Preise, Jerusalem, den Herrn

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Bachkantate
Bachhand.jpg
Preise, Jerusalem, den Herrn
BWV: 119
Anlass: Ratswechsel
Entstehungsjahr: 1723
Entstehungsort: Leipzig
Gattung: Ratswechselkantate
Solo: S A T B
Chor: S A T B
Instr: Trba I–IV; Timp; Fld I/II;

Ob I–III; Ob da c I/II; Str.; Bc

AD: ca. 27 min
Text
unbekannter Verfasser
Liste der Bachkantaten

Preise, Jerusalem, den Herrn (BWV 119) ist eine Kantate von Johann Sebastian Bach.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk entstand in Bachs erstem Amtsjahr in Leipzig anlässlich der Ratswechselfeierlichkeiten der Stadt für den 30. August 1723. Wie auch schon in Mühlhausen gehörte es zu den Pflichten des Thomaskantors, für den Ratswechselgottesdienst eine Festmusik zu schreiben.

Thematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kantatentext besteht aus Versen der biblischen Psalmen 147, 85 und 126, einzelnen Zeilen aus Luthers „deutschem Te Deum“ sowie Dichtungen eines unbekannten Verfassers. Gemäß dem Anlass wird mit Lob- und Dankeshymnen des Wohlstandes der Stadt Leipzig gedacht und Gottes künftiger Schutz erbeten. Da bei dem Ereignis ein weltlicher mit einem kirchlichen Anlass verbunden wurde, wird – dem barocken Weltbild folgend – betont, dass die weltliche Herrschaft der Obrigkeit durch Gott legitimiert und in seinem Sinne ist.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auffällig ist bei dieser Ratswechselkantate die aufwändige, festliche Ausstattung mit den selbst für vergleichbare Festmusiken bei Bach unüblichen vier Trompeten. Das Werk ist geprägt von einem sehr feierlichen Charakter und den Attributen höfischer Huldigungsmusiken, wie etwa dem Eingangschor in Form einer Französischen Ouvertüre oder fanfarenartigen Trompeteneinwürfen im Bass-Rezitativ. Es darf vermutet werden, dass Bach zu Beginn seiner Amtszeit in Leipzig den Bürgern die ganze Breite seiner Fähigkeiten demonstrieren wollte und ein Werk schuf, das musikalisch mehr dem Typus der höfisch-profanen Fürstenmusiken entsprach, wie sie bei seiner vorigen Anstellung in Köthen gefordert wurden. Erst in den beiden Schlusssätzen betont Bach wieder mit schlichten Formen den Charakter einer Kirchenkantate und deutet damit an, dass zuletzt nicht der Obrigkeit, sondern Gott als oberstem Herrscher das letzte Wort zusteht.

Einspielungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DVD

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Produktinformationen auf der Website der J. S. Bach-Stiftung, abgerufen am 26. Dezember 2015.