Dirk Roßmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dirk Roßmann, Gründer und Geschäftsführer der gleichnamigen Drogeriemarkt-Kette

Dirk Roßmann (* 7. September 1946 in Hannover) ist ein deutscher Unternehmer. Er ist Gründer und Geschäftsführer der inhabergeführten Drogeriemarktkette Rossmann mit Sitz in Burgwedel bei Hannover. Sein Unternehmen mit heute (2014) 1.920 Filialen und über 26.000 Mitarbeitern in Deutschland ist derzeit die zweitgrößte Drogeriemarktkette Deutschlands und auch in Ost- und Südosteuropa und weiteren Märkten vertreten (Polen, Tschechien, Ungarn, Albanien, Türkei). Sie darf zudem als erste deutsche Drogeriekette überhaupt gesehen werden.

Auf der Forbes-Liste 2014 wird das Vermögen von Dirk Roßmann mit etwa 2,7 Milliarden US-Dollar angegeben. Damit belegt er Platz 672 auf der Forbes-Liste weltweit und Platz 50 in Deutschland.[1]

Biografie[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Erster Rossmann-Laden von 1972 nahe der Lister Meile in Hannover, bis zur Schließung im April 2010 mit Gedenktafel

Roßmann wurde in einer Familie von selbständigen Kleinunternehmern geboren. Die Eltern seiner Mutter besaßen ein großes Pelzgeschäft in Hannover und schon sein Großvater betrieb eine eigene Drogerie.

Im Alter von 25 Jahren eröffnete er am 17. März 1972 in Hannover den „Markt für Drogeriewaren“. Er bestand bis April 2010 in der Jakobistraße, einer Seitenstraße der Lister Meile unmittelbar am „Lister Platz“ (siehe Foto). Am Eröffnungstag gab es ein „Kunden-Chaos“, denn seine Idee eines Discountmarktes für Drogerieartikel stieß auf starkes Interesse bei den Kunden. Nach Ladenschluss hatte Roßmann statt erhoffter 2.000 bis 3.000 DM rund 20.000 DM in der Kasse. Das kleine Geschäft war der erste Drogerie-Discountmarkt Deutschlands. Anlass der Geschäftsgründung war die bevorstehende Aufhebung der Preisbindung für Drogerieprodukte 1973. 10 Jahre später besaß Roßmann bereits 100 Drogeriemärkte in Norddeutschland und gilt hier seither als „Pionier des Drogeriemarktes“. Der Firmenname „Rossmann“ entspricht jedoch nicht seinem Familiennamen „Roßmann“, da eine Großschreibung des Buchstabens „ß“ nur in wenigen Schriften möglich ist und das „ß“ im Auslandsmarkt in der Regel nicht bekannt ist.

1991 gründete er gemeinsam mit einem anderen Unternehmer die Stiftung Weltbevölkerung. Die international tätige Entwicklungshilfeorganisation möchte allen Menschen den Zugang zu Aufklärung und Familienplanung ermöglichen und verknüpft dies mit einer wirksamen Armutsbekämpfung.

Roßmann ist Vater von zwei Söhnen, Raoul und Daniel, die ebenfalls im Unternehmen arbeiten.[2]

Unternehmen[Bearbeiten]

In den 1980er Jahren verkaufte Dirk Roßmann 40 Prozent seines Unternehmens an die Hannover Finanz, ihre Beteiligung ging an die Drogeriekette der niederländischen Kruidvat-Gruppe (frühere Eigentümer: Familie De Rijcke), die wiederum im August 2004 der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa übernahm. Heute (2013) ist das Unternehmen Rossmann mit knapp 1.920 Filialen in ganz Deutschland die Nummer 2 auf dem deutschen Markt nach dm. Nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ Anfang der 1990er-Jahre expandierte das Unternehmen von Dirk Roßmann auf den osteuropäischen Markt, wo er 2009 über 1.000 Filialen betreibt. Europaweit sind es rund 3.000, deutschlandweit über 1.800 Filialen (Stand 2014). In Deutschland beschäftigt er mittlerweile 26.000 Menschen, international etwa 40.000 Mitarbeiter. In Deutschland erwirtschaftete Rossmann zuletzt einen Umsatz von 4,99 Milliarden Euro (+ 12 Prozent). Konzernweit stieg der Umsatz auf 6,64 Milliarden Euro.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
  • Am 11. Februar 1998 wurde Dirk Roßmann das Bundesverdienstkreuz als „Verdienstkreuz am Bande“ verliehen. Anlass für die Ehrung war sein Engagement zugunsten der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung. 1991 gründete er mit einem befreundeten Unternehmer (Erhard Schreiber) aus Hannover die Stiftung, die sich für Aufklärungs- und Familienplanungsprojekte, vorrangig in Ostafrika einsetzt.
  • Im Jahre 2000 erhielt er die Auszeichnung „Unternehmer des Jahres 1999 in der Region Hannover“. Sie wurde ausgelobt von der „Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer“ (ASU), dem „Bundesverband Junger Unternehmer“ (BJU) und der Sparkasse Hannover. Auswahlkriterien waren Umsatz, Rentabilität, Marketing-Ideen, Innovationen, zeitgemäße Mitarbeiterführung sowie Unternehmensgrundsätze. Unter acht zur Auswahl stehenden Personen stimmte die Jury einstimmig für Dirk Roßmann. In der Presse war die Rede von der Ehrung seines Lebenswerkes. Die Auszeichnung habe nicht nur seinem unternehmerischen Erfolg, sondern auch seinem sozialen und gesellschaftlichen Engagement gegolten.
  • 2008 Anti-Mobbing-Award anlässlich des 5. Anti-Mobbing-Tages in Bremen am 2. Dezember 2008
  • 2006 Wahl zum beliebtesten Niedersachsen
  • 2009 Goldener Zuckerhut der gleichnamigen Stiftung, einer Initiative aus Handel, Industrie und der deutschen Lebensmittel Zeitung[3]
  • 2009 Goldene Erbse des Vereins Märchenland e. V. Deutsches Zentrum für Märchenkultur im Rahmen der Berliner Märchentage[3]
  • 2010 Entrepreneur des Jahres
  • 2014 „Deutschlands Wachstumsmeister“, Preis der Zeitung Welt
  • 2014 Deutscher CSR-Preis

Persönliches[Bearbeiten]

Im August 2014 hat Dirk Roßmann von sich aus veröffentlicht, dass er ein Kuckuckskind[4] ist:[5] Im Nachrichtenmagazin Focus schildert er im ganzseitigen Artikel „Die Lüge meiner Kindheit“, dass Bernhard Roßmann (1910-1958, Ehemann seiner leiblichen Mutter Hilde geb. Wilkens) sein Vater als rechtlicher und sozialer Vater gewesen ist. Nach eigenen Angaben erfuhr Dirk Roßmann an seinem 16. Geburtstag im Jahr 1963 auf seine Nachfrage von der Mutter, dass sein biologischer Vater der Patenonkel von Roßmanns älterem Bruder und Nachbar Theodor Kayser (1899-1967, Sohn eines deutschen Fabrikanten aus Warschau) ist: „Ich verbrachte also meine Kindheit im Umfeld des Nichtausgesprochenen, der Lüge.“[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • „Das ist doch so kostbar“ oder Wie der niedersächsische Drogeriekettenunternehmer Dirk Roßmann im Januar 1990 auf einer Montagsdemo in Leipzig den SPIEGEL verteilte, S. 81–85 in: Simone Schmollack und Katrin Weber-Klüver: Damals in der DDR – Geschichten von Abschied und Aufbruch. Berlin 2010, ISBN 9783351027223

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dirk Roßmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The World’s Billionaires – Germany, Forbes.com
  2. Hagen Seidel: Dirk Roßmanns Söhne haben keinen Plan B. (Interview) welt.de, 14. April 2012, abgerufen am 14. Juni 2014
  3. a b Zwei Preise für Rossmann, Meldung in: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 28. Oktober 2009, Seite 14.
  4. Uneheliche Kinder wurden auch Kegel genannt. Dieses Wort ist heute nahezu ungebräuchlich – es hat sich jedoch dauerhaft in der Redewendungmit Kind und Kegel“ erhalten.
  5. http://www.focus.de/panorama/boulevard/leute-drogeriechef-rossmann-erfuhr-erst-mit-16-von-seinem-vater_id_4034155.html
  6. Focus Nr. 32/2014, 4. August 2014, S. 108