Wittmar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wittmar
Wittmar
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wittmar hervorgehoben
52.12972222222210.64131Koordinaten: 52° 8′ N, 10° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Asse
Höhe: 131 m ü. NHN
Fläche: 4,65 km²
Einwohner: 1168 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 251 Einwohner je km²
Postleitzahl: 38329
Vorwahl: 05337
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 036
Bürgermeister: Andreas Becker (SPD)
Lage der Gemeinde Wittmar im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Goslar Landkreis Helmstedt Landkreis Hildesheim Landkreis Peine Salzgitter Am Großen Rhode Barnstorf-Warle Voigtsdahlum Voigtsdahlum Baddeckenstedt Börßum Börßum Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) Cramme Cremlingen Dahlum Dahlum Denkte Dettum Dorstadt Elbe (Niedersachsen) Erkerode Evessen Evessen Flöthe Schladen-Werla Haverlah Hedeper Heere Heere Heiningen (Niedersachsen) Schladen-Werla Schladen-Werla Kissenbrück Kneitlingen Kneitlingen Ohrum Remlingen (Niedersachsen) Roklum Schladen-Werla Schöppenstedt Sehlde Semmenstedt Sickte Uehrde Vahlberg Veltheim (Ohe) Schladen-Werla Winnigstedt Wittmar WolfenbüttelKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Wittmar ist ein ehemaliger Bergarbeiterort an der Asse im Landkreis Wolfenbüttel.

Geschichte[Bearbeiten]

1976 wurden Belege für Siedlungsstellen im Bereich von Wittmar festgestellt, die während der Steinzeit und der Bronzezeit bestanden. Nachdem ein Bagger bei Bodenarbeiten auf Knochen kam es zu umfangreichen Ausgrabungen. Sie förderten das Gräberfeld von Wittmar als jungsteinzeitliches Gräberfeld der Bandkeramiker aus dem 4. Jahrtausend vor Christus und einen spätbronzezeitlichen Siedlungsplatz zutage.

Der Name der 1244 erstmals urkundlich erwähnten Gemeinde Wittmar setzt sich zusammen aus dem niederdeutschen Wort „witt“ für Weiß (niederdeutsch) und dem Wort „mär“ (althochdeutsch) für sumpfige Gegend („weißer Sumpf“).

Die Kirche hat seit 1850 nach einem Blitzeinschlag keinen Kirchturm mehr. Eines der ältesten bewohnten Häuser in der Region Braunschweig ist das als Bergfried bezeichnete mehr als 500 Jahre alte Haus im alten Dorf. Früher diente es auch als Wegegeld-Einnahmestation.

Ehemaliger Bergbau[Bearbeiten]

Das Dorf Wittmar ist als Bergbauort geprägt worden. Der Bergbau begann am 25. März 1899 mit dem ersten Spatenstich zum Kalibergbau in der Nähe der heutigen Assewirtschaft. Zu dieser Zeit hatte Wittmar 180 Einwohner, sechs Jahre darauf bereits 850 (Stand 1. Juli 2008: 1.267). Am Asseweg und an der Bismarckstraße hatten die Angestellten große und gut ausgestattete Wohnungen. Der Bergwerksdirektor residierte in einer Villa direkt am Waldrand an der heutigen Kastanienallee. Direkt neben dem Direktorenhaus steht auch heute noch eine Doppel-Villa, die vom Betriebsleiter und dem leitenden Ingenieur bewohnt wurde. Die einfachen Arbeiter lebten in den kleinen Wohnungen an der Bahnhofstraße, mit Außentoilette und kleinem Stall. Von den Bergleuten wurde 1939 in 10665 freiwilligen Arbeitsstunden ein Waldschwimmbad gebaut, das jedoch nur einen Sommer lang betrieben wurde, da ständig das Wasser aus dem undichten Becken auslief.

Im Juli 1906 brach Wasser in den Schacht ein und die Förderung musste eingestellt werden. Ein neuer Schacht wurde bei Remlingen niedergebracht, dessen Salz über eine Seilbahn zur Fabrik nach Wittmar befördert wurde. Bereits 1908 konnte die Produktion im Werk Wittmar fortgesetzt werden. Die Krisen in der Kaliindustrie nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg waren aber auch hier zu spüren, die Produktion wurde auf Steinsalz umgestellt. Das beliebte "Asse-Sonnensalz" wurde in viele Länder Europas exportiert.

Mit der Schließung des Bergwerks 1964 endete die Geschichte des Bergbaus in Wittmar. Nur ein Förderwagen im Dorf und der Bergwerksverein erinnern heute noch an die Zeit des Bergbaus. Allerdings leben einige Bergwerksmitarbeiter aus dem benachbarten Schachtanlage Asse II in Remlingen in Wittmar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bismarckturm bei Wittmar auf dem Burgberg der Asse
Detail am Bismarckturm
  • Oberhalb des Ortes befindet sich der Bismarckturm auf dem Bergkamm des Burgberges der Asse. Der Aussichtspunkt bietet einen Blick über den Ort sowie über das Harzvorland bis zum Brocken.
  • In 200 m Entfernung vom Bismarckturm befinden sich die Reste der von Gunzelin von Wolfenbüttel erbauten Asseburg, die 1218 fertiggestellt und 1492 zerstört wurde.
  • Über eine historische Hainbuchenalle, die „Liebesallee“, erreicht man den Asserand, wo seit mehr als 150 Jahren die „Waldwirtschaft zur Asse“ auf dem Grund des alten, 1834 abgerissenen alten Försterhauses steht. Dieses wurde später durch ein kleines „Fürstenschloss“ nach dem Entwurf des Braunschweiger Architekten Carl Ottmer ersetzt. Neben der Wohnung für den Förster war ein Zimmer für den Landesherren vorgesehen, das bisweilen als Liebesnest gedient haben soll. Dieses von Herzog Wilhelm von Braunschweig und Lüneburg geplante Haus ist noch heute Sitz der Revierförsterei Asse.
  • Die mittelalterlichen Kirche ohne Kirchturm (der Turm wurde um die Jahrhundertwende abgetragen)
  • Ein Wehrturm, der heute als Wohnhaus dient

Verkehr[Bearbeiten]

Blick von der Asse auf Wittmar und ins Harzvorland zum Brocken

Der Assebummler – auch als Preußenzug bekannt – ist eine historische Bahnverbindung zwischen Braunschweig, Wolfenbüttel und der Waldgaststätte in Wittmar. Der Zug mit Dampfbetrieb verkehrt 4–5-mal jährlich für Touristen. Der Betrieb erfolgt durch den Verein Braunschweiger Verkehrsfreunde e. V.
Die Braunschweig-Schöninger Eisenbahn hingegen ist stillgelegt und wird nicht mehr befahren.

Der Ort ist über eine Buslinie der Kraftverkehrsgesellschaft Braunschweig an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden. Die Bundesstraße 79 sowie der Eulenspiegelradweg durchqueren den Ort.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Wittmar setzt sich aus elf Ratsfrauen und -herren zusammen

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün ein von zwei silbernen (weißen) Buchenblättern beseiteter, silberner (weißer ) Burgturm, belegt mit grünen gekreuzten Berghämmern.“

Religion[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische St.-Barbara-Kirche befindet sich in der Kirchstraße 22, ihre Kirchengemeinde gehört zur Propstei Schöppenstedt. Die neuapostolische Gemeinde Wittmar wurde 2007 der Gemeinde Wolfenbüttel angeschlossen. Die katholischen Einwohner gehören zur Pfarrgemeinde St. Petrus in Wolfenbüttel.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wittmar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien