Roger Guillemin

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Roger Charles Louis Guillemin (* 11. Januar 1924 in Dijon, Frankreich) ist ein französisch-US-amerikanischer Biochemiker und Träger des Nobelpreises für Physiologie oder Medizin. Er leistete wesentliche Arbeiten über den Hypothalamus und über Thyreoliberin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guillemin begann sein Medizinstudium 1943 an der Universität Dijon und schloss es 1949 ab. Er ging danach an die Universität Montreal mit einem kleinen Stipendium von Hans Selye, den er bei einer Vorlesung über hormonelle Regulation im Organismus in Paris kennengelernt hatte. Mit seinen wissenschaftlichen endokrinologischen Arbeiten dort erhielt er 1953 den Ph. D. in Physiologie. Anschließend ging er als Assistenz-Professor an das Baylor College of Medicine in Houston. Zusammen mit Andrew Victor Schally entdeckte er die Bildung von Peptidhormonen im Gehirn und versuchte, die chemische Struktur von CR-Hormonen zu entschlüsseln, was jedoch misslang (die Struktur wurde erst 1981 entschlüsselt). Sie konzentrierten sich danach auf andere Hormone des Hypothalamus. Später wurden sie jahrelange Rivalen in der Forschung und im Ringen um den Nobelpreis, was Nicholas Wade 1981 zu seinem Buch The Nobel Duel verarbeitete. Am Baylor College of Medicine unterrichtete er zudem bis 1970 Physiologie.

1970 war er am Aufbau des Endikrinologischen Labors am Salk Institute for Biological Studies in La Jolla beteiligt, wo er bis zu seinem Ruhestand 1989 arbeitete und forschte.[1] Er und sein Team entdeckten dort Somatostatin. Später entdeckte er – und zeitgleich Andrew Victor Schally in einer anderen wissenschaftlichen Einrichtung – die Strukturen von Thyreoliberin und GnRH. 1977 erhielten sie dafür gemeinsam den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Guillemins Arbeit am Salk Institut war die Grundlage für eine bekannte, 1979 veröffentlichte Fallstudie zur sozialwissenschaftlichen Wissenschaftsforschung: Laboratory Life: The Construction of Scientific Facts von Bruno Latour und Steve Woolgar.

Guillemin ist verheiratet und hat sechs Kinder.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

über Roger Charles Louis Guillemin

  • Bruno Latour und Steve Woolgar: Laboratory Life: The Construction of Scientific Facts, Beverly Hills, Sage Publications, 1979, ISBN 0-8039-0993-4
  • Nicholas Wade: The Nobel Duel: Two scientists’ 21-year race to win the world’s most coveted research prize, Garden City, NY, 1981, ISBN 0-385-14981-6
  • Gisela Baumgart: Guillemin, Roger Charles. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 517.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roger Charles Louis Guillemin -- Britannica Online Encyclopedia Teil 2