Apfeldorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Apfeldorf
Apfeldorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Apfeldorf hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 57′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Reichling
Höhe: 710 m ü. NHN
Fläche: 12,31 km2
Einwohner: 1136 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86974
Vorwahl: 08869
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 111
Adresse der Verbandsverwaltung: Untergasse 3
86934 Reichling
Webpräsenz: apfeldorf.de
Bürgermeister: Georg Epple
Lage der Gemeinde Apfeldorf im Landkreis Landsberg am Lech
Ammersee Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Ostallgäu Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Starnberg Landkreis Fürstenfeldbruck Windach Weil (Oberbayern) Utting am Ammersee Unterdießen Thaining Pürgen Schwifting Schondorf am Ammersee Scheuring Rott (Landkreis Landsberg) Reichling Prittriching Vilgertshofen Penzing (Bayern) Obermeitingen Landsberg am Lech Kinsau Kaufering Igling Hurlach Hofstetten (Oberbayern) Greifenberg Geltendorf Fuchstal Finning Eresing Egling an der Paar Eching am Ammersee Dießen am Ammersee Denklingen ApfeldorfKarte
Über dieses Bild

Apfeldorf ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Reichling.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apfeldorf liegt zwischen Landsberg, Schongau und Weilheim direkt am Lech, im Gebiet des so genannten Lechrains.

Apfeldorf ist eine eigenständige Gemeinde mit den Ortsteilen Apfeldorfhausen, Grubmühle, Klaft, Oberapfeldorf, Rauhenlechsberg, Unterapfeldorf und Wies. Bis zur Gebietsreform im Jahr 1972 gehörte Apfeldorf zum Landkreis Schongau. Seit 1978 ist Apfeldorf Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Reichling.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Apfeldorf ist für das Jahr 1305 überliefert. In Veröffentlichungen, beispielsweise im Landsberger Kreisheimatbuch, ist zu lesen, dass der Name des Dorfes erstmals 1313 in einer Augsburger Urkunde auftaucht. Durch die Recherchen des Arbeitskreises Ortsgeschichte wurde eine frühere Urkunde aus dem Apfeldorfer Pfarrarchiv entdeckt. Dort wird eine zweibändige Handschrift aufbewahrt, die Mitte des 18. Jahrhunderts von Franz Töpsl, dem Propst des Augustiner-Chorherrenstifts in Polling, geschrieben wurde. Darin zitiert er die erste Urkunde in ihrer ganzen Länge. Sie stammt aus dem Jahre 1305 und schildert, wie das Kloster Polling in den Besitz der Pfarrei Apfeldorf gekommen ist. Eine Abschrift dieser Urkunde befindet sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München.

Dieser Kauf- und Schenkungsbrief besagt, dass ein Hainricus des Ennis und seine Frau Elisabeth de Wilhain dem Kloster Polling ihre Rechte an der Pfarrei Apfeldorf zum Teil verkauft und zum Teil verschenkt haben. Heinrich von Enn und Elisabeth von Weilheim waren also die Kirchenherren in Apfeldorf, was auch aussagt, dass die Geschichte Apfeldorfs nicht erst mit der Ersterwähnung beginnt. Das Rechtsgeschäft wurde am 12. März 1305 im Kloster Wessobrunn besiegelt. Unter den Zeugen, die es bestätigt haben, befindet sich auch ein Dominus Hainricus Rector Ecclesiae in Apheldorf (Herr Heinrich, Vorsteher der Kirche in Apfeldorf). Pfarrer Heinrich ist demnach der erste Pollinger Klosterpfarrer in Apfeldorf. Die enge Verbindung der Apfeldorfer Pfarrgemeinde zum Kloster Polling hatte bis zur Säkularisation im Jahre 1803 Bestand.

Untrennbar mit der Geschichte Apfeldorfs ist auch das alte Pflegegericht Rauhenlechsberg verbunden, von dem es in alten Schriften heißt, dass es ein uraltes Schloss und Gericht sei. Auf einem rauen Berg nebst dem Lechfluss gelegen, gab man ihm diesen klangvollen Namen. Das Pflegegericht umfasste die Dorfschaften Apfeldorf, Birkland, Kinsau, Peißenberg, Reichling, Stadl und Mundraching. Rauhenlechsberg ist auch dadurch bekannt geworden, dass hier der bekannte Jägerwirt von München, einer der Anführer des bayerischen Volksaufstandes von 1705, gefangen genommen wurde. Mit der Säkularisation erfolgte die Einverleibung des Pflegegerichts in das Landgericht Schongau.

Die restliche Geschichte von Apfeldorf liest sich wie in vielen Dörfern des Lechrains. Kriege, Pest und Hagelschlag vernichteten immer wieder den kargen Lebensunterhalt. Die Gewerbestruktur war noch bis 1900 von der Flößerei auf dem Lech und der Landwirtschaft bestimmt. Die Apfeldorfer Flößer brachten ihre Holz- und Warentransporte bis Wien und Budapest.

Heute ist Apfeldorf eine selbständige Gemeinde mit gut 1000 Einwohnern, die sich durch die reizvolle Lage am Lech und eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft ihren ländlichen Charakter bewahrt hat. In Zusammenarbeit mit der Direktion für ländliche Entwicklung ist man derzeit bemüht, diese dörflichen Strukturen zu erhalten und nach dem Leitspruch „Übern Lech dahoa“ auch für die Zukunft lebens- und liebenswert zu machen.

Apfeldorf von Osten

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Epple (Überparteiliche Einheitsliste/CSU), seit Mai 2008[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche „Heilig Geist“ hat einen spätromanischen Westturm mit Satteldach, einen spätgotischen Chor (der um 1740 stuckiert wurde) und ein barockisiertes Langhaus. Der Plan zum 1747 vom Kloster Polling erbauten Pfarrhof mit hübscher Innenhalle stammt vom Barockbaumeister Johann Michael Fischer.

Die „Haldenkapelle“ von 1816 hat ihren Namen vom Standort der Vorgängerkapelle an der Lechhalde. Hier beteten einst die Flößer für ihre gefährlichen Fahrten auf dem Lech um Gottes Schutz; als die Flößerei immer weniger wurde, kamen umso mehr Wallfahrer.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Apfeldorf

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eishockey: Der SV Apfeldorf/Eishockey[3] nahm ab 1964 am Spielbetrieb des BEV teil. In der Zeit von 1964 bis 1970 spielte er in der damals viertklassigen BLL. Seine Heimspiele trägt der SV in der Eissporthalle Peiting aus. Seine größten Erfolge waren der Aufstieg von der Bayerischen-Bezirksliga in die Landesliga und 1970 in die Natureis-Bayernliga. 1981 konnte die Meisterschaft der Natureis-Bayernliga, 1973 der Bayerischen-Landesliga Süd (4. Liga) und 1997, 1999 der Bayerischen-Bezirksliga Süd gewonnen werden. Der SVA spielte bis 2017 in der Eishockey-Bezirksliga Bayern. Quelle: rodi-db.de[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Apfeldorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.wahlen.bayern.de/kommunalwahlen/
  3. Chronik SV Apfeldorf
  4. ref rodi-db.de, Ligenzugehörigkeit SV Apfeldorf