Privatrechtlicher Hörfunk

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Mit Privatrechtlicher Hörfunk (auch werbefinanzierter/kommerzieller Hörfunk[1]; im Österreichischen auch Privatradio[2]) wird in der Regel ein vollständig werbefinanzierte Anbieter von Hörfunkprogrammen bezeichnet. Er gehört rechtlich zum „privaten Rundfunk“ und ist vom Nichtkommerziellen Rundfunk zu unterscheiden. Die Anbieter arbeiten gewinnorientiert auf unternehmerischer Basis. In Deutschland erhalten Privatradios keine Einnahmen durch Rundfunkgebühren, sondern finanzieren sich über Werbung oder Bezahlmodelle.

Geschichte[Bearbeiten]

Der älteste private Hörfunksender in Deutschland ist Europe 1, der seine Entstehung dem besonderen Statut des Saarlandes in den 1950er-Jahren verdankt. Er sendet von Felsberg-Berus ein französischsprachiges Programm auf der Langwellenfrequenz 183 kHz. Im Unterschied zu den anderen Privatradios in Deutschland, die seit den 1980er-Jahren hinzukamen, betreibt Europe 1 seine Sendeanlage in Eigenregie.

Die erste private Radiostation auf UKW bzw. innerhalb eines Kabelgebietes (Ludwigshafen/Vorderpfalz) war Radio Weinstraße, das am 1. Januar 1984 seinen Sendebetrieb in der Vorderpfalz im Rahmen des Kabelpilotprojekts Ludwigshafen in der Anstalt für Kabelkommunikation (AKK) auf 104,35 MHz startete. "RADIO 4" in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) war der erste landesweite private Radiosender. Start am 30. April 1986. 18.30 Uhr. Der Sender war zunächst eine Veranstaltergemeinschaft von RADIO RPR,Pro Radio4,Linksrheinischer Rundfunk und RADIO´85, später integrierte RADIO RPR die anderen 3 VA´s und hieß seitdem nur noch "RADIO RPR". Radio Schleswig-Holstein (R.SH) nahm dann am 1. Juli 1986 sein Programm auf als zweiter landesweiter private Radiosender mit einem 24-Stunden-Vollprogramm.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ziel der meisten Privatradios ist es, durch Einnahmen aus Radiowerbung Gewinn zu erwirtschaften. Dazu wird das Programm auf die Bedürfnisse einer vordefinierten Zielgruppe zugeschnitten, um möglichst hohe Hörerreichweiten zu erzielen. Um die Akzeptanz der verschiedenen Musiktitel im Programm in der werberelevanten Zielgruppe kontinuierlich zu untersuchen, führen mittlerweile fast alle Privatradios meist wöchentlich eigene Marktforschungsuntersuchungen, so genannte Call-Out-Tests, durch und passen ihr Repertoire entsprechend an.

Die Hörerreichweiten aller kommerziellen deutschen Radiosender werden durch eine bundesweite Marktforschung, die Media-Analyse, erhoben und zweimal pro Jahr (im Frühjahr und im Sommer) ausgewiesen. Diese Reichweiten sind maßgeblich für die Gestaltung der Werbepreise. Die am 9. März 2005 veröffentlichte Media-Analyse wies für die Privatradios eine Gesamtreichweite von 28,34 Millionen Hörern aus, der öffentlich-rechtliche Rundfunk kam auf 34,12 Millionen Hörer.

Die Vermarktung von Werbezeiten erfolgt im nationalen Markt meist durch Dienstleister, wie zum Beispiel der deutschen Radio Marketing Service (RMS), eine von den Privatradios selbst gegründete nationale Vermarktungsgesellschaft. Im regionalen und lokalen Markt sind die Privatradios in der Regel selbst durch eigene Mediaberater oder freie Handelsvertreter aktiv. Die RMS betreuten Stationen erreichten laut Media-Analyse vom 9. März 2005 8,9 Millionen Hörer. Im Jahr 2004 erzielten die Privatradios in Deutschland einen Netto-Werbeumsatz von insgesamt 438,38 Mio EUR. Die öffentlich-rechtlichen Radios erzielten 216,61 Mio EUR.

Zur Veranstaltung eines privaten Hörfunkprogramms benötigt man eine Lizenz, die von der im jeweiligen Bundesland ansässigen Landesmedienanstalt erteilt wird. Aufgrund dieser föderalen Struktur sind die Hörfunkmärkte weitgehend auf das jeweilige Landesgebiet beschränkt und auch in sich sehr unterschiedlich. So gibt es in manchen Bundesländern große, landesweite Veranstalter (zum Beispiel in Hessen, Rheinland-Pfalz oder Bayern) während in anderen Ländern eine weit kleingliedrigere Marktstruktur herrscht (z.B. Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hörfunk in Gablers Wirtschaftslexikon, abgerufen am 21. Oktober 2013
  2. Privatradio, duden.de, abgerufen am 21. Oktober 2013

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Hörfunk – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Hörfunk