RTBF

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RTBF
Senderlogo
Radio-télévision-belge-de-la-Communauté-française-Logo.svg
Allgemeine Informationen
Empfang: DVB-T, DVB-S, DVB-C, Kabel
Sitz: Brüssel
Sprachen: französisch
Sendebeginn: 1930
Rechtsform: öffentlich-rechtlich
Programmtyp: Vollprogramm
Website: www.rtbf.be
Liste von Fernsehsendern

Radio-télévision belge de la Communauté française (RTBF; dt. Hörfunk und Fernsehen der französischen Gemeinschaft Belgiens, seit 2010 offiziell rtbf.be) ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die frankophone Bevölkerung Belgiens.

Bis 1960 hieß der Sender Institut National de Radiodiffusion (INR), danach bis 1970 RTB. Die Rundfunkanstalt für den flämischen Teil Belgiens heißt Vlaamse Radio- en Televisieomroep (VRT), die für die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgischer Rundfunk (BRF).

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reportagefahrzeug der RTBF

Die Anstalt strahlt die fünf Radioprogramme „La Première“, „VivaCité“, „Musiq’3“, „Classic 21“ und „Pure FM“ und die nationalen Fernsehprogramme „La Une“, „La Deux“, „La Trois“ aus. Bis Anfang 2010 gab es zudem das Satellitenprogramm „RTBF SAT“, das man auch außerhalb Belgiens empfangen konnte. Dieses wurde aus Kostengründen eingestellt. Daneben gibt es zusätzlich mehrere Radioprogramme, die nur über das Internet zu empfangen sind.

Außerdem ist RTBF mit anderen französischsprachigen Rundfunkanstalten am internationalen Sender TV5 Monde beteiligt.

Angebliche Unabhängigkeitserklärung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Dezember 2006 schockierte der belgische Sender mit der fiktiven Sondersendung Bye Bye Belgium über die angebliche Unabhängigkeitserklärung des flämischen Teils. Belgien habe aufgehört zu existieren, der König sei außer Landes geflohen. Interviews mit realen Politikern, die zum Teil in den Schwindel eingeweiht waren, Archivmaterial und gestellte Aufnahmen verstärkten den realistischen Eindruck beim Zuschauer. Erst nach einiger Zeit wurde der Hinweis eingeblendet, es handele sich um reine Fiktion. Trotzdem rangen Fernsehzuschauer mit den Tränen oder riefen die Sender-Hotline an. Die Sendung wurde in den Tagen danach kontrovers in Belgien diskutiert.

Radio Mille Collines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wegen der ständigen antiflämischen Agitation der RTBF nannte der belgische Premierminister Yves Leterme den Sender auch Radio Mille Collines, in Anspielung an den ruandischen Sender, der 1994 die Hutus zum Völkermord an den Tutsis aufgerufen hat.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: RTBF – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leterme: “La RTBF? C’est Radio Mille Collines”. Belga-Artikel auf dhnet.be, 8. Dezember 2007.
    Dirk Schümer: Ein Nationalstaat zerfällt: Das Ende von Belgien. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Juni 2010, abgerufen am 14. September 2015.