Ulrich Matthes

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Ulrich Matthes (2015)

Ulrich Matthes (* 9. Mai 1959 in West-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrich Matthes, 1959 als zweiter Sohn von Tagesspiegel-Journalist Günter Matthes und Else Matthes in Berlin-Wilmersdorf geboren, hat schon als Kind zwischen zehn und 13 Jahren in großen TV-Rollen gespielt und ab 1970 synchronisiert (u. a. Jason in Die Waltons und Charlie Brown in einigen Episoden). In den Pubertätsjahren entstand der Wunsch, Lehrer zu werden, so studierte Ulrich Matthes nach dem Abitur auf dem Gymnasium zum Grauen Kloster fünf Semester Germanistik und Anglistik an der FU in Berlin. Durch eine Begegnung mit Martin Held ermutigt, brach Ulrich Matthes sein Studium ab und nahm für circa eineinhalb Jahre Schauspielunterricht bei Else Bongers, die u. a. Hildegard Knef und Götz George entdeckte.

Am Theater wirkte er seit den 1980er Jahren an den Vereinigten Bühnen Krefeld/Mönchengladbach, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Münchner Staatsschauspiel, an den Münchner Kammerspielen, später in Berlin an der Schaubühne am Lehniner Platz und am Deutschen Theater sowie in Wien am Burgtheater. Legendär ist sein zweistündiger Kleistabend, den er mit Hermann Beil erarbeitete.

Einem breiteren Publikum wurde Matthes bekannt in seiner Rolle als Propagandaminister Joseph Goebbels in dem Spielfilm Der Untergang von Oliver Hirschbiegel aus dem Jahr 2004 mit Bruno Ganz.

Ulrich Matthes ist seit der Saison 2004/05 festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater in Berlin (Wer hat Angst vor Virginia Woolf?, Minna von Barnhelm). Regie führte er zuvor schon in Frank Wedekinds Frühlings Erwachen in den Kammerspielen des Deutschen Theaters. Ein Rollenangebot aus Hollywood für einen Film unter Peter Weir mit Tom Hanks lehnte er ab, um 2009 unter dem Regisseur Christian Petzold am Deutschen Theater Berlin in Arthur Schnitzlers Drama Der einsame Weg mit Nina Hoss zu spielen.[1]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprechertätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthes war lange Zeit die deutsche Standard-Stimme von Kenneth Branagh (u. a. in Henry V., Hamlet, Viel Lärm um nichts und Othello). Daneben synchronisierte er auch Malcolm McDowell (Das Geheimnis des Dirigenten), Charlie Sheen (Platoon), Ralph Fiennes (Quiz Show) und Sean Penn (Carlito’s Way).

Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthes wirke bei zahlreichen Hörspielen und Hörbuchern als Sprecher mit, etwa Das Kalkwerk von Thomas Bernhard (2001, Regie Ulrich Gerhardt), Middlesex von Jeffrey Eugenides (2003), Haruki Murakamis Mister Aufziehvogel und Daniel Kehlmanns Romane Die Vermessung der Welt und Ruhm. 2008 sprach er Das Schloß sowie Die Verwandlung von Franz Kafka, Die Frauen von T.C. Boyle (2009, Regie Ralf Ebel), und mehrere Romane von Albert Camus. Für seine Lesung von Vladimir Nabokovs Pnin erhielt er 2003 den Deutschen Hörbuchpreis.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Eberth (mit einem Vorwort von Volker Schlöndorff): Matthes (backstage 1), Verlag Theater der Zeit, Berlin 2009, ISBN 978-3-940737-41-0, (mit einer Fotostrecke von Daniel Josefsohn).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrich Matthes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tobias Becker: Der Fremdgeher, In: Kulturspiegel, März 2009, S. 19
  2. Seit 2012 Direktor der AdK Sektion Darstellende Kunst
  3. Vorstand & Kuratorium. Akademie für gesprochenes Wort, abgerufen am 2. März 2018.
  4. Die vierte Gewalt – Themenabend Journalistische Verantwortung. Das Erste, abgerufen am 1. Dezember 2016.
  5. Ulrich Matthes in: Kulturamt Landeshauptstadt Düsseldorf