Śląsk Wrocław

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Śląsk Wrocław
Slask Wroclaw Logo.jpg
Voller Name Wrocławski Klub Sportowy
Śląsk Wrocław SA
Ort Wrocław (Breslau)
Gegründet 1947
Vereinsfarben grün-weiß-rot
Stadion Stadion Miejski
Plätze 44.308
Präsident PolenPolen Paweł Żelem
Trainer PolenPolen Tadeusz Pawłowski
Homepage slaskwroclaw.pl
Liga Ekstraklasa
2013/14 9. Platz
Heim
Auswärts

Śląsk Wrocław (offiziell Wrocławski Klub Sportowy Śląsk Wrocław SA, offizielle Kurzform Śląsk Wrocław) ist ein Sportverein aus der polnischen Stadt Wrocław (deutsch Breslau).

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde 1947 als WKS Pionier gegründet. 1947 erfolgte die Umbenennung in OWKS. 1956 wurde aus dem OWKS der WKS Śląsk, wobei WKS bis 1998 für Wojskowy Klub Sportowy (Armeesportklub) stand, während die heutige Form Wrocławski Klub Sportowy (Breslauer Sportklub) die Lösung von der Trägerschaft der Armee dokumentiert. Die Farben des Vereins sind Grün-Weiß-Rot. Diese Farben bilden auch die Umrandung des Vereinswappens, in dessen Mitte das von 1948 bis 1990 gültige Stadtwappen zu sehen ist, das auf der linken Seite den polnischen und auf der rechten Seite den schlesischen Adler zeigt. Neben der Fußball- verfügte der Klub über eine bekannte Basketball-Abteilung sowie über eine Handball-Abteilung, deren erste Herren-Mannschaft 15 mal polnischer Meister wurde.

Fußballabteilung[Bearbeiten]

Die Fußballer von Śląsk (deutsch „Schlesien“) spielten von 1964 bis 1969, von 1973 bis 1993, von 1995 bis zum Rückzug nach 32 Spieltagen in der Saison 1996/97, von 2000 bis 2002 und wieder ab 2008 in der höchsten polnischen Liga. Spielstätte war bis 2011 das Stadion an der ul. Oporowska in Breslau-Gräbschen (Grabiszyn), das bis 1945 Spielstätte der Breslauer Sportvereinigung 02 (BSV 02) war, des damals in der Stadt dominierenden Vereins. Zu Europapokalspielen in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wich der WKS Śląsk in das weitaus größere Breslauer Olympiastadion aus. Das im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2012 erbaute neue Stadion Miejski wurde in der Hinserie der Saison 2011/12 vom Verein bezogen.[1]


Da der Verein in der Spielzeit 2010/11 Vizemeister der Ekstraklasa wurde, war man in der Saison 2011/12 für die Qualifikation der UEFA Europa League berechtigt. Nachdem man in der zweiten Runde den schottischen Vertreter Dundee United nach einem 1:0-Sieg daheim und einer 2:3-Niederlage auswärts ausgeschaltet hatte, konnte der Klub auch in der 3. Runde nach einem spannenden Elfmeterschießen den bulgarischen Vertreter Lokomotive Sofia mit 4:3 bezwingen und in die Play-Offs des Wettbewerbs einziehen, wo man auf den rumänischen Club Rapid Bukarest traf. Śląsk Wrocław genoss zunächst Heimrecht, verlor dieses Spiel jedoch mit 1:3. Da im Rückspiel auswärts nur ein 1:1 erreicht wurde, schied die Mannschaft aus.

In der Saison 2011/12 wurde Śląsk nach dem Umzug ins Stadion Miejski erstmals Tabellenführer. Die Führung wechselte bis Saisonschluss mehrfach. Am letzten Spieltag sicherte sich die Mannschaft durch ein 1:0 bei Vorjahresmeister Wisła Krakau (Torschütze Rok Elsner) den zweiten Meistertitel nach 1977, mit einem Punkt Vorsprung vor den schlesischen Nachbarn von Ruch Chorzów und drei Punkten vor dem lange führenden Hauptstadtklub Legia Warschau.

Als Meister qualifizierte man sich für die Qualifikationsrunde zur Champions League. Nachdem man FK Buducnost Podgorica (2. Qualifikationsrunde) eliminieren konnte, scheiterte man an Helsingborgs IF (3. Qualifikationsrunde). So musste man in den Play-offs zur Europa League gegen Hannover 96 antreten. Nach einem 3:5 im Heimspiel verlor man jedoch auch das Rückspiel in Hannover mit 1:5 und schied somit aus dem Wettbewerb aus.

Śląsk Wrocław steht mit Ablauf der Saison 2011/12 auf dem neunten Platz der Ewigen Tabelle der Ekstraklasa.

Am 18. September 2013 hat der Verein unter der Leitung von Zygmunt Solorz, die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beschlossen.[2]

Aktueller Kader 2014/15[Bearbeiten]

(Stand: 4. August 2014)

Nr. Position Name
1 PolenPolen TW Wojciech Pawłowski
2 PolenPolen AB Krzysztof Ostrowski
3 PolenPolen AB Piotr Celeban
4 EnglandEngland MF Tom Hateley
6 PolenPolen MF Tomasz Hołota
7 AlbanienAlbanien ST Sebino Plaku
8 PolenPolen MF Mateusz Machaj
9 PolenPolen MF Waldemar Gancarczyk
11 PolenPolen MF Sebastian Mila
12 BrasilienBrasilien AB Dudu Paraíba
14 PolenPolen ST Karol Angielski
15 PolenPolen AB Rafał Grodzicki
17 PolenPolen AB Mariusz Pawelec
Nr. Position Name
19 PortugalPortugal ST Marco Paixão
20 TschechienTschechien MF Lukáš Droppa
21 SpanienSpanien AB Juan Calahorro
22 PolenPolen TW Jakub Wrąbel
23 PolenPolen AB Paweł Zieliński
24 PolenPolen AB Tadeusz Socha
27 SlowakeiSlowakei ST Róbert Pich
28 PortugalPortugal MF Flávio Paixão
29 PolenPolen MF Paweł Uliczny
30 PolenPolen AB Kamil Dankowski
32 PolenPolen ST Marcin Przybylski
33 PolenPolen TW Mariusz Pawełek
34 KanadaKanada MF Patryk Misik

Erfolge[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Basketballabteilung[Bearbeiten]

Die 1. Basketballmannschaft des WKS Śląsk Wrocław (vorherige Namen: ASCO Śląsk Wrocław, Bergson Śląsk Wrocław, Era Śląsk Wrocław, Deichman Śląsk Wrocław, Idea Śląsk Wrocław, Zepter Śląsk Wrocław, Śląsk Wrocław, PCS Śląsk Wrocław, WKS Śląsk Wrocław) spielt in der Tauron Basket Liga. Śląsk Wrocław ist polnischer Basketball-Rekordmeister.

Erfolge[Bearbeiten]

  • Polnischer Meister: 1965, 1970, 1977, 1979, 1980, 1981, 1987, 1991, 1992, 1993, 1994, 1996, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002
  • Polnischer Basketballpokal: 1957, 1959, 1972, 1973, 1977, 1980, 1989, 1990, 1992, 1997, 2004, 2005
  • Polnischer Basketballsuperpokal: 1999, 2000

Handballabteilung[Bearbeiten]

WKS Śląsk Wrocław spielt in der PGNiG Superliga Mężczyzn, Polens höchster Spielklasse. Mit fünfzehn Meisterschaften und sechs Pokalsiegen ist er der erfolgreichste polnische Club auf nationaler Ebene und bereits seit seinem fünften Titelgewinn 1965 ununterbrochen polnischer Rekordmeister. Zwischen 1957 und 2004 landete die Śląsk-Mannschaft 35 mal auf einem der ersten drei Plätze in der polnischen Meisterschaft. Die Glanzzeit des Vereins waren die 1970er-Jahre, in denen er, unter anderem mit dem späteren Göppinger Bundesligaspieler Jerzy Klempel, siebenmal nacheinander Meister werden konnte. 1978 erreichte die Mannschaft als erstes polnisches Team das Endspiel im Europapokal der Landesmeister, unterlag dort jedoch dem SC Magdeburg mit 22:28 (10:18). Mit den beiden Finalteilnahmen von GKS Wybrzeże Gdańsk 1986 und 1987 im selben Wettbewerb stellt dies den bis dato größten Erfolg des polnischen Vereinshandballs dar. Im Jahr 2009 stieg der Verein nach längerer Abwesenheit unter dem Namen AS-BAU Śląsk Wrocław wieder in die höchste Spielklasse Ekstraklasa auf.

Erfolge[Bearbeiten]

  • Polnischer Meister: 1958, 1961, 1962, 1963, 1965, 1967, 1972, 1973, 1974, 1975, 1976, 1977, 1978, 1982, 1997
  • Polnischer Pokalsieger: 1959, 1965, 1969, 1976, 1981, 1982, 1989
  • Europapokal-Finalist: 1978

Fans[Bearbeiten]

Die Fans von Śląsk Wrocław nennen sich Szlachta z Wrocławia. In den 1980er Jahren waren viele Fans des Vereins in der freien Gewerkschaft Solidarność und der extremeren Solidarność Walcząca aktiv, die gegen das kommunistische Regime in Polen kämpften. Es ist daher nicht ungewöhnlich antikommunistische und patriotische Parolen auf den Tribünen zu sehen.

Die Fans hegen eine Fan-Freundschaft mit Lechia Gdańsk, Wisła Krakau (Drei Könige der großen Städte, Polnisch: Trzej Królowie Wielkich Miast), Motor Lublin, Miedź Legnica und dem tschechischen Verein SFC Opava.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Slasknet.com: Historia, abgerufen am 19. September 2013
  2. Gazeta.pl: Śląsk Wrocław złożył do sądu wniosek o upadłość vom 18. September 2013

Weblinks[Bearbeiten]