Egling an der Paar

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Wappen Deutschlandkarte
Egling an der Paar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Egling a.d.Paar hervorgehoben

Koordinaten: 48° 11′ N, 10° 59′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Landsberg am Lech
Höhe: 552 m ü. NHN
Fläche: 20,77 km2
Einwohner: 2386 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 115 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86492
Vorwahl: 08206
Kfz-Kennzeichen: LL
Gemeindeschlüssel: 09 1 81 116
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 31
86492 Egling a.d.Paar
Website: www.egling.com
Erster Bürgermeister: Ferdinand Holzer (CSU)
Lage der Gemeinde Egling a.d.Paar im Landkreis Landsberg am Lech
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Über dieses Bild
Egling an der Paar von Süden

Egling an der Paar (amtlich: Egling a.d.Paar) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeteile sind das Pfarrdorf Egling an der Paar, das Kirchdorf Heinrichshofen und der Weiler Hattenhofen.[2][3] Es gibt die Gemarkungen Egling an der Paar und Heinrichshofen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere Hügelgräber im Gemeindegebiet lassen auf eine erste Besiedelung in der Hallstattzeit schließen, das heutige Dorf geht jedoch auf die Landnahme im 6. Jahrhundert zurück. Vermutlich bestand das Dorf in dieser Zeit nur aus einem Hof, dem heutigen Frietingerhof.

Urkundlich wird Egling erstmals 1133 erwähnt.[5]

Unter- und Oberegling bestanden zunächst jeweils nur aus vier Gehöften und einer Mühle, durch Hofteilungen und der Ansiedelung von Kleinbauern entwickelten sich die beiden Orte ab dem 12. Jahrhundert zu Dörfern.

Der Pfarrsitz befand sich in Unteregling, bereits im Mittelalter zählten Unter- und Oberegling samt Hattenhofen 123 Familien.[6]

Egling an der Paar gehörte zum Rentamt München und zum Landgericht Landsberg des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 die Gemeinde Heinrichshofen eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2019 wuchs die Gemeinde von 1595 auf 2357 um 762 Einwohner bzw. um 47,8 %.

  • 1970: 1413 Einwohner
  • 1987: 1543 Einwohner
  • 1991: 1803 Einwohner
  • 1995: 1838 Einwohner
  • 2005: 2210 Einwohner
  • 2010: 2253 Einwohner
  • 2015: 2247 Einwohner
  • 2016: 2284 Einwohner
  • 2018: 2312 Einwohner
  • 2019: 2357 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erster Bürgermeister (seit Mai 2014): Ferdinand Holzer (CSU/Bürgergemeinschaft)
  • Altbürgermeister (seit Mai 2014): Leonhard Wörl (CSU/Bürgergemeinschaft)
  • Altbürgermeister (seit 2002): Friedrich Kircher sen. (CSU/Bürgergemeinschaft)[8]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
Jahr CSU/BG SPD DG WGH BP ÖDP gesamt Wahlbeteiligung
2020[9] 5 2 2 2 3 14
2014 5 3 2 2 2 14 74,29 %
2008 5 4 3 2 14
2002 5 1 4 3 1 14 78,4 %

BG = Bürgergemeinschaft
DG = Dorfgemeinschaft Egling-Heinrichshofen
WGH = Wählergemeinschaft Heinrichshofen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Egling an der Paar.svg
Blasonierung: „In Rot ein dreizackiger, aufrecht stehender silberner Ger.“[10]

Dieses Wappen wird seit 1956 geführt.

Wappenbegründung: Der dreizackige, aufrecht stehende Ger entspricht dem Siegelbild der Herren von Egling, das an Urkunden von 1293 für Heinrich von Eglingen und von 1347 für Ulrich den Eglinger überliefert ist. Dieses Ortsadelsgeschlecht ist schon zwischen 1065 und 1111 erstmals urkundlich nachweisbar; es ist vermutlich in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ausgestorben. Die Farben Silber und Rot sind die Farben der Welfen und erinnern daran, dass das Gemeindegebiet im Hochmittelalter zum welfischen Besitzkomplex am Lechrain gehört. Egling war Sitz welfischer Ministerialen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Gemeindepartnerschaft mit der 1200 Einwohner zählenden französischen Gemeinde Foussais-Payré im Département Vendée in der Region Pays de la Loire.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2018 gab es in der Gemeinde 226 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 965 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 739 Personen größer als die der Einpendler. 16 Einwohner waren arbeitslos. Die 30 landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschafteten insgesamt 1517 Hektar (Stand 2016).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Egling mit Zug der BRB

Am westlichen Ortsrand von Egling verläuft die eingleisige Ammerseebahn von Mering über Geltendorf und Dießen nach Weilheim. Sie wird von der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 985 geführt. An der Ammerseebahn befindet sich im Norden von Egling der Bahnhof Egling. Er ist heute neben dem Nachbarbahnhof Walleshausen der einzige Bahnhof im Nordabschnitt der Strecke, an dem noch Zugkreuzungen möglich sind. Der Bahnhof hat heute zwei Bahnsteiggleise. Das durchgehende Hauptgleis befindet sich an einem Zwischenbahnsteig, das Überholgleis am Hausbahnsteig. Daneben existiert ein Ladegleis, das im Jahr 2000 durch Ausbau der Weichen stillgelegt wurde. Um auch umgeleitete ICE-Züge aufnehmen zu können, ist das Überholgleis 609 Meter lang.

Bahnhof Egling um 1900

Die Ammerseebahn wurde am 30. Juni 1898 durch die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnet.[11] An ihr entstand der Zugkreuzungsbahnhof Egling. Der Bahnhof erhielt ein einstöckiges gemauertes Empfangsgebäude mit Holzverkleidung im Lokalbahnstil. 1940 wurde das Gebäude umgebaut und Holzverkleidung entfernt. Im Empfangsgebäude befand sich neben den Dienst- und Warteräumen auch eine Güterhalle. Bis zum 7. September 1970 wurde die Ammerseebahn zwischen Mering und Geltendorf elektrifiziert.[12] 1987 wurde die Verladeanlage für den Zuckerrübentransport am Ladegleis abgebaut. Bis 1993 wurde der Bahnhof regelmäßig im Güterverkehr bedient.[13][14]

Der Bahnhof wird seit 2008 im Stundentakt durch die Züge der Bayerischen Regiobahn (BRB) von Augsburg-Oberhausen nach Schongau bedient. In der Hauptverkehrszeit fahren einzelne Verstärkerzüge zwischen Augsburg und Geltendorf. Alle Züge, die auf der Strecke fahren, bedienen den Bahnhof. Von 1980 bis 1982 hielt der Eilzug E 2682, der ab Augsburg als Schnellzug D 782 weiter nach Hamburg-Altona fuhr, in Egling. Seit 1991 fahren keine Fernverkehrszüge mehr auf der Ammerseebahn.[15]

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Egling ist an die Landsberger Verkehrsgemeinschaft (LVG) angeschlossen, in die der Schienenverkehr allerdings nicht integriert ist. Durch Egling und den Eglinger Gemeindeteil Heinrichshofen verkehrt täglich die Buslinie 60 der LVG von Heinrichshofen über Egling, Walleshausen, Kaltenberg, Weil und Penzing nach Landsberg am Lech.[16] Seit Dezember 2017 ist Egling durch die Buslinie 828 nach Grafrath an den MVV angeschlossen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Haus des Kindes (Krippe, Kindergarten, Hort) mit 140 Pätzen und 134 angemeldeten Kindern (Stand 1. März 2019)
  • Grundschule Egling a.d.Paar mit fünf Lehrkräften und 111 Schülern (Schuljahr 2020/21).[17]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Egling an der Paar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Egling a.d.Paar in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 8. September 2019.
  3. Gemeinde Egling a.d.Paar, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 14. Dezember 2021.
  4. Amtsbezirk. Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung | Landsberg am Lech mit Außenstelle Starnberg, abgerufen am 10. April 2019.
  5. Heide Weißhaar–Kiem: Landkreis Landsberg am Lech. Hrsg.: Landkreis Landsberg am Lech. 1. Auflage. EOS Verlag Sankt Ottilien, 2010, ISBN 978-3-8306-7437-5, S. 185.
  6. Heide Weißhaar-Kiem: Landkreis Landsberg am Lech. Hrsg.: Landkreis Landsberg am Lech. 1. Auflage. EOS Verlag St. Ottilien, 2010, ISBN 978-3-8306-7437-5, S. 184–185.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 507 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. https://egling.com/gemeinderat/
  9. Gemeinderat – Gemeinde Egling a.d. Paar. Abgerufen am 9. November 2020 (deutsch).
  10. Eintrag zum Wappen von Egling an der Paar in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 13–14.
  12. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 83–86.
  13. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 40.
  14. Beschreibung des Bahnhofs Egling (Memento des Originals vom 9. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ammerseebahn.de auf Ammerseebahn.de
  15. Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 94.
  16. Liniennetz der Landsberger Verkehrsgemeinschaft (Memento des Originals vom 3. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lvg-bus.de (PDF; 69 kB) auf lvg-bus.de
  17. Grundschule Egling a.d.Paar in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 3. Juli 2021.