Bahnhof Lingen (Ems)

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Bahnhof Lingen(Ems)
Der Bahnhof Lingen
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung HLIG
IBNR 8003701
Eröffnung 1856
Lage
Stadt Lingen (Ems)
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 31′ 12″ N, 7° 19′ 18″ O52.527.3216666666667Koordinaten: 52° 31′ 12″ N, 7° 19′ 18″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Niedersachsen

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Der Bahnhof Lingen ist ein Verkehrsknotenpunkt in der Stadt Lingen (Ems). Er besitzt insgesamt neun Gleise, von denen die Gleise 1 und 2 dem Personenverkehr dienen. Der Verknüpfung mit anderen Verkehrsträgern dienen der Busbahnhof auf dem Vorplatz sowie ein Taxistand, Park- und Fahrradstellplätze.

Geschichte[Bearbeiten]

Güterverkehr im Lingener Bahnhof im Jahr 1974
Die neue Unterführung am Bahnhof

Mit der 1856 erfolgten Eröffnung der Hannoverschen Westbahn erhielt auch Lingen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Östlich der damaligen Stadt wurde ein Bahnhof eingerichtet, der vom 2. Mai bis zum 23. Juni sogar Endpunkt der zunächst von Emden her kommenden Bahnstrecke war, bevor der Lückenschluss zwischen Lingen und Osnabrück erfolgte. Lingen war zwar nur eine von mehreren ähnlich großen Kleinstädten im Emsland, die Lage etwa auf halbem Wege der Bahnstrecke zwischen Hannover und Emden führte aber zur Ansiedlung der Zentralen Werkstätten der Westbahn. Aus diesem Grund besaß der Lingener Bahnhof von Beginn an umfangreiche Gleisanlagen, die mit späteren Erweiterungen des Ausbesserungswerkes noch ausgedehnt wurden.

Einige hundert Meter nördlich des Bahnhofs befand sich von 1904 bis 1952 der Kleinbahnhof Lingen der schmalspurigen Kleinbahn Lingen–Berge–Quakenbrück, die auch Rollbockverkehr durchführte und daher einen Anschluss an die Staatsbahn besaß. Weitere Anschlussgleise fanden sich nord- und südwestlich des Bahnhofs zu zwei Häfen, landwirtschaftlichen Genossenschaften und anderen Firmen.

Für den Personenverkehr stand zunächst neben dem Hausbahnsteig am Gleis 1 noch ein schmaler Mittelbahnsteig an Gleis 2 zur Verfügung, der nur durch Überqueren des Gleises 1 erreicht werden konnte. Dieser wurde in den 1970er Jahren aufgrund von Sicherheitsbestimmungen stillgelegt, sodass ab diesem Zeitpunkt die Züge in beide Richtungen der eigentlich zweigleisigen Strecke auf Gleis 1 hielten, was oftmals zu Verspätungen führte. Dieser Zustand wurde erst 2009 wieder normalisiert (vgl. unten).

Nach der Stilllegung des Ausbesserungswerkes in den 1980er Jahren wurden die Gleisanlagen sukzessive dem sinkenden Bedarf entsprechend verringert, die letzten Gleise in die Werkshallen wurden 2003 abgebrochen.

Im Jahr 2004 wurde das unter Denkmalschutz stehende Empfangsgebäude für eine Gesamtsumme von fast 500.000 Euro renoviert und beherbergt seitdem neben dem DB-Reisezentrum und einigen Büros eine Gaststätte und einen größeren Kiosk.[1]

Seit 2007 verbindet ein Fahrrad- und Fußgängertunnel unter den Gleisanlagen die Gebiete beiderseits der Bahnanlagen. Die westliche Einmündung dieser Unterführung auf die Bernd-Rosemeyer-Straße erhielt den Namen „Theo-Lingen-Platz“; östlich endet die Einmündung auf dem Gelände des ehemaligen Ausbesserungswerks Lingen zwischen den Hallen I/II und IV an der Kaiserstraße.

An der Stelle des ehemaligen Gleises 3 wurde im Jahr 2009 ein neuer Seitenbahnsteig für Gleis 2 gebaut; die übrigen Gleise wurden verschwenkt. Der Zugang zu dem neuen Bahnsteig erfolgt durch den Fahrrad- und Fußgängertunnel. Anschließend wurde der alte Hausbahnsteig saniert und erhöht; des Weiteren wurde ein Fahrstuhl zwischen dem Tunnel und dem neuen Bahnsteig in Betrieb genommen. Seitdem ist nun ein barrierefreier Einstieg in die Regionalzüge beider Richtungen möglich. Nach öffentlicher Kritik an der geringen Breite des neuen Bahnsteiges, erfolgte 2011 eine Verbreiterung.

Auch der Busbahnhof wurde umgebaut und vergrößert. Nachdem es im Jahr 2009 aufgrund eines Finanzierungsstreits zwischen dem Landkreis Emsland und dem Busunternehmer Meyering als Bauträger zu einem Baustopp kam, wurde die ursprünglich nur für die Sommerferien geplante „Ausweichlösung“ mit einem provisorischen Busbahnhof am Neuen Hafen und einer Ersatzhaltestelle vor dem Bahnhof bis in den Herbst verlängert. Der neue Busbahnhof umfasst neben den Haltestellen auch einen Informationspavillon der VGE und wurde Anfang 2011 fertiggestellt.[2]

Lage[Bearbeiten]

Blick auf die alten Bahnsteige 1 (in Betrieb) und 2 (stillgelegt)
Ein ähnlicher Blick während des Umbaus im Sommer 2009

Der Bahnhof befindet sich am östlichen Rand der Lingener Innenstadt an der Bernd-Rosemeyer-Straße. Östlich des Bahnhofs liegen die Hallen des ehemaligen Ausbesserungswerkes Lingen an der Kaiserstraße. Die ehemalige Güterabfertigung im nördlichen Bereich des Bahnhofs wird heute als ein Tanz-, Sport- und Kulturzentrum genutzt, die Fußgängerzone mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt befindet sich wenige Gehminuten entfernt. Auf dem ehemaligen Postgelände südwestlich des Bahnhofs wurde 2007 zudem die Lookentor-Einkaufspassage eröffnet.

Bahnbetrieblich befindet sich der Bahnhof an km 239,8 der Strecke 2931 (Hamm Pbf–Emden), auf der in diesem Bereich die Kursbuchstrecke 395 verläuft.

Bedeutung[Bearbeiten]

Rangierbetrieb im Bahnhof Lingen (Ems)

Am Bahnhof Lingen halten Züge je einer Fern- und Nahverkehrslinie, wobei der Bahnhof täglich (Stand 2004[1]) von über 1000 Fahrgästen genutzt wird.

Zuggattung Linienverlauf Takt
IC 35 Norddeich–Emden–Lingen–Münster–Duisburg–Köln–Koblenz–Luxemburg zweistündlich
RE 15 Münster–Rheine–Lingen–Leer–Emden stündlich

Der Busbahnhof auf dem Bahnhofsvorplatz dient als zentraler Knotenpunkt für das Busnetz um Lingen, das von der Verkehrsgemeinschaft Emsland-Süd (VGE) betrieben wird. Ferner verkehren von hier zwei Linien der Verkehrsgesellschaft für die Region Grafschaft Bentheim mbH, die Nordhorn sowie die Gemeinde Wietmarschen mit der Stadt Lingen verbinden. Der Busverkehr ist großteils auf den Schülerverkehr ausgelegt, jedoch zu einem werktäglichen Stundentakt ausgedehnt, der allerdings nicht auf den Bahnverkehr ausgerichtet ist. Einige Linien fahren diesen Stundentakt nur auf Abschnitten. Samstags endet der Verkehr gegen 14 Uhr, sonntags findet kein Busverkehr statt.

Linie Linienverlauf Betreiber
Lili 10/ 101 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Clusorth-Bramhar ↔ Bawinkel ↔ Haselünne VGE
Lili 11 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Damaschke ↔ Lingen-Brögbern VGE
Lili 21/ 121 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Gauerbach ↔ Lingen-Baccum ↔ Lengerich ↔ Handrup ↔ Wettrup VGE
Lili 31/ 131 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Baccum ↔ Thuine ↔ Freren ↔ Fürstenau VGE
Lili 31/ 132 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Baccum ↔ Langen VGE
133 Lingen Bahnhof ↔ Messingen ↔ Beesten ↔ Schapen ↔ Hopsten VGE
Lili 41/ 141 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Bramsche ↔ Lünne ↔ Spelle ↔ Rheine VGE
151 Lingen Bahnhof ↔ Elbergen ↔ Bernte ↔ Emsbüren VGE
Lili 60 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Krankenhaus ↔ Lingen-Reuschberge ↔ Lingen-Schepsdorf
161 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Schepsdorf ↔ Lohne ↔ Wietmarschen ↔ Georgsdorf ↔ Füchtenfeld VGB
165 Lingen Bahnhof ↔ Lohne ↔ Klausheide ↔ Nordhorn VGB
Lili 71/ 171 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Wachendorf/Holthausen-Biene ↔ Dalum ↔ Groß Hesepe VGE
Lili 74 Lingen Bahnhof ↔ Lingen-Heukampstannen ↔ Lingen-Telgenkamp VGE

Ein Nachtbusangebot der VGE verkehrt am Wochenende unter dem Namen „Nachteule“, zudem existiert ein Anrufsammeltaxi-Angebot.

Der Bahnhof Lingen ist weiterhin eine Güterverkehrsstelle im Einzelwagenverkehr der Deutschen Bahn. Vor Ort ist eine Lokomotive der Baureihe 294 bzw. 295 stationiert, die die Wagen vom Knotenbahnhof Osnabrück Rbf abholt und in und um Lingen zustellt bzw. umgekehrt. Bedient werden neben dem Bahnhof Lingen selbst der Güterbahnhof Hanekenfähr und die Faserwerke im Süden, die Anschlussbahn der Stadt Lingen (nur selten bei Bedarf) und die Erdölraffinerie Emsland im Norden sowie der nördlich benachbarte Bahnhof Meppen mit Wagenübergang zur EEB.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://allpr.de/2960/Sofortprogramm-fuer-Bahnhof-Lingen-Ems-abgeschlossen.html Sofortprogramm für Bahnhof Lingen abgeschlossen. Meldung der Deutschen Bahn auf allpr.de vom 27. Oktober 2004 (Abgerufen am 13. Dezember 2009)
  2. http://www.vge-emsland-sued.de/standort.php