Winnigstedt

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Winnigstedt; zum gleichnamigen Agrarwissenschaftler siehe Robert Winnigstedt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Winnigstedt
Winnigstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Winnigstedt hervorgehoben
Koordinaten: 52° 4′ N, 10° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Elm-Asse
Höhe: 91 m ü. NHN
Fläche: 12,05 km2
Einwohner: 733 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 61 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38170
Vorwahl: 05336
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 035
Adresse der Verbandsverwaltung: Markt 3
38170 Schöppenstedt
Bürgermeister: Kurt Alpers (CDU)
Lage der Gemeinde Winnigstedt im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Goslar Landkreis Helmstedt Landkreis Hildesheim Landkreis Peine Salzgitter Am Großen Rhode Barnstorf-Warle Voigtsdahlum Voigtsdahlum Baddeckenstedt Börßum Börßum Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) Cramme Cremlingen Dahlum Dahlum Denkte Dettum Dorstadt Elbe (Niedersachsen) Erkerode Evessen Evessen Flöthe Schladen-Werla Haverlah Hedeper Heere Heere Heiningen (Niedersachsen) Kissenbrück Kneitlingen Kneitlingen Ohrum Remlingen-Semmenstedt Roklum Schöppenstedt Sehlde Sickte Uehrde Vahlberg Veltheim (Ohe) Winnigstedt Wittmar WolfenbüttelKarte
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Die Ebene des Großen Bruchs bei Winnigstedt

Winnigstedt ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen an der Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt. Sie ist Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Elm-Asse, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schöppenstedt hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nahe dem Niederungsgebiet des Großen Bruches. Bis hier reicht ein Ausläufer der Magdeburger Börde, sodass die Umgebung des Ortes über gute Ackerböden verfügt.

Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Winnigstedt (bis 1939 Groß und Klein Winnigstedt) und Mattierzoll.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Winnigstedt 1182 als Winnincstede in einer Urkunde über eine vom Kloster Marienthal eingetauschte Hufe. 1351 wurde dem Kloster Riddagshausen das Patronat über die Kirche übertragen.[2] 1936 gab es bei Braunschweig Platzbedarf um das Völkenroder Testfluggelände. Aus diesem Gebiet wurden elf landwirtschaftliche Höfe nach Winnigstedt umgesiedelt. Die neu errichteten Hofgebäude entstanden im Stil des historischen "Niedersachsenhauses" (Fachhallenhaus). Bis 1945 grenzte in Winnigstedt das Land Braunschweig an Preußen.

Zur Entwicklung des Postwesens siehe: Postroute Braunschweig-Helmstedt-Magdeburg.

Im Jahr 2015 scheiterte eine Fusion zwischen Winnigstedt und der Nachbargemeinde Roklum, weil sich die Einwohner beider Dörfer und beide Gemeinderäte nicht auf einen gemeinsamen Namen einigen konnten. Zur Debatte standen unter anderem die Namen Winnigstedt-Roklum, Tiefenbach (Elm-Asse), Großes Bruch und Mattierzoll.[3]

Grenzpunkt Mattierzoll[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der südlich gelegene Ortsteil Mattierzoll war schon seit Jahrhunderten Grenzbereich zwischen verschiedenen Territorien. Nach dem Zweiten Weltkrieg grenzte hier zunächst die Sowjetische Besatzungszone, bald die DDR an. In den 1950er Jahren hatte sich der Grenzort auf westlicher Seite als Eisenbahn-Knotenpunkt etabliert. Hier traf die Staatsbahn (Helmstedt-Holzminden) auf die Braunschweig-Schöninger Eisenbahn und die Bahnstrecke Heudeber–Mattierzoll.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2011 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wind- und Wassermühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe dem Ort gab es mehrere Wind- und Wassermühlen, woran die Namen Trift am Mühlenbeek, Mühlenbach und Teichmühle erinnern. Letztere wurde schon 1551 nachgewiesen und gehörte später zum fürstlichen Vorwerk, aus dem sich der Ort entwickelte. Unter der heutigen Teichstraße hindurch floss früher das Wasser aus dem Teich in die Mühlradkammer. In einer Dorfbeschreibung von Klein Winnigstedt (1750) wird von einer Wassermühle am Meesche Graben berichtet. Sie stellte bis 1965 Weizen- und Roggenmehl her - zuletzt von einem Dieselmotor angetrieben. Bis 1980 wurde hier Getreide geschrotet und ein Futtermittelhandel betrieben. Das Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt. An die traditionsreiche Geschichte der beiden Wassermühlen erinnern das Mühlrad im ehemaligen Klein Winnigstedt und einige Mahlsteine.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christuskirche
  • Apostelkirche

Persönlichkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Winnigstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Ludwig Hänselmann, Heinrich Mack, Manfred R. W. Garzmann: Urkundenbuch der Stadt Braunschweig: Bd. Statute und Rechtebriefe, 1227-1671, 1994, S. 55
  3. Bericht über die gescheiterte Namensfindung (PDF)