Vincent Keymer

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Vincent Keymer 2017.jpg
Vincent Keymer, 2017
Verband DeutschlandDeutschland Deutschland
Geboren 15. November 2004
Mainz
Titel Internationaler Meister (2017)
Aktuelle Elo‑Zahl 2513 (August 2019)
Beste Elo‑Zahl 2522 (Juni 2019)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Vincent Keymer (* 15. November 2004 in Mainz) ist ein deutscher Schachspieler.

Schachkarriere und Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vincent Keymer lernte im Alter von fünf Jahren das Schachspielen von seinen Eltern.[1] Bei Welt- und Europameisterschaften im Jugendbereich erreichte er Platzierungen unter den ersten sechs. Mit der deutschen U18-Schachnationalmannschaft wurde er 2015 und 2017 Europameister.[2]

Im Juli 2017 erreichte er bei den Deutschen Schachmeisterschaften in Apolda, bei der er den vierten Platz belegte, seine dritte IM-Norm und wurde der bisher jüngste deutsche Internationale Meister.

Keymer spielte bis zur Saison 2016/17 in der Oberliga Südwest für den SK Gau-Algesheim.[3] Zur Saison 2017/18 wechselte er zum Verein SF Deizisau und wurde für die 1. Mannschaft in der Bundesliga an Brett 11 gemeldet.[4] Dort erreichte er 5 Punkte aus 11 Partien. Der ehemalige Weltmeister Garry Kasparow traute Keymer im März 2016 den Vorstoß in die Weltspitze zu.[5]

Seit November 2017 wird Keymer vom ehemaligen Top-Ten-Spieler Péter Lékó trainiert. Im April 2018 gewann er mit einem Ergebnis von 8 Punkten aus 9 Partien das GRENKE Chess Open in Karlsruhe vor 49 Großmeistern (GM) und erreichte eine Norm, um selbst Großmeister zu werden.[6] Er siegte in der letzten Runde mit Schwarz gegen Richárd Rapport[7] und qualifizierte sich für die Grenke Chess Classic im April 2019.[8] Seine zweite GM-Norm sicherte er sich im Juli 2018 beim Xtracon-Open im dänischen Helsingør, wo er bereits zwei Runden vor Schluss die erforderlichen Punkte erzielt hatte.[9]

Bei den Grenke Chess Classic 2019 erzielte Keymer in neun Spielen gegen hochklassige Großmeister einen Sieg und zwei Remis und landete nach Tiebreak auf dem letzten Platz.[10]

Elo-Entwicklung[11]

Partiebeispiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vincent Keymer-Georg Meier
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8 Chess --t45.svg Chess qlt45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg 8
7 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg 7
6 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess klt45.svg Chess --t45.svg 6
5 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg 5
4 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess qdt45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg 4
3 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess qlt45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg 3
2 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess pdt45.svg Chess --t45.svg 2
1 Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess --t45.svg Chess kdt45.svg 1
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Endstellung nach 81. Kg6
Vincent Keymer-Georg Meier 1:0
Grenke Chess Classic, 24. April 2019
Abgelehntes Damengambit, D39
1. d4 e6 2. c4 Sf6 3. Sf3 d5 4. Sc3 dxc4 5. e4 b5 6. e5 Sd5 7. Sxb5 Sb6 8. Le2 Sc6 9. 0-0 Le7 10. Dd2 Lb7 11. Df4 Dd7 12. Sc3 h6 13. Td1 g5 14. Dg3 0-0-0 15. Le3 Sb4 16. Sd2 h5 17. Sxc4 g4 18. Sxb6+ axb6 19. Lb5 Lc6 20. Lxc6 Dxc6 21. Df4 Tdf8 22. d5 Sxd5 23. Sxd5 exd5 24. Tac1 Db7 25. Df5+ Kb8 26. Dd7 c5 27. Dxd5 Dxd5 28. Txd5 Td8 29. Tdd1 Kc7 30. Kf1 Kc6 31. Ke2 The8 32. f4 f6 33. exf6 Lxf6 34. Txd8 Txd8 35. b3 Te8 36. Kd3 Td8+ 37. Kc2 Te8 38. Te1 Kd5 39. a4 Te4 40. Ld2 Txe1 41. Lxe1 Ke4 42. f5 h4 43. Lc3 Lxc3 44. Kxc3 Kxf5 45. Kc4 Kf4 46. Kb5 Ke3 47. Kxb6 Kf2 48. a5 Kxg2 49. a6 Kxh2 50. a7 g3 51. a8=D g2 52. Db8+ Kh3 53. Dc8+ Kh2 54. Dc7+ Kh3 55. Dd7+ Kh2 56. Dd6+ Kh3 57. De6+ Kh2 58. De5+ Kh3 59. De1 c4 60. b4 c3 61. Kc6 c2 62. Dc1 Kh2 63. Dxc2 Kh3 64. Dd3+ Kh2 65. De2 Kh3 66. De3+ Kh2 67. Df2 h3 68. b5 Kh1 69. Dg3 h2 70. Df3 Kg1 71. De3+ Kf1 72. Df4+ Kg1 73. b6 h1=D 74. b7 Dh7 75. b8=D Kh1 76. Df3 Dc2+ 77. Kd5 Dd2+ 78. Ke4 Dc2+ 79. Ke5 Dc5+ 80. Kf6 Dd4+ 81. Kg6 1:0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vincent Keymer – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulrich Stock: Vincent Keymer: Ein kleiner König. In: Zeit Online. 24. November 2016, abgerufen am 4. Juli 2017.
  2. Vincent Keymer | offizielle Website. Abgerufen am 3. Oktober 2018.
  3. Rolf Ohnmacht: SBRP Ergebnisdienst. Abgerufen am 3. April 2018.
  4. IM-Titel für Vincent Keymer! - Deutscher Schachbund. Abgerufen am 14. Januar 2018.
  5. Helmut Pfleger: Brettspiel: Schach. In: Die Zeit. 31. März 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 14. Januar 2018]).
  6. https://de.chessbase.com/post/13-jaehriger-stiehlt-carlsen-die-show
  7. https://chess24.com/en/watch/live-tournaments/grenke-chess-open-2018/5/1/26
  8. https://m.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/schach-talent-vincent-keymer-bei-grenke-chess-classic-16150301.html
  9. Die Entscheidungspartie: Wie Keymer sich die zweite GM-Norm holte. 28. Juli 2018, abgerufen am 29. Juli 2018.
  10. Vincent Keymer (14): Deutschland hat ein Schach-Wunderkind. 30. April 2019 (welt.de [abgerufen am 15. Mai 2019]).
  11. Zahlen gemäß Elo-Listen der FIDE. Datenquellen: fide.com (Zeitraum seit 2001), olimpbase.org (Zeitraum 1971 bis 2001)