Rullstorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rullstorf
Rullstorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rullstorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 17′ N, 10° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüneburg
Samtgemeinde: Scharnebeck
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 22,82 km2
Einwohner: 1914 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21379
Vorwahl: 04136
Kfz-Kennzeichen: LG
Gemeindeschlüssel: 03 3 55 032
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alte Dorfstraße 6
21379 Rullstorf
Bürgermeister: Jürgen Hagemann (BRB)
Lage der Gemeinde Rullstorf im Landkreis Lüneburg
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Über dieses Bild
Luftbild (2013)

Rullstorf ist eine Gemeinde im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rullstorf liegt westlich des Naturparks Elbufer-Drawehn. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Scharnebeck an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Scharnebeck hat.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Boltersen
  • Kronsberg
  • Rullstorf
  • Plangenmoor
  • Neu Rullstorf
  • Neu Boltersen

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Siedlungskammer Rullstorf

Die Umgebung von Rullstorf ist seit Jahrtausenden besiedelt. Bei Ausgrabungen unter Leitung des Archäologen Wilhelm Gebers vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege auf der Anhöhe des Kronsberges wurden die Reste eines Langhauses entdeckt, das sich anhand von Keramikfunden auf etwa 4000 Jahre vor Christus datieren ließ. Dabei handelt es sich um das älteste nachgewiesene Haus im Gebiet des heutigen Niedersachsens. Die zwischen 1979 und 2009 durchgeführten Grabungen zeigten, dass es seit der Bronzezeit über die Zeit der Langobarden und der Altsachsen bei Rullstorf eine kontinuierliche Besiedlung gab.

Informationstafel (Vor- und Rückseite) zu den archäologischen Untersuchungen am Kronsberg

Bei den Ausgrabungen wurde ein Pferdegräberfeld entdeckt. Es ist eines der größten in Deutschland und gilt als größter bekannter spätsächsischer Pferdefriedhof. Auf dem Areal wurden 42 Pferde bestattet, in der Regel lagen sie mit dem Kopf Richtung Süden. Das im Jahr 2000 ausgegrabene Pferd im Pferdegrab 5075, das als Grabbeigabe zu einer Scheiterhaufenbestattung mit kompletter Reitausrüstung bestattet wurde, war jedoch genau entgegengesetzt ausgerichtet. Kein anderes der in Rullstorf bestatteten Pferde wurde mit Sattel, Trense oder anderem Zubehör begraben.[2] Die Funde erlauben eine Rekonstruktion der sächsischen Reitausrüstung des 7. Jahrhunderts, die im Deutschen Pferdemuseum in Verden an der Aller gezeigt wird.[3]

Um das Jahr 1150 wurde der Ort Rullstorf als Rundling gegründet.[4] Beim Ort beginnt die Lüneburger Landwehr, eine um 1480 errichtete Wallanlage. Sie reichte ursprünglich von Rullstorf in südlicher Richtung über Neu Wendhausen bis nach Deutsch Evern.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Boltersen eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Rullstorf gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe[6] und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[7]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Rullstorf setzt sich aus elf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

  • CDU 3 Sitze
  • SPD 2 Sitze
  • Bürgergemeinschaft Rullstorf - Boltersen (BRB) 3 Sitze
  • Grüne 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister ist seit November 2016 Jürgen Hagemann (BRB)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rullstorf ist über verschiedene Land- und Kreisstraßen an das Verkehrsnetz angebunden.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Ilona Becker: Die Pferde aus dem sächsischen Gräberfeld Rullstorf (Ldkr. Lüneburg). Leipziger online-Beiträge zur Ur- und Frühgeschichtlichen Archäologie. 2007. Abgerufen am 28. September 2012. (pdf, 2,1 MB)
  3. Auf dem Weg nach Walhall (2004)
  4. Gemeinde Rullstorf. Samtgemeinde Scharnebeck, abgerufen am 9. April 2017.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 234.
  6. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF; 87 KB)
  7. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. (PDF; 200 KB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rullstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien