Volker Ullrich (Politiker)

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Volker Ullrich (2014)
Video-Vorstellung (2014)
Ullrich auf dem CSU-Parteitag 2013

Volker Michael Ullrich (* 14. Oktober 1975 in Illertissen) ist ein deutscher Politiker (CSU).

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ullrich besuchte das Erasmus-Gymnasium in Amberg und absolvierte 1995 dort sein Abitur. 1996 bis 2001 studierte er Rechtswissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und an der Fern-Universität Hagen. Dabei war er Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er legte 2001 das Erste und 2004 das Zweite juristische Staatsexamen ab. 2002 wurde er mit einer Arbeit zu Möglichkeiten zur Bemessung aktienrechtlicher Abfindungs- und Ausgleichsansprüche nach dem Börsenkurs zum Dr. jur. promoviert. Zusätzlich erlangte er 2004 das Examen als Diplom-Kaufmann. Von 2005 bis 2011 war er als Rechtsanwalt in mittelständischen und internationalen Sozietäten tätig. Ullrich wurde 2011 zum berufsmäßigen Stadtrat und Leiter des Ordnungsreferat der Stadt Augsburg gewählt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ullrich war von 2002 bis 2011 ehrenamtliches Mitglied im Stadtrat von Augsburg, anschließend bis 2013 berufsmäßiger Stadtrat. Im Jahr 2011 wurde Ullrich zum berufsmäßigen Stadtrat und Referent für Sicherheit und Ordnung der Stadt Augsburg gewählt. In dieser Funktion war er zuständig für das Standesamt, das Marktwesen mit Lebensmittelüberwachung und Veterinäramt, das Bürgeramt mit Ordnungsamt und Ausländerbehörde, den Verkehrsüberwachungsdienst mit Ordnungsdienst, die Berufsfeuerwehr sowie die Kriminalprävention. Er setzte ein Komplettverbot der Straßenprostitution in der Stadt Augsburg durch.[1] Nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag schied Ullrich als berufsmäßiger Stadtrat aus. Bei der Bundestagswahl 2013 am 22. September 2013 gewann er mit 44,4 Prozent der Erststimmen das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Augsburg-Stadt, das er bei der Bundestagswahl 2017 verteidigte.

In der 18. Wahlperiode wurde er Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz und im 3. Untersuchungsausschuss „Terrorgruppe NSU II“. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Innere Sicherheit und die Strafrechtspolitik. Als Berichterstatter brachte er das Gesetz zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften voran. Im parlamentarischen Verfahren wurde mit diesem Gesetz zusätzlich ein Straftatbestand der Behinderung von hilfeleistenden Personen in § 323c des Strafgesetzbuches, z. B. durch Blockieren der Rettungsgasse auf der Autobahn, geschaffen.

In den Jahren 2014 bis 2017 hielt Ullrich jeweils die meisten Reden für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Mit insgesamt 110 Reden in der 18. Wahlperiode führte er die Rednerstatistik aller Abgeordneten des Deutschen Bundestages an. Er erhielt nicht nur zu vielen rechts- und innenpolitischen Themen das Wort, sondern er sprach auch zu Fragen der Menschenrechte, der Finanzpolitik oder zu Haushaltsfragen.[2]

Im Sommer 2016 wählte die CSU-Delegiertenversammlung Ullrich mit 96,4 Prozent erneut zum Direktkandidaten des Wahlkreises für die Bundestagswahl 2017.[3]

Bei der Bundestagswahl 2017 konnte er im Wahlkreis Augsburg-Stadt das Direktmandat mit 34,8 % der Stimmen verteidigen. Er gehört damit auch dem 19. Deutschen Bundestag an.

Nach Recherchen der ZDF-Magazine Frontal 21[4] und ZDFzoom[5] war Ullrich von September 2006 bis April 2013 bei der Opalenburg Vermögensverwaltung AG als Aufsichtsratschef tätig. Im Anschluss zog er in den Bundestag ein. Als Mitglied des Rechtsausschusses ist Volker Ullrich auch für Fragen der Finanzmarktregulierung und für Verbraucherschutz zuständig gewesen.[6][7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Volker Ullrich (politician) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.stadtzeitung.de/augsburg-city/lokales/platzverweis-fuer-strassenstrich-d4912.html
  2. Augsburger Abgeordneter mit meisten Reden im Deutschen Bundestag | Presse Augsburg | Nachrichten für Augsburg und Bayerisch Schwaben. In: Presse Augsburg | Nachrichten für Augsburg und Bayerisch Schwaben. 14. Juli 2017 (presse-augsburg.de [abgerufen am 15. August 2017]).
  3. Dr. Volker Ullrich mit 96,4 % erneut zum CSU-Bundestagskandidaten gewählt!. Presse Augsburg. 25. Juli 2016. Abgerufen am 12. Juni 2017.
  4. Frontal 21 vom Dienstag, 4. April 2017, 21.00 Uhr
  5. ZDFzoom vom Mittwoch, 5. April 2017, 22.45 Uhr
  6. ZDF-Magazin "Frontal 21": CSU-Bundestagsabgeordneter Ullrich war lange aktiv auf dem "Grauen Kapitalmarkt": ZDF Presseportal. Abgerufen am 4. April 2017.
  7. Bastian Brinkmann: "Kaufen Sie nichts, was Sie nicht kennen". In: sueddeutsche.de. 1. April 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 4. April 2017]).