Citroën C6

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Dieser Artikel behandelt den von 2005 bis 2012 produzierten PKW Citroën C6; zu dem früheren Modell gleichen Namens siehe Citroën C6 (1928).
Citroën
Citroën C6 (2005–2012)

Citroën C6 (2005–2012)

C6
Produktionszeitraum: 2005–2012
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotor:
3,0 Liter (155 kW)
Dieselmotoren:
2,2–3,0 Liter
(125–177 kW)
Länge: 4908 mm
Breite: 1860 mm
Höhe: 1464 mm
Radstand: 2900 mm
Leergewicht: 1816–1871 kg
Vorgängermodell: Citroën XM
Nachfolgemodell: keines
Sterne im Euro-NCAP-Crashtest Crashtest-Stern 5.svg
Heck des C6
Das Profil des C6 erinnert an die Linienführung des CX

Der Citroën C6 war ein Modell der französischen Automarke Citroën. Vorgestellt wurde es auf dem Genfer Auto-Salon 2005. Der Verkauf begann im November 2005 in Frankreich, in Deutschland wurde das Modell ab Mai 2006 angeboten. Im Dezember 2012 lief die Produktion aus, ein Nachfolgemodell war nicht geplant.

Produktion[Bearbeiten]

Der C6 wurde wie die Modelle Citroën C5 und Peugeot 508 im bretonischen Rennes gefertigt. Hergestellt wurden 23.384 Fahrzeuge.

Vorgängermodelle[Bearbeiten]

Der C6 sollte an die Tradition der großen Citroën-Limousinen DS, CX und XM anknüpfen, die zuvor einige Jahre unterbrochen war. Einen direkten Vorgänger hatte der C6 nicht, denn die Produktion der letzten großen Limousine, des Citroën XM, endete bereits im Herbst 2000.

Die Gestaltung des C6 mit langem Radstand, dem vorderen Überhang und einer aerodynamischen Karosserielinie orientierte sich – unter Einbeziehung spezifischer Design-Zitate wie der konkav gewölbten Heckscheibe (CX) und der rahmenlosen Seitenscheiben (DS) – an seinen Vorgängern.

Von den drei Vorgängermodellen gab es eine Kombi-Version (bei Citroën „Break“ genannt), sodass auch Gerüchte um einen C6 Break aufkamen. Eine solche Kombivariante wurde jedoch nie entwickelt, da der C6 als Modell im Oberklasse-Segment konzipiert war und das Segment des großen Kombis mit der Großraumlimousine C8 abgedeckt wurde.

Sicherheit[Bearbeiten]

Der Citroën C6 erreichte 2005 im Euro-NCAP-Crashtest bei der Bewertung der Insassensicherheit mit 34 Punkten das Maximum von fünf Sternen, bei der Insassensicherheit für Kinder 38 Punkte und damit vier Sterne von fünf möglichen sowie mit 28 Punkten bei der Bewertung der Fußgängersicherheit als erster Wagen das Maximum von vier möglichen Sternen.[1] Dies wird hauptsächlich durch eine Motorhaube ermöglicht, die sich im Fall einer Kollision pyrotechnisch in Millisekunden um 6,5 cm anhebt und somit den Abstand des aufprallenden Körpers zu den harten Motorteilen vergrößert.

Motorisierung[Bearbeiten]

Die Plattform des C6, die mit kürzerem Radstand auch für den Citroën C5 verwendet wird, war mit drei unterschiedlichen Motorisierungen lieferbar: einem 3,0-Liter-V6-Benziner mit 155 kW, dem 2,2-Liter-Reihenvierzylinder HDi Biturbodiesel mit 125 kW und einem 2,7-Liter-V6 HDi Biturbodiesel mit 150 kW. Beide Diesel-Motoren besitzen einen Partikelfilter (FAP). Als Getriebe ist eine Sechsstufenautomatik lieferbar. Für den Reihenvierzylinder-Diesel war außerdem ein Schaltgetriebe erhältlich.

Anfang Juli 2009 wurde der 2,7-Liter-V6 HDi Biturbodiesel durch einen neuen 3,0-Liter-V6 HDi Biturbodiesel (PSA DT-20C) ersetzt, der wie bereits der Vorgänger zusammen mit Ford entwickelt wurde, in der Ford-Fabrik in Dagenham gebaut wird und unter anderem auch im Jaguar XF und Jaguar XJ Verwendung findet. Er leistet bei einem Systemdruck im Common Rail von 2000 Bar 27 kW (37 PS) mehr, hat jedoch einen um etwa einen Liter geringeren Treibstoffverbrauch als der 2,7-l-Diesel.[2]

Modell Hubraum Zylinder Leistung Drehmoment Bauzeit
Ottomotor
3.0 V6 2946 cm³ V6 155 kW (211 PS) 290 Nm bei 3750/min 09/2005–02/2009
Dieselmotoren
2.2 HDi 170 Biturbo FAP 2179 cm³ R4 125 kW (170 PS) 370 Nm bei 1500/min* 12/2006–06/2010
2.7 V6 HDi 205 Biturbo FAP 2720 cm³ V6 150 kW (204 PS) 440 Nm bei 1900/min 09/2005–02/2009
3.0 V6 HDi 240 Biturbo FAP 2992 cm³ V6 177 kW (241 PS) 450 Nm bei 1600/min 07/2009–12/2012

* Mit Automatikgetriebe 400 Nm bei 1750/min

Ausstattungsmerkmale[Bearbeiten]

Der Wagen wartet serienmäßig mit einer Palette von gängigen Komfort- und Sicherheitsmerkmalen auf wie z.B. frontale und seitliche Airbags (9 Stück), automatische Fahrlichteinschaltung, Geschwindigkeitsregelungsautomatik, 2-Zonen-Klimaanlage, zweifach programmierbarer Fahrersitz in drei Ebenen mit Abruf per Knopfdruck.

Ein besonders hervorzuhebendes Merkmal ist das Hydractive-Fahrwerk. Es basiert – wie bei den großen Citroen-Limousinen üblich – auf einem Öldruck-Kreislauf, der gleichzeitig auch die Servolenkung mit Druck versorgt. Ein Head-Up-Display spiegelt die Geschwindigkeit des Fahrzeugs und die Anweisungen des Navigations-Systems in die Windschutzscheibe im Blickfeld des Fahrers. Der AFIL-Spurassistent warnt den Fahrer bei Überfahren einer Fahrbahnmarkierung ohne Blinkersetzung durch Rütteln im Fahrersitz. Dieses Warnsystem ist ab 80 km/h aktiv. Ein in der Heckklappe bündig eingesetzter Heckspoiler, der in zwei Stufen bei 65 km/h und bei 125 km/h automatisch ausfährt, soll die Straßenlage bei hohen Geschwindigkeiten verbessern. Das Einfahren des Spoilers erfolgt bei etwa 107 km/h.

Das Hydractive-Fahrwerk ist im C6 in seiner Form einzigartig, da im Gegensatz zu einem Fahrzeug wie dem BMW E70 die Räder beim Wankausgleich voll entkoppelt sind (der E70 setzt auf einen aktiven Stabilisator). Das Automagazin Top Gear (BBC) bestätigte dem C6 auf holperiger Strecke besten Federungskomfort. Auf stark eingekerbten Fahrrillen, wie sie auf ländlich genutzten Feldwegen anzutreffen sind, kann der Fahrer die Karosserie in zwei Schritten weiter anheben, so dass genügend Bodenfreiheit entsteht, um ein Aufsetzen des Wagens zu verhindern. Die Modelle mit Sechszylindermotor verfügen zudem über eine variable Dämpfung (AMVAR= AMortissement VARiable). Hierbei registriert ein Computer die Vertikalbewegungen eines jeden einzelnen Rades in Echtzeit. Jedem Rad ist eine individuelle Federkugel zugeordnet, die mit einem variablen Dämpfer ausgestattet ist. In Abhängigkeit von den registrierten Vertikalbewegungen wählt der Computer individuell für jedes Rad aus 16 verschiedenen Programmen bis zu 400 mal in der Sekunde die ideale Dämpfung aus.

Der C6 hat eine konkav geformte Heckscheibe, die sich durch ihre Wölbung nach innen – und den daraus resultierenden höheren Druck des Fahrtwindes auf die Glasfläche – selbstständig von Regentropfen und Schmutzpartikeln befreit. Die „Exclusive“-Ausstattungsvariante verfügt über geräuschdämmende Verbundglas-Seitenscheiben, die sich beim Öffnen der Türen kurz zuvor einen kleinen Spalt öffnen. Dadurch wird beim späteren Schließen der Türen nur wenig Kraft gebraucht, weil die Luft im Innenraum beim Zuschlagen nicht komprimiert wird, sondern durch diesen Spalt entweichen kann.

Der Wagen verfügt über eine automatisch mitlenkende Scheinwerfereinheit mit Xenon-Gas-Brennern inklusive Reinigungsdüsen für deren Frontglas. Die Reifendrücke werden von Reifendrucksensoren über Funk an die zentrale Computereinheit übermittelt und überwacht. Die Außenspiegel klappen beim Verriegeln der Türen ein und signalisieren optisch, dass die Türen sicher verriegelt sind.

Im Fahrzeuginnenraum werden die Insassen von einer Musikanlage (RT4 oder RT5) und Boxen der Firma JBL mit vier Mitteltönern, vier Hochtönern und zwei Subwoofern (in der Heckablage integriert) beschallt. Ein Farbmonitor im TV-Format in der Mitte des Armaturenbretts dient einerseits als Navigations-System-Anzeige, andererseits als Monitor für Video-Filme, die bei Fahrzeugstillstand und bei langsamer Fahrt des Wagens (Stau) über einen externen DVD-Abspieler eingespielt werden können. Eine Besonderheit stellt ein Stimmenerkennungs-System dar, das es dem Fahrer ermöglicht, Navigations- und Musikanlage alleine mit seiner Stimme zu steuern, ohne den Blick von der Straße abwenden oder Knöpfe und Hebel bedienen zu müssen. Die Kommunikation mit dem Bordcomputer kann in verschiedenen Sprachen erfolgen. Eine Telefonfreisprechanlage, die über den Monitor mit dem Fahrer kommuniziert, gehört ebenfalls dazu. Die in der Türverkleidung eingelassenen Ablagefächer werden von einer halbkreisförmigen Scheibe (aus Edelholz) abgedeckt.

Staatskarosse[Bearbeiten]

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy nutzte einen C6 als Staatskarosse.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Citroën C6 im Euro NCAP-Crashtest 2005
  2. Preisliste und technische Daten Citroen C6 (PDF; 649 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Citroën C6 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien