Avanti, Avanti

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Dieser Artikel behandelt den Film Avanti, Avanti. Für die italienische Zeitung Avanti! siehe L'Avanti.
Filmdaten
Deutscher Titel: Avanti, Avanti
Originaltitel: Avanti!
Produktionsland: USA
Italien
Erscheinungsjahr: 1972
Länge: 140 Minuten
Originalsprache: Englisch
Italienisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Billy Wilder
Drehbuch: I. A. L. Diamond
Billy Wilder
Produktion: Billy Wilder
Musik: Gino Paoli
Kamera: Luigi Kuveiller
Schnitt: Ralph E. Winters
Besetzung
  • Jack Lemmon: Wendell Armbruster
  • Juliet Mills: Pamela Piggott
  • Clive Revill: Carlo Carlucci
  • Edward Andrews: J. J. Blodgett
  • Gianfranco Barra: Bruno
  • Franco Angrisano: Arnold Trotta

Avanti, Avanti ist die freie Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Samuel A. Taylor durch Billy Wilder.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Wendell Armbruster, ein spießiger und reicher US-amerikanischer Unternehmer, reist auf die italienische Insel Ischia, um die sterblichen Überreste seines Vaters, der bei einem Autounfall verunglückt ist, in die Heimat zu überführen. Unterwegs begegnet er der Britin Pamela Piggott, die das gleiche Reiseziel wie er hat. Die beiden steigen auf Ischia im selben Hotel ab und bald erfährt Wendell, dass Pamelas Mutter im selben Auto wie sein Vater ums Leben gekommen ist. Entsetzt muss der verheiratete Wendell feststellen, dass sein Vater und Pamelas Mutter ein Verhältnis hatten und seit Jahren während den Sommerferien das Hotelzimmer teilten.

Wendell möchte schnell und unbürokratisch das Notwendige erledigen, um den Leichnam seines Vater zu überführen, denn der Termin für das Staatsbegräbnis des Multimillionärs ist zu Hause schon angesetzt. In Italien ticken die Uhren aber anders. Die Leichname werden von Weinbergbesitzern entführt, weil deren Besitz durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen worden ist und sie entschädigt werden wollen. Zudem ist Wochenende und an Wochenenden arbeitet in Italien niemand. Es müssen eine Fülle von Formalitäten erledigt werden. Auch mit der tatkräftigen Unterstützung des beflissenen Hoteldirektors Carlucci lassen sich all diese Hindernisse nicht ohne Weiteres beseitigen.

Der anfangs nervöse und rechthaberische Wendell erliegt zunehmend dem Charme der mediterranen Lebensart. Anfangs war er Pamela äußerst rüde entgegengetreten und hatte sie gar als "Fettarsch" beleidigt. Wendells Wandlung führt dazu, dass Pamela und er sich ineinander verlieben. Wie zuvor ihre Eltern genießen jetzt auch sie ihre Zweisamkeit unter der südlichen Sonne. Beim Nacktbaden werden sie von dem Hotelangestellten Bruno, einem ehemaligen amerikanischen Mafioso, der aus den USA abgeschoben wurde, heimlich fotografiert. Bruno glaubt, mit diesen Bildern Wendell dahingehend erpressen zu können, dass dieser ihm die Rückkehr in die USA ermöglicht. Dieses Problem erledigt sich aber von selbst: Brunos schwangere Verlobte erschießt ihn, weil er sie sitzenlassen will.

Als sich die Komplikationen allmählich auflösen, taucht unverhofft ein einflussreicher, mit den Armbrusters befreundeter amerikanischer Diplomat auf, erledigt alle Formalitäten, und zwingt Wendell damit zur baldigen Abreise. Wendell und Pamela beschließen, ihre Eltern trotzdem gemeinsam auf Ischia zu bestatten. Die Leichname von Wendells Vater und Bruno werden vertauscht. So kehrt der frühere Maifioso Bruno anstelle von Wendells Vater im Sarg wunschgemäß nach Amerika zurück und erhält dort sogar ein Staatsbegräbnis. Wendells Vater und Pamelas Mutter werden gemeinsam in der Familiengruft der Carluccis beigesetzt.

Vor Wendells und Pamelas Abreise verspricht Carlucci, den beiden jedes Jahr zur selben Zeit - wie zuvor deren Eltern - die gleiche Suite im Hotel zu reservieren.

Hintergrund

Den Rahmen bildet eine süditalienische Inselidylle Anfang der 70er-Jahre, wo die Kirchenglocken neben Nonnen läuten, die ins Kino gehen, um sich den Film "Love Story" anzusehen, wo Pferdekutschen neben Motorrollern fahren. Die feurigen Zutaten sind dann Erpressung, Mord und ein ungehobelter amerikanischer Diplomat, der die Sache am Ende fast noch verdirbt.

Als musikalisches Leitmotiv zieht sich die Ballade "Senza fine" durch den Film, die vom italienischen Liedermacher Gino Paoli komponiert wurde und in den 60er-Jahren ein Riesenhit war. Der Streifen wurde bis in die letzte Nebenrolle überzeugend besetzt, wenngleich mit weitgehend unbekannten Schauspielern. Für die Britin Juliet Mills war der Film der Höhepunkt ihrer Karriere.

Der Titel des Films leitet sich von der ersten italienischen Phrase ab, die Wendell von Pamela lernt: Es ist die Antwort auf die Frage "Permesso?" ("Darf ich eintreten?"): "Avanti!" ("(Nur) herein!"). Das zweite "Avanti" im deutschen Filmtitel wurde vom deutschen Verleih in völliger Verkennung, dass dies nun wirklich "Vorwärts, mach schon" bedeutet, eingeschmuggelt. Im übertragenen Sinn bedeutet "Avanti" "Nur zu!", "Mach nur!", wörtlich "vorwärts". Die Wendung wird später auch für die Erlaubnis Pamelas verwendet, von Wendell geküsst (usw.) zu werden.

Kritiken

  • Lexikon des internationalen Films: Intelligent konstruierte, kultiviert gespielte Komödie der Menschlichkeit. Ein bemerkenswertes Bekenntnis zu Liebe und gegenseitigem Verstehen.
  • Prisma Online: Sympathischer Filmspaß von Billy Wilder, der in Jack Lemmon den idealen Interpreten für seine Amerika-Satiren und einen perfekten Komödianten für seine neurotischen Helden gefunden hat. So auch in diesem Komödienklassiker mit Seitenhieben auf amerikanische und italienische Lebensweisen.

Preise

Für seine Darstellung des Wendell Armbruster erhielt Jack Lemmon 1973 den Golden Globe in der Kategorie Bester Schauspieler in einer Komödie. Außerdem hatte der Film fünf Nominierungen für den Golden Globe.

Weblinks

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