Schondorf am Ammersee

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schondorf am Ammersee
Schondorf am Ammersee
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schondorf am Ammersee hervorgehoben
Koordinaten: 48° 3′ N, 11° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Verwaltungs­gemeinschaft: Schondorf am Ammersee
Höhe: 565 m ü. NHN
Fläche: 6,6 km2
Einwohner: 3944 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 598 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86938
Vorwahl: 08192
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 139
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Rathausplatz 1
86938 Schondorf am Ammersee
Webpräsenz: www.schondorf.de
Bürgermeister: Alexander Herrmann (Grüne)
Lage der Gemeinde Schondorf am Ammersee im Landkreis Landsberg am Lech
Ammersee Landkreis Aichach-Friedberg Landkreis Augsburg Landkreis Ostallgäu Landkreis Weilheim-Schongau Landkreis Starnberg Landkreis Fürstenfeldbruck Windach Weil (Oberbayern) Utting am Ammersee Unterdießen Thaining Pürgen Schwifting Schondorf am Ammersee Scheuring Rott (Landkreis Landsberg) Reichling Prittriching Vilgertshofen Penzing (Bayern) Obermeitingen Landsberg am Lech Kinsau Kaufering Igling Hurlach Hofstetten (Oberbayern) Greifenberg Geltendorf Fuchstal Finning Eresing Egling an der Paar Eching am Ammersee Dießen am Ammersee Denklingen ApfeldorfKarte
Über dieses Bild

Schondorf am Ammersee ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech und ein Mitglied sowie der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schondorf am Ammersee.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Luftkurort Schondorf liegt zirka 40 Kilometer westlich von München und etwa 40 Kilometer südöstlich von Augsburg am Westufer des Ammersees im Landkreis Landsberg am Lech. Da der Ort am Seeufer liegt, beträgt der Höhenunterschied im Gemeindegebiet zirka 70 Meter.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 6,56 km² mit einer maximalen Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung von etwa vier Kilometer und in West-Ost-Richtung von etwa 2,5 km.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Schondorf grenzen im Norden Greifenberg, im Nordosten Eching am Ammersee, im Süden Utting am Ammersee und im Westen Windach.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus der westlichen Gemarkung Oberschondorf und der östlichen Gemarkung Unterschondorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besiedlung vor der Ortsgründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten örtlichen Funde reichen in die Hallstattzeit (750 bis 450 v. Chr.) zurück. Darauf deuten die im Gemeindegebiet gefundenen 14 Hügelgräber hin. Im Bereich des heutigen gemeindlichen Badeplatzes wurde 1924 eine 20 m × 7,5 m große Badeanlage einer römischen Villa aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. ausgegraben. Weitere Spuren einer Besiedelung finden sich aus der Zeit nach der Römerherrschaft zwischen 500 und 700 n. Chr.: Skelettfunde mit Beigaben und eine Lanzenspitze.

Erste urkundliche Erwähnung bis ins Hochmittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jakobskirche in Schondorf

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schondorf im Jahr 751, als ein Graf Engildeo aus dem Adelsgeschlecht der Huosi unter anderem seine Güter in „Scondorf“ dem Kloster Benediktbeuern übergab. Dieser Besitz ging im Laufe der Zeit wieder verloren. Darauffolgend gab es einen Ortsadel (derer von Schondorf). Diese ließen um 1150 die Jakobskirche errichten. Die Kirche in Oberschondorf schenkte der bayerische Herzog 1284 dem Kloster Dießen.

Hochmittelalter bis 1818[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erst im Hochmittelalter wurde zwischen Ober- und Unterschondorf unterschieden. Jeder Hof in Oberschondorf gehörte dem Andechser Adelsgeschlechtes. Je eine Hälfte gehörte einer Adelheid von Pergen und die andere Hälfte einer Kunigunde von Schondorf-Hechenwang. Unterschondorf war zu dieser Zeit im Besitz der Grafen von Greifenberg. Durch die Gründung des Benediktinerklosters Andechs im Jahre 1458 bekamen die Unterschondorfer mit Ernst I. und Albrecht III. neue Gutsherren. Im 15. Jahrhundert waren Ober- und Unterschondorf Teil der geschlossenen Hofmark Greifenberg. 1507 kaufte Erhard von Perfall die Hofmark. Da die Zahl der Einwohner in Oberschondorf stetig stieg, ließ Propst Johannes Zallinger eine neue Kirche erbauen. Diese wurde zirka 1499 fertiggestellt. Sie war dem heiligen Martin von Tours geweiht. Die wöchentlichen Messen wurden durch den Uttinger „Gesellpriester“ abgehalten. Da dies den Oberschondorfer Bürgern nicht zusagte, wurde sich um einen eigenen Priester bemüht. Die Sigelamtsrechnungen des bischöflichen Ordinariats Augsburg weisen 1520 Wolfgang Ostler als ersten katholischen Pfarrer aus.

Während des Dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1628 und 1629 raffte die Pest mehr als die Hälfte der Einwohner Schondorfs hin. 1633 zogen die Schweden am Westufer des Ammersees entlang und plünderten wohl auch Schondorf.

Die Sankt-Anna-Kirche in Schondorf, Ortsteil Oberschondorf, mit der alten Schule im Vordergrund.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden die Pfarrkirche in Oberschondorf und die Kirche St. Jacob in Unterschondorf einer Renovierung unterzogen. Dies betraf insbesondere den Choraltar, die Kanzel und die Bestuhlung. Durch die Säkularisation 1803 wurde der bayerische Staat Grundherr in Schondorf. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstanden mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinden Oberschondorf und Unterschondorf.

1818–1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1848 wurde Schondorf in den Zuständigkeitsbereich des Landsberger Landgerichtes eingegliedert. Schondorf war zunächst der südliche Endhaltepunkt der am 30. Juni 1898 eröffneten Ammerseebahn. Der Lückenschluss bis Dießen am Ammersee erfolgte am 24. Dezember 1898. Der Bahnhof wurde auf der Gemarkungsgrenze zwischen Ober- und Unterschondorf errichtet und trug schon damals die Bezeichnung „Schondorf“.

Im Jahre 1909 hatte der erste Schraubendampfer mit der Bezeichnung „Schondorf“ auf dem Ammersee Stapellauf. Das Schiff hatte 80 PS und konnte 120 Personen befördern. Es wurde 1956 außer Dienst gestellt. Im Jahre 1912 wurden die beiden Orte an das elektrische Stromnetz angeschlossen. Mit der Sparte Turnen wurde 1920 der TSV 1920 Schondorf von 27 Gründungsmitgliedern gegründet.

Das Bahnhofsgebäude am Schondorfer Bahnhof wurde 1934 grundlegend neu gebaut. Auch die technischen Einrichtungen, die sich bis dahin im Freien befanden, bekamen eine Einhausung. Dazu wurden noch weitere elektrische Anlagen eingebaut, die nicht der Witterung ausgesetzt werden durften. Während des Zweiten Weltkrieges wurden die beiden Gemeinden nicht in Mitleidenschaft gezogen. Im April 1945 rückten US-amerikanische Truppen in die Orte ein. Es folgte eine dreiwöchige Besetzung durch französische Truppen.

Das Deutsche Wirtschaftswunder machte sich auch in den Schondorfer Gemeinden bemerkbar. Es wurden nicht nur die Straßenverhältnisse verbessert, sondern auch der Ausbau der Wasserversorgung und der Bau von Wohnungen für Flüchtlinge und Vertriebene vorangetrieben. Im Jahre 1961 wurde das zweite Schiff mit der Bezeichnung „Schondorf“ mit 225 PS in Dienst gestellt.

1818–1970 in Oberschondorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sankt-Anna-Kirche in Schondorf, Ortsteil Oberschondorf, mit dem umgebenden Friedhof

Da im oberen Ort die landwirtschaftliche Nutzfläche doppelt so groß war wie im unteren Ort entstanden hier vor allem Bauernhöfe mit hohem landwirtschaftlichem Leistungsvermögen. Mitte der 1830er Jahre wurde die erste Gastwirtschaft eröffnet (Sailer). Im Ersten Weltkrieg mussten einige Glocken der St. Anna Kirche abgegeben werden, um der Kriegsproduktion zu dienen. 1925 konnte die Fa. Hirt in Kempten mittels Spenden der Bevölkerung und durch eine Stiftung drei neue Glocken gießen. Doch bereits 1942 mussten wieder vier Glocken für die Granatenproduktion abgegeben werden. Zwei Glocken konnten dann wieder angeschafft werden, doch es sollte nicht bei diesen beiden bleiben. Nach einer kurzen Zeit, sammelte der Ortspfarrer Schondorf Geld für eine dritte Glocke. Dazu stiftete man die vierte mithinzu und die schöne Sankt Anna Kirche hat bis heute noch diese vier Glocken behalten.

1818–1970 in Unterschondorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der untere Ort war durch Fischer und Kleinbauern besiedelt. Diese waren wirtschaftlich nicht so leistungsstark wie im oberen Ort. Erst mit Ausbau der Beherbergungsbetriebe Anfang des 20. Jahrhunderts besserte sich die Lage der Einwohner in Unterschondorf.

Im Jahre 1876 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Am 14. September 1905 gründete der evangelische Pfarrer Julius Lohmann das „Süddeutsche Landerziehungsheim“ (heute Stiftung Landheim Schondorf). Am 5. Januar 1919 ereignete sich eine Sturmflut am Ammersee. Dies zerriss zahlreiche Steganlagen. Ebenso wurde abgebrochenes Schilf über die Ufermauer geschleudert. In den 1920er und 1930er Jahren wurde südlich der Dampferanlegestelle die von Toni Ruhr geplante Uferpromenade verwirklicht.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten übernahm der in Unterschondorf ansässige Joachim von Moltke das Bürgermeisteramt, wurde aber bald darauf Kreisleiter des Kreises Landsberg am Lech.

Nach Kriegsende beschlagnahmten die amerikanischen Truppen einige Villen am See. Im Landheim wurde für kurze Zeit ein Hospital für Displaced Persons eingerichtet. Die Instandsetzung der Uferpromenade erfolgte bereits 1950 wunde nun nach Norden erweitert. Im Jahre 1954 wurde in Unterschondorf eine neue Pfarrkirche (Hl. Kreuz) gebaut.

Seit 1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von See aus: Uferpromenade mit St. Jakob

Am 1. Januar 1970 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden zusammengelegt.[2] Zu diesem Zweck wurde ein neues Rathaus in der neuen Mitte des Ortes gebaut. Die alten Rathäuser von Ober- und Unterschondorf wurden zu Sozialwohnungen umgebaut.

Durch Rechtsverordnung der Regierung von Oberbayern entstand am 1. Mai 1978 die Verwaltungsgemeinschaft Schondorf am Ammersee. Damit wurden die Verwaltungen der weiterhin existierenden eigenständigen Gemeinden Schondorf, Greifenberg und Eching zusammengefasst. Der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Schondorf.

Am Abend des 15. September 1981 kam es zur Entführung der zehnjährigen Schülerin Ursula Herrmann. Diese war auf dem Weg von ihrer Großmutter in Schondorf nach Eching am Ammersee. Das Kind wurde in einer 72 cm × 60 cm × 139 cm großen im Waldboden vergrabenen Kiste im Waldstück „Weingarten“ gesperrt und vergraben. Da das Belüftungsrohr zu lang war, erstickte das Mädchen schon nach mehreren Stunden. Es wurde ein Lösegeld von zwei Millionen DM (1,02 Millionen Euro) gefordert, zu dessen Übergabe es nie kam. Die Leiche wurde am 4. Oktober 1981 gefunden. Die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. Die Ermittlungen führten erst im Mai 2008 zur Festnahme eines 58-jährigen Mannes in Kappeln. In einem Indizienprozess wurde dieser am 25. März 2010 wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge zu lebenslanger Haft verurteilt.[3]

Infolge starker Regenfälle (bis zu 180 l/m²) überschritt der Ammersee beim Pfingsthochwasser 1999 seinen mittleren Pegelstand um zirka zwei Meter. Dabei wurden die Seepromenade und die daran angrenzende Seestraße überflutet.

Im August 2005 wurden die Gleise am Bahnhof Schondorf umgebaut. Seitdem gibt es keine Werk- und Gütergleise mehr.

Im Jahr 2010 fand eine energetische Modernisierung des Rathauses statt. Dabei konnte eine Energieeinsparung von 65 Prozent erreicht werden. Der Kostenrahmen für die Sanierung lag im Bereich von 1,5 Millionen Euro. Der Zuschuss aus dem Konjunkturpaket II belief sich auf zirka 720.100 Euro.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberschondorf[5]
1832 1840 1890 1895 1900 1925 1931 1933 1945 1950 1951 1962 1970
340 323 359 270 423 465 523 526 742 854 850 820 837
Unterschondorf[6]
1840 1900 1910 1925 1931 1939 1945 1950 1970
195 183 378 623 676 707 1317 1214 1302
Schondorf[6][7]
1970 1987 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
2004 2930 3897 3900 3913 3973 3959 3766 3741 3785 3849 3944

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aktuelle Gemeinderat wurde bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 gewählt:

Die Sitzverteilung im Gemeinderat
Jahr CSU SPD Grüne FWG gesamt Wahlbeteiligung
2014 6 2 5 3 16  ? %
2008 7 3 3 3 16 60,8 %
2002 8 3 0 5 16 67,6 %

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. März 2014 wurde Alexander Herrmann (Grüne) in der Stichwahl zum Nachfolger des nicht mehr angetretenen Bürgermeisters Peter Wittmaack (SPD) gewählt. Frühere Bürgermeister von Schondorf:

Bürgermeister
Unterschondorf
1877 bis 1970[8]
1877–1887 Thomas Marx
1887 Georg Böck
1887–1894 Johann Bapt. Limm
1894–1900 Georg Böck
1900–1906 Georg Ernst
1906–1912 Johann Bapt. Limm
1912–1933 Jakob Böck
1933 Joachim von Moltke
1933–1934 Jakob Böck
1934–1943 Johannes Bauer
1943–1945 Alois Ortner
1945 kommissarisch:
Johannes Bauer
Dr. H. Däumling
Freiherr von Perfall
Hugo Höchtl
1946–1970 Hugo Höchtl
Bürgermeister
Oberschondorf
1892 bis 1970[9]
1892–1926 Georg Drexl
1926–1927 Georg Baur
1927–1933 Johann Stangl
1933–1945 Josef Drexl
1945–1946 Hugo Höchtl
1946–1970 Mathias Wagner
Bürgermeister
Schondorf
seit 1970
1970–1990 Alois Metzger
1990–2006 Gerd Hoffmann (Freie Wählergemeinschaft)
2006–2014 Peter Wittmaack (SPD)
seit 2014 Alexander Herrmann (Grüne)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot über zwei silbernen Wellenleisten der silberne Rumpf eines golden gekrönten Einhorns mit blaugesteintem goldenem Ring am Horn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Pfarrkirche St. Anna auf dem Berg im Norden des Ortes ist schon von weitem gut zu sehen. Sie wurde vom Kloster Dießen im Jahr 1499 erbaut. Auf der zweiten Empore der Kirche steht eine historische Zugorgel aus dem 18. Jahrhundert. Um die Kirche herum liegt ein Friedhof mit einigen sehr alten Grabsteinen, der von einer Mauer und Häusern umgeben ist.

Die romanische Kirche St. Jakobus stammt vermutlich aus dem Jahr 1150.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schondorf befinden sich ein Sekretariat des Engelwerkes und ein Kloster der ihm angeschlossenen Ordensgemeinschaft Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz.[10]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der TSV 1920 Schondorf besteht aus acht Abteilungen (Eisstock, Fußball Jugend, Fußball Senioren, Skigymnastik, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Turnen/Leichtathletik, Volleyball) mit 1300 Mitgliedern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dampfersteg am See

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Ort führt die Staatsstraße 2055 (Dießen – Greifenberg). In sie mündet am Bahnübergang am nördlichen Ortsrand die Staatsstraße 2346. Die restlichen Straßen sind Gemeindestraßen. Alle Gemeindestraßen sind Tempo-30-Zonen.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Schondorf
Hauptartikel: Bahnhof Schondorf (Bay)

Durch Schondorf verläuft die eingleisige Ammerseebahn von Mering über Geltendorf und Dießen nach Weilheim. Sie wird von der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 985 geführt. An der Ammerseebahn befindet sich zwischen den Ortsteilen Oberschondorf und Unterschondorf und etwa 800 Meter vom Ammerseeufer entfernt der Bahnhof Schondorf (Bay). Der Zugkreuzungsbahnhof hat heute zwei Bahnsteiggleise. Das durchgehende Hauptgleis befindet sich an einem Mittelbahnsteig, das Überholgleis am Hausbahnsteig.

Am 30. Juni 1898 nahmen die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen den Ammerseebahn-Abschnitt von Mering nach Schondorf in Betrieb. Der Bahnhof Schondorf wurde als südlicher Endpunkt der Strecke errichtet. Gleichzeitig wurde auch der Abschnitt von Dießen nach Weilheim in Betrieb genommen. Zwischen Schondorf und Dießen verkehrten ersatzweise Schiffe über den Ammersee. Mit dem Lückenschluss zwischen Schondorf und Dießen am 23. Dezember 1898 wurde der Bahnhof Schondorf zum Durchgangsbahnhof.[11]

Als Empfangsgebäude wurde ein hölzerner Bau errichtet. Im Jahr 1934 wurde das Holzgebäude zu einem dreistöckigen gemauerten Gebäude im Heimatstil mit Schopfwalmdach, drei Gauben auf der Gleisseite und im Dachbereich holzverschalten Giebelwänden ersetzt. Die bisher im Freien befindlichen technischen Einrichtungen wurden in einem ans Empfangsgebäude anschließenden Stellwerksvorbau untergebracht. Südlich des Empfangsgebäudes befindet sich ein Nebengebäude, das mit dem Empfangsgebäude durch eine halboffene Wartehalle verbunden ist. Später wurde das Schopfwalmdach des Gebäudes durch ein Satteldach ersetzt.[12] Der Zugkreuzungsbahnhof besaß umfangreiche Gleisanlagen. Neben dem durchgehenden Hauptgleis am Mittelbahnsteig (Gleis 2) existierte ein Überholgleis am Hausbahnsteig (Gleis 1) und ein anfangs aus beiden Richtungen befahrbares bahnsteigloses Gleis 3, von dem ein Anschlussgleis zur Firma Prix abzweigte. In der Nachkriegszeit wurde an Gleis 3, in Richtung Utting, die Weiche ausgebaut und ein Prellbock installiert. Am Güterschuppen befand sich ein in beide Richtungen ans Überholgleis angebundenes Ladegleis. Ende der 1980er Jahre wurde Gleis 3 soweit zurückgebaut, dass es nur noch als Anbindung des Gleisanschlusses diente. Im August 2005 wurden die Gleisanlagen erneut stark vereinfacht. Das Ladegleis und das Anschlussgleis wurden abgebaut, es existieren nur noch das durchgehende Hauptgleis und das Überholgleis. Außerdem wurde die nutzbare Gleislänge, durch die Versetzung der Weichen und Signale, um etwa ein Drittel verkürzt. Im Sommer 2012 wurden, die beiden Bahnübergänge in der Nordausfahrt des Bahnhofs, die bisher mittels zwei Schrankenwinden mechanisch über Drahtzüge geschlossen wurden, abgebaut und durch eine vollelektronische Anlage ersetzt. Das mechanische Stellwerk der Einheitsbauform (Berlin 1936) ist weiterhin in Betrieb und sogar die Fahrkartenausgabe ist zeitweise besetzt. Auch aus diesem Grund ist Schondorf inzwischen die einzige Station auf dem Südast der Strecke, die einen zugänglichen beheizten Warteraum aufweist.[13][14]

Der Bahnhof wird seit 2008 im Stundentakt durch die Züge der Bayerischen Regiobahn (BRB) von Augsburg-Oberhausen nach Schongau bedient. In der Hauptverkehrszeit stellen Verstärkerzüge zwischen Geltendorf und Peißenberg einen Halbstundentakt her. Alle Züge, die auf der Strecke fahren, bedienen den Bahnhof. Seit 1991 fahren keine Fernverkehrszüge mehr auf der Ammerseebahn.[15]

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schondorf ist im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) an die Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG) angeschlossen, in die der Schienenverkehr allerdings nicht integriert ist.

Derzeit verkehren in Schondorf folgende Buslinien der LVG:[16]

Ammerseeschifffahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ammersee verkehren Schiffe der Bayerischen Seenschifffahrt Richtung Stegen am Ammersee, Herrsching am Ammersee und Dießen am Ammersee.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2007 existierten folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 100 Kindern
  • Grundschule mit 7 Lehrern und 126 Schülern
  • Realschule mit etwa 40 Lehrern und 700 Schülern
  • Volkshochschule Ammersee-Nordwest: Die vhs ist die kommunale Einrichtung der Gemeinde Utting am Ammersee und der Verwaltungsgemeinschaft Schondorf am Ammersee mit ihren Mitgliedsgemeinden Eching am Ammersee, Greifenberg und Schondorf am Ammersee.

Darüber hinaus befindet sich im Ort sich das Landheim Schondorf. Das Internat hat 290 Schüler. Diese kommen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland. Neben der gymnasialen Ausbildung ist die Teilnahme an handwerklichen, sportlichen und musikalischen Werkstätten Pflicht.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 230 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 258 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 920. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 acht landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 179 Hektar, davon waren 103 ha Ackerfläche und 76 ha Dauergrünfläche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Renate Rose
  • Willi Wagner[17]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstler und Musiker wie Heinz Rose, nach dem der Roseweg benannt ist, und Hans Pfitzner, dem zu Ehren die Seeanlage gestaltet wurde, suchten in Schondorf nach Inspiration und verbrachten viele Jahre vor Ort. Auch die 1984 geborene Synchronsprecherin und Malerin Lucia Jantos lebt seit 1987 im Ort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Weidacher: Schondorf. Das Dorf und seine Menschen in alten Aufnahmen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-178-5.
  • P. C. Mayer-Tasch, Michael C. Sorger: Unterschondorf am Ammersee in alten Ansichten. 2. Auflage. Europäische Bibliothek, Zaltbommel, Niederlande 1999, ISBN 90-288-6594-2.
  • Susanne Lücke-David: Schondorf am Ammersee. Porträt eines Dorfes. Bauer-Verlag, Thalhofen 2010, ISBN 978-3-941013-48-3.
  • Alfons Kifmann: Schondorf, oder wir Barackenkinder. epubli-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-8442-4361-1.
  • Maximilian von Perfall: Historische Beschreibung mehrerer Ortschaften der Umgegend von Greifenberg. München 1848 (Volltext)
  • Jochen Reiss: 111 Orte im Fünfseenland, die man gesehen haben muss. Emons, 2016, ISBN 978-3-95451-851-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schondorf am Ammersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507.
  3. Hans Holzhaider: Ein letzter Zweifel bleibt. In: Süddeutsche Zeitung. 25. März 2010, abgerufen am 28. Juli 2010.
  4. Tag der offenen Tür im Rathaus. In: Augsburger Allgemeine. 26. November 2010, abgerufen am 5. Januar 2011.
  5. Werner Weidacher: Schondorf. Das Dorf und seine Menschen in alten Aufnahmen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-178-5, S. 11.
  6. a b Werner Weidacher: Schondorf. Das Dorf und seine Menschen in alten Aufnahmen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-178-5, S. 136.
  7. Online-Datenbank. In: bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 29. März 2013.
  8. Werner Weidacher: Schondorf. Das Dorf und seine Menschen in alten Aufnahmen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-178-5, S. 140.
  9. Werner Weidacher: Schondorf. Das Dorf und seine Menschen in alten Aufnahmen. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1996, ISBN 3-89570-178-5, S. 19.
  10. Opus Sanctorum Angelorum: Jahresprogramm 2016 (undatiert).
  11. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 13–14.
  12. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 83–86.
  13. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 57–58.
  14. Beschreibung des Bahnhofs Schondorf (Memento vom 16. Februar 2015 im Internet Archive) auf Ammerseebahn.de
  15. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 94.
  16. Liniennetz der Landsberger Verkehrsgemeinschaft (PDF; 69 kB) auf lvg-bus.de
  17. Stefan Gerum: Viel Gesprächsstoff auf der Schondorfer Bürgerversammlung. myheimat.de, 31. Mai 2008, abgerufen am 28. Juli 2010.