Niederösterreich) Schönbühel-Aggsbach Texingtal Weiten Ybbs an der Donau Yspertal Zelking-Matzleinsdorf NiederösterreichLage der Gemeinde Pöchlarn im Bezirk Melk (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Pöchlarn ist eine Stadtgemeinde mit 3957 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2016) im Bezirk Melk in Niederösterreich (Österreich).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pöchlarn liegt im Mostviertel, am rechten (südlichen) Ufer der Donau direkt an der Mündung der Erlauf, im Nibelungengau, und wird auch als Nibelungenstadt bezeichnet. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 17,9 km², 16,47 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2015[1]):

  • Ornding (339)
  • Pöchlarn (3.515)
  • Rampersdorf (30)
  • Röhrapoint (31)
  • Wörth (0)

Die Gemeinde besteht aus den sechs Katastralgemeinden Brunn, Ornding, Pöchlarn, Rampersdorf, Röhrapoint und Wörth.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 4000 vor Christus war die Region besiedelt. Die Menschen handelten u. a. mit dem in Klein-Pöchlarn abgebauten Serpentin. Zur Zeit der Römer verlief hier der norische Limes, die streng bewachte Grenze zu den Germanen. Das Areal des heutigen Stadtkernes lag damals auf einer Schotterinsel zwischen dem Hauptstrom der Donau und der Erlauf. Es befand sich an dieser Stelle vermutlich auch ein wichtiger Donauübergang. Unter den Flaviern wurde auf der Insel daher das Hilfstruppenkastell Arelape errichtet, in dem später auch eine Reitertruppe und ein Teil der römischen Donauflotte stationiert war.

Pöchlarn war im Frühmittelalter als Bechelaren bekannt und wird im Nibelungenlied als Stammburg des Rüdiger von Bechelaren erwähnt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
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40
30
20
10
0
46,62 %
(+1,80 %p)
23,75 %
(+4,63 %p)
15,10 %
(-0,84 %p)
7,59 %
(-5,36 %p)
5,89 %
(-1,28 %p)
 

Der Gemeinderat hat 23 Sitze, Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Franz Heisler, Amtsleiter Johannes Giestheuer.

Bei der Gemeinderatswahl 2005 erreichte die ÖVP 11, die SPÖ 9, Die Grünen 2 und die FPÖ 1 Mandat.

Bei der Gemeinderatswahl 2010 verlor die SPÖ 5, die Grünen einen Sitz. Die FPÖ gewann drei Sitze, die Liste Die neue Initiative Pöchlarn (INPÖ) 3 Sitze und zog in den Gemeinderat ein.[2]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Straße ist Pöchlarn über die Westautobahn A1 (exit 90), die Wiener Straße B1, mit der Eisenbahn über die Österreichische Westbahn sowie am Wasserweg auf der Donau selbst erreichbar. Bevor 2001 die Straßenbrücke (B 209) eröffnet wurde, erledigte hier eine Rollfähre (zumindest seit 1901) die Überfuhr auch für Pkw.[3]

Seit November 2001 ist Pöchlarn mit dieser Straßenbrücke mit dem Ort Klein-Pöchlarn am linken (nördlichen) Donauufer verbunden. Hier läuft die Donau Straße B3 durch und hat die Donauuferbahn einen Bahnhof. Für den Donauradweg wird bevorzugt das linke Ufer genutzt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Grund der verkehrstechnisch günstigen Lage ist Pöchlarn ein wichtiger Wirtschaftsstandort in der Region. Zu den größten Arbeitgebern zählen die Unternehmen Vetropack (Verpackungsglas), Bramac (Dachziegel) und Lasselsberger (Keramik und Baustoffe), daneben existieren auch noch etliche andere Klein- und Mittelbetriebe. Der neu errichtete Autobahnanschluss Pöchlarn (A1 exit 90) unterstützte die Entwicklung eines Betriebsansiedelungsgebiets.

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Pöchlarn findet sich ein intaktes und dichtes Netz an Vereinen, zu den bekanntesten zählen u. a.

  • ASVÖ VHS Pöchlarn
  • Caritas Sozialstation
  • Goldhaubengruppe
  • "Gösser Team" Ornding
  • Imkerverein Pöchlarn
  • Jachtclub Nibelungengau
  • Kleintierzuchtverein
  • KOBV Pöchlarn - Behindertenverband
  • MC Nibelungen
  • Modellbauclub Bussard
  • Naturfreunde
  • Nibelungen Pass Pöchlarn
  • Pfadfinder
  • Ritterschaft zu Bechelaren
  • Schützenverein Pöchlarn
  • Stadtkapelle Pöchlarn
  • Sportverein HOGE Bau Pöchlarn-Golling
  • Union Rad Club Nibelungen-Pöchlarn
  • Union Ruderverein Pöchlarn
  • Union Tennisclub Pöchlarn
  • Verein Stadtmarketing Pöchlarn

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Volksschule, Hauptschule, Allgemeiner Sonderschule und Musikschule befinden sich in Pöchlarn eine Berufsschule für das Tischlergewerbe, für Zimmerer, Informationstechnologie sowie die einzige österreichische Berufsschule für Fassbinder. Diesem Berufsschulkomplex ist ein Internat angeschlossen. Auch eine Meisterklasse der Tischler ist hier angesiedelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pöchlarn
  • das Geburtshaus von Oskar Kokoschka, genannt Kokoschka-Haus, beherbergt OK-Dokumentation mit Werken von Kokoschka selbst und Wechselausstellungen, überwiegend mit Werken seiner Schüler
  • das 800 Jahre alte Rathaus
  • der alte Rathauskeller als Veranstaltungsort
  • der Welserturm – ehemals Nordwest-Eck der Stadtbefestigung, seit 1931 Heimatmuseum
  • der Demmerturm
  • das Renaissanceschloss Pöchlarn
  • das Tischlermuseum
  • die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt – erbaut zwischen 1389 und 1429, nach einem Brand 1766 in barockem Stil erneuert
  • das Nibelungendenkmal mit den Wappen der Nibelungenstädte
  • die Altstadt

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger von Bechelaren, Figur aus der Nibelungensage, deren Existenz historisch nicht belegt werden kann
  • Johann Rasch (1540–1612), Kleriker, Schriftsteller, Organist, Mathematiker und Buchhändler
  • Oskar Kokoschka (1886–1980), Maler, Grafiker und Schriftsteller des Expressionismus
  • Johann Dangl (1870–1944), Bürgermeister von Inning und Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich
  • Hildegard Wais (1909–1986), Dichterin
  • Ursula Strauss (* 1974), Schauspielerin
  • Manfred Angerer (1953–2010), Musikwissenschaftler
  • Franz Knapp (20. November 1916 Pockau am Gamingbach – 11. Februar 2007, Melk), zeichnender Fährmann (Rollfähre 1951–1976) der auch winters in der Donau badete[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pöchlarn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikisource-logo.svg Pöchlarn in der Topographia Austriacarum (Mathäus Merian).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Bevölkerung am 1.1.2015 nach Ortschaften
  2. Endergebnis der Gemeinderatswahl 2010
  3. Franz Knapp, ein Künstler aus dem Nibelungengau (und ein waschechter Niederösterreicher dazu) zelking.com, Ludwig Pichler, © 2016, abgerufen 14. August 2016.
  4. Franz Knapp, ein Künstler aus dem Nibelungengau (und ein waschechter Niederösterreicher dazu) zelking.com, Ludwig Pichler, © 2016, abgerufen 14. August 2016.