Saulheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Saulheim
Saulheim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Saulheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 53′ N, 8° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wörrstadt
Höhe: 154 m ü. NHN
Fläche: 18,94 km²
Einwohner: 7395 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 390 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55291
Vorwahl: 06732
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 058
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Zum Römergrund 2 – 6
55286 Wörrstadt
Webpräsenz: www.saulheim.de
Ortsbürgermeister: Martin Fölix (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Saulheim im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Saulheim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wörrstadt an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinort Saulheim liegt ca. 12 Kilometer südwestlich von Mainz in Rheinhessen und besteht aus den Ortsteilen Nieder- und Ober-Saulheim. Zur Gemeinde gehören auch die Wohnplätze Birkenhof, Chausseehaus, Grasweg, Thomasmühle (Dickenmühle), Hohenberg, Römerhof, Rollander Hof, Untere Mühle, Im Mandel.[2] Nachbargemeinden sind Nieder-Olm, Sörgenloch, Udenheim, Wörrstadt, Sulzheim und Partenheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saulheim wurde Ende des 8. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Der fränkische Hausmeier Pippin der Mittlere schenkte Güter in den drei Orten Wörrstadt, Armsheim und Saulheim an die St. Nikomedeskirche zu Mainz.[3][4] Die Gemeinde Saulheim wurde am 7. Juni 1969 aus den bis dahin eigenständigen Gemeinden Nieder-Saulheim und Ober-Saulheim neu gebildet.[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa zwei Drittel der Bevölkerung sind evangelischen Glaubens, das restliche Drittel – von wenigen Konfessionslosen abgesehen – katholisch. Im Ort stehen drei Kirchengebäude, zwei evangelische und ein katholisches.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Saulheim besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FDP FWG Pro GAL Gesamt
2014 5 8 2 1 2 4 22 Sitze
2009 6 7 1 2 2 4 22 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Saulheim e. V.
  • Pro = Wählergruppe Pro Saulheim e. V.
  • GAL = Grün-Alternative Liste Saulheim e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot drei (2:1) gestellte zunehmende silberne Monde.“

Dieses Wappen erscheint gleichartig in Gerichtssiegeln von 1570 und 1620, in umgekehrter Farbfolge auf einem Stein mit der Jahreszahl 1571, der von dem nicht mehr stehenden Turm der Kirche St. Bartholomäus stammt und 1855 am Rathaus angebracht wurde. Die drei Halbmonde bildeten das Wappen des im 18. Jahrhundert erloschenen rheinischen Rittergeschlechts der Hund, dessen zahlreiche Stämme sich nach dem Sitz Saulheim benannten. Es ist in den verschiedensten Varianten und Tingierungen überliefert. Um Gemeinde- und Adelswappen voneinander zu unterscheiden, hat man die Farben in der oben beschriebenen Weise festgelegt. Der Ort war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Besitz einer Ganerbenschaft unter der kurpfälzischen Oberhoheit.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Besonderheit Saulheims ist die 1904 erbaute Sängerhalle, die der in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgewanderte und dort in der Holzwirtschaft erfolgreiche Friedrich Weyerhäuser seinem Heimatort gestiftet hat.

Die Kirche St. Bartholomäus stammt aus dem 14. Jahrhundert, ihr Grundstein wurde 1344 gelegt. Sie war der Nachfolgebau einer spätmittelalterlichen Landkirche des Bischofs von Mainz.[8] Die Auferstehungsfenster im Chor wurden von Alois Plum gestaltet.

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Raiffeisenplatz ist eine Sandstein-Figur des legendären Ritters Hundt zu Saulheim (Ritterkanton Oberrhein) zu sehen, die am 8. Mai 1987 aufgestellt wurde. Sie wurde geschaffen von Melchior Gresser junior. Die Adelsfamilie der Hund(t) von Saulheim war hier ansässig. Ihre bekanntesten Vertreter sind Johann Friedrich Hund von Saulheim († 1635), deutscher Johanniter-Großprior und Reichsfürst von Heitersheim, sowie der Mainzer Dompropst Adolph Hund von Saulheim († 1668), Sohn des fürstbischöflich Speyerer Vogtes Johann Christoph Hund von Saulheim († 1624).[9]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Langer Stein

An der Landesstraße 401 in Höhe von Ober-Saulheim steht der Menhir („Hinkelstein“) „Langer Stein“ aus grauer Vorzeit, um den sich Sagen ranken. Im oberen Drittel ist eine Nische zur Aufnahme eines christlichen Heiligenbildes eingehauen. Sie kann nach ihrer Form in die späte Gotik datiert werden.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ober-Saulheimer Kerb alljährlich am letzten Wochenende im August (Freitag – Dienstag)
  • Nieder-Saulheimer Ritter-Hundt-Weinkerb alljährlich am 2. Wochenende im September (Freitag – Dienstag)
  • Ober-Saulheimer Straßenfest alljährlich an Christi Himmelfahrt und dem darauf folgenden Freitag
  • Saulheimer Backesbrunnenfest alljährlich am 1. Wochenende im Juli (Freitag – Sonntag)
  • Ober-Saulheimer Weihnachtsmarkt alljährlich am 1. Advent

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Saulheim befindet sich ein öffentlicher Jugendtreff. In einem großzügig geschnittenen Thekenraum werden folgende Freizeitangebote angeboten: Billard, Kicker, Tischtennis, 4 Internetzugänge, Musikbibliothek zum auswählen und anhören. Für den aktiven Musiker steht ein Musik- und Aufnahmestudio zur Verfügung.

Weiterhin gibt es eine Katholische Jugendgruppe (KJS). Diese Jugendgruppe besteht aus mehreren Gruppenleitern, die jeweils eine eigene Gruppenstunde für Jugendliche zwischen 9 und 15 Jahren veranstalten. Einmal im Jahr veranstaltet die KJS eine Osterfreizeit in verschiedenen Selbstversorgerhäusern. Aktuelle Informationen hierzu findet man im Veranstaltungskalender auf der Homepage der Gemeinde.

Außer der KJS gibt es in Saulheim eine Ortsgruppe der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB). Diese bietet außer Gruppenstunden auch jährlich zwei Zeltlager an, eines für Kinder von 7 bis 13 und eines für Jugendliche von 14 bis 16 Jahre. Zusätzlich bietet die KLJB in den Herbstferien eine Herbstfreizeit in einem Selbstversorgerhaus für Teilnehmer zwischen 11 und 15 Jahren an. Über das Jahr verteilt finden zusätzlich immer wieder kleinere Veranstaltungen statt, wie z. B. eine Kinderbetreuung im Advent, um die Eltern im Weihnachtstress zu entlasten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größte
Weinbaugemeinden
im Anbaugebiet
Rang nach
Rebfläche
(innerhalb
von RLP)
Bestockte
Rebfläche
Rebsorten
Weißwein Rotwein
ha  %
Logo von RheinhessenRheinhessen 26.490 69,1 30,9
Worms 3 1.541 62,0 38,0
Nierstein 6 783 75,6 24,4
Alzey 8 769 69,0 30,1
Westhofen 9 764 68,7 31,3
Alsheim 10 704 69,3 30,7
Bechtheim 11 660 71,4 28,6
Ingelheim am Rhein 12 646 47,8 52,2
Flörsheim-Dalsheim 13 635 65,0 35,0
Bingen am Rhein 15 590 73,2 26,8
Saulheim 16 516 74,7 25,3
Osthofen 20 464 67,8 22,2
Guntersblum 21 461 71,8 28,2
Dittelsheim-Heßloch 23 447 70,2 29,8
Stadecken-Elsheim 24 438 71,2 28,8
Quelle: Weinbau 2010. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz


Es wird Acker- und Weinbau betrieben.

Momentan befindet sich das Gewerbegebiet II mit mehreren Einkaufsmöglichkeiten im Ausbau.

In Saulheim befindet sich eines von bundesweit 33 Postfrachtzentren der DHL. Es ist die Hauptumschlagbasis für alle Luftpostsendungen (via Flughafen Frankfurt am Main) nach Übersee.

Bm-Rolf-FZ-Saulheim.jpg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Saulheim, Zug aus Mainz kommend (2011)

Saulheim liegt an der Bahnstrecke von Alzey nach Mainz und wird im Halbstundentakt bedient. Zwei Anschlüsse an die L 401 und der Autobahnanschluss an die A 63 zwischen den Kreuzen Mainz und Alzey bieten die straßenverkehrliche Anbindung.

Am Bahnhof halten Züge der Bahnstrecke Alzey–Mainz. Am Wochenende sowie an Feiertagen sind Fahrten mit dem Elsass-Express nach Wissembourg möglich.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über fünf Kindergärten. Im Ortsteil Nieder-Saulheim befindet sich eine Grundschule. Weiterführende Schulen befinden sich im vier Kilometer entfernten Wörrstadt sowie Alzey (19 km), Nieder-Olm (3 km) und Mainz (18 km).

Als weiteres Bildungsangebot steht die Volkshochschule Saulheim zur Verfügung. Das Angebot reicht von Sprachen über Gesundheit bis zu kreativem Gestalten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Neeb (1797–1843), Professor der Philosophie und Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und Bürgermeister von Nieder-Saulheim
  • Friedrich Weyerhäuser (1834–1914), amerikanischer Gründer des Holz-Unternehmens Weyerhaeuser, wurde in Saulheim geboren

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saulheim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 85 (PDF; 2,3 MB)
  3. Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande Heft 74, 1882, S. 157, en ligne
  4. Geschichtlicher Abriss des Klosters Nikomedes (Mainz) in Klosterlexikon, abgerufen am 13. Dezember 2015
  5. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 195 (PDF; 2,6 MB)
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. RGE: Saulheim
  8. Die St. Bartholomäus Kirche in Nieder-Saulheim
  9. Webseite über die Familie Hund(t) von Saulheim