Kissenbrück

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kissenbrück
Kissenbrück
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kissenbrück hervorgehoben
Koordinaten: 52° 6′ N, 10° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Elm-Asse
Höhe: 93 m ü. NHN
Fläche: 6,46 km2
Einwohner: 1779 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 275 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38324
Vorwahl: 05337
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 021
Adresse der Verbandsverwaltung: Im Winkel 4
38319 Remlingen
Webpräsenz: www.kissenbrueck.de
Bürgermeister: Gerhard Wiche (CDU)
Lage der Gemeinde Kissenbrück im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-Anhalt Braunschweig Landkreis Goslar Landkreis Helmstedt Landkreis Hildesheim Landkreis Peine Salzgitter Am Großen Rhode Barnstorf-Warle Voigtsdahlum Voigtsdahlum Baddeckenstedt Börßum Börßum Burgdorf (Landkreis Wolfenbüttel) Cramme Cremlingen Dahlum Dahlum Denkte Dettum Dorstadt Elbe (Niedersachsen) Erkerode Evessen Evessen Flöthe Schladen-Werla Haverlah Hedeper Heere Heere Heiningen (Niedersachsen) Kissenbrück Kneitlingen Kneitlingen Ohrum Remlingen-Semmenstedt Roklum Schöppenstedt Sehlde Sickte Uehrde Vahlberg Veltheim (Ohe) Winnigstedt Wittmar WolfenbüttelKarte
Über dieses Bild

Kissenbrück ist eine Gemeinde im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Elm-Asse an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Schöppenstedt hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kissenbrück liegt im Nordwesten der Samtgemeinde Elm-Asse an den südlichen Ausläufern des Ösel in einer zur Oker nach Westen hin offenen Senke. Durch den Ort fließt östlich der Kirche die namensgebende Kisse, ein Nebengewässer des Großen Grabens, die historisch als Kissena überliefert ist.[2]

Der von Osten kommende Große Graben verläuft zwischen dem Ortskern und dem Rittergut Hedwigsburg und mündet in die Alte Ilse. Oker und Alte Ilse bilden die westliche Gemeindegrenze.

Ein Ortsteil der Gemeinde ist Hedwigsburg (48 Einwohner).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung von Kissenbrück stammt aus dem 9. Jahrhundert und geht auf eine Urkunde zurück, die sich als Nummer 1419 in den Akten des Klosters Corvey befindet. Der Graf Thuring vermachte seinen Besitz in Kissenbrück und Neindorf dem Kloster. Für die Bedeutung der Urkunde spricht die ansehnliche Zahl von zwanzig Zeugen. Das genaue Jahr der Beurkundung ist nicht bekannt, auf Grund von Untersuchungen wurde die Entstehungszeit der Urkunde auf die Zeit von 822 bis 826 begrenzt.[3]

Des Weiteren ist für das Jahr 827 die Errichtung einer Kirche durch Bischof Hildegrim sowie später die Existenz einer Königspfalz Curtis Cissenbrugea überliefert. Dort hat sich 944 Kaiser Otto I. aufgehalten und sind in den folgenden Jahrzehnten durch andere Könige mehrere Urkunden ausgestellt worden. Dieser Hof wird von den Chronisten in dem Dreieck zwischen den Bächen Kisse und Scharrenbeeke (heute Großer Graben) in der Flur Eulenburg südlich des Ortskerns vermutet. Sie führen den Namen auf „Ol“ wie „Sumpf“ zurück. Die Pfalz dürfte den historischen Verkehrsweg zwischen dem Okerübergang in Ohrum und Schöningen gesichert haben. Diese als Deitweg überlieferte Fernstraße verlief vermutlich zwischen Kissenbrück und Neindorf. Dort ist der Deiweg kartiert bzw. westlich von Remlingen der Flurname Hinter dem Deiwege. Dieser Weg verlor spätestens nach der Gründung Wolfenbüttels endgültig seine überregionale Bedeutung und damit vermutlich auch der Königshof. Dieser ging im 18. Jahrhundert als Schriftsassenhof in das Eigentum des Ritterguts über.

Seit dem 12. Jahrhundert ist das Schloss Hedwigsburg bezeugt, das überwiegend in fürstlichen Besitz und mit der Gerichtsbarkeit belehnt war.

Hauptartikel: Schloss Hedwigsburg

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Kissenbrück setzt sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 10. September 2009 ist Gerhard Wiche (CDU) ehrenamtlicher Bürgermeister. Der vorherige Bürgermeister Rainer Hasselmann, der am 9. September 2001 gewählt wurde, hat an diesem Tag das Bürgermeisteramt abgegeben und sein Ratsmandat niedergelegt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Kissenbrück stammt von Kleinau und von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat.[4] Das genaue Einführungsdatum des Wappens lässt sich nicht mehr ermitteln. Wahrscheinlich wird es Ende 1955 oder Anfang 1956 eingeführt worden sein, jedenfalls wurde die Genehmigung vom niedersächsischen Innenminister August Wegmann vor dem 11. Januar 1956 erteilt.[5]

Wappen von Kissenbrück
Wappenbeschreibung: „In Rot über Wellen eine silberne Brücke, in deren Bogen ein goldenes Mühleisen schwebt und über der ein gestürztes silbernes Schwert mit goldenem Griff zwischen zwei goldenen Ähren schwebt.“
Wappenbegründung: Das redende Wappen weist auf die zweite Hälfte des Ortsnamens hin, der schon in ahnlicher Form aus dem 9. Jahrhundert überliefert ist. Im 10. Jahrhundert gab es hier sogar ein Königshof, später dann ein Gerichtssitz, der z.B. 1360 und 1391 erwähnt wird. Das Bauerngericht wurde im Jahre 1400 von den Herzögen Bernhard und Heinrich unter Verweisung der Bauern an das Goding und an das Landgericht aufgehoben. Das Schwert soll als strenges Gerichtssymbol damaliger Rechtsprechung über das Leben und den Tod erinnern. Das Mühleisen weist auf die Fährmühle hin, die sich an der Oker befindet. Die Ähren symbolisieren die für die Region wichtige Landwirtschaft und deren Erträge.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Golfplatz mit 18 Löchern
  • Fußballplatz
  • Tennisplätze

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kursbuchstrecke 353 der Deutschen Bahn AG (Braunschweig–Wolfenbüttel–Vienenburg–Bad Harzburg–Goslar) führt durch das Gemeindegebiet von Kissenbrück. Sie ist als zweigleisige Hauptbahn ausgebaut und nach dem niedersächsischen Raumordnungsprogramm zur Elektrifizierung vorgesehenen. In der Vergangenheit hatte der Ortsteil Hedwigsburg einen Bahnhof an dieser Strecke. Die Bundesstraße 79 (WolfenbüttelHalberstadt) verläuft ca. 2 km nördlich des Ortes in west-östlicher Richtung vorbei.

Mühlenstandort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Hedwigsburg ist seit 1318 der Betrieb einer Wassermühle belegt. Diese wurde als Fährmühle bezeichnet und war zwischenzeitlich im Besitz der Stadt Braunschweig. An dem Standort wird noch heute eine aus dem Stromnetz versorgte Industriemühle von der Hedwigsburger Okermühle GmbH betrieben.[6]

Hauptartikel: Hedwigsburger Okermühle

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Walter Bennecke, Gemeinde Kissenbrück (Hrsg.): Kissenbrück - Beiträge zur Geschichte eines alten Dorfes, Kissenbrück 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kissenbrück – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Walter Bennecke u.a., Gemeinde Kissenbrück (Hrsg.): Kissenbrück - Beiträge zur Geschichte eines alten Dorfes, Kissenbrück 1997, S. 14 ff.
  3. Walter Bennecke u.a., Gemeinde Kissenbrück (Hrsg.): Kissenbrück - Beiträge zur Geschichte eines alten Dorfes, Kissenbrück 1997, S. 11.
  4. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  5. Arnold Rabbow: Braunschweigisches Wappenbuch - Mit Gandersheim, Gifhorn, Goslar, Helmstedt, Peine, Salzgitter, Wolfenbüttel und Wolfsburg. Verlag: Eckensberger & Co, Braunschweig 1977
  6. Internetauftritt der Hedwigsburger Okermühle, abgerufen 9. März 2013