August Haußleiter

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August Haußleiter (* 5. Februar 1905 in Nürnberg; † 8. Juli 1989 in München), auch bekannt unter dem Pseudonym Karl Konstantin, war ein deutscher Politiker und Journalist.

Leben[Bearbeiten]

Vor 1945[Bearbeiten]

Für die Zeit vor 1945 ist über Haußleiters Leben wenig Zuverlässiges bekannt. Die Angaben beruhen zum nicht geringen Teil auf Eigenangaben Haußleiters beziehungsweise auf parteioffiziellen Darstellungen der Deutschen Gemeinschaft, die nicht durchweg bestätigt werden konnten. Haußleiter ließ zudem über seine Vergangenheit recht unterschiedliche Versionen verbreiten.[1]

August Haußleiter war Sohn eines protestantischen Pfarrers und wuchs in Nürnberg auf. Laut Eigenangaben verlor er als Jugendlicher seine Eltern und war Vollwaise.[2] Haußleiter wurde früh politisch aktiv und schloss sich als Gymnasiast „nationalen Wehrverbänden“ an.[3] Dabei war er auch in militante Auseinandersetzungen verwickelt. Als „15-jähriger wurde er zum ersten Mal bei einer schweren politischen Auseinandersetzung von der Polizei festgenommen“.[1] Dazu ließ Haußleiter 1957 folgendes über sich veröffentlichen:

„In den bürgerkriegsähnlichen Zuständen jener Jahre hielt es ihn nicht zu Hause. Die großen ‚Deutschen Tage‘ in Nordbayern sahen ihn als einen der jungen Vorkämpfer der nationalen Bewegung jener Jahre, und der Zusammenbruch des 9. November 1923 [Hitler-Putsch] trafen den damals Achtzehnjährigen bis ins Herz.“[1]

An diesem niedergeschlagenen Putsch nahm Haußleiter gemäß Stöss und Martin A. Lee teil.[4][5]

Nach dem Abitur studierte Haußleiter in Erlangen Theologie und Philosophie und verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Werkstudent.[3] 1924 wurde er Mitglied des Corps Onoldia Erlangen.[6] Laut verschiedener Quellen wurde Haußleiter vor 1933 Mitglied der national-liberalen Deutschen Volkspartei.[7] Richard Stöss, der dies 1980 ebenfalls so darstellte, kam dagegen 1983 zu dem Schluss: „Er hegte zwar Sympathien für Stresemann und dessen Deutsche Volkspartei (DVP), schloß sich den Nationalliberalen aber nicht an.“[1]

Richard Stöss zufolge wäre Haußleiter im politischen Spektrum der Weimarer Republik am ehesten der Konservativen Revolution zuzuordnen. Einer seiner langjährigen politischen Weggefährten habe ihn als „Adepten“ des Tat-Kreises beschrieben,[1] der dadurch „zu letztlich jenen“ gehörte, „denen einerseits die Nazis viel zu laut, viel zu ordinär, viel zu kenntnislos, viel zu ungebildet waren, und vor der entfesselten nationalistischen Dynamik grauste“.[8]

Ab 1928 arbeitete Haußleiter als Wirtschafts- und politischer Redakteur (Schriftleiter) beim Fränkischen Kurier.[3] Die vormals bürgerliche Zeitung wandelte sich nach 1918 zum republikfeindlichen, teilweise antisemitischen, „nationalistischen Blatt“ und war so ein Wegbereiter des Nationalsozialismus. Nach 1933 zog die Zeitung ernsthafte Kritik von Seiten der Nationalsozialisten nur vereinzelt auf sich. Sie warfen ihr eine „kirchenfreundliche Haltung“ vor.[9][10] Haußleiter veröffentlichte im Fränkischen Courier „eine Reihe den Nationalsozialismus und selbst dessen antisemitische Politik rechtfertigende“ Artikel.[11] Trotzdem besaß Haußleiter laut Stöss als „konservativer Revolutionär Distanz zum Nationalsozialismus“; Stöss betont darüber hinaus: „August Haußleiter war kein Nazi.“[12][1] Haußleiter geriet in eine heftige Auseinandersetzung mit dem in Nürnberg residierenden Gauleiter Julius Streicher. Dieser erwirkte 1939 Haußleiters Ausschluss aus dem Fränkischen Kurier.[3]

Nach Angaben des Spiegel war Haußleiter „unfreiwilliger Urheber des Verbotes der Kunstkritik durch Goebbels, das nach einem von ihm unternommenen Angriff auf einen Günstling Streichers ausgesprochen wurde“.[13] Laut wissenschaftlichen Darstellungen neuester Zeit stand hingegen das durch Goebbels am 27. November 1936 im Völkischen Beobachter verkündete Verbot der Kunstkritik[14] im Zusammenhang mit einer Verschärfung der nationalsozialistischen Kontrolle der Kultur.[15][16]

1940 wurde Haußleiter in die Wehrmacht einberufen und erlebte den Zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter beim Überfall auf die Sowjetunion,[17][18] wo er 1942 schwer verwundet wurde.[12] 1942 veröffentlichte er das Buch An der Mittleren Ostfront. Dieses Buch verherrlicht und rechtfertigt den von den Nationalsozialisten begonnenen Krieg gegen die Sowjetunion.[1] Später wurde er an die Westfront versetzt und geriet in Kriegsgefangenschaft.[1]

1945 bis 1949[Bearbeiten]

Nach Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft arbeitete Haußleiter 1945 als Lehrer an einer Schule in Neudrossenfeld.[19] Er war 1946 Mitbegründer der CSU in Kulmbach[20] und unterstützte die interkonfessionelle, liberal-konservative und gemäßigt förderalistische Strömung innerhalb der Partei,[21] in der er „das protestantische Element aus Franken repräsentierte“.[22] Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung in Bayern und war für die CSU bis 1949 Mitglied des Landtages sowie Mitglied des Landesvorstands und des geschäftsführenden Landesvorstands der CSU. 1946/1947 und 1948/1949 war er zudem Mitglied des Vorstands der CSU-Landesfraktion.[20]

1947 wurde Haußleiter vorübergehend sein Landtagsmandat durch Mehrheitsentscheidung im Landtag aberkannt, weil in seinen Veröffentlichungen und hier vor allem in seinem Buch An der mittleren Ostfront militaristisches und nazistisches Gedankengut gesehen wurde.[23] Dagegen klagte Haußleiter vor dem bayerischen Verfassungsgericht und erhielt, nachdem er von der Spruchkammer in Kulmbach entlastet worden war, sein Mandat am 16. Januar 1948 zurück.[24] Am 29. Februar 1948 wurde Haußleiter zum stellvertretenden Vorsitzenden der CSU gewählt.[20]

Aufgrund interner Differenzen zwischen den verschiedenen Flügeln trat Haußleiter im September 1949 aus der CSU aus. Seinen Absprung aus der CSU bereitete er im Januar 1949 in Braunschweig als Mitgründer der Deutschen Union (DU) vor.[25] Die DU, die, ohne Partei zu sein, „über alle Grenzen von Parteien und Weltanschauungen hinweg ‚undoktrinär‘ vermitteln“ wollte,[26] sah sich als vorgeblich überparteiliche Sammlungsbewegung „aller aktiven, aufbauwilligen Demokraten“ zur „Vorbereitung einer demokratischen Revolution“ und als „Aktionsgemeinschaft der Frontgeneration“.[25] Das Programm der DU wurde von Haußleiter und Gerhard Krüger gemeinsam verfasst.[27] Zusammen mit Ferdinand Fried vom „Tatkreis“ gab Haußleiter die DU-Wochenzeitschrift Die deutsche Wirklichkeit (DW) heraus.[28] Die Bandbreite der DU-Mitglieder reichte vom Vetter des Hitler-Attentäters Hans-Christoph von Stauffenberg (neben Haußleiter und Rudolf Hess’ Vetter Otto Hess einer der drei DU-Vorsitzenden) über Sozialdemokraten bis hin zu Generalmajor Remer, der den Hitler-Putsch 1944 beendete. Vom britischen Geheimdienst wurde die DU als „rechtsgerichtete, nationalistische Organisation“ eingestuft, der viele Journalisten angehörten und die vor allem ein Sammlungsbecken ehemaliger HJ-Mitglieder war.[29] Die Gruppe um Haußleiter unterschied sich nicht nur in der Programmatik von den nationalkonservativen und neofaschistischen Gruppen innerhalb der DU; laut Stöss kündigte er ihnen regelrecht den Kampf an; mit Haußleiter war eine einsetzende „Aufrüstungspropaganda“ der DU sowie ein „gegen den ‚Weltbolschewismus‘ gerichtetes Europa-Konzept“ unvereinbar.[30] Der Spiegel berichtete 1949 über den Braunschweiger Gründungskongress und attestierte Haußleiter, er sei bestrebt, sein Neutralitätskonzept in der DU zu vertreten, und habe dort als „militanter Pazifist“[31] glaubhaft machen können, „dass er und seine bayrischen Freunde gegen Militarismus, Nationalismus und Strasser“ seien.[32] Die konservative Zeitschrift Deutsche Rundschau berichtete 1953 im Rückblick, dass die DU „zwar mit einer Kritik an allen Parteien“ begann, dann aber noch 1949 unter dem früheren HJ-Führer Gottfried Griesmayr so radikalisiert wurde, dass andere Kräfte, „wie Freiherr von Stauffenberg, herausgedrängt wurden“.[33]

Aus einer zunächst als Plattform für eine soziale Reformbewegung gedachten Gründung am 18. September 1949 in Frankfurt, bei der, neben Vertretern von Vertriebenen- und Geschädigtengruppen, für die Deutsche Union Haußleiter und von Stauffenberg anwesend waren,[34] entstand dann schließlich die am 17. Dezember 1949 ins Vereinsregister eingetragene Partei Deutsche Gemeinschaft (DG),[35] die zunächst als Flüchtlingspartei und später als rechtsextrem eingeschätzt wurde[36] und die die Wiedervereinigung Deutschlands durch Neutralität und Verzicht auf eigenes Militär anstrebte.[37]

Ab 1950[Bearbeiten]

In Bayern setzte sich Haußleiter für einen Zusammenschluss der DG mit dem Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) ein. Nach dem Zusammenschluss und einer Kooperationsvereinbarung für die Landtagswahlen von DG und BHE am 10. Oktober 1950 zog eine sechsköpfige DG-Fraktion in den Landtag ein – Haußleiter war bis 1952 Fraktionsvorsitzender und noch bis 1954 Mitglied des Landtags.[38]

Im Laufe des Jahres 1952 löste sich die bayrische DG-Fraktion durch Abwanderung zu anderen Parteien auf – parallel zum Verlust der Anhängerschaft unter den Vertriebenen. Übrig blieben Renate Haußleiter-Malluche und Haußleiter selbst.[39]

Im Herbst 1951 wurde im Vierteljahresbericht über Deutschland des amerikanischen Hochkommissars berichtet, dass die DG starke Ähnlichkeit mit der neonazistischen Sozialistischen Reichspartei (SRP) aufweise.[40] In Anbetracht des absehbaren Verbotes der SRP initiierte Haußleiter am 4. Oktober 1952 ein Treffen mit Karl-Heinz Priester als Vorsitzendem der Deutschen Sozialen Bewegung (DSB) und SRP-Vertreter sowie mit Werner Boll von der Deutschen Reichspartei (DRP), um ein SRP-Auffangbecken ins Leben zu rufen.[41] Auf dem Augsburger DG-Parteitag am 15./16. November 1952 passte Haußleiter die Propaganda der DG dem zu gewinnenden neofaschistischen Wählerpotential an.[42] Haußleiter schrieb auch Beiträge für die nazistische Zeitschrift Nation und Europa.[43]

Um an den Kommunalwahlen in NRW teilnehmen zu können, favorisierte die SRP-Führung um Fritz Dorls die Idee, dort als DG anzutreten. Dorls’ Rechtsanwalt Rudolf Aschenauer, der im August 1952 als „Nachfolger“ des SRP-Vorsitzenden Dorls in einer SRP-Nachfolgeorganisation gehandelt wurde,[44] trat als Mitglied in die DG ein. Haußleiter stimmte diesem Manöver ebenso zu wie der Absicht, in Niedersachsen die nunmehr ehemaligen Mitglieder der SRP in einem dort zu gründenden Landesverband der DG zu sammeln.[45] Aschenauer, Mitglied des Naumann-Kreises, offenbarte die Pläne der SRP-Führung, als er sich zusammen mit Haußleiter Anfang Oktober 1952 der Presse stellte und beide die bisherigen SRP-Mitglieder aufforderten, nunmehr die DG zu wählen. Die DG-Bezirksverbände in Darmstadt, Kassel, Wiesbaden in Hessen, die Wahllisten der DG in Nordrhein-Westfalen, zwei Kreisverbände in Rheinland-Pfalz sowie der Landesverband Niedersachsen wurden infolge als SRP-Nachfolgeorganisationen verboten.[46]

Vorsitzender einer national-neutralistischen Splitterpartei und „neuer Nationalismus“[Bearbeiten]

Da ein bayerisches Wahlbündnis der DG zur Bundestagswahl 1953 an der 5-Prozent-Hürde scheiterte (ebenso wie ein ähnliches Bündnis 1954 zur bayerischen Landtagswahl), war der ehemalige stellvertretende Vorsitzende der CSU nunmehr Chef einer bedeutungslosen Splitterpartei geworden. Haußleiter verlieh einerseits der Deutschen Gemeinschaft durch ein spezifisches Auftreten mit eigener Fahne (Geusenflagge: Rot-weiß geteiltes Eichenblatt auf schwarzem Grund[47]) und eigenem Parteilied (Nur der Freiheit gehört unser Leben von Hans Baumann) zusammen mit seinen sich stets in Lautstärke und Gestik steigernden Reden eine besondere Identität, die auf Parteitagen oder anderen öffentlichen Auftritten, in Zusammenhang mit Musikkapellen, die Märsche spielten, und dem obligatorischen Deutschlandlied am Ende der Veranstaltung,[48] an nationale Parteien der zwanziger Jahre erinnerte; andererseits versuchte er, der Partei eine moderne nationale Ausrichtung („neuer Nationalismus“) zu geben. Ausgehend von der Übereinstimmung zwischen Deutschland und den noch vorhandenen „Kolonien“ in Hinsicht auf die Besatzung des eigenen Landes durch fremde Truppen, gab sich die DG schon 1954 ein „dezidiert neutralistisches und antiimperialistisches Programm“,[49] welches u.a. forderte: „Verurteilung jeder Form von nationaler Fremdherrschaft, wie Unterdrückung von nationalen Minderheiten, Rassendiskriminierung, Kolonialismus, Imperialismus und Besatzungsregime ...“.[50] Als dann die SPD mit ihrem Godesberger Programm die Westintegration der Bundesrepublik anerkannte, ernannte Haußleiter die DG zur neuen Arbeiterpartei und zur eigentlichen Opposition schlechthin, und demzufolge „entfernte sich der neue Nationalismus der DG/AUD seit etwa 1961 von genuin rechtsextremistischen und nationalistischen Forderungen“.[51] Als markantes Beispiel dafür steht die Anerkennung einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung in der DDR sowie der sozialen Errungenschaften von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.[52] Haußleiters unermüdliche Rednertätigkeit vermochte es, die Mitgliederbasis vor allem Anfang der sechziger Jahre wieder zu erweitern, so dass sowohl die von ihm herausgegebene Parteizeitung ihre Auflage stetig steigern konnte (zwischen 7.000 und 10.000 Exemplare pro Woche) als auch die Landtagswahlergebnisse der Deutschen Gemeinschaft sich auf niedrigstem Niveau verbesserten.[53] Gleichzeitig wurde der „neue Nationalismus“ mit pazifistischen Elementen versetzt.[54] Als sich 1965 auf das Bestreben von Hermann Schwann ein breiteres national-neutralistisches Wahlbündnis zu bilden begann, blieb Haußleiter, wollte er eine damit verbundene erneute totale Wahlniederlage der DG vermeiden, nichts weiter übrig, als sich mit der DG an der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher zu beteiligen.

Auf dem Weg nach „links“[55][Bearbeiten]

Obwohl die AUD bei den Bundestagswahlen 1965 keinerlei Erfolg hatte (0,2 % der abgegebenen gültigen Stimmen), sahen insbesondere Hermann Schwann, Wolf Schenke und Haußleiter in der sich bildenden Außerparlamentarischen Opposition den Beginn einer deutlichen Veränderung der politischen Landschaft insgesamt und unterstützten den Berliner Landesverband bei seiner Annäherung an die APO.[56] Schon 1968 ordnete die Zeit die AUD als „Rechtsdemokraten“ ein.[57] Als aber die allmählich wachsende Zahl der durch diesen Kurs in die Partei eingetretenen neuen Mitglieder,[58] unterstützt von Haußleiter, der mittlerweile den erkrankten Schwann als Parteivorsitzenden vertrat, auf einem Parteitag 1969 in Kassel die Fusion mit der am Rande der APO gegründeten Wahlinitiative „Demokratische Union“ beschlossen,[59] ging dies den meisten „nationalistischen“ Mitgliedern zu weit, so dass es zu einer großen Austrittswelle kam.[60] Haußleiter, der noch im selben Jahr zum Vorsitzenden der AUD gewählt worden war, begrüßte dann die neue Ostpolitik der SPD/FDP-Regierung unter Brandt, und die übrig gebliebenen Mitglieder gaben sich schließlich ein vollkommen neues Programm, in das sie eine Reihe von APO-Forderungen aufnahmen: reale Demokratie, einen genossenschaftlich geprägten „Sozialismus der Zukunft“, die Politik einer friedlichen Neutralität, die die „Aufklärung der Bevölkerung über die Formen gewaltlosen politischen Widerstandes“ statt einer Wehrpflichtarmee beinhaltete, sowie schließlich, die Gedanken der aufkommenden feministischen Bewegung aufnehmend, ein „Programm für die Frau“.[61] Als 1972 der Club of Rome durch seine Veröffentlichung Die Grenzen des Wachstums der Konsumkritik der AUD auch eine wissenschaftliche Grundlage verschaffte, wurde der Umweltschutz in Verbindung mit einer angestrebten gesamtgesellschaftlichen Neuordnung zum neuen Schwerpunkt, dem Haußleiter in seiner Zeitung, die seit 1967 als Die Unabhängigen[62] Parteizeitung der AUD war, immer mehr Raum einräumte und für den er auch eine Reihe namhafter Autoren innerhalb der Umwelt- und Bürgerinitiativenbewegung für Veröffentlichungen gewinnen konnte (Carl Amery, Herbert Gruhl, Roland Vogt).

Zur Europawahl 1979 bildeten die AUD, die Grüne Liste Umweltschutz, die Grüne Aktion Zukunft, die Grüne Liste-Schleswig-Holstein und kleinere Gruppen die „Sonstige politische Vereinigung Die Grünen“.[63] Haußleiter wurde einer ihrer Sprecher. Aber vor allem Haußleiter für die AUD, die der Arbeiterkampf (Kommunistischer Bund) schon vorher daran erinnert hatte, ihrem Anspruch für ein breites Bündnis mit linken Listen auch gerecht zu werden,[64] „setzte sich leidenschaftlich – und erfolgreich – für den Verbleib aller linken Grünen ein“.[65] Im Januar 1980 auf der Versammlung in Karlsruhe war es Haußleiter, der mit einem Kompromissvorschlag in der Frage der Doppelmitgliedschaft den Antrag stellte, „der die Versammlung rettete“.[66] Durch seine rhetorische Geschicklichkeit und seine Appelle zur Einheit einer grünen Partei gelang es ihm am 23. März 1980 auf einem weiteren Kongress der Partei Die Grünen in Saarbrücken, zu einem der Sprecher der neuen Partei gewählt zu werden. So entstand im Jahr des Kanzlerwahlduells Schmidt/Strauß eine ernsthafte Alternative zu den bisherigen Parteien. Am 24. April 1980 sendete das Politik-Fernsehmagazin Monitor[67] einen Beitrag über Haußleiter mit Verweis auf sein Kriegstagebuch, mit Filmaufnahmen von einem Parteitag der Deutschen Gemeinschaft (Göttingen 1957) sowie einigen Haußleiter-Zitaten aus den frühen fünfziger Jahren und der dieses alles zusammenfassenden Schlussfolgerung, Haußleiter wäre ein Nationalsozialist. Haußleiter selbst hielt dies für eine zu erwartende Kampagne[68] gegen die neue Partei, die jeden anderen auf die eine oder andere Art getroffen hätte, trat dann aber doch im Juni 1980, in Absprache mit dem Bundeshauptausschuss,[69] auf der nächsten Versammlung der Grünen in Dortmund zurück. Die abgesprochene Parteitagsregie funktionierte: sein Nachfolger wurde der AUD-Landesvorsitzende von Bayern Dieter Burgmann.

Nach 1980[Bearbeiten]

August Haußleiter war mit der Ärztin und Politikerin Renate Haußleiter-Malluche verheiratet, die anschließend Schatzmeisterin der bayerischen Grünen wurde. Auch gab er weiterhin die Wochenzeitung Die Grünen heraus.[70]

1986 wurde er Mitglied des Bayerischen Landtags für die Grünen, legte sein Mandat aber 1987 aus gesundheitlichen Gründen nieder.[70]

Kontroverse um das Buch An der mittleren Ostfront und Haußleiters Rechtskurs 1952[Bearbeiten]

1942 veröffentlichte Haußleiter das Buch An der mittleren Ostfront, das laut dem Eintrag „Haußleiter“ der Personendatenbank Munzinger ein Kriegstagebuch seiner militärischen Einheit bei dem Überfall auf die Sowjetunion während des Krieges gewesen sei.[70] Der Bayerische Landtag sah es 1947 als militaristisch an (der Vorwurf wurde durch eine Spruchkammerentscheidung sowie das bayerische Verfassungsgericht verworfen, und Haußleiter setzte dann seine politische Karriere in der CSU fort – siehe oben). 33 Jahre später wurde dieses Buch wieder Gegenstand von Presseveröffentlichungen.[71][10]

Laut Vorwort soll es sich bei dem 320-seitigen Werk um die Darstellung des ersten Halbjahres des Sowjetfeldzuges handeln, also eine Art Kriegsbericht. Tatsächlich wird das nur in einem neunseitigen Nachwort versucht. Dazu gibt es am Schluss eine Abteilung mit 31 Fotos von Personen und Orten der herausgebenden Armeeeinheit. Der überwiegende Teil des Buches sind Szenen aus dem Soldatenleben. Sie sind meistenteils ohne Orts-, Zeit- und Namensangaben. Das Buch enthält „unzählige Passagen, in denen der Krieg verherrlicht bzw. gerechtfertigt wird und die sowjetischen Bürger als Untermenschen dargestellt“ werden.[72] In dem Kapitel Der Überfall von Krasnaja Soboda wird von der „kämpferischen Zucht der Deutschen“ und der „entfesselten Bestialität der Bolschewiken“ berichtet. Diese – aus Kommissaren und Offizieren bestehend – hätten sämtliche deutschen Gefangenen in geradezu „viehischer Weise hingemordet“ und eine „sadistische Mordorgie“ veranstaltet, die für alle Zeit „diese bolschewistische Gesellschaft zum Schandfleck der Menschheit werden läßt“.

Zwischen der „bolschwistischen Gesellschaft“ und der Zivilbevölkerung wird im Kapitel Ein stiller Abend dazwischen allerdings differenziert; hier bringen russische Frauen den deutschen Soldaten Pfannen mit Eiern und Speck.[73]

Haußleiters Rechtskurs im Jahre 1952, eingeleitet, um Wähler und Mitglieder der Sozialistischen Reichspartei zu gewinnen, beinhaltete mehrere Themenkomplexe, die damals auch bis hinein in die bürgerlichen Parteien diskutiert wurden:[74] die Entnazifizierung,[75] die Nürnberger Prozesse,[76] die „Ehre“ der Wehrmacht und die Anerkennung der Waffen-SS als eines normalen Kampfverbands, die Ablehnung der Männer des 20. Juli 1944, das Eintreten für weiterhin inhaftierte deutsche Soldaten im Ausland. Durch sprachliche Radikalität sowie einen übersteigerten Nationalismus und einen bis ans Absurde gehenden Antiamerikanismus wurden er und seine Deutsche Gemeinschaft in den 1950er Jahren, obgleich Haußleiter stets den Nationalsozialismus ablehnte und die Deutsche Gemeinschaft sich in ihren Programmen stets zur Demokratie bekannte und diese auf allen Ebenen ausbauen wollte,[77] als rechtsextrem eingeordnet.

Zur sprachlichen Radikalität: „Sie (= die Sieger des Zweiten Weltkriegs) benützten die Konzentrationslager weiter und machten nur ein umgekehrtes Bierdorf aus ihnen, sie prügelten und vergewaltigten, sie raubten und plünderten, sie veranstalteten Schauprozesse, und die Mörder von Katyn saßen mit den Phosphorgenerälen von Dresden über uns zu Gericht ...“[78]

Zum übersteigerten Nationalismus: „Ein Volk, das seine Frauen nicht mehr achtet und das seine Jugend verwahrlosen läßt, ist verloren. Die Begriffe Pflicht, Ehre, Hingabe, Opfer und Vaterland erhalten ihr ganzes Gewicht im Rahmen einer so richtig verstandenen und alle bindenden strengen Volksordnung.“[79]

Zum Antiamerikanismus: „Dort wo das neudeutsche Musterkind am Werke ist, faßt einen der Menschheit ganzer Jammer. Da wird die fremde Mode angebetet, da gehen die Kinder zu ‚Parties‘. Da wird nicht mehr ein deutscher Junge oder ein deutsches Mädchen herangebildet, sondern halbamerikanische Halbaffen werden gezüchtet.“[80]

Haußleiter wies bei seiner Rücktrittsrede im Juni 1980 in Dortmund sowie in einer vor dieser Rede an die Deligierten verteilten selbstverfassten Dokumentation[81] darauf hin, dass viele seiner weit zurückliegenden Äußerungen zeitbedingt waren, er andererseits einen Bewusstseinswandel durchgemacht habe und schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg gegen die Wiederbewaffnung gekämpft habe. Stets sei er für Neutralität und Pazifismus und gegen eine Dämonisierung der UDSSR eingetreten. Schließlich sei er ebenso immer für radikaldemokratische Reformen sowie gegen einen liberalen Kapitalismus gewesen. Gleichzeitig gestand er „Fehler und falsche Freunde“ ein.[82]

Schriften[Bearbeiten]

  • An der mittleren Ostfront. Ein deutsches Korps im Kampf gegen die Sowjets. Zeichnungen von Josef Sauer, hrsg. Stellvertretendes Generalkommando des XIII. Armeekorps im Auftrag eines fränkischen Armeekorps, gestaltet von August Haußleiter. J.L. Schrag Verlag, Nürnberg 1942.
  • Kulturpolitik der Union. Warum Bekenntnisschule? Die Union zur Frage Staat und Kirche. Zusammen mit Wolfgang Prechtl. Zwei Reden zur neuen bayerischen Verfassung, München 1946.
  • Wer finanzierte Hitler? (Unter dem Pseudonym Karl Konstantin). Also-Druck u. Verlag, Freising 1970 (Beiträge zum liberalen Sozialismus, H. 6).
  • Bewußtseinswandel bei konstanten Positionen. Manuskript, o.O., o.J.(1980).
  • Der Sturz des „Ochsensepp“. In: Michael Schröder: Bayern 1945: Demokratischer Neubeginn, Interviews mit Augenzeugen. München 1985, S. 90–103.

Literatur[Bearbeiten]

  • Beate Baldow: Episode oder Gefahr – Die Naumann-Affäre. Online Ressource, Dissertation; FU Berlin, 2013 (siehe Weblinks).
  • Peter Zeitler: Chronik „Werte, Wurzeln, Wege“ – 50 Jahre CSU im Landkreis Kronach.
  • Manfred Jenke: Die nationale Rechte. Parteien, Politiker, Publizisten. Colloquium, Berlin 1967.
  • Manfred Jenke: Verschwörung von Rechts? Ein Bericht über den Rechtsradikalismus in Deutschland nach 1945. Colloquium Verlag, Berlin 1961.
  • Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch Deutscher Rechtsextremismus. Berlin 1996.
  • Alf Mintzel: Die CSU. Anatomie einer konservativen Partei. Opladen 1975.
  • Frank Schnieder: Von der sozialen Bewegung zur Institution. Die Entstehung der Partei Die Grünen. Münster 1998.
  • Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz – Die Deutsche Gemeinschaft, Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher im Parteiensystem d. Bundesrepublik. Schriften des Zentralinstituts für Sozialwissenschaftliche Forschung der Freien Universität Berlin, Band 32. Westdeutscher Verlag, Opladen 1980, ISBN 3-531-11512-X.
  • Richard Stöss: Parteien-Handbuch: die Parteien der Bundesrepublik Deutschland, 1945–1980, Band 1 AUD bis EFP. Westdeutscher Verlag, Opladen 1983, ISBN 3-531-11570-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Richard Stöss: Parteien-Handbuch: die Parteien der Bundesrepublik Deutschland, 1945–1980. Band 1 AUD bis EFP. Westdeutscher Verlag, 1983, S. 878.
  2. Deutsche Gemeinschaft (Zt.), Nr. 39 vom 17. Januar 1963, S. 3 („Wer ist August Haußleiter“)
  3. a b c d Hans Frederik: Die Rechtsradikalen. Humbold-Verlag, München 1965, S. 57.
  4. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz – Die Deutsche Gemeinschaft / Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher im Parteiensystem der Bundesrepublik. Westdeutscher Verlag, Opladen 1980, ISBN 3-531-11512-X, S. 65
  5. Martin A. Lee: The Beast Reawakens: Fascism’s Resurgence from Hitler’s Spymasters to Today’s Neo-Nazi Groups and Right-Wing Extremists. Routledge, 1999, S. 217
  6. Kösener Corpslisten 1996, 111, 1085.
  7. etwa Karl-Ulrich Gelberg: Das Kabinett Ehard II: 24.9.1947–22.12.1948. Oldenbourg, 2003, S. 12.
  8. zit. nach: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 67.
  9. siehe: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44869
  10. a b  Jörg R. Mettke: Warm und ehrlich. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1980, S. 85–87 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14328175.html).
  11. Richard Stöss: Parteien-Handbuch: die Parteien der Bundesrepublik Deutschland, 1945–1980. Band 1 AUD bis EFP. Westdeutscher Verlag, 1983, S. 878 unter Verweis auf den Artikel Jörg Mettkes in Der Spiegel 1980 unter dem Titel Warm und ehrlich. s. Abschnitt Weblinks.
  12. a b Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 66.
  13. Kurze biographische Angaben des Spiegels unter dem Bild Haußleiters in Haußleiters Gastbeitrag im Spiegel: August Haußleiter: Bayerische Rätsel – Eine Seite für August Haußleiter, im Spiegel 11. Oktober 1947, online einsehbar hier
  14. Joseph Wulf: Die bildenden Künste im Dritten Reich. Sigbert Mohn, Gütersloh 1963; Neuauflage Ullstein Taschenbuch, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-550-07057-8, S. 127f.
  15. Gesa Jeuthe: Die Moderne unter dem Hammer – „Verwertung“ der „entarteten“ Kunst durch die Luzerner Galerie Fischer 1939. In: Uwe Fleckner (Hrsg.): Angriff auf die Avantgarde. Kunst und Kunstpolitik im Nationalsozialismus. Berlin 2007, S. 197.
  16. Andreas Zeising: Revision der Kunstbetrachtung – Paul Fechter und die Kunstkritik der Presse im Nationalsozialismus. In: Ruth Heftrig, Olaf Peters, Barbara Schellewald (Hrsg.): Kunstgeschichte im „Dritten Reich“: Theorien, Methoden, Praktiken. Akademie Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-05-004448-4, S. 183.
  17. Konrad Feilchenfeld u.a. (Hrsg.): Deutsches Literatur-Lexikon – das 20. Jahrhundert – biographisch-bibliographisches Handbuch. Band XIV, Ha–Hauptmann, ISBN 978-3-11-023160-1.
  18. Beate Baldow: Episode oder Gefahr – Die Naumann-Affäre. Online Ressource, Freie Universität Berlin, Berlin 2013, S. 87.
  19. Manfred Jenke: Verschwörung von Rechts? Ein Bericht über den Rechtsradikalismus in Deutschland nach 1945. Colloquium Verlag, Berlin 1961, S. 261.
  20. a b c Barbara Fait: Die CSU 1945–1948: Protokolle und Materialien zur Frühgeschichte der Christlich-Sozialen Union. Oldenbourg Verlag, 1989, S. 1876.
  21. Thomas Schlemmer: Aufbruch, Krise und Erneuerung: Die Christlich-Soziale Union 1945 bis 1955. Oldenbourg Verlag, 1998, S. 90.
  22. Munzinger.Internationales Biographisches Archiv Nr.35/1989 v. 21.8.1989 (Im Internet abrufbar)
  23. Thomas Schlemmer: Aufbruch, Krise und Erneuerung: Die Christlich-Soziale Union 1945 bis 1955. Oldenbourg Verlag, 1998, S. 200f.
  24. Peter Jakob Kock: Der Bayerische Landtag 1946 bis 1986. Band 1. Bayerische Verlagsanstalt, 1986, S. 39.
  25. a b Thomas Schlemmer: Aufbruch, Krise und Erneuerung: Die Christlich-Soziale Union 1945 bis 1955. Oldenbourg Verlag, 1998, S. 288.
  26. zit. nach: Stefanie Waske: Nach Lektüre vernichten. Der Geheime Nachrichtendienst von CDU/CSU im Kalten Krieg. S. 25.
  27. Henning Hansen: Die Sozialistische Reichspartei (SRP): Aufstieg und Scheitern einer rechtsextremen Partei. Droste-Verlag, 2007, S. 40.
  28. Paul Sering (Pseudonym für Richard Löwenthal): Drei Wege deutscher Außenpolitik. In: Der Monat. Jahrg. 1, Heft 8/9, 1948/49, S. 26.
  29. Siegward Lönnendonker: Freie Universität Berlin: Gründung einer politischen Universität. Duncker & Humblot, 1988, S. 195.
  30. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 73, Anmerk. 83
  31. Der Begriff „militant“ bezieht sich auf Haußleiters Kriegstagebuch – Der Spiegel Nr. 5/1949, S. 6.
  32. Der Spiegel Nr. 5/1949, S. 6, Der Tag von Braunschweig. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-62068807.html
  33. Hans-Jäger: Neo-Faschismus in Deutschland. In: Deutsche Rundschau 79, 1953, S. 142.
  34. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 74.
  35. Gegründet wurde sie am 4. Dezember 1949; eingetragene Partei war sie allerdings erst am 17. Dezember 1949. Nach: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 75.
  36. Der Spiegel vom 28. August 1963 online hier
  37. Richard Stöss, Vom Nationalismus zum Umweltschutz a.a.O., S. 148.
  38. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 85.
  39. Susanne Sander: Karrieren und Barrieren: Landtagspolitikerinnen der BRD in der Nachkriegszeit. Helmer Verlag, 2003, S. 229.
  40. Hans Erich Volkmann: Quellen zur Innenpolitik der Ära Adenauer, 1949–1963: Konstituierung und Konsolidierung der Bundesrepublik. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005, S. 118.
  41. Barbara Fait: Die CSU 1945–1948: Protokolle und Materialien zur Frühgeschichte der Christlich-Sozialen Union. Oldenbourg Verlag, 1989, S. 130.
  42. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 92.
  43. Simone Bautz: Gerhard Schumann: Biographie, Werk, Wirkung eines prominenten nationalsozialistischen Autors. Gießen, Univ., Diss., 2006, S. 300 (Online-Ausgabe der Universität Gießen).
  44. Der Spiegel: Wenn das Verbot kommt. Nr. 33 vom 13. August 1952.
  45. Beate Baldow: Die Naumann-Affäre ... a.a.O., S. 176.
  46. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 95 f
  47. Diese Fahne wurde innerhalb der DG derart „verehrt“, dass sie der Berliner Landesverband der AUD sogar noch nach 1965 bei seinen Versammlungen aufstellte. Nach: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 235.
  48. Allerdings stand die DG damit nicht allein; auch auf FDP-Parteitagen am Anfang der 1950er Jahre wurden Märsche gespielt und das Deutschlandlied mit allen drei Strophen gesungen. Siehe dazu: Beate Baldow: Die Naumann-Affäre ... a.a.O., S. 131.
  49. zit. nach: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 147.
  50. Programm zit.nach: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 147.
  51. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 206.
  52. Deutsche Gemeinschaft, Nr. 35 v. 31. August 1963, S. 3. In dem Artikel Legende und Wirklichkeit, der die Eindrücke einer Reise durch die DDR wiedergibt, heißt es u.a.: „Wenn die LPG systematisch duchorganisiert ist, dann arbeitet der LPG-Bauer entweder in der Feldbaubrigade ... Er kommt dann in den Genuß geregelter Arbeitszeit und geregelter Freizeit, ohne dass er sich finanziell schlechter steht ... Es ist nicht so, dass es (in der DDR) nichts gäbe, die ‚hungernde Ostzone‘ ist entweder böse Erinnerung oder fromme Legende. ... Es hat sich durchaus (in der DDR) ein gewisser Wohlstand entwickelt.“ Eine solchermaßen realistische Einschätzung der ökonomischen Entwicklung und somit der Stabilisierung der DDR schlägt sich dann alsbald im Neutralismus-Konzept der AUD nieder.
  53. siehe: Deutsche Gemeinschaft – Landtagswahlergebnisse 1960–1964.
  54. Historisches Lexikon Bayern im Internet; Stichwort: Deutsche Gemeinschaft (siehe Weblinks) oder z.B.: Deutsche Gemeinschaft (Zt.) Nr. 42/1963, S. 2 (Der neue Nationalismus): „Die Kreuzügler jeder Art schreien seit 1954 nach Atomwaffen und die Nationalisten sind konkrete Pazifisten geworden.“
  55. In Anlehnung an: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 216 (7.2.1. Die Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher auf dem Weg nach „links“.)
  56. siehe dazu: Westberliner Apo-Gruppen über ihren Standort [1]
  57. Die Zeit Nr. 16/1968, Revolution – mit und ohne Gewalt
  58. Der Spiegel Nr.14/1969 in seinem Artikel Du wie Dubcek beschreibt dies so: Die AUD, „in deren Reihen mittlerweile radikademokratisch-sozialistische Genossen die früher vorherrschenden nationalistisch-neutralistischen Kameraden in den Hintergrund gedrängt haben ...“
  59. Die Demokratische Union konnte dann aber doch nicht zur Bundestagswahl antreten.
  60. Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 226 f
  61. Parteiprogramm der AUD, München o.J. (Grüner Einband ist inhaltlich identisch mit rotem Einband, wenn dort die Entschließung „Die wahren Verfassungsfeinde“ von 1974 aufgenommen worden ist), S. 29 zum gewaltlosen politischen Widererstand, S. 41 zum Programm für die Frau
  62. Bis 1979 erschien sie inhaltsgleich mit zwei Köpfen: Die Unabhängigen und Deutsche Gemeinschaft
  63. Haußleiter gab die Wahlkampfzeitung Die Grünen heraus, und ab diesem Zeitpunkt erschien seine Zeitung auch mit diesem Kopf, der den früheren Kopf Deutsche Gemeinschaft ersetzte.
  64. Arbeiterkampf (Zt. des Kommunistischen Bundes), Nr. 144 vom 11. Dezember 1978, S. 2 (Treffen in Kassel: Noch kein Schritt zur Einheit der Wahl-Initiativen)
  65. zit. nach: Jutta Dithfurth: Das waren die Grünen. Abschied von einer Hoffnung. 3. Auflage. München 2001, S. 68.
  66. ebenda, S. 84.
  67. siehe dazu z.B.: Thomas Grethe: Die Grünen kommen. Politischer Roman. Ottersberg 1982, S. 184: „Der Wind der Medien weht den Grünen jetzt mitten ins Gesicht. Der erste, der das zu spüren bekommt, ist August Haußleiter. Nicht nur linke Postillen zetern, dass nun ein Rechter an der Spitze der Grünen angekommen ist, sondern in der Sendung ‚Monitor‘ wird ihm seine angeblich braune Vergangenheit buchstäblich um die Ohren geschlagen.“
  68. Zum Kampagnencharakter der Medien-Berichterstattung (insbesondere auch durch die Monitor-Sendung) sowohl gegen Haußleiter als auch gegen die Grünen insgesamt siehe: Frank Schnieder: Von der sozialen Bewegung zur Institution. Die Entstehung der Partei Die Grünen. Münster 1998, S. 116 f.
  69. Thomas Grethe: Die Grünen kommen. Politischer Roman. a.a.O., S. 191 f
  70. a b c August Haußleiter (eingeschränkte Vorschau). Munzinger-Archiv, abgerufen am 15. September 2012.
  71.  An der mittleren Ostfront. In: Der Spiegel. 2. August 1947, S. 5 (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41123083.html).
  72. Richard Stöss: Die Deutsche Gemeinschaft. In Richard Stöss Hrsg.: Parteienhandbuch – Die Parteien der Bundesrepublik 1945–1980, Band 2. Westdeutscher Verlag, Opladen 1983, ISBN 3-531-11838-2, S. 878.
  73. August Haußleiter: An der mittleren Ostfront. Ein deutsches Korps im Kampf gegen die Sowjets. Hrsg. Stellvertretendes Generalkommando des XIII. Armeekorps im Auftrag eines fränkischen Armeekorps, J.L. Schrag Verlag, Nürnberg 1942, Kapitel Ein stiller Abend dazwischen.
  74. siehe die politischen Programme des Bundes der Heimatvertriebenen und Entrechteten, der, obwohl er sich u.a. ausdrücklich an „Opfer“ der Entnazifizierung wandte und in seiner Führungsspitze fast ausschließlich ehemalige Nationalsozialisten zu finden waren, sowohl Koalitionspartner der CDU/CSU als auch der SPD werden konnte.
  75. Haußleiter zur Entnazifizierung in: Deutsche Gemeinschaft (Zt.), Nr. 37/1963, S. 1 (Widerstand der Einzelnen): „Die großen Tiere aber, die natürlich ‚Märzveilchen‘ waren, die Fachleute, die das Dritte Reich getragen hatten, rückten mit ihren Persilscheinen an, soweit sie nicht sofort in die Geheimdienste der Siegermächte übernommen und dort für ‚nichtbetroffen‘ erklärt wurden; die Ortsgruppenleiter saßen und die Globkes wurden Staatssekretäre.“
  76. So schrieb z.B. Der Stern am 5. Februar 1950 über die in Spandau inhaftierten Kriegsverbrecher: „Sie alle sind keine Verbrecher. Sie sind Gentlemen.“ Zit. nach: Edgar Wolfrum: Die Anfänge der Bundesrepublik, die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und die Fernwirkungen bis heute. In: Ursula Bitzgeio, Anja Kruke, Meik Woyke (Hrsg.): Solidargemeinschaft und Erinnerungskultur im 20. Jahrhundert. Bonn 2009, S. 365.
  77. siehe: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O., S. 124 und insbesondere die dortige Anmerkung 24: Haußleiter im Bayerischen Landtag 1952: „Wenn Sie der Überzeugung sind, dass ein demokratischer Staat aufgebaut werden soll, müssen Sie den Bürger zur Demokratie erziehen und zur unmittelbaren Mitwirkung an den Staatsgeschäften aufrufen ... (Zur CSU-Fraktion gewandt:) Es ist pharisäisch, wenn Sie dem Bürger, der Sie gewählt hat, das Recht absprechen, unmittelbar in der Gemeinde mitzuwirken.“ Daraufhin wurde Haußleiter vom Landtagspräsidenten verwarnt.
  78. Haußleiter im Informationsdienst der Deutschen Gemeinschaft, Nr. 29/1952; zit. nach: Richard Stöss: Vom Nationalismus zum Umweltschutz. a.a.O.
  79. Deutsche Gemeinschaft 1955, Nr. 21/22 (Der Weg zum deutschen Nationalstaat). S. 4.
  80. Deutsche Gemeinschaft 1959, Nr.2 (Das neudeutsche Musterkind). S. 3.
  81. August Haußleiter: Bewußtseinswandel bei konstanten Positionen. Ms., o.J., o.O.
  82. Der Spiegel, Nr.27/1980, Warm und ehrlich (siehe Weblinks)