Kanton Appenzell Innerrhoden

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Eidgenössischer Stand Appenzell Innerrhoden
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Amtssprache: Deutsch
Hauptort: Appenzell
Beitritt zum Bund: 1513
Kürzel/Kontrollschild: AI
ISO 3166-2: CH-AI
Fläche: 173 km²
Einwohner: 15'688[1] (31. Dezember 2010)
Bevölkerungsdichte: 91 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 9,9 %[2] (April 2011)
Arbeitslosenquote: 0,9 %[3] (Juli 2011)
Website: www.ai.ch
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Gemeinden des Kantons
Gemeinden des Kantons

Appenzell Innerrhoden (französisch Appenzell Rhodes-Intérieures, italienisch Appenzello Interno, rätoromanisch Appenzell Dadens), amtlich Eidgenössischer Stand Appenzell Innerrhoden,[4] ist ein deutschsprachiger Kanton im Nordosten der Schweiz. Der Hauptort ist Appenzell.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Appenzell Innerrhoden ist mit rund 15'000 Einwohnern der Schweizer Kanton mit der niedrigsten Einwohnerzahl und nach Basel-Stadt der Kanton mit der zweitkleinsten Fläche. Im Kanton werden 56,0 Prozent der Gesamtfläche als landwirtschaftliche Flächen genutzt.[5]

[Bearbeiten] Lage des Kantons

Der Kanton Appenzell Innerrhoden grenzt an den Kanton Appenzell Ausserrhoden und ist im Übrigen vom Kanton St. Gallen umgeben. Höchster Berg ist der Säntis (2'502 m ü. M.) im Alpstein, auf dem sich die Grenzen der drei Kantone Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden und St. Gallen treffen.

[Bearbeiten] Politik

Der Kanton Appenzell Innerrhoden bildete vor der Gegenreformation zusammen mit dem Kanton Appenzell Ausserrhoden den Kanton Appenzell. Im Jahr 1597 hat Appenzell sich friedlich in zwei Halbkantone geteilt (Landteilung), die im Schweizer Ständerat mit jeweils nur einem statt mit zwei Sitzen vertreten sind. Sonst sind die Halbkantone vollkommen eigenständige Kantone, wie die anderen Kantone der Schweiz auch.

Appenzell war nach einem Bundesgerichtsentscheid vom 27. November 1990 der letzte Schweizer Kanton, der das 1971 auf eidgenössischer Ebene beschlossene Frauenstimmrecht gegen den Willen der (männlichen) Stimmbürger auch auf kantonaler Ebene einführen musste.

[Bearbeiten] Legislative

Die jährlich in Appenzell abgehaltene Landsgemeinde ist das oberste bestimmende Organ innerhalb des Kantons. Viele Stimmbürger tragen bei der Landsgemeinde den Degen, der früher als Stimmausweis diente. Die Abstimmung erfolgt per Handerheben. In der direktdemokratischen Struktur des Kantons übernimmt das Volk also alle legislativen Aufgaben. Zur administrativen Vorbereitung der Landsgemeinde existiert jedoch auch das kantonale Parlament, der sogenannte Grosse Rat.

Die wichtigsten Aufgaben des Grossen Rates sind die Vorberatung der Verfassungs- und Gesetzesvorlagen zuhanden der Landsgemeinde. Im Weiteren erlässt der Grosse Rat Verordnungen und Reglemente zum Vollzug der Gesetzgebung des Kantons und überwacht den Geschäftsgang aller Behörden. Ausserdem prüft und genehmigt er die Jahresrechnung, legt das Budget und den Steuersatz fest und fällt die Entscheide über die Erteilung des Landrechtes.

Jeder Bezirk wählt aus den in seinem Gebiet wohnhaften Stimmberechtigten auf 300 Einwohner je ein Mitglied, wobei eine Bruchzahl von mehr als 150 Bezirkseinwohnern einen Bezirk ebenfalls zu einem Vertreter berechtigt. Die Amtsdauer des Grossen Rates beträgt vier Jahre. Die Wahlen finden in den meisten Bezirken an offenen Bezirksgemeinden (analog zur Landsgemeinde) statt, in Oberegg jedoch an der Urne.

Sitzverteilung pro Bezirk (2006): Appenzell: 18; Schwende: 6; Rüte: 10; Schlatt-Haslen: 4; Gonten: 5; Oberegg: 6; Total: 49. Insgesamt sind 9 Frauen und 40 Männer im Grossen Rat.

[Bearbeiten] Exekutive

Die Mitglieder der Regierung (die sogenannte Standeskommission) werden von der Landsgemeinde gewählt, zu der sich alljährlich am letzten Aprilsonntag die Stimmbürger versammeln. Die Standeskommission kennt keine Selbstkonstituierung, ihre Mitglieder werden vom Stimmvolk direkt in das jeweilige Amt gewählt. Regierender und stillstehender Landammann wechseln sich in einem Turnus von zwei Jahren ab. Die Standeskommission zählt sieben Mitglieder, die in ihrem Amt jeweils traditionelle Amtsbezeichnungen tragen und folgenden Departementen vorstehen:

Bis zur Aufhebung des Amtes 1996 wurde der Militärdirektor Landeszeugherr genannt.[6]

[Bearbeiten] Judikative

Es existieren im Bezirk Appenzell ein Kantonsgericht und ein Bezirksgericht. Letzteres gibt es auch in der Exklave Oberegg.

[Bearbeiten] Bezirke

Kanton Appenzell Innerrhoden
Bezirke des Kantons Appenzell Innerrhoden

Die Bezirke sind die unterste Verwaltungseinheit im Kanton Appenzell Innerrhoden. Sie haben eine ähnliche Funktion wie die Gemeinden anderer Kantone. Sie werden in letzter Zeit daher in Statistiken usw. häufig auch als Gemeinden bezeichnet. Die Bezirke entstanden 1872 aus den ehemaligen Rhoden.

Nachfolgend aufgelistet sind alle Bezirke (Orte) per 31. Dezember 2010:

Bezirk (Ort) Einwohner
Appenzell 5712
Rüte 3356
Schwende 2147
Oberegg 1892
Gonten 1446
Schlatt-Haslen 1135

Da sich verschiedene Bezirke das Dorf Appenzell (Appenzell, Schwende und Rüte) aufteilen, wurde schon im 16. Jahrhundert für gemeindeübergreifende Aufgaben (wie Baupolizei, Feuerwehr oder Wasser- und Energieversorgung) eigens eine Spezialgemeinde gegründet, die Feuerschaugemeinde, welches das Dorf Appenzell mit seinen Aussenquartieren umfasst. Schwende und Rüte teilen sich auch das Dorf Weissbad.

Die Bezeichnung für einen Bezirkspräsidenten ist Bezirkshauptmann, der Stellvertreter wird als Stillstehender Bezirkshauptmann bezeichnet. Die Hauptmänner haben ähnliche Funktionen wie Gemeindepräsidenten anderer Kantone.

Es gibt Pläne für eine Reform, wonach der ganze Kanton Appenzell Innerrhoden bis auf Oberegg zu einem Bezirk zusammengeschlossen werden soll, während Oberegg weiterhin ein Bezirk darstellt.

Das Bundesamt für Statistik führt den gesamten Kanton bereits als einen Bezirk unter der BFS-Nr. 1600.

[Bearbeiten] Bräuche

Die Bauern bringen ihre Kühe im Frühling auf die Alp zur Sömmerung und holen diese im Herbst wieder ab. Dabei werden häufig die Trachten angezogen und die Bauern werden von Appenzeller Blässen (Appenzeller Sennenhunden) begleitet.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit, Geschlecht und Kantonen, 2009 (XLS), Bundesamt für Statistik (BFS)
  2. Bestand der ständigen ausländischen Wohnbevölkerung nach Wohnkanton und Ausländergruppe Ende April 2011 (PDF), Bundesamt für Migration (BFM), abgerufen am 31. August 2011
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt – Juli 2011 (PDF), Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Pressedokumentation, abgerufen am 31. August 2011
  4. Verfassung für den Eidgenössischen Stand Appenzell I. Rh., abgerufen am 3. Dezember 2011
  5. Quelle: Statistik für die EUREGIO-Bodensee. In: Aufgelistet! Die zehn Landkreise der Bodenseeregion, … In: Südkurier vom 25. Februar 2011 und in: Ders. vom 2. Juli 2011
  6. Zeugherr im Historischen Lexikon der Schweiz

[Bearbeiten] Weblinks

 Wikisource: Kanton Appenzell Innerrhoden – Quellen und Volltexte
 Commons: Appenzell Innerrhoden – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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