Prad am Stilfserjoch

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Prad am Stilfserjoch
(ital.: Prato allo Stelvio)
Wappen
Wappen von Prad am Stilfserjoch
Karte
Prad am Stilfserjoch in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Vinschgau
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2019)
3.140/3.646
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
97,21 % deutsch
02,73 % italienisch
00,06 % ladinisch
Koordinaten 46° 37′ N, 10° 35′ OKoordinaten: 46° 37′ N, 10° 35′ O
Meereshöhe: 880–3375 m s.l.m. (Zentrum: 915 m s.l.m.)
Fläche: 51,4 km²
Dauersiedlungsraum: 10,8 km²
Fraktionen: Lichtenberg, Prad
Nachbargemeinden: Glurns, Laas, Val Müstair (Schweiz), Schluderns, Stilfs, Taufers im Münstertal
Partnerschaft mit: Landkreis Neu-Ulm
Postleitzahl: 39026
Vorwahl: 0473
ISTAT-Nummer: 021067
Steuernummer: 82005370216
Bürgermeister (2020): Rafael Alber (SVP)

Prad am Stilfserjoch ([praˑt]; italienisch: Prato allo Stelvio) ist eine italienische Gemeinde mit 3646 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) im Vinschgau in Südtirol rund 20 Kilometer westlich von Schlanders. Sie ist rund 15 Straßenkilometer von der schweizerischen und rund 30 von der österreichischen Grenze entfernt.

Blick auf Prad in südliche Richtung. In der Bildmitte der begradigte Suldenbach

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Prad liegt im Vinschgau im Westen Südtirols. Alle drei dörflichen Siedlungen der Gemeinde (Prad, Agums, Lichtenberg) sind auf der orographisch rechten Seite des Etschtals aufgereiht. Der Hauptort Prad (915 m) befindet sich am Ausgang des Suldentals. Durchquert wird Prad vom Suldenbach, der etwas nordöstlich vom Hauptort gegenüber von Spondinig in die Etsch mündet.

Der zu Prad gehörende Eingangsbereich des Suldentals wird beidseitig von Kämmen überragt, die zu den Ortler-Alpen gerechnet werden und im Nationalpark Stilfserjoch unter Schutz gestellt sind. Am Piz Chavalatsch (2763 m, zum Fallaschkamm gerechnet) im äußersten Westen berührt das Gemeindegebiet die italienisch-schweizerische Grenze zum Kanton Graubünden. Im Süden, die Hänge des Nördersbergs überragend, findet Prad an der Tschenglser Hochwand (3375 m; zu den Laaser Bergen gezählt) seinen höchsten Punkt.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima in Prad ist gemäßigt. Im Sommer steigen die Temperaturen bis auf 30 Grad und mehr. Im Winter kann die Temperatur in klaren und windstillen Nächten auf −10 bis −15 Grad sinken. Die meisten Niederschläge fallen im Sommer und Herbst. Durchschnittlich gibt es im Jahr zwischen 600 und 700 mm Niederschlag.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut dem offiziellen Prader Dorfbuch in der aktuellen Version kommt der Name vom lateinischen Wort „prata“, zu deutsch „Wiesen“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Johann in Prad
  • Die romanische Kirche St. Johann als älstestes Gotteshaus der Gemeinde Prad
  • Die Kirche St. Georg im Ortsteil Agums: eine gotische Kirche, mit dem „Großen Herrgott“, ein 4 m hohes Kruzifix
  • Die Herz-Jesu-Kapelle oberhalb von Agums
  • Die Pfarrkirche Maria-Königin: Mitte der 1950er-Jahre errichtet, mit Seitenaltären, gestaltet vom Prader Künstler Hans Ebensperger
  • Der Kalkofen im Ortsteil Schmelz
  • Besucherzentrum des Nationalpark Stilfserjoch - aquaprad: 14 Aquarien mit heimischen Fischarten im UG sowie Wechselausstellungen im OG
  • Prader Sand: ein weites naturbelassenes Gebiet mit ausgeprägter Vegetation (Trockenau und Flussdelta)
  • Burgruine Lichtenberg: eine verfallene Burg in der Fraktion Lichtenberg
  • Die Kirche St. Christina: eine kleine romanische Kirche in der Fraktion Lichtenberg

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gewählte Bürgermeister seit 1951:[1]

  • 1951–1953: Alfred Karner
  • 1953–1967: Hubert Gapp
  • 1967–1985: Georg Stillebacher
  • 1985–2005: Herbert Gapp
  • 2005–2015: Hubert Pinggera
  • 2015–2020: Karl Bernhart
  • seit 2020: Rafael Alber

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortswappen von Prad besteht aus drei gelben Ähren welche aus rotem Boden entspringen. Der Hintergrund ist blau (Himmel).

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Prad gibt es Bildungseinrichtungen für die deutsche Sprachgruppe. Zu diesen gehören zwei Kindergärten und Grundschulen im Hauptort Prad und in Lichtenberg sowie eine Mittelschule im Hauptort.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Kraftverkehr ist Prad in erster Linie durch die SS 38 erschlossen, die den Hauptort der Gemeinde durchquert und von hier über das Sulden- und Trafoital weiter zum Stilfser Joch ansteigt. Die LS/SP 50 führt vom Hauptort durch Agums und an Lichtenberg vorbei Richtung Glurns. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich zudem der Bahnhof Spondinig der Vinschgaubahn. Anschluss an den regionalen Radverkehr bietet in Prad die durch den Hauptort verlaufende Radroute 2 „Vinschgau–Bozen“.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rainer Loose (Red.): Prad am Stilfserjoch : Beiträge zur Orts- und Heimatkunde von Prad, Agums und Lichtenberg im Vinschgau/Südtirol. Hg. Marktgemeinde Prad am Stilfserjoch, 1997 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Prad am Stilfserjoch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.