Reichling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Reichling
Reichling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Reichling hervorgehoben
Koordinaten: 47° 55′ N, 10° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Reichling
Höhe: 731 m ü. NHN
Fläche: 23,26 km2
Einwohner: 1666 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 72 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86934
Vorwahl: 08194
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 135
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untergasse 3
86934 Reichling
Webpräsenz: www.gemeinde-reichling.de
Bürgermeisterin: Margit Horner-Spindler (Dorfgemeinschaft Reichling)
Lage der Gemeinde Reichling im Landkreis Landsberg am Lech
AmmerseeLandkreis Aichach-FriedbergLandkreis AugsburgLandkreis OstallgäuLandkreis Weilheim-SchongauLandkreis StarnbergLandkreis FürstenfeldbruckWindachWeil (Oberbayern)Utting am AmmerseeUnterdießenThainingPürgenSchwiftingSchondorf am AmmerseeScheuringRott (Landkreis Landsberg am Lech)ReichlingPrittrichingVilgertshofenPenzing (Bayern)ObermeitingenLandsberg am LechKinsauKauferingIglingHurlachHofstetten (Oberbayern)GreifenbergGeltendorfFuchstalFinningEresingEgling an der PaarEching am AmmerseeDießen am AmmerseeDenklingenApfeldorfKarte
Über dieses Bild
Reichling von Osten
Altes Bauernhaus in Reichling

Reichling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Reichling.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reichling liegt in der Region München. Es existieren folgende Gemarkungen: Ludenhausen, Reichling. Es gibt die Ortschaften Reichlingsried und Gimmenhausen. Der niedrigste Punkt der Gemeinde befindet sich auf 626 m am Lech, der höchste ist mit 754 m der Weißenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gründung der Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bodenfunde belegen die römische Vergangenheit Reichlings. Von der benachbarten Siedlung Epfach (Abodiacum) aus verlief eine Römerstraße über eine Lechfurt durch das heutige Gemeindegebiet nach Osten. Auf der Terrassenkante über dem Lech wurde in den 1930er Jahren ein römischer Ziegelbrennofen freigelegt.[2] Nach dem Ende der römischen Herrschaft im 5. Jahrhundert gründeten alemannische Sippen um einen Richilo den Ort Reichling. Ludenhausen entstand im Zuge der ersten Ausbauphase im frühen Mittelalter.

Mit dem Beginn der wittelsbachischen Herrschaft am Lechrain im 13. Jahrhundert wurde Ludenhausen Teil des Landgerichts Landsberg. Reichling kam zum Pfleggericht Rauhenlechsberg, das abwechselnd zu den Landgerichten Landsberg, Schongau und Weilheim gehörte.

Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Reichling im Landgericht Schongau und Ludenhausen im Landgericht Landsberg.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Auflösung des Landkreises Schongau am 1. Juli 1972 kam Reichling zum Landkreis Landsberg am Lech. Gleichzeitig wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Ludenhausen nach Reichling eingemeindet.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1025 Einwohner
  • 1970: 1067 Einwohner
  • 1987: 1272 Einwohner
  • 1991: 1367 Einwohner
  • 1995: 1502 Einwohner
  • 2000: 1607 Einwohner
  • 2005: 1668 Einwohner
  • 2010: 1595 Einwohner
  • 2015: 1668 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit Mai 2008 Margit Horner-Spindler (Dorfgemeinschaft Reichling).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter blauem Schildhaupt, darin schräg gekreuzt ein goldener Schlüssel und ein gestürztes goldenes Schwert, in Silber über einem grünen Dreiberg ein roter Einhornrumpf.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 51 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 509. Im verarbeitenden Gewerbe gab es vier Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 78 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1399 ha, davon waren 1096 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 75 Kindergartenplätze

Ludenhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludenhausen ist ein Ortsteil von Reichling und liegt etwa drei Kilometer von Reichling entfernt. Es ist die höchstgelegene Ortschaft (736 m) im Landkreis Landsberg. Auf einer Geländeerhöhung in der Mitte des Dorfes erhebt sich die Pfarrkirche St. Peter und Paul. Im Wappen von Ludenhausen und Reichling ist im blauen Schildhaupt schräg gekreuzt ein goldener Schlüssel und ein gestürztes goldenes Schwert, darunter in Silber über einem grünen Dreiberg ein roter Einhornkopf. Es erinnert an die Kirchenpatrone St. Peter und Paul von Ludenhausen. Der Dreiberg weist auf Reichling zu Füßen des Wurzbergs (Höhe 743 m) und der Keltenschanze auf der Höhe Issing (heute zu Vilgertshofen gehörig), sowie auf die Zugehörigkeit zur Pflege Rauhenlechsberg. Der Einhornrumpf ist dem Wappen des Ettaler Abtes Benedikt III. Pacher (Abt von 1739 bis 1759, † 1796) aus Reichling entnommen. Ludenhausen wurde erstmals im Jahr 804 als „Hludinhusir“ im Rahmen der Schenkung (Tradition) eines Gutes an das Hochstift Freising erwähnt.

Jugendclub Ludenhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jugendclub Ludenhausen e. V. (JCL) wurde in den frühen Sommermonaten 1965 von etwa sechs bis acht Ludenhausener Burschen gegründet und schloss die damals bestehenden Gruppen der Fußballer, der Eishockeyspieler und der Maibaum-Verantwortlichen zusammen. Im Laufe der Jahre stieg die Mitgliederzahl auf rund 130 aktive sowie passive Mitglieder an. Ortsansässige Jugendliche dürfen ab Vollendung des 14. Lebensjahres beitreten. Zu den jährlichen Veranstaltungen gehören unter anderem der Faschingsumzug, welcher im Jahre 2000 vom Faschingsspektakel abgelöst wurde. Das traditionelle Maibaumaufstellen und der Ersatz dessen, durch den Christbaum, welcher das Dorf zur Weihnachtszeit abends im festlichen Glanze erscheinen lässt. Der „Club“ veranstaltet seit 2005 jedes Jahr ein beliebtes Night Clubbing.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 4. Januar 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Ulrich Brandl und Emmi Federhofer: Ton + Technik. Römische Ziegel. Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0 (Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61)
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reichling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien