Avranches
| Avranches | ||
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| Region | Basse-Normandie | |
| Département | Manche | |
| Arrondissement | Avranches (Unterpräfektur) | |
| Kanton | Avranches (Chef-lieu) | |
| Koordinaten | 48° 41′ N, 1° 21′ W48.684444444444-1.356944444444499Koordinaten: 48° 41′ N, 1° 21′ W | |
| Höhe | 99 m (7–108 m) | |
| Fläche | 4,50 km² | |
| Einwohner | 8.090 (1. Jan. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 1.798 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 50300 | |
| INSEE-Code | 50025 | |
| Website | http://www.ville-avranches.fr/ | |
Avranches [aˈvʀɑ̃ʃ] ist eine Stadt im Département Manche in der Region Basse-Normandie in Frankreich mit 8090 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009). Avranches ist Verwaltungssitz des Arrondissements Avranches.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Avranches liegt am südlichen Ende der Cotentin-Halbinsel an der Europastraße E401, die Caen mit der Bretagne verbindet. Von Avranches ist es möglich, den Mont-Saint-Michel zu sehen, auf dem St. Aubert, Bischof von Avranches im achten Jahrhundert die erste Kapelle errichten ließ. Hier mündet der Fluss Sée in die Bucht von Mont-Saint-Michel und somit in den Ärmelkanal.
[Bearbeiten] Geschichte
Im Altertum lebte im Gebiet von Avranches die gallische Völkerschaft (civitas) der Abrincatui.[1] Avranches war vielleicht schon seit Ende des 4. Jahrhunderts Bischofssitz, sicher bezeugt ist dieses aber erst für das Jahr 511. Im Mittelalter war Avranches der Hauptort der Vizegrafschaft Avranches, der Grenzregion zwischen der (späteren) Normandie und der Bretagne, die bis zum Jahr 936 zur Bretagne gehörte und in diesem Jahr an das Herzogtum Normandie abgetreten wurde.
Heinrich II. tat in Avranches am 21. Mai 1172 Buße für den Mord von Thomas Becket, und hat hier den Kompromiss von Avranches mit der Kirche geschlossen.
Nach der Verbindung der Normandie mit Frankreich im Jahre 1204 erhob König Louis IX. Avranches zur königlichen Stadt. Da sich Ludwig IX. (genannt Ludwig der Heilige) gern in Avranches aufhielt, ließ er die Stadtmauern um die „Bonne Ville“ verstärken.
Während der französischen Revolution wurde das Bistum Avranches säkularisiert; später kam sein Gebiet zum Bistum Coutances. Dieses änderte am 12. Juli 1854 seinen Namen auf Coutances (-Avranches).
Am 6. Juni 1944, (D-Day) zu Beginn der Landungsoperation der Alliierten in der Normandie (Operation Neptune), wurde Avranches, wie einige andere Städte der Region, heftig bombardiert. Es gab viele Opfer und ein großer Teil der Stadt wurde zerstört. Erst gut sieben Wochen später, am 31. Juli 1944, gelang General George S. Patton der Avranches-Durchbruch.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Städtepartnerschaft
Avranches unterhält Städtepartnerschaften mit Saint-Gaudens (Frankreich) und seit 1963 mit Korbach in Hessen (Deutschland).
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
Notre Dame des Champs Anfangs stand hier eine kleine Kirche, die der Jungfrau Maria geweiht war. Im 19. Jahrhundert wurde sie, wegen des demographischen Wandels und des immer stärker praktizierten Glaubens nach der Revolution zu klein. An gleicher Stelle wurde die heutige errichtet. Der Grundstein wurde im Jahr 1863 gelegt. Im Jahr 1892 wurde sie vom Bischof von Coutances, Abel-Anastase Germain, geweiht. Im Zweiten Weltkrieg, in der Nacht vom 7. auf den 8. Juni 1944 geriet sie durch Bombardierung in Brand und das Gewölbe stürzte ein. Nach dem Wiederaufbau wurden dann ab 1962 wieder Gottesdienste gefeiert. Die Kirche ist keine Kathedrale auch wenn dies der Baustil vermuten lässt.
Avranches im Départements Manche war bis 1790 Bischofssitz. Bis zur Revolution gab es die Kathedrale „La Belle Andrine“. Während der Revolution wurde sie zerstört und nicht wieder aufgebaut. Sie befand sich neben der heutigen Sous-Préfecture. (siehe Bischöfe vom Avranches)
[Bearbeiten] Parks
Gegenüber der Kirche Notre Dame des Champs befindet sich der Jardin des Plantes, von dessen Westseite man die Bucht des Mont-Saint-Michel überblicken kann.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- René Waldeck-Rousseau (1809–1882), Anwalt und Bürgermeister von Nantes
- Paul Challemel-Lacour (1827–1896), Politiker und Autor
- Georges Scelle (1878–1961), Rechtswissenschaftler
- Jean-Luc Ponty (* 1942), Fusionjazz-Violinist und -Komponist
- Samuel Le Bihan (* 1965), Schauspieler
- Fredy Fautrel (* 1971), Fußballschiedsrichter
[Bearbeiten] Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
- Aubert von Avranches († 720) war hier Bischof und gründete die Abtei Mont-Saint-Michel
- Pierre Daniel Huet französischer Geistlicher und Gelehrter, Bischof von Soissons von 1685 bis 1689 und später auch von Avranches
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Vgl. dazu Max Ihm, Abrincatui, in: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE), Bd. I,1, 1893, Sp. 111.
[Bearbeiten] Weblinks
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