Regula Rytz

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Regula Rytz (2019)

Regula Rytz (* 2. März 1962 in Thun; heimatberechtigt in Rüti bei Büren) ist eine Schweizer Politikerin (Grünes Bündnis). Sie ist Nationalrätin und war bis Juni 2020 Präsidentin der Grünen Partei Schweiz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tochter eines Architekten und einer Musikerin erlangte 1983 das Lehrerpatent am Seminar Thun und unterrichtete bis 1989 an Volksschulen. Danach studierte Rytz Geschichte, Soziologie und Staatsrecht an der Universität Bern und schloss 1997 mit dem Lizenziat ab.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1993 bis 1998 war Rytz Politische Sekretärin des Grünen Bündnis Bern. Von 1998 bis 2000 forschte sie im Rahmen des Nationalfonds-Programms zum Thema «Gewalt im Alltag und organisierte Kriminalität». Von 2001 bis 2004 war Rytz Zentralsekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. Von 2005 bis 2012 war Rytz Mitglied der Stadtregierung von Bern und in dieser Funktion auch Verwaltungsratspräsidentin des Verkehrsunternehmens Bernmobil. Seit 2012 ist Rytz Präsidentin der kantonalen Fachkommission für Gleichstellungsfragen[1]. Rytz ist Mitglied des Verwaltungsrats der Verkehrsbetriebe Biel.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TV-Interview nach dem grünen Wahlerfolg bei den Wahlen 2019

Rytz gehörte von April 1994 bis April 2005 dem Grossen Rat des Kantons Bern an. Von Januar 2001 bis April 2005 war sie Präsidentin des Grünen Bündnis der Stadt Bern. Im Oktober 2004 wurde sie in den Gemeinderat der Stadt Bern gewählt und übernahm die Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün (TVS) mit 750 Angestellten. Im November 2008 wurde sie mit dem besten Resultat aller Gewählten für weitere vier Jahre als Gemeinderätin bestätigt. Bei den nationalen Parlamentswahlen vom 23. Oktober 2011 wurde sie in den Nationalrat gewählt und schaffte sowohl im Oktober 2015 als auch im Oktober 2019 die Wiederwahl. Bei den Nationalratswahlen 2019 holte sie am meisten Panaschierstimmen im Kanton Bern.[2] Sie war von 2013 bis 2018 Mitglied der Kommission für Verkehr- und Fernmeldewesen (KVF) und sitzt seit März 2018 in der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK), als Sprecherin für Wirtschaftspolitik der Grünen Schweiz.[3]

Am 21. April 2012 wurden sie und Adèle Thorens Goumaz zu Co-Präsidentinnen der Grünen Partei der Schweiz gewählt.[4] Die Delegiertenversammlung der Grünen Schweiz wählte Rytz am 16. April 2016 zur alleinigen Präsidentin.[5] Am 20. Juni 2020, gab Rytz nach insgesamt acht Jahren – vier davon im Co-Präsidium mit Thorens und vier als alleinige Präsidentin – aufgrund der Amtszeitbeschränkung bei den Grünen Schweiz das Präsidium ab.[6]

Nach dem historischen Wahlsieg[7] bei den eidgenössischen Wahlen 2019 erhoben die Grünen Schweiz bei den Bundesratswahlen 2019 mit Rytz als Kandidatin Anspruch auf einen Sitz der FDP, weil diese als drittstärkste Kraft mit zwei Bundesratssitzen übervertreten war.[8] Rytz scheiterte zwar, erhielt aber 82 Stimmen[9] und ist damit bislang die erfolgreichste Bundesratskandidatin der Grünen.[10]

Rytz lebt mit ihrem Lebenspartner im Berner Breitenrainquartier.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Regula Rytz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuell (Gleichstellung) Staatskanzlei - Kanton Bern. Abgerufen am 28. August 2020.
  2. Regula Rytz holt am meisten Panaschierstimmen. In: Der Bund. ISSN 0774-6156 (derbund.ch [abgerufen am 31. August 2020]).
  3. Ratsmitglied ansehen. Abgerufen am 28. August 2020.
  4. Grüne mit zwei Frauen an der Spitze. GRÜNE Schweiz, 21. April 2012, abgerufen am 13. Oktober 2019.
  5. Kontinuität und Erneuerung: Grüne wählen neues Präsidium mit Regula Rytz an der Spitze. GRÜNE Schweiz, 16. April 2016, abgerufen am 13. Oktober 2019.
  6. Statuten. In: GRÜNE Schweiz. Abgerufen am 31. August 2020 (deutsch).
  7. Historischer Sieg der Grünen - Die grosse Nachwahlanalyse in Grafiken. 21. Oktober 2019, abgerufen am 28. August 2020.
  8. Angriff auf Bundesratssitz - Grüne treten mit Regula Rytz an – und nur mit ihr. 22. November 2019, abgerufen am 28. August 2020.
  9. Amtliches Bulletin. Abgerufen am 28. August 2020.
  10. Ruedi Studer und Nico Menzato: Frühere, grüne Bundesratskandidaten fordern jetzt einen Sitz. 31. Oktober 2019, abgerufen am 28. August 2020.
  11. Profil auf eigener Website. Abgerufen am 22. November 2019.