Barry Gibb

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Barry Gibb (1973)

Barry Alan Crompton Gibb, CBE (* 1. September 1946 in Douglas, Isle of Man) ist ein britischer Komponist und Musikproduzent und ehemaliger Sänger und Gitarrist der Musikgruppe Bee Gees.

Leben[Bearbeiten]

Die Familie Gibb stammte von der Isle of Man. Barry Gibbs Mutter war Sängerin, während der Vater ein kleines Orchester leitete.[1] Die Familie zog zunächst nach Manchester und wanderte dann nach Redcliffe (Queensland) in der Nähe von Brisbane, Australien aus. Dort gründete Barry Gibb 1958 zusammen mit seinen Brüdern, den Zwillingen Robin und Maurice, die Bee Gees. Mitte der 1960er Jahre zog die Familie wieder zurück nach Großbritannien, da sie sich dort größere Möglichkeiten in ihrem musikalischen Werdegang versprach. Noch auf dem ablegenden Schiff Richtung Großbritannien wurde ihnen mitgeteilt, dass sie eine Nummer-eins-Platzierung in Australien erreicht hatten.

Als Mitglied der Bee Gees spielte Barry Gitarre und war in den meisten Hits der Gruppe als Leadsänger zu hören. Er betätigte sich aber auch außerhalb der Bee Gees. So schrieb und produzierte er sehr erfolgreich Alben für Superstars wie Barbra Streisand (Guilty – 1980 und Guilty Pleasures – 2005). Er betätigte sich auch als Duettpartner anderer Künstler, beispielsweise für den Titelsong des Albums von Dionne Warwick Heartbreaker (1982), Diana Ross Eaten Alive (1985), mit dem Charttopper Chain Reaction, Dolly Parton & Kenny Rogers Islands in the Stream (1983) und Céline Dion Immortality (1997). Charakteristisch für seinen Gesangsstil seit den 1970er Jahren ist die hohe Falsett-Stimme.[2]

Barry Gibb produzierte sämtliche Alben seines jüngsten Bruders Andy Gibb und zeichnete als Produzent für insgesamt 16 Nummer-eins-Hits der Bee Gees und anderer Künstler verantwortlich, unter anderem für die Interpreten Barbra Streisand (Woman in Love), Frankie Valli (Grease), Kenny Rogers, Dolly Parton (Islands in the Stream) und Diana Ross (Chain Reaction). Damit ist Barry Gibb der dritterfolgreichste britische Plattenproduzent. Er produzierte die meisten britischen Nummer-eins-Hits. Das Lied Morning of My Life, geschrieben von den Bee Gees, wurde 1967 der größte Hit des Duos Esther & Abi Ofarim in Deutschland.

Barry Gibb veröffentlichte zwei Soloalben: Now Voyager (1984) und die Filmmusik zu Hawks – Die Falken (1988), einem Film mit Timothy Dalton. Sein Albumprojekt The Kid’s No Good aus dem Jahr 1970 wurde jedoch nie veröffentlicht.

Seit 1970 ist Gibb mit Linda Ann Gray verheiratet. Die beiden haben fünf Kinder. Sein Sohn Steve spielte unter anderem bei der Sludge-Band Crowbar sowie Bass bei Black Label Society.

Im Januar 2006 kaufte Gibb das Haus, in dem Johnny Cash und seine Frau June Carter Cash 35 Jahre lang gelebt und gearbeitet haben. Das Haus in Hendersonville in der Nähe von Nashville wollte die Familie Gibb als Sommerhaus nutzen. Während es restauriert wurde, brannte es am 10. April 2007 aus bisher ungeklärter Ursache vollständig nieder.

Barry Gibb wohnt seit 30 Jahren in Miami.

Ehrungen[Bearbeiten]

Alben-Diskografie[Bearbeiten]

  • 1970: The Kid’s No Good (bisher unveröffentlicht, 1998 als Bootleg erschienen)
  • 1979: The Guilty Demos (bisher unveröffentlicht, seit 2006 auf iTunes)
  • 1979: The Complete Guilty Demos (bisher unveröffentlicht, seit 2006 auf iTunes)
  • 1981: Guilty (Barbra Streisand und Barry Gibb)
  • 1982: The Heartbreaker Demos (bisher unveröffentlicht, seit 2006 auf iTunes)
  • 1983: The Eyes That See in the Dark Demos (bisher unveröffentlicht, seit 2006 auf iTunes)
  • 1984: Now Voyager (LP, CD, DVD)
  • 1985: The Eaten’ Alive Demos (bisher unveröffentlicht, seit 2006 auf iTunes)
  • 1986: Moonlight madness (bisher unveröffentlicht, als Bootleg erschienen)
  • 1988: Hawks (Soundtrack)
  • 1999: Barry Gibb Sings Sinatra (bisher unveröffentlicht, seit 2006 auf iTunes)
  • 2005: Guilty Pleasures Demos (bisher unveröffentlicht, online seit 2006 „Barry Gibb Radio“)
  • 2005: Guilty Pleasures (Barbra Streisand und Barry Gibb)

Singles-Diskografie[Bearbeiten]

  • 1969: I’ll Kiss Your Memory
  • 1970: One Bad Thing
  • 1978: A Day in the Life
  • 1980: Guilty; mit Barbra Streisand
  • 1981: What Kind of Fool; mit Barbra Streisand
  • 1984: Shine shine (D 45)
  • 1984: Stay Alone
  • 1984: Fine Line
  • 1984: Face to Face, mit Olivia Newton-John
  • 1986: We Are the Bunburys (veröffentlicht unter dem Pseudonym „The Bunburys“)
  • 1988: Childhood Days (D 60)
  • 1988: Fight (No Matter how I Long) (veröffentlicht unter dem Pseudonym „The Bunburys“ und den Gaststars Eric Clapton, Maurice Gibb, Robin Gibb)
  • 1988: Not in Love at All
  • 2005: Come Tomorrow, mit Barbra Streisand
  • 2006: Doctor Mann
  • 2006: Underworld
  • 2007: Drown on the River
  • 2008: The Heart Knows, mit Olivia Newton-John
  • 2011: All in Your Name feat. Michael Jackson

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Barry Gibb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schwering, Stephan: Bee Gees. In: Pop-Archiv International 10/2001 vom 15. Oktober 2001, ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 20/2012 (abgerufen via Munzinger Online).
  2. Nights On Broadway by Bee Gees Songfacts