San Giorgio a Liri

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San Giorio a Liri
Wappen
San Giorio a Liri (Italien)
San Giorio a Liri
Staat Italien
Region Latium
Provinz Frosinone (FR)
Koordinaten 41° 24′ N, 13° 46′ OKoordinaten: 41° 24′ 25″ N, 13° 46′ 0″ O
Höhe 38 m s.l.m.
Fläche 15 km²
Einwohner 3.123 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 208 Einw./km²
Postleitzahl 03047
Vorwahl 0776
ISTAT-Nummer 060063
Volksbezeichnung Sangiorgesi
Schutzpatron San Rocco

San Giorgio a Liri ist eine Gemeinde in der Provinz Frosinone in der italienischen Region Lazio mit 3123 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017). Sie liegt 133 km südöstlich von Rom, 52 km südöstlich von Frosinone und 92 km nördlich von Neapel und ist rund 30 km von der Küste entfernt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

San Giorgio a Liri liegt im Lirital südlich von Cassino.

Die Ortsteile sind Cese, Iumari und Torricelli.

Die Nachbarorte sind Castelnuovo Parano, Esperia, Pignataro Interamna, Sant’Apollinare und Vallemaio.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

San Giorgio a Liri ist eine Gründung der Abtei Montecassino aus dem späten 10. Jahrhundert, in der eine kleine Gemeinschaft von Mönchen lebte. Bis 1806 gehörte der Ort zur Terra di San Benedetto, was die Benennung nach einem Heiligen unterstreicht. Direkt ins Königreich Neapel eingegliedert wurde San Giorgio 1861 Bestandteil des italienischen Nationalstaates und erhielt kurz darauf die gültige Zusatzbezeichnung nach dem Flusse Liri, um es von anderen gleichlautenden Orten in Italien zu unterscheiden. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort fast völlig von britischen und amerikanischen Bombern zerstört, weil er in der Hauptzone der Gustav-Linie, einer Verteidigungslinie der deutschen Wehrmacht gegen die Alliierten, lag. Im Gegensatz zu anderen Siedlungen in der Umgebung verzeichnete er danach keinen Bevölkerungsrückgang, sondern erholte sich allmählich wieder, da die Nähe zur Stadt Cassino wegen der dortigen Ansiedlung von Industriebetrieben Arbeitsmöglichkeiten bietet. Das Erscheinungsbild von San Giorgio ist heute ein fast völlig modernes.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche San Giorgio Maggiore im Zentrum am Corso Achille Spatuzzi ist ein klassizistischer Bau aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Fassade neben dem links stehenden Glockenturm ist in einem nachbarocken Stil gehalten und verzichtet auf besondere Schmuckelemente. Der einschiffige Innenraum beeindruckt durch seine farbige Gestaltung, welche die architektonischen Elemente innerhalb des verhältnismäßig schlichten Gesamtaussehens voneinander absetzt. Eine Besonderheit stellt der Apsisbereich mit seiner Fünfachtelform dar. Einziger Schmuck ist hier ein gelängter Kruzifixus.
  • Direkt an die Kirche schließt zur Hauptstraße hin der Palazzo Morra an, der eine zweiflügelige Struktur besitzt und nur zwei Geschosse aufweist, die einfache Fensterformen zeigen. Zur Straße hin stören moderne Geschäfte den Eindruck, den zur Kirche hin nicht original belegbare Guelfenzinnen auflockern.

Brauchtum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr am 16. August findet ein großes Fest zugunsten des Schutzpatrons San Rocco statt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1861 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2017
Einwohner 1.296 1.395 1.918 2.394 2.704 2.780 2.471 3.092 3.067 3.121

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modesto Mario della Rosa (Lista Civica: Cambia S. Giorgio) wurde 2009 zum Bürgermeister gewählt und übt dieses Amt auch nach den Wahlen vom 25. Mai 2014 aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michele Dau: San Giorgio a Liri, in: Storia della città 2, 1977, S. 71 f.
  • Gaetano De Angelis-Curtis: Gli Spatuzzi di San Giorgio a Liri tra amministrazione e politica in Terra di Lavoro in età liberale, in: Maria Antonietta Migliorelli (Hrsg.): Politica, sanità ed amministrazioni locali in Terra di Lavoro in eta liberale, San Giorgio a Liri 2003, S. 41–78.
  • Claudio Ercolano – Adriano Mattia: S. Giorgio a Liri dalle origini al XX secolo. Storia – tradizione – folklore, S. Giorgio a Liri 1985.
  • C. Ercolano: San Giorgio a Liri, Gaeta 1992.
  • Samir Younés – Ettore Maria Mazzola: San Giorgio a Liri. Ricompattare la città dispersa, Rom 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.