Weißes Kreuz (Rettungsdienst)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Artikel ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
sämtliche Aussagen
Landesrettungsverein Weißes Kreuz
Associazione provinciale di soccorso Croce Bianca
Rechtsform Organizzazione non lucrativa di utilità sociale (ONLUS)
Gründung 10. August 1965
Sitz Bozen, Südtirol, Italien
Personen Präsidentin:
Barbara Siri
Vizepräsident:
Georg Rammlmair
Direktor: Ivo Bonamico
Schwerpunkt Hilfsorganisation, gemeinnütziger Verein
Freiwillige Ehrenamt/Jugend: 3.000
Zivildienstleistende: 30
Freiwilliges Soziales Jahr: 10
Angestellte Hauptamtliche Mitarbeiter: 300
Mitglieder Fördernde Mitglieder: 50.000
Website http://www.weisseskreuz.bz.it/

Der Landesrettungsverein Weißes Kreuz (WK) ist eine in Südtirol und in der Provinz Belluno tätige Hilfsorganisation, deren Haupttätigkeiten der Rettungsdienst und der Krankentransport sind. Das Weiße Kreuz wurde am 10. August 1965 gegründet und wird mehrheitlich durch die Tätigkeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen getragen. Ende 2011 zählte das Weiße Kreuz 2547 Freiwillige, die über 915.000 ehrenamtliche bzw. kostenlose Stunden geleistet haben.

Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rettungswagen WK375 (Brixen) im Corporate Design des Weißen Kreuzes
RTH Pelikan 1 der Landesflugrettung Südtirol

Das Weiße Kreuz ist noch vor dem Italienischen Roten Kreuz die größte Organisation in Südtirol, welche Rettungsdienst und Krankentransport anbietet. Das Weiße Kreuz ist mit seinen 30 Sektionen (= Rettungswache) flächendeckend in der ganzen Provinz organisiert. In jeder steht mindestens ein Rettungswagen (RTW) oder Notfall-Krankenwagen (NKTW) zur Verfügung, die rund um die Uhr einsatzbereit sind. Die Notfälle koordiniert die Landesnotrufzentrale 118/115 – die Krankentransporte die vereinseigene Einsatzzentrale. 48.951 Einsätze bewältigten das Weiße Kreuz im Jahr 2011: Dabei wurden 50.517 Patienten transportiert und fast 1,39 Millionen Kilometer zurückgelegt. Im Krankentransport verzeichnete man über 98.000 Fahrten mit über 120.000 transportierten Personen und über sechs Millionen zurückgelegten Kilometern.

Der Landesrettungsverein Weißes Kreuz ist zudem auch in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Organ- und Labortransporte, Hausnotruf, Bereitschaftsdiensten, Pistenrettung, First Respondern, Notfallseelsorge, Einsatznachsorge, Betreuungsdienst, SEG, Notfalldarstellung, Jugendgruppe und Brandschutzdienst an den Hubschrauberlandeplätzen bei den Krankenhäusern tätig.

Das Weiße Kreuz ist federführendes Mitglied des im Jahr 2011 gegründeten, privatrechtlichen Vereins HELI – Flugrettung Südtirol, des alleinigen Trägers der Südtiroler Flugrettung im Auftrag der Südtiroler Landesregierung.

Zudem ist das Weiße Kreuz Partner des ADAC und wird bei Verlegungen von dessen Patienten-Mitgliedern von und nach Italien hinzugezogen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Rettungsdienstes in Südtirol ähnelt stark jener des Südtiroler Feuerwehrwesens. Bereits im 19. Jhd gab es in einigen Orten einen mehr oder weniger gut organisierten, ehrenamtlichen oder hauptamtlichen Rettungs- bzw. Krankentransport. Zwischen den beiden Weltkriegen wurden die meisten Organisationen verboten und wenige staatliche Rettungswachen übernahmen mit hauptamtlichen Mitarbeitern die Aufgaben des Rettungs- bzw. Feuerwehrdienstes. Den Rettungsdienst und Krankentransport übernahm, wie im gesamten Staatsgebiet, das Italienische Rote Kreuz, mit Wachen in jenen Ortschaften, in welchen die Organisation heute noch vertreten ist. Durch die geringe zu Verfügung stehenden Anzahl an Wachen, Mittel und Personal konnten die heute üblichen Hilfsfristen bei weitem nicht eingehalten werden. Johann Nicolussi Leck, der damalige Gemeindearzt von Eppan, litt Mitte der 1960er Jahre an einem Herzleiden. Für eine Untersuchung musste er sich in die Innsbrucker Klinik begeben. Der für die Verlegung zur Verfügung stehende Krankenwagen hatte aufgrund der winterlichen Straße (es gab damals noch keine Autobahn über den Brennerpass) eine Panne und Johann Leck schwor sich, dass, falls er gesunden sollte, einen effektiveren Rettungs- und Krankentransport in Südtirol aufzubauen würde. Johann Leck gesundete und schaffte es noch 1965 mit der Hilfe von namhaften Bozner Bürger am 10. August 1965 in Bozen den Verein Weißes Kreuz zu gründen. In den folgenden Jahren war das Weiße Kreuz gezwungen, durch verschiedene, branchenunübliche Tätigkeiten finanziell über Wasser zu bleiben. So sammelte und verkaufte der Verein z. B. Altpapier und Altmetall im großen Stil und hatte dafür auch entsprechende Fahrzeuge erwerben können. Im Laufe der folgenden Jahre entstanden überall in der Provinz Sektionen (= Rettungswachen) des Vereins, um die Hilfsfristen verkürzen zu können. Mit der Zeit wurde auch von politischer Seite erkannt, dass dieser Dienst für eine moderne Gesellschaft unerlässlich ist, und es wurden Rettungswachen gebaut, welche die vormaligen provisorischen Keller und Garagen, in welchen die Sektionen untergebracht waren, ersetzten. Mit dem Dekret des Präsidenten der Republik Italien Nr. 645 vom 10. Oktober 1974 wurde das Weiße Kreuz als privatrechtliche juristische Person anerkannt. Während ursprünglich jede Rettungswache eine eigene Notrufnummer mit eigenem Telefonisten hatten, werden seit 1993 alle Notrufe durch die LNZ zentral angenommen und disponiert.

Seit dem 21. Mai 1998 ist das Weiße Kreuz im Landesverzeichnis der ehrenamtlich tätigen Organisationen eingetragen.

Seit 2010 gehört das Weiße Kreuz Samaritan International an.

Am 18. Februar 2012 trat das Weiße Kreuz der italienischen ANPAS (Associazione Nazionale Pubbliche Assistenze, Nationale Vereinigung der Hilfsorganisationen) bei.

Bei der alljährlichen Vollversammlung am 5. Juni 2015 übergab der bisherige Präsident Georg Rammlmair sein Amt an die bisherige Vizepräsidentin Barbara Siri, welche nun die Geschicke des Vereines leiten wird. Rammlmair wird weiterhin als Vizepräsident und Sanitätsdirektor im Verein tätig bleiben.[1]

Sektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Weiße Kreuz besitzt insgesamt 33 Stützpunkte, sogenannte Sektionen, in den italienischen Provinzen Südtirol und Belluno.[2]

Wache NEF NAW RTW NKTW KTW BTW PTW ORG Summe Ehrenamt Hauptamt seit
Überetsch / Oltradige (Eppan) 1 3 133 8 1988
Bozen / Bolzano 1 1 1 285 1965
Brixen / Bressanone 1 1 8 1 1 1 12 157 13 1971
Bruneck / Brunico 1 1 7 2 1 12 162 15 1968
Chiusa Basso Isarco / Klausen unteres Eisacktal 1 2 3 46 4 1994
Cortina d’Ampezzo (BL) 1 2 3 1 7 55 9 1976
Ritten / Renon (Klobenstein) 1 2 3 95 5
Unterland / Bassa Atesina (Neumarkt) 1 2 1 4 134 8 1971
Sankt Vigil Enneberg / San Vigilio di Marebbe 1 4 5 78 5 1991
Lana 1 3 1 5 98 8 1982
Ahrntal / Valle Aurina (Luttach) 1 1 1 3 74 5 1993
Mals / Malles 1 2 1 4 77 6 1972
Meran / Merano 1 1 1 6 1 1 1 12 166 21 1967
Naturns / Naturno 1 5 1 7 96 8 1982
Welschnofen / Nova Levante 1 3 4 63 5 1975
Deutschnofen / Nova Ponente 1 2 3 61 6 1981
Prad / Prato allo Stelvio 1 2 1 4 51 4 1981
Mühlbach / Rio Pusteria 1 1 1 3 42 4 1996
Salurn / Salorno 1 1 2 58 7 1989
Innichen / San Candido 1 1 1 4 1 8 105 14 1972
Passeiertal / Val Passiria (St. Leonhard) 1 3 1 5 72 7 1975
Vinschgauer Oberland / Alta Val Venosta (St. Valentin) 1 2 3 50 4 1979
San Vigilio di Marebbe / St. Vigil in Enneberg 1 1 2 58 4 1991
Sarntal / Val Sarentino 1 3 1 4 96 4
Schlanders / Silandro 1 1 3 1 1 6 129 13 1969
Seis / Siusi 1 4 5 101 7 1972
Sulden / Solda 1 2 3 46 3 1974
Gröden / Val Gardena (St. Christina) 1 3 1 5 78 8 1980
Etschtal / Val d’Adige (Terlan) 1 2 3 83 7 1989
Ultental / Val d’Ultimo (St. Walburg) 1 2 3 54 5 1990
Sterzing / Vipiteno 1 1 3 1 1 7 90 6 1972
  • NEF (Notarzteinsatzfahrzeug): Dieses Fahrzeug steht ausschließlich der LNZ zur Verfügung und wird mindestens mit einem Notarzt des jeweiligen Bezirkskrankenhauses sowie einem Mitarbeiter mit C-Kurs besetzt. In einigen Bezirken fährt zeitweise zusätzlich ein Krankenpfleger an Bord mit.
  • NAW (Notarztwagen): Dieses Fahrzeug steht ausschließlich der LNZ zur Verfügung und wird mindestens mit einem Notarzt des jeweiligen Bezirkskrankenhauses, einem Mitarbeiter mit C-Kurs, sowie einem weiteren Mitarbeiter mit mindestens B-Kurs besetzt. In einigen Bezirken fährt zeitweise zusätzlich ein Krankenpfleger an Bord mit.
  • RTW (Rettungstransportwagen): Dieses Fahrzeug steht ausschließlich der LNZ zur Verfügung und wird mindestens mit zwei Mitarbeitern mit B-Kurs besetzt. In einigen Bezirken fährt zeitweise zusätzlich ein Krankenpfleger an Bord mit.
  • NKTW (Notfall-Krankentransportwagen): Dieses Fahrzeug steht normalerweise der LNZ zur Verfügung, kann aber bei Bedarf auch von der Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes für Krankentransporte eingesetzt werden. Es wird mindestens ein Mitarbeiter mit B-Kurs, sowie einer mit A-Kurs eingesetzt. Aufgrund der Ausrüstung und Ausbildung innerhalb des Weißen Kreuzes erfüllen beinahe alle KTWs diese Vorgaben und werden entsprechend eingesetzt.
  • KTW (Krankentransportwagen): Dieses Fahrzeug steht ausschließlich der Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes für Krankentransporte zur Verfügung. Es sind zwei Mitarbeiter mit mindestens A-Kurs an Bord.
  • BTW (Behindertentransportkraftwagen): Dieses Fahrzeug steht ausschließlich der Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes für Krankentransporte zur Verfügung. Es befindet sich ein Mitarbeiter mit mindestens A-Kurs an Bord.
  • PTW (Personentransportwagen): Dieses Fahrzeug steht ausschließlich der Einsatzzentrale des Weißen Kreuzes für Krankentransporte zur Verfügung. Es befindet sich ein Mitarbeiter mit mindestens A-Kurs an Bord.

Mitglieder und Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landesrettungsverein Weißes Kreuz Onlus hat über 50.000 Mitglieder aus der Bevölkerung, die einen jährlichen Mitgliedsbeitrag entrichten, der sich nach der Art der Mitgliedschaft richtet. Diese sind „Südtirol“, „Weltweit“ und „Weltweit Plus“, die jeweils als Einzelperson oder Familie abgeschlossen werden können.[3] Um Mitglied beim Weißen Kreuz werden zu können, gilt eine einzige Bedingung: man muss einen ständigen Wohnsitz in Südtirol haben.[4]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Verein tätigen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter durchlaufen ein Ausbildungsprogramm, welches sich an den in Italien sowie der Autonomen Provinz Bozen geltenden Gesetze ausrichtet.

Die Qualität der Dienstleistungen wird mit einer jährlich mindestens achtstündigen Pflichtfortbildung sowie einer ebenfalls jährlichen Rezertifizierung garantiert. Die Prüfungen und Rezertifizierungen werden von einer Kommission aus Ausbildern, Notärzten und Krankenpflegern abgenommen.

Neben den Ausbildungen für die vielfältigen Aufgaben im Verein, gibt es grundlegend drei Qualifikationssufen:

A-Kurs: Dieser Grundkurs wird von allen Mitarbeitern beim Eintreten in den Verein absolviert und umfasst die Grundlagen der HLW, Traumaversorgung sowie Patientenumlagerung. Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung kann der Mitarbeiter z. B. im Krankentransport eingesetzt werden.

B-Kurs: Der Mitarbeiter vertieft ausführlich die im Rettungsdienst notwendigen Maßnahmen wie z. B. Pediatric Basic Life Support und bekommt eine Einführung in das MANV-Konzept. Die Mitarbeiter dieser Qualifikationsstufe werden vorrangig im Rettungsdienst eingesetzt.

C-Kurs: In der höchsten Qualifikationsstufe im Südtiroler Rettungsdienst nach Krankenpfleger und Notarzt werden die Inhalte nochmals vertieft, auf die Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Personal, auch in Großschadenslagen, wird besonders Wert gelegt.

Die Fahrzeuge des Weißen Kreuzes sind, bis auf die Fahrzeuge des Betreuungszuges, inklusive Beladung und Mannschaft alle maximal 3,5 Tonnen schwer und können daher mit dem B-Führerschein gefahren werden. Aufgrund italienischer Gesetze und vereinsinterner Regelungen ist jedoch ein Mindestalter von 21 Jahren, ein Einweisungskurs sowie ein regelmäßiges Fahrsicherheitstraining notwendig, um die Fahrerlaubnis mit Sondersignal zu erwerben bzw. zu behalten.

Organigramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Befehlsstruktur innerhalb des Vereins trennt klar die Aufgaben und Pflichten der Ehrenamtlichen von den Hauptamtlichen Mitarbeitern. Jedoch wird großer Wert darauf gelegt, dass nach außen hin alle Mitarbeiter gleich erscheinen. So gibt es z. B. keine Rangabzeichen, Schulterklappen oder ähnliches, welche über den Ausbildungsgrad oder den Zuständigkeitsbereich Auskunft geben.

In jeder Sektion wird von allen Mitarbeitern alle vier Jahre der Ausschuss neu gewählt. Der Ausschuss besteht aus dem hauptamtlichen Dienstleiter der Sektion, den Leitern der einzelnen Abteilungen einer Sektion (z. B. Leiter der Jugendgruppe, Leiter der Notfallseelsorge usw.) sowie einigen frei gewählten Mitgliedern. Dieser Ausschuss tagt in regelmäßigen Abständen und kümmert sich um den Erhalt und die Fortführung der Sektion. Den Ausschuss leiten der Sektionsleiter und der Vizesektionsleiter.

Auf Landesebene gibt es den Landesausschuss, welcher von Wahlmännern aus den einzelnen Sektionen gewählt wird.

Den Hauptamtlichen Mitarbeitern jeder Sektion steht der Dienstleiter sowie der Turnusleiter vor. Beide erledigen sie die jegliche Verwaltungsarbeit, welche in der Sektion anfällt. In großen Sektionen stehen dem Dienstleiter mehrere Turnusleiter zur Seite.

Auf Landesebene stehen dem Weißen Kreuz der Präsident Georg Rammlmair, Vizepräsidentin Barbara Siri, sowie der Direktor Ivo Bonamico vor. Die Hauptsektion Bozen hat außerdem einen ausgedehnten Verwaltungsapparat.

Der Dienst wird üblicherweise tagsüber, von Montag bis Samstag (ca. 7:00 - 20:00 Uhr) von hauptamtlichen mit Hilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitern getätigt. Nachts, sowie an Sonn- und Feiertagen wird der Dienst von ehrenamtlichen Mitarbeitern bestritten.

Betreuungsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1975 besteht innerhalb des Weißen Kreuzes der sogenannte Betreuungsdienst, welcher mit den Einheiten „Logistik“ und „Küche“ für die Versorgung von großen Menschenmengen z. B. nach Katastrophen zur Verfügung steht. Kompakte Außengruppen gibt es in den Sektionen Brixen, Bruneck, Naturns, Sterzing, Lana, Neumarkt, Sarntal, Terlan, und Eppan, welchen jeweils ein 7,5-Tonnen-LKW sowie ein 9-Sitzer-Bus inklusive Materiallager zur Verfügung steht.

Im Hauptlager in der Sektion Bozen befindet sich neben umfangreichem Material der größte Teil des Fuhrparks in Form von Wechselladern, welche entsprechende Container (Feldküchen, Kühlzellen, Werkstätten, Nasszellen usw.) aufnehmen können.

Der Betreuungszug wurde bereits des Öfteren nach Naturkatastrophen in andere Regionen Italiens zu Hilfe entsandt.

SEG[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Unglück der Vinschgaubahn wurden 2011 in den Sektionen Schlanders und Bruneck SEG Einheiten postiert, welche jeweils über ein entsprechend umfangreiches Lager an medizinischen Notfallmaterial bereithalten, sowie eigene Fahrzeuge zu dessen Transport.

In Bozen übernimmt das Italienische Rote Kreuz, sowie die Bozner Berufsfeuerwehr die Aufgaben der SEG.

First Responder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die nationalen Gesetze bezüglich der Hilfsfrist, Acht Minuten innerhalb von Städten und 20 Minuten auf dem Land, einhalten zu können, unterhält das Weiße Kreuz zusammen mit dem Feuerwehrverband und dem Alpenverein Südtirol seit 2009 an einigen entlegenen Ortschaften First Responder Einheiten. Dabei sorgt das Weiße Kreuz für die entsprechende Ausbildung, der Versicherung des Personals, dem medizinischen Equipment und der Dienstbekleidung des Personals, während Feuerwehr und Bergrettung Fahrzeuge, Funk und Personal zur Verfügung stellen. First-Responder-Einheiten gibt es inzwischen in den Ortschaften Steinegg, St. Felix, Tall,Vöran, Laurein und Proveis.

Bei einem vermutlich lebensbedrohlichen Notfall können die First Responder somit bis zum Eintreffen eines Krankenwagens das versorgungsfreie Intervall stark reduzieren.

Mehrere erfolgreiche Reanimationen sprechen für dieses neue System.

Funkrufname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Fahrzeug beim Weißen Kreuz hat einen eindeutigen Funkrufnamen, der auf jedem Fahrzeug gut sichtbar angebracht ist und aus dem Anfangskürzel „WK“ (für Weißes Kreuz) sowie drei Zahlen zusammengesetzt ist. Die drei Zahlen sind nach folgender Logik aufgebaut:

Erste Zahl steht für den jeweiligen Bezirk: 1 – Vinschgau, 2 – Meran, 3 – Unterland, 4 – Bozen, 5 – Brixen, 6 – Bruneck, 7 – Innichen, 8 – Sterzing, 0 – Reservefahrzeuge

Die zweite Zahl steht für die jeweilige Sektion (= Wache), z. B. Terlan / Etschtal 4

Die dritte Zahl schließlich gibt Auskunft über die Art des Fahrzeuges. 9 – notarztbesetzt, 6 – PTW, 5 – RTW, die anderen Zahlen stehen für NKTW und KTW zur Verfügung.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um den Anforderungen der EN 1789 gerecht zu werden sind inzwischen beinahe alle NAW und RTW auf Mercedes Sprinter sowie alle NKTW und KTW auf Volkswagen-Bus mit ambulanz-mobilem Ausbau ausgestattet. Ursprünglich waren die Fahrzeuge elfenbeinfarben lackiert und zeichneten sich nur durch das Vereinslogo sowie den jeweiligen Sektionsnamen und die Sektionstelefonnummer aus. Die aktuelle Farbgebung entspricht, wie alle Rettungsfahrzeuge in Italien, nicht den Empfehlungen der EU für Schwefel- bzw. Eurogelb. Sie entsprechen jedoch den in Italien geltenden Gesetzen, welche vorschreiben, dass private Rettungsorganisationen durch weiße Fahrzeuge mit diagonalen, orangen Streifen an beiden Fahrzeugseiten gekennzeichnet sein müssen. Zusätzlich sind die Fahrzeuge des Vereins um umlaufende orange Streifen und roten Zierstreifen ergänzt. Diese Grundbeklebung ist um das Vereinslogo, dem Logo der LNZ sowie um jenes eines eventuellen Sponsors ergänzt.

Die Fahrzeuge des Betreuungszugs sowie der SEG sind ebenfalls nach diesem Schema beklebt, jedoch haben sie zusätzlich ein blaues umlaufendes Band am Dachrand. Das hauseigene Abschleppfahrzeug des Vereins ist in Signalgelb gehalten.

Seit 2001 tragen die Fahrzeuge Kfz-Kennzeichen des Zivilschutzes in der Form „PC ZS xxx“.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahren gab es vom Verband der Krankenpfleger (welche traditionell in einigen Provinzen Italiens ein wichtiger Bestandteil im Rettungsdienst sind) scharfe Kritik an das Weiße Kreuz, dass diese den Krankenpflegern nicht erlaube auf den Rettungsfahrzeugen mitzufahren und durch das Ehrenamt Arbeitsplätze verloren gehen würden. Der Verband kritisierte zudem, dass als Rettungshelfer ausgebildete Ehrenamtliche und Hauptamtliche teilweise Maßnahmen im Bereich der Notkompetenz durchführen. Der Präsident des Weißen Kreuzes wies die Anschuldigungen jeweils zurück, mit der Antwort alle geltenden Provinz- und Staatsgesetze würden eingehalten.

Inzwischen hat das Weiße Kreuz selbst fest angestellte Krankenpfleger, welche sowohl in der Ausbildung als auch im Rettungsdienst regulär eingesetzt werden.[5]

Dem privaten Verein Weißes Kreuz wird vorgeworfen, ein Monopol im Südtiroler Rettungs- und Krankentransport zu halten, da das italienische Rote Kreuz de facto keine Konkurrenz darstellen würde.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Verein grundsätzlich nur in der Provinz Bozen tätig ist, verfügt er über eine Wache in Cortina d’Ampezzo, welche jedoch vollständig der entsprechenden Leitstelle im Belluno untergeordnet ist.

Bis Ende der 1990er Jahre verfügte der Verein eine Wache in Mezzolombardo im Trentino, welche sich inzwischen jedoch zu einer eigenen Rettungsgesellschaft abgespaltet hat.

Seit 2012 hat der Verein vorläufig den Rettungsdienst in der Ortschaft Buchenstein übernommen, welcher ebenfalls der Leitstelle Belluno unterstellt ist.

Die Stadt Leifers ist die einzige Ortschaft in Südtirol, in welcher ausschließlich das Italienische Rote Kreuz den Rettungsdienst unterhält. In allen anderen Ortschaften (Bozen, Meran, Brixen und Gröden) gibt es ebenfalls eine Wache des Weißen Kreuzes.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. stol.it
  2. weisseskreuz.bz.it
  3. weisseskreuz.bz.it
  4. stol.it
  5. wk-cb.bz.it (PDF)

Koordinaten: 46° 29′ 53″ N, 11° 18′ 22″ O