Hohnstorf (Elbe)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hohnstorf (Elbe)
Hohnstorf (Elbe)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hohnstorf (Elbe) hervorgehoben

Koordinaten: 53° 22′ N, 10° 33′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüneburg
Samtgemeinde: Scharnebeck
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 10,22 km2
Einwohner: 2397 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21522
Vorwahl: 04139
Kfz-Kennzeichen: LG
Gemeindeschlüssel: 03 3 55 019
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 1a
21522 Hohnstorf (Elbe)
Website: www.hohnstorf.de
Bürgermeister: André Feit (CDU)
Lage der Gemeinde Hohnstorf (Elbe) im Landkreis Lüneburg
Landkreis LüneburgNiedersachsenSchleswig-HolsteinMecklenburg-VorpommernLandkreis Lüchow-DannenbergLandkreis UelzenLandkreis HeidekreisLandkreis HarburgRehlingenSoderstorfOldendorfAmelinghausenBetzendorfBarnstedtMelbeckDeutsch EvernWendisch EvernEmbsenSüdergellersenKirchgellersenWestergellersenReppenstedtReppenstedtMechtersenVögelsenRadbruchBardowickHandorfWittorfLüneburgBarendorfVastorfReinstorfThomasburgDahlenburgBoitzeNahrendorfTosterglopeDahlemBleckedeNeetzeAdendorfScharnebeckRullstorfLüdersburgHittbergenHohnstorfEchemArtlenburgBarumBrietlingenAmt NeuhausKarte
Über dieses Bild

Hohnstorf (Elbe) ist eine Gemeinde im Landkreis Lüneburg in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohnstorf (Elbe) liegt am linkselbischen Ufer westlich des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue gegenüber der alten Schifferstadt Lauenburg/Elbe. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Scharnebeck an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Scharnebeck hat. Hohnstorf (Elbe) liegt in der Lüneburger Heide.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile der Gemeinde sind:

  • Hohnstorf
  • Sassendorf
  • Bullendorf

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1864 wurde der Bahnhof Hohnstorf in Betrieb genommen, der im Zusammenhang mit der Trajekt Lauenburg–Hohnstorf eingerichtet worden war. Die besagte Strecke blieb offenbar nur bis zum Jahr 1878 im Betrieb.[2]

Kämpfe zum Ende des Zweiten Weltkrieges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland verlor 1945 den Zweiten Weltkrieg und es wurde schrittweise besetzt. In den letzten Kriegstagen rückten die alliierten Truppen immer weiter nach Norden vor. Im benachbarten, auf der Nordseite der Elbe gelegenen, Kreis Herzogtum Lauenburg begannen im April die Vorbereitungen hinsichtlich der zu erwartenden Kämpfe. Stellungen, Schützenlöcher, Schützengräben und mit Minen ausgestattete Panzersperren wurden eingerichtet. Zudem wurden verschiedene Brücken für Sprengungen vorbereitet.[3] Die Bevölkerung von Lauenburg sowie auch teilweise von Hohnstorf wurden zudem noch am 18. April darauf hingewiesen, die Fenster zu öffnen, damit der Druck der in den Folgetagen zu erwartenden Explosionen die Fensterscheiben nicht beschädigen würde. Am 19. April erreichten britische Einheiten Hohnstorf. Im letzten Moment brachen die Briten den Versuch ab, die Hohnstorf und die Stadt Lauenburg verbindende Lauenburger Elbbrücke einzunehmen. Ein gefangen genommener deutscher Offizier verriet noch rechtzeitig, dass die Brücke schon zur Sprengung bereit war. Kurz darauf wurde die Lauenburger Elbbrücke tatsächlich von deutschen Soldaten gesprengt. Durch die Sprengungsexplosionen wurden Dächer in der Umgebung der Brücke abgedeckt. Das Hohnstorfer Bahnhofsgebäude wurde schwer beschädigt. Noch in Sassendorf (heute ein Ortsteil der Gemeinde Hohnstorf) zersplitterten auf Grund der ausgelösten Druckwellen Glasscheiben. Die Briten sammelten sich sodann am südlichen Elbufer. Verhandlungen hinsichtlich einer kampflosen Übergabe der Stadt Lauenburg scheiterten am 27. April.

Am frühen Morgen des 29. April 1945 setzten die britischen Truppen schließlich mit gepanzerten Fähren und Schwimmpanzern von Artlenburg auf das gegenüberliegende Elbufer bei Schnakenbek über und richteten ein Brückenkopf ein.[4][5] Noch am Vormittag konnte die Stadt Lauenburg eingenommen werden. Bis zum Abend wurden Pontonbrücken errichtet und die britischen Truppen stießen weiter nach Krüzen, Lütau und Basedow vor. Am 1. Mai folgten sodann die Besetzung von Geesthacht und Büchen. Schon am 2. Mai konnte Lübeck besetzt werden.[6][7] Am selben Tag flüchtete die Geschäftsführende Reichsregierung aus dem 80 Kilometer weiter nördlich gelegenen Raum Eutin-Plön vor den herannahenden britischen Truppen weiter nach Flensburg-Mürwik. Nur zwei Tage später erfolgte letztlich die Kapitulation aller deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, den Niederlanden und Dänemark.[8]

Früher der Bahnhof Hohnstorfs, heute die örtliche Grundschule

Seit der Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude des Hohnstorfer Bahnhofs wurde zur Grundschule umgenutzt, welche noch heute besteht.[9] Gegenüber dem alten Bahnhofsgebäude befindet sich heute zum ein Kindergarten.

Am 1. März 1974 wurde die Nachbargemeinde Sassendorf eingegliedert.[10]

2013 wurde die Dorfchronik der Gemeinde, die als verschollen galt, wiederentdeckt. Die Dorfchronik, mit verschiedenen Ereignissen aus dem 19. Jahrhundert, war in den 1970er Jahren der Lüneburger Sparkasse anvertraut worden, was in der Zeit danach offenbar in Vergessenheit geriet. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich nur noch eine unvollständige und schlecht lesbare Kopie im Bestand des Gemeindearchives.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hohnstorf (Elbe) gehört zum Landtagswahlkreis 48 Elbe und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg – Lüneburg.[12][13]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Hohnstorf (Elbe) setzt sich aus drei Ratsfrauen und zehn Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenamtlicher Bürgermeister von Hohnstorf (Elbe) ist André Feit (CDU), Verwaltungsvertreter und stellvertretender Bürgermeister ist Dirk Lindemann (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die silbernen Fische auf blauem Grund weisen auf die für Hohnstorf einst wichtige Elbfischerei hin. Die Eichenkrone darüber mit grünen Blättern auf silbernem Grund soll das feste Land und die Landwirtschaft symbolisieren.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohnstorf (Elbe) liegt direkt an der Bundesstraße 209 LüneburgLauenburg/Elbe im Dreiländereck von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Elbbrücke Lauenburg, eine wichtige regionale Straßen- und Eisenbahnbrücke, quert hier die Elbe, die früher mit Fähren überquert werden musste (Trajekt Lauenburg–Hohnstorf).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschule Hohnstorf (Elbe)
  • Kindergarten Hohnstorf (Elbe)
  • Ausstellung über die frühere Elbfischerei im Gebäude der Gemeindeverwaltung, Schulstraße 1 a

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohnstorf besitzt ein Sportzentrum mit Tartan-Bahn, zwei Fußballfeldern mit Flutlicht, vier Frei- und drei Hallen-Tennis-Plätzen sowie einer 2005 neugebauten Dreifeldsporthalle. Es herrscht ein umfangreiches Sportangebot. In vielen Sparten (z. B. Tennis, Fußball, Handball, Basketball, Volleyball, Tischtennis) ist der TuS Hohnstorf/Elbe von 1925 e. V. mit leistungsorientierten Mannschaften vertreten.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

d. h. Personen, die hier geboren sind

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

d. h. Personen, die hier gelebt und vor Ort oder von diesem Ort aus bedeutendes geleistet haben, ohne dort geboren zu sein

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Hohnstorf, abgerufen am: 31. Mai 2018
  3. Lübecker Nachrichten: Letzte Kämpfe im Frühjahr 1945, vom: 14. April 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  4. Lübecker Nachrichten: Letzte Kämpfe im Frühjahr 1945, vom: 14. April 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  5. Dorfzeitung Kröppelshagen-Fahrendorf. Kriegsende vor 70 Jahren, S. 10, vom: Frühjahr 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  6. Lübecker Nachrichten: Letzte Kämpfe im Frühjahr 1945, vom: 14. April 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  7. Bergedorfer Zeitung: Serie: Vor 65 Jahren. Als der Krieg nach Lauenburg kam, vom: 28. April 2010
  8. Dorfzeitung Kröppelshagen-Fahrendorf. Kriegsende vor 70 Jahren, S. 10, vom: Frühjahr 2015; abgerufen am: 30. Mai 2018
  9. Hohnstorf, abgerufen am: 31. Mai 2018
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 234.
  11. Bergedorfer Zeitung: Verschollene Dorfchronik von Hohnstorf wieder aufgetaucht, vom: 5. April 2013; abgerufen am: 31. Mai 2018
  12. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. ( PDF (Memento vom 25. Juli 2011 im Internet Archive); 87 kB)
  13. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325. ( PDF (Memento vom 25. Juli 2011 im Internet Archive); 200 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hohnstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien