Winnigstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Winnigstedt
Winnigstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Winnigstedt hervorgehoben
Koordinaten: 52° 4′ N, 10° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Elm-Asse
Höhe: 91 m ü. NHN
Fläche: 12,05 km2
Einwohner: 706 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38170
Vorwahl: 05336
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 035
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 3
38170 Schöppenstedt
Bürgermeister: Michael Waßmann (SPD)
Lage der Gemeinde Winnigstedt im Landkreis Wolfenbüttel
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Die Ebene des Großen Bruchs bei Winnigstedt

Winnigstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen an der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Elm-Asse, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schöppenstedt hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nahe dem Niederungsgebiet des Großen Bruches. Bis hier reicht ein Ausläufer der Magdeburger Börde, sodass die Umgebung des Ortes über gute Ackerböden verfügt.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Winnigstedt (bis 1939 Groß und Klein Winnigstedt) und Mattierzoll.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Winnigstedt 1182 als Winnincstede in einer Urkunde über eine vom Kloster Marienthal eingetauschte Hufe. 1351 wurde dem Kloster Riddagshausen das Patronat über die Kirche übertragen.[2] Im Jahre 1936 gab es bei Braunschweig Platzbedarf um das Völkenroder Testfluggelände. Aus diesem Gebiet wurden elf landwirtschaftliche Höfe nach Winnigstedt umgesiedelt. Die neu errichteten Hofgebäude entstanden im Stil des historischen „Niedersachsenhauses“ (Fachhallenhaus). Bis 1945 grenzte in Winnigstedt das Land Braunschweig an Preußen.

Zur Entwicklung des Postwesens siehe: Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg.

Im Jahr 2015 scheiterte eine Fusion zwischen Winnigstedt und der Nachbargemeinde Roklum, weil sich die Einwohner beider Dörfer und beide Gemeinderäte nicht auf einen gemeinsamen Namen einigen konnten. Zur Debatte standen unter anderem die Namen Winnigstedt-Roklum, Tiefenbach (Elm-Asse), Großes Bruch und Mattierzoll.[3]

Grenzpunkt Mattierzoll[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der südlich gelegene Ortsteil Mattierzoll war schon seit Jahrhunderten Grenzbereich zwischen verschiedenen Territorien. Nach dem Zweiten Weltkrieg grenzte hier zunächst die Sowjetische Besatzungszone, bald die DDR an. In den 1950er Jahren hatte sich der Grenzort auf westlicher Seite als Eisenbahn-Knotenpunkt etabliert. Hier traf die Staatsbahn (Helmstedt-Holzminden) auf die Braunschweig-Schöninger Eisenbahn und die Bahnstrecke Heudeber–Mattierzoll.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2016 gewählt wurde, setzt sich in der X. Ratsperiode wie folgt zusammen:

  • SPD: 5 Sitze
  • CDU: 2 Sitze
  • Unabhängige Interessengemeinschaft: 2 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016, Fraktionsneubildung in der Ratssitzung am 12. September 2017)[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bürgermeister von Winnigstedt ist Michael Waßmann (SPD). Sein Stellvertreter ist Marc Germer (SPD).[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Winnigstedt stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften in der Region Hannover entworfen hat.[5] Die Genehmigung des Wappens wurde am 31. Oktober 1952 durch den Niedersächsischen Minister des Innern erteilt.[6]

Wappen von Winnigstedt
Blasonierung: „In Blau drei goldene nebeneinanderstehende Brandpfeile.“[6]
Wappenbegründung: Das Wappen lehnt sich an ein Siegel des Dietrich von Winningstedt aus dem Jahre 1378 an. Der Ort Winnigstedt bezeugt mit seiner blau-goldenen Farbwahl des Wappens seine Anhänglichkeit an das Braunschweiger Land.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wind- und Wassermühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe dem Ort gab es mehrere Wind- und Wassermühlen, woran die Namen Trift am Mühlenbeek, Mühlenbach und Teichmühle erinnern. Letztere wurde schon 1551 nachgewiesen und gehörte später zum fürstlichen Vorwerk, aus dem sich der Ort entwickelte. Unter der heutigen Teichstraße hindurch floss früher das Wasser aus dem Teich in die Mühlradkammer. In einer Dorfbeschreibung von Klein Winnigstedt (1750) wird von einer Wassermühle am Meesche Graben berichtet. Sie stellte bis 1965 Weizen- und Roggenmehl her - zuletzt von einem Dieselmotor angetrieben. Bis 1980 wurde hier Getreide geschrotet und ein Futtermittelhandel betrieben. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. An die traditionsreiche Geschichte der beiden Wassermühlen erinnern das Mühlrad im ehemaligen Klein Winnigstedt und einige Mahlsteine.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christuskirche
  • Apostelkirche

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winnigstedt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2016 (Hilfe dazu).
  2. Ludwig Hänselmann (Hrsg.): Urkundenbuch der Stadt Braunschweig. Statute und Rechtebriefe 1227–1671. Band 1. C. A. Schwetschke und Sohn (M. Bruhn), Braunschweig 1873, S. 55.
  3. Frank Schildener: Gemeindefusion ist geplatzt. Das Vorhaben scheitert an einer emotionalen Namensdebatte. In: www.elm-asse.de. 28. November 2015, abgerufen am 18. Dezember 2017 (PDF; 350 KB).
  4. a b Politik – Gemeinde Winnigstedt in der Samtgemeinde Elm-Asse. In: Internetseite der Gemeinde Winnigstedt. Abgerufen am 17. Dezember 2017.
  5. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985.
  6. a b Arnold Rabbow: Braunschweigisches Wappenbuch. Die Wappen der Gemeinden und Ortsteile in den Stadt- und Landkreisen Braunschweig, Gandersheim, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Hrsg.: Braunschweiger Zeitung, Salzgitter Zeitung und Wolfsburger Nachrichten. Eckensberger & Co Verlag, Braunschweig 1977, S. 106.