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Platoon (Film)

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Film
Titel Platoon
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1986
Länge 115 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Oliver Stone
Drehbuch Oliver Stone
Produktion
Musik
Kamera Robert Richardson
Schnitt Claire Simpson
Besetzung
→ Synchronisation →

Platoon ist ein Antikriegsfilm des Regisseurs Oliver Stone und startete am 19. Dezember 1986 in den US-Kinos. Veteran Stone verarbeitete darin eigene Erlebnisse über die Auswüchse des Vietnamkrieges und seine Wirkung auf Infanteriesoldaten. Der Film wurde ein großer Erfolg bei Publikum wie Kritik und mit vier Oscars ausgezeichnet bei acht Nominierungen. Platoon ist der Beginn einer Trilogie zu diesem Thema, gefolgt von Geboren am 4. Juli und Zwischen Himmel und Hölle.

Die Handlung beginnt im September 1967 nahe der kambodschanischen Grenze. Der Infanteriesoldat und College-Abbrecher Chris Taylor meldet sich freiwillig zum Militäreinsatz in Vietnam. Schon bald stellt er fest, dass das Soldatenleben anders ist, als er es sich vorgestellt hat. Von Kameradschaft ist anfangs gar nichts zu spüren, stattdessen wird kräftig nach unten getreten. Ist man ein Neuling und hat noch seine 365 Tage vor sich, zählt man zum Kanonenfutter. Soldaten unter 100 Tagen restlicher Dienstzeit zählen zu den alten Hasen und dürfen in der Schützenreihe nach ganz hinten gehen.

Taylor befindet sich mit einem Platoon im Dschungel, um als Vorposten einen Hinterhalt für den Vietcong vorzubereiten. Taylor übernimmt die Wache und soll dann von Junior abgelöst werden. Dieser kann sich aber nicht wachhalten. So gelingt es den feindlichen Truppen, sich unbemerkt zu nähern. Der Soldat Gardner stirbt, Taylor wird leicht am Hals verwundet. Schließlich können die Angreifer abgewehrt werden. Junior versucht die Schuld auf Taylor zu schieben, was jedoch nicht von allen Mitgliedern der Gruppe akzeptiert wird. Taylor wird abtransportiert und ins Lazarett gebracht.

Nach seiner Rückkehr zu seinem Zug bei der 25. US-Infanteriedivision wird er am Abend in den Bunker von Rhah eingeladen. Er trifft dort auch auf Sergeant Elias, einen erfahrenen Veteranen. Nach seinem Einstand, einem Marihuana-Shot von Elias durch den Lauf einer Pumpgun, wird Taylor in die Gruppe der Potheads aufgenommen. Diese Gruppe verbringt ihre Freizeit mit einem Hippie-ähnlichen Lebensstil aus Drogen, Musik und Partys, um die Schrecken des Krieges zu vergessen. Sie kämpfen, um zu überleben und um unversehrt nach Hause zu kommen. Parallel spielt eine Gruppe um Sergeant Barnes in der großen Baracke Karten und konsumiert große Mengen Alkohol.

Bei einer der nächsten Patrouillen kommt es zu einem Vorfall, der die zwei Lager zusätzlich spaltet. Eine Gruppe stößt auf eine erst vor kurzer Zeit verlassene Bunkeranlage über einem Tunnelsystem, das von Sergeant Elias als Tunnelratte gesäubert wird. Bei der Durchsuchung des Lagers werden zwei Soldaten durch eine Sprengfalle getötet. Außerdem ist der Soldat Manny, der die linke Flanke decken sollte, unauffindbar. Elias und weitere vier Mann bleiben zurück, um die Tunnelanlagen zu erkunden. Barnes macht sich mit dem Rest in ein nahe gelegenes Dorf auf. Auf dem Weg finden sie Manny tot an einen Baum gebunden vor. Im Dorf finden die Soldaten versteckte Personen, ein Waffenarsenal und große Mengen an Reis. Der Verdacht, das Dorf unterstütze den Vietcong, kommt auf. Bei der darauffolgenden Säuberungsaktion lassen die Soldaten ihrer Wut über Mannys Tod an der Zivilbevölkerung aus. Es kommt zu mehreren Morden. Bei einem Verhör ermordet Barnes eine Frau. Als er auch androht, bei diesem Verhör ein Kind zu ermorden, stoppt ihn Elias, der mit seinen Männern im Dorf eintrifft. Es kommt zu einer hasserfüllten Prügelei zwischen den beiden. Der Lieutenant geht dazwischen und befiehlt auf Anweisung des Captains, die gefundenen Waffen zu vernichten und das Dorf einzuäschern. Das wird getan. Die als Vietcong verdächtigten Personen werden abgeführt und der Rest der Dorfbewohner evakuiert. Taylor beobachtet, wie seine Kameraden zwei Mädchen vergewaltigen wollen und geht dazwischen.

Elias berichtet Captain Harris nach der Rückkehr zur Basis von dem Vorfall im Dorf. Harris kann Barnes jedoch wegen Personalmangels für die Dauer einer Untersuchung nicht freistellen, befiehlt deshalb beiden eine „Feuerpause“ und kündigt ein Kriegsgericht für den Fall illegaler Tötungen an. Barnes gibt sich relativ unbesorgt, seine Gefolgsleute Bunny und O’Neill jedoch sind nervös und wollen, dass Elias getötet wird. Nun ist das Platoon endgültig gespalten, eine Hälfte hält zu Barnes, die andere zu Elias. Das Platoon wird erneut auf Kampfpatrouille geschickt und gerät in ein schweres Feuergefecht mit der angreifenden Vietnamesischen Volksarmee. Auf Grund von durch Lieutenant Wolfe fehlgeleiteter eigener Artillerie erleiden die Männer schwere Verluste. Dank des überlegten Einsatzes von Elias gelingt es aber, den Gegner längere Zeit aufzuhalten. Schließlich zieht sich das Platoon zurück. Barnes, der dazu den Befehl gibt, behauptet, den noch allein kämpfenden Elias suchen zu wollen. Als die beiden Männer aufeinander treffen, schießt Barnes auf Elias. Er verletzt ihn schwer, denkt aber, Elias sei tot. Gegenüber Taylor behauptet Barnes kurz darauf, Elias sei vom Feind getötet worden. Das Platoon wird mit Hueys ausgeflogen. Beim Verlassen des Kampfortes wird aus der Luft plötzlich Elias entdeckt. Er flüchtet mit letzter Kraft vor der feindlichen Infanterie und wird von ihr, trotz Feuerunterstützung aus den Hubschraubern, getötet.

Taylor wird klar, dass Barnes auf Elias geschossen hat. Er spricht in der Basis darüber, aber keiner der Anhänger von Elias will Barnes damit konfrontieren. Barnes hört mit und tritt der Gruppe um Taylor entgegen. Er fordert sie auf, ihn, der allein ist, zu töten. Doch nur Taylor attackiert ihn, hat jedoch gegen den hartgesottenen Barnes keine Chance. Rhah kann Barnes davon abhalten, Taylor zu töten. Stattdessen verletzt Barnes Taylor mit einem Faustmesser.

In der Folgezeit wird ein Großangriff der Vietnamesischen Volksarmee erwartet. Die Soldaten des stark dezimierten Platoon werden zu einem Punkt nahe der Grenze zu Kambodscha geflogen, wo sie Verteidigungsstellungen ausheben. Kurz vor dem Angriff wird King ausgeflogen, er hat den Marschbefehl zum Ende seiner Dienstzeit erhalten. Er verabschiedet sich von seinem Freund Taylor mit der Empfehlung, Vietnam wegen der Situation innerhalb des Platoons so schnell wie möglich zu verlassen. Der ansonsten großmäulige O’Neill bettelt darum, auch ausgeflogen zu werden, jedoch macht Barnes bei ihm keine Ausnahmen.

In dieser Nacht kommt es zum Großangriff. Die weit auseinandergezogenen Stellungen der U.S. Army werden überrannt. Unter anderem kommen Lieutenant Wolfe, Bunny und Junior ums Leben, während sich O’Neill in einem Schützenloch zwischen Leichen versteckt. Die Nordvietnamesen stürmen die letzten Verteidigungslinien der Basis. In der zunehmend ausweglosen Situation entschließt sich Captain Harris, einen Luftschlag auf die eigenen Positionen anzuordnen. Die Air Force bombardiert auf seinen Befehl hin das gesamte Areal mit Napalm. Während des Gefechts versucht Barnes erfolglos, Taylor im Blutrausch zu erschlagen.

Am nächsten Morgen ist das Schlachtfeld von Leichen und Verwundeten übersät. Mindestens 22 US-Soldaten sind gefallen, über 100 wurden verwundet. Von den nordvietnamesischen Angreifern wurden etwa 500 getötet. Taylor hat verletzt überlebt. Er nimmt ein Typ-56-Sturmgewehr auf, geht zum schwer verwundeten Barnes und erschießt ihn. Kurz danach trifft Verstärkung ein. Sgt. O’Neill kriecht unverletzt aus seinem Versteck. Er wird von Captain Harris mit der Führung des Platoon beauftragt. Francis, der auch unverletzt blieb, fügt sich mit einem Bajonett eine Verletzung zu, um ausgeflogen zu werden. Für Taylor ist der Krieg nun vorbei. Er wird in einen Hubschrauber verladen und ins Lazarett geflogen, begleitet von einem inneren Monolog: „Wir haben nicht gegen den Feind gekämpft, wir haben gegen uns selbst gekämpft, der Feind war in uns …“

Figur Darsteller Deutscher Sprecher
Chris TaylorCharlie SheenUlrich Matthes
Staff Sgt. Robert E. Lee BarnesTom BerengerUwe Friedrichsen
Sgt. Elias GrodinWillem DafoeChristian Brückner
Sgt. O’NeillJohn C. McGinleyHans-Werner Bussinger
Big HaroldForest WhitakerHelmut Krauss
KingKeith DavidJoachim Tennstedt
BunnyKevin DillonSylvester Groth
Lt. WolfeMark MosesHans-Jürgen Dittberner
LernerJohnny DeppHelmut Gauß
WarrenTony ToddKurt Goldstein
Capt. HarrisDale DyeLothar Blumhagen
RhahFrancesco QuinnWolfgang Kühne
JuniorReggie JohnsonWolfgang Condrus
FrancisCorey GloverUwe Paulsen
CrawfordChris PedersenOliver Rohrbeck
GardnerBob OrwigTobias Meister
TexDavid NeidorfAxel Lutter

Nachdem Oliver Stone für sein Filmprojekt gut neun Jahre keinen Geldgeber gefunden hatte – der desillusionierte Rückblick auf den Alltag des Vietnamkrieges verhieß kein gutes Geschäft zu werden – war das unabhängige, britische Produktionsunternehmen Hemdale 1986 bereit, die Finanzierung zu übernehmen. Die Produktionskosten von 6 Millionen US-Dollar waren nur halb so hoch wie für vergleichbare Hollywood-Filme dieser Zeit.

Stone wollte Platoon ursprünglich in Vietnam drehen, doch erhielt er von den dortigen Behörden aufgrund des Drehbuchs bzw. aufgrund der Art der Darstellung der vietnamesischen Truppen in dem Drehbuch keine Drehgenehmigung. Stone fand schließlich geeignete Drehorte auf den Philippinen.[2] Drehorten waren am Mount Makiling in der Provinz Laguna (für die Waldszenen), in der Provinz Cavite (für die Fluss- und Dorfszenen) sowie die Villamor Air Base bei Manila.[3][4] Da es an den Drehorten jedoch an roter Erde fehlte, die Stone aus seinen Vietnam-Kriegseinsätzen kannte, ließ Stone diese aus Vietnam importieren und über manche Kulissen verteilen.[2] Da sich das US-Verteidigungsministerium u. a. aufgrund der Darstellung US-amerikanischer Kriegsverbrechen nicht an der Finanzierung des Films beteiligen wollte und sich weigerte, historisch korrekte Ausrüstung und Uniformen zu liefern, verwendete der Film stattdessen Ausrüstung der philippinischen Streitkräfte.[2][5]

Die Außenaufnahmen begannen im Februar 1986 auf der philippinischen Insel Luzon, wenngleich die Produktion aufgrund der politischen Unruhen im Land beinahe abgesagt worden wäre. Denn noch vor Drehbeginn hatte sich die Filmbesetzung mehrere Wochen in Manila aufgehalten, weil sie dort eine Art Bootcamp durchlief. John C. McGinley zufolge gab es unter den an Platoon beteiligten US-amerikanischen Filmleuten die Befürchtung, dass Putschisten sie als Geiseln nehmen könnten, um sie für Verhandlungen einzusetzen.[6] Die Dreharbeiten begannen jedoch wie geplant und fielen zeitlich zusammen mit der Flucht des bis dahin regierenden Präsidenten Ferdinand Marcos aus dem Land und gescheiterten Gegenrevolutionen gegen die neue Staatspräsidentin Corazon Aquino. Der Film wurde weitgehend chronologisch gedreht, was den Darstellern, die zum Ende der Dreharbeiten noch vor Ort waren bzw. deren Rollen den Krieg überlebten, McGinley zufolge half, sich noch mehr in die jeweiligen Rollen hineinzuversetzen.[7][8][9][2] Laut Willem Dafoe hat auch das Bootcamp zur gelungenen Entstehung des Films beigetragen.[10] Im Bootcamp, das von Vietnam-Veteran Dale Dye – der selbst einen Kurzauftritt im Film hat – geleitet wurde, musste die Filmbesetzung Schützenlöcher ausheben und wurde zu Gewaltmärschen sowie nächtlichen „Hinterhalten“ unter Einsatz von Spezialeffekt-Explosionen gezwungen. Auch wurde die Nahrungs- und Wasseraufnahme sowie Schlafzeiten streng reglementiert, und es wurden Platzpatronen abgefeuert, um die erschöpften Schauspieler wach zu halten.[7][9] Stone ging es jedoch laut eigener Aussage mit dem Bootcamp weniger darum, eine Kameradschaft unter der Besetzung zu erzeugen – auch wenn dies laut Dafoe ein Effekt des Camps war – als vielmehr die Schauspieler bereits vor Beginn der Dreharbeiten derart ausgebrannt zu haben, damit deren Schauspiel authentisch wirkte.[7][2][10] Außerdem provozierte Stone die Schauspieler mit allerlei Tricks und Lügen, um sie mitunter auch aggressiv zu haben. So kündigte Stone einen drehfreien Tag an und ließ die Filmbesetzung mit viel Alkohol das Ende des Bootcamps feiern, nur um sie am nächsten Tag frühmorgens verkatert einen Marsch absolvieren zu lassen und dabei filmen zu können. Überhaupt versammelten sich so gut wie alle Crewmitglieder täglich abends an der Bar des Hotels, in dem sie einquartiert waren und betranken sich. Stones permanent gemeines Auftreten führte zu mehr als nur Unmut; bspw. konnte Johnny Depp eines Abends nur durch ein Crewmitglied davon abgehalten werden, Stone im wahrsten Sinne des Wortes „anzupissen“. Die konfrontative Regieführung am Set legte Stone auch nicht gegenüber den minderjährigen Laiendarstellern ab (sodass deren Weinen im Film nicht gestellt war – was Stone so beabsichtigt hatte), was dazu führte, dass ein mit einer Schusswaffe ausgestattetes philippinisches Crewmitglied Stone Waffengewalt androhte, sollte sich die Behandlung der Kinder nicht ändern.[7] Im Jahr 2018 veröffentlichte der an Platoon beteiligte Schauspieler Paul Sanchez (der im Film Doc spielte) einen Dokumentarfilm (Titel: Platoon: Brothers in Arms) über die Entstehung des Films.[7][11] Dale Dye hatte noch im Jahr 1986 einen auf dem Drehbuch basierenden Roman veröffentlicht.[12]

Platoon verhalf dem Schauspieler Charlie Sheen zum Durchbruch. Dessen Vater Martin Sheen hatte 1979 die Hauptrolle in Francis Ford Coppolas Vietnamfilm Apocalypse Now gespielt. Sein Sohn Charlie war als 11-Jähriger mit am Set. In weiteren Nebenrollen sind Johnny Depp und der spätere Oscarpreisträger Forest Whitaker zu sehen. Stone absolviert gegen Filmende einen Cameo-Auftritt als Bataillons-Kommandeur in einem Gefechts-Unterstand, der von einem nordvietnamesischen Selbstmordattentäter mit einem Sprengstoffgürtel zerstört wird.

Die deutsche Synchronfassung entstand im Auftrag der Interopa Film in Berlin, für die Dialogregie und das Dialogbuch war Horst Balzer verantwortlich.[13]

Titel auf dem Soundtrack-Album:[14][15]

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 89 %[16]
Metacritic (Metascore) 92/100[17]
Prädikat der FBW besonders wertvoll[18]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[19]
CinemaScore A[20]
Lexikon des internationalen Films SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[21]
Filmstarts SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[22]

Platoon erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein.[16] Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“ und stuft ihn als „Pflichtprogramm“ ein.[17]

Der Vietnamfilm wurde in der deutschen Presse und Öffentlichkeit zunächst ambivalent aufgenommen. Die Zeit nannte Platoon „ein Märchen über Vietnam, gepolstert mit den naiven Einsichten des Veteranen Oliver Stone“.[23] Die Frankfurter Allgemeine Zeitung fragte sich, ob Platoon die Nulllösung des Vietnamproblems sei, die endgültige Abrüstung der Entrüstung im Kino.

Die amerikanische Presse feierte Platoon dagegen überwiegend als ersten „realistischen“ Kriegsfilm. Einige amerikanische Vietnamveteranen gingen so weit zu sagen, Platoon sei der erste Spielfilm, der zeige, was Vietnam wirklich war.[24] Stellvertretend für eine Vielzahl von Kritikern schrieb der Vietnamkriegsreporter der New York Times, David Halberstam: „Platoon ist der erste wirklichkeitsnahe Vietnamfilm. Ein Film wie Rambo 2 demütigte die Soldaten, die dort kämpften: Wenn ein Stallone den Feind überwältigen kann, warum gelang es ihnen nicht? Platoon versteht, was die Architekten des Krieges nie sahen: Wie das Laub, das Dickicht des Dschungels die technische Überlegenheit der USA hinwegfegten. Man sieht, wie der Wald die amerikanischen Soldaten aufsaugt; sie verschwinden einfach. Ich glaube, dass der Film ein amerikanischer Klassiker wird. Die anderen Vietnamfilme aus Hollywood haben die Geschichte vergewaltigt. Platoon ist hingegen historisch und politisch richtig.“[25]

„Trotz teilweise überladener Symbolik vollbrachte Oliver Stone mit seiner schonungslosen Collage das Kunststück, die unter den Soldaten allgegenwärtige Todesangst für den Zuschauer sichtbar zu machen. Was dem mit vier Oscars prämierten Stahlgewitter allerdings fehlt, ist ein Hinweis darauf, dass nicht die Amerikaner, sondern die Vietnamesen mit über einer Million Toten (USA ca. 60 000) Hauptleidtragende des Krieges waren.“

„Regisseur und Autor Oliver Stone inszenierte – nach autobiografischen Erfahrungen – einen um schonungslose Realistik bemühten Antikriegsfilm, der das amerikanische ‚Vietnam-Trauma‘ erstmals in dieser Direktheit behandelte. Der sehr erfolg- und einflussreiche Film versucht, Kritik an der amerikanischen Kriegspolitik mit einer Heroisierung der gefallenen Opfer (freilich nur der amerikanischen!) zu verbinden – mit fragwürdigem Resultat. Gerade wegen dieser Widersprüche eine der interessantesten US-Produktionen der achtziger Jahre.“

Publikumszuspruch

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Der Film entwickelte sich zu einem großen Publikumserfolg. So vergaben US-Kinobesucher einen sehr guten CinemaScore von A entsprechend der deutschen Schulnote 1.[20] Gegenüber einem geschätzten Budget von 6 Mio. US-Dollar spielte er an den weltweiten Kinokassen rund 138 Mio. US-Dollar (Inflationsbereinigt ca. 395 Mio. US-Dollar) ein.[27] Das macht ihn zum dritterfolgreichsten Film über den Vietnamkrieg, nach dem gänzlich anders gearteten Rambo II – Der Auftrag, der allein in den USA mehr als 190 Mio. US-Dollar einspielte, und Stones nachfolgendem Geboren am 4. Juli mit über 161 Mio. US-Dollar. Außerdem setzen die Nutzer der Filmdatenbank IMDb Platoon auf Platz 232 ihrer Top 250 beliebtesten Filme.[28]

1987 brachte Ocean Software ein gleichnamiges Computerspiel für alle damals gängigen Systeme heraus.[29]

Weiterführende Informationen

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  • Dale A. Dye: Platoon. Ein Roman. Nach einem Drehbuch von Oliver Stone. 13. Auflage. Heyne, München 1994, ISBN 3-453-00536-8 (amerikanisches Englisch: Platoon. Übersetzt von Joachim Honnef).
  1. ↑ Freigabebescheinigung für Platoon. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 57611/VDVD; abgerufen am 17. April 2026).
  2. 1 2 3 4 5 Jesse Beckett: Charlie Sheen's Co-Star Saved Him From Falling Out of a Heli and 7 Other Little-Known Facts About 'Platoon'. In: warhistoryonline. 23. Juni 2021, abgerufen am 8. August 2026 (englisch).
  3. ↑ Platoon Movie Filming Locations - The 80s Movies Rewind. Archiviert vom Original am 29. März 2015; abgerufen am 8. August 2026.
  4. ↑ Joy Jonette Chuyaco: Made-in-Phl Hollywood films. Abgerufen am 8. August 2026.
  5. ↑ Jack Anderson, Dale Van Atta: Opinion | WHY THE PENTAGON DIDN'T LIKE 'PLATOON'. In: The Washington Post. 30. August 1987, ISSN 0190-8286 (washingtonpost.com [abgerufen am 8. August 2026]).
  6. ↑ The Rich Eisen Show: John C. McGinley's Tales from the Set of Oliver Stone's "Platoon". 31. Oktober 2018, abgerufen am 8. August 2026.
  7. 1 2 3 4 5 Brothers in Arms (2018) ⭐ 7.6 | Dokumentarfilm, Action. Archiviert vom Original am 24. November 2025; abgerufen am 9. August 2026 (deutsch).
  8. ↑ Johnny Depp - Platoon Interviews. Archiviert vom Original am 7. März 2016; abgerufen am 8. August 2026 (englisch).
  9. 1 2 War Is Boring: Dale Dye Is Hollywood’s Drill Sergeant. In: War Is Boring. 25. April 2014 (warisboring.com [abgerufen am 8. August 2026]).
  10. 1 2 BOMB Magazine: BOMB Magazine: Willem Dafoe by Louis Morra. Archiviert vom Original am 23. Oktober 2011; abgerufen am 8. August 2026 (englisch).
  11. ↑ Ellen E. Jones: Brothers in Arms review – Platoon's veterans hold their audience hostage. In: The Guardian. 1. Oktober 2020, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 8. August 2026]).
  12. ↑ Platoon (Spanish Edition). Abgerufen am 8. August 2026 (englisch).
  13. ↑ Platoon. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  14. ↑ Platoon (Original Motion Picture Soundtrack) bei Discogs
  15. ↑ Platoon (Soundtrack) bei IMDb
  16. 1 2 Platoon. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 29. November 2022 (englisch, aggregiert aus 122 Kritiken).
  17. 1 2 Platoon. In: Metacritic. Abgerufen am 16. Juni 2025 (englisch, aggregiert aus 16 Kritiken).
  18. ↑ Jury-Begründung. In: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW). Abgerufen am 16. Februar 2026.
  19. ↑ Mark Deming: Platoon (Memento vom 13. September 2017 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  20. 1 2 Archiv (Memento vom 9. August 2019 im Internet Archive) bei CinemaScore
  21. 1 2 Platoon. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
  22. ↑ Rezension von Ulrich Behrens bei Filmstarts.de
  23. ↑ Andreas Kilb: Die Schönheit des Schreckens. In: Die Zeit. 1. Mai 1987.
  24. ↑ Jim Beaver: Sense Memory: „Platoon“ Through a Veteran's Eyes. In: rogerebert.com. 4. November 2016, abgerufen am 9. Dezember 2018 (englisch).
  25. ↑ TWO WHO WERE THERE VIEW ’PLATOON’. In: The New York Times. 8. März 1987
  26. ↑ Platoon. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 9. Dezember 2018.
  27. ↑ Daten über die Kosten und das Einspielergebnis des Films
  28. ↑ Top 250 Movies. In: IMDb. Amazon, abgerufen am 16. Februar 2026 (Wertung SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol).
  29. ↑ Platoon. In: MobyGames.