Henkel (Unternehmen)

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Henkel
Henkel
Rechtsform AG & Co. KGaA
ISIN (Vorzugsaktie), DE0006048408 (Stammaktie) DE0006048432 (Vorzugsaktie), DE0006048408 (Stammaktie)
Gründung 1876
Sitz Düsseldorf, Deutschland

Leitung

Mitarbeiter 46.610 (31. Dezember 2012) [2]
Umsatz 16.510 Mio. EUR (2012)[2]
Gewinn 1.556 Mio. EUR (2012) [2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Gewinn
Bilanzsumme 19.525 Mio. EUR (31. Dezember 2012) [2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Produkte Wasch-/Reinigungsmittel, Schönheitspflege, KlebstoffeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.henkel.com

Die Henkel AG & Co. KGaA mit Hauptsitz in Düsseldorf-Holthausen ist ein börsennotierter Hersteller der Konsumgüterindustrie mit weltweiten Marken und Techniken in den drei Geschäftsfeldern Laundry & Home Care (Wasch-/Reinigungsmittel), Beauty Care (Schönheitspflege) und Adhesive Technologies (Klebstoffe) tätig. Von den rund 47.000 Mitarbeitern sind mehr als 80 Prozent außerhalb Deutschlands beschäftigt.[2] Damit ist Henkel eines der am stärksten international ausgerichteten Unternehmen in Deutschland.

Geschäftsbereiche[Bearbeiten]

Henkel ist gegliedert in drei Unternehmensbereiche:

  • Laundry & Home Care (Wasch-/Reinigungsmittel)
  • Beauty Care (Schönheitspflege) sowie
  • Adhesive Technologies (Klebstoff-Techniken)

Henkel ist heute mit Marken wie Persil, Pril, Weißer Riese, Perwoll, Fewa. Spee, Dixan, Vernel, Somat, Sidolin und Bref im Bereich Laundry & Home Care (Wasch-/Reinigungsmittel) aktiv. Die Produktpalette reicht von Universalwaschmitteln über Spezialwaschmittel und Weichspüler bis hin zu Bad- und Glasreinigern.

Im Bereich Beauty Care (Schönheitspflege) verkauft Henkel u.a. Produkte der Marken Schwarzkopf, Syoss, Fa, Schauma, Taft, Gliss Kur und Diadermine und stellt Produkte für Haare, Körper, Haut und Mundhygiene her.

Klebstoffe, Dichtstoffe und Produkte zur Oberflächenbehandlungen von Henkel werden in einer Vielzahl von Branchen verwendet – unter anderem in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Automobilbau, Elektronik und Medizintechnik. Die bekanntesten Marken sind Liofol, Teroson und Loctite. Zudem produziert Henkel Klebstoffe für Heim, Schule und Beruf. Zu den bekanntesten Marken zählen: Pritt, Ponal, Pattex, Ceresit, Metylan, Sista und Tangit.

Geschichte[Bearbeiten]

Gebäude in Düsseldorf-Holthausen

Im Jahre 1876 gründete der Unternehmer Fritz Henkel die Waschmittelfabrik Henkel & Cie in Aachen. Als erstes Produkt stellte er ein Pulver-Waschmittel auf Basis von Wasserglas her. Es hieß Universalwaschmittel. Wegen besserer Verkehrsanbindungen und höherer Absatzchancen verlegte Henkel seine Firma 1878 nach Düsseldorf am Rhein. Im selben Jahr hatte das Unternehmen mit Henkel’s Bleich-Soda den ersten Markenerfolg: Im Gegensatz zu allen anderen Waschmittel, die damals lose angeboten wurden, verkaufte Henkel das Universalwaschmittel in handlichen Päckchen. Der Absatz von Henkel's Bleich-Soda wuchs so stark, dass innerhalb eines Jahres die gemietete Fabrik nicht mehr ausreichte. Fritz Henkel beschloss, eine eigene Fabrik mit Bahnanschluss zu bauen und erwarb an der Gerresheimer Straße im Stadtteil Oberbilk ein Grundstück. Der erhoffte und dringend erforderliche Bahnanschluss konnte jedoch aufgrund von Geländeproblemen nicht gelegt werden. Die Transportprobleme sowie Grundsätze der Unternehmenspolitik veranlassten Fritz Henkel, erneut einen Standortwechsel zu planen: Ab März 1900 produzierte Henkel in Düsseldorf-Holthausen – dort, wo sich noch heute die Firmenzentrale befindet.[3]

1903 brachte die Firma Schwarzkopf – die seit 1995 eine Tochtergesellschaft von Henkel ist – das erste Haarwaschpulver auf den Markt und bot somit eine Alternative zu der bis dahin üblichen Haarwäsche mit Kernseife oder teuren Ölen. 1906 wurde in Minden an der Weser die Firma Cordes & Co GmbH gegründet. Sie entwickelte sich zu einem Spezialisten für Klebstoffe, später vor allem bei Kunstharzdispersionen für die Tapetenindustrie. Cordes kam 1970 zu Henkel. Im Juni 1907 brachte Henkel Persil auf den Markt. Dieses Produkt wurde als „erstes selbsttätiges Waschmittel der Welt“ beworben. 1918 wurde Sil als Wäsche-Nachspülmittel eingeführt. Zwei Jahre später erschloss Henkel mit der Marke Ata das Marktsegment der Putz- und Reinigungsmittel.[3]

Im Jahr 1921 wurde der Grundstein für ein Zweigwerk in Genthin gelegt. Hier entstand in den Zwanzigerjahren die modernste Waschmittelproduktion in Deutschland. 1945 enteignet, wurde das Werk 1949 zu einem Volkseigenen Betrieb (VEB) der DDR. 1990 kaufte Henkel das Werk zurück. 1922 wurde mit der Produktion von Klebstoff für den Eigenbedarf begonnen. 1929 startete Henkel mit der Vermarktung von P3-Reinigern für Industrie und Handwerk. Oberflächentechnik wurde zu einem bedeutenden Geschäftsbereich bei Henkel.[3]

1946 wurde in Düsseldorf die Polycolor chemisch-pharmazeutische Gesellschaft mbH gegründet (ab 1948 TheraChemie, Ohligs). Sie führte ein Jahr später das flüssige Haarfärbemittel Poly Color auf den Markt ein. Die TheraChemie wird 1950 von Henkel erworben. 1951 wurde das Spülmittel Pril in Pulverform durch die (ehemals Chemnitzer) Henkel-Tochter „Böhme Fettchemie“ auf dem Markt eingeführt. Drei Jahre später führte die Tochterfirma Dreiring-Werke die Feinseife Fa ein. 1956 wurde mit Werbung für Persil der erste kommerzielle TV-Spot im deutschen Fernsehen ausgestrahlt.[4] 1958 wurde die Dr.-Jost-Henkel-Stiftung anlässlich des 25-jährigen Dienstjubiläums von Jost Henkel, einem Enkel des Firmengründers gegründet. 1962 führte der Konzern den Geschirrspülmaschinenreiniger Somat ein. Im selben Jahr geht in Hannover der schärfste deutsche Klebstoff-Konkurrent Sichel-Werke AG in den Besitz von Henkel über. 1969 kam der erste Klebestift, Pritt, auf den Markt. Unter dieser Marke führte Henkel im Laufe der Zeit weitere Produkte für Papier-, Büro- und Schreibwaren ein. Die Henkel GmbH wird 1975 in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umgewandelt und zur Dachgesellschaft von Henkel. Diese umfasst zu dieser Zeit rund 70 Töchter und angeschlossene Unternehmen. Die Rechtsform KGaA ermöglicht 1985 den Gang an die Börse.[3]

Um die Position im Baubereich zu stärken, erwarb Henkel 1986 das Bauchemie-Geschäft von der Beecham Group mit jeweils national bedeutsamen Unternehmen und Marken: In Frankreich Rubson, in Großbritannien Unibond-Copydex Ltd sowie in Deutschland die 1905 gegründete Ceresit GmbH. Ceresit wird 1990 in die Henkel Bautechnik integriert. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 kaufte Henkel die enteigneten Persil-Werke in Genthin zurück. Sie wurden 2009 allerdings wieder verkauft. Ein Jahr später wurde das europäische Joint Venture Henkel-Ecolab zwischen Henkel und der US-amerikanischen Ecolab gegründet, welches das Gemeinschaftsunternehmen Ende 2001 vollständig übernommen hat. 1995 übernahm Henkel die Firma Dorus. Die Übernahme machte Henkel laut eigenen Angaben zum größten Anbieter von Klebstoffen im Bereich Bauwesen und Möbelindustrie. 1997 wurde Loctite, der „weltweit führenden Spezialisten für Konstruktions-Klebstoffe,“ von Henkel übernommen. 1999 wurde der Unternehmensbereich Chemieprodukte und rechtliche Verselbstständigung unter dem Firmennamen Cognis ausgegliedert und 2001 an eine Gruppe Finanzinvestoren verkauft.[3]

2002 verwirklichte Henkel unter dem Slogan „Henkel – A Brand like a Friend“ und mit neuem Corporate Design erstmals einen weltweit einheitlichen Auftritt des Konzerns. 2003 trat der Konzern Henkel Global Compact der Vereinten Nationen bei und erwarb 2004 die Dial Corporation in Scottsdale/Arizona (USA), welche die bis dahin größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte wurde. 2006 feierte Henkel das 130-jährige Firmenjubiläum als „Jahr der Innovationen“. Nach eigenen Angaben kamen im Lauf des Jahres mehr als 80.000 Ideen von Mitarbeitern aus der ganzen Welt für neue Markenprodukte oder die Verbesserung von Rezepturen, Verpackungen, Entwicklungs- und Produktionsprozessen zusammen. 2008 erwarb Henkel durch die Übernahme von ICI durch Akzo Nobel die ICI-Geschäftsfelder „Adhesives“ und „Electronic Materials“ (National Starch) für rund 3,7 Mrd. Euro. Die hinzugekauften Geschäftsfelder hatten einen Umsatz von rund 1,83 Mrd. Euro.[3]

2008 wurde beschlossen, dass ein weltweites Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ab 2011 Einsparungen in Höhe von jährlich etwa 150 Mio. Euro realisieren soll. Aufgrund dieses Programms sollen dabei bis zu 3000 Stellen weltweit gestrichen werden.[5] Im selben Jahr wurde aus der Henkel KGaA die Henkel AG & Co. KGaA. Die Henkel Management AG trat dabei als alleinige persönlich haftende Gesellschafterin ein. Neuer Vorsitzender wurde dabei der Unternehmer Kasper Rorsted. Er folgte auf Ulrich Lehner.[6] Am 22. September 2009 wurde Simone Bagel-Trah zur Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Henkel AG & Co. KGaA gewählt.[7] Sie trat die Nachfolge von Albrecht Woeste an, der ab 1990 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Henkel KGaA, ab 2008 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Henkel AG & Co. KGaA wurde.

Im Jahr 2010 formulierte Henkel für sich eine neue Vision: „Global führend mit Marken und Technologien“. Dazu wurde das Handeln an fünf unternehmensweiten Werten ausgerichtet: Kunden, Mitarbeiter, Wirtschaftlicher Erfolg, Nachhaltigkeit und Familie.[8] Um den Anspruch und das Streben nach Bestleistung auch nach Außen hin sichtbar zu machen, führte das Unternehmen 2011 weltweit ein neues Corporate Design ein, verbunden mit dem Claim „Henkel – Excellence is our Passion“. Mit dem modernisierten visuellen Auftritt möchte das Unternehmen die Marke international weiter stärken.[9]

2012 stellte Henkel seine neue, auf den Unternehmenswerten aufbauende Strategie mit Finanzzielen und strategischen Prioritäten bis 2016 vor: Outperform, Globalize, Simplify und Inspire. Als globales Unternehmen will Henkel sich mit vereinfachten Prozessen und einem begeisterten Team besser als sein Wettbewerb entwickeln.[10]

Nachhaltigkeit[Bearbeiten]

1992 veröffentlichte das Unternehmen seinen ersten Umweltbericht.[11] 1997 wurden integrierte Managementsysteme und konzernweit verbindliche Standards zu Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz (SHE) eingeführt, sowie mit der Durchführung weltweiter SHE-Audits begonnen.[12] Henkel ist Gründungsmitglied im „World Business Council for Sustainable Development“ (WBCSD)[13] und hat sich im Jahr 1995 der internationalen Initiative „Responsible Care“ der chemischen Industrie verpflichtet. Im Jahr 2003 ist Henkel dem Global Compact der Vereinten Nationen beigetreten und hat sich damit zur Einhaltung der dort heute festgelegten zehn Prinzipien bekannt. Seit April 2008 ist Henkel offiziell Mitglied des „Roundtable on Sustainable Palm Oil“ (RSPO). Dieser wurde im Jahr 2003 in Kuala Lumpur, Malaysia, gegründet und setzt sich für die nachhaltige Gewinnung und Verwendung von Palmöl ein.[14] Henkel war im Jahr 2008 außerdem als eines von 10 Unternehmen am Pilotprojekt Product Carbon Footprint beteiligt, in dem Partner aus Forschung, Industrie und Nichtregierungsorganisationen gemeinsam an einer einheitlichen Methodik zur Berechnung von Kohlendioxid-Fußabdrücken für Produkte und deren Kommunikation arbeiteten.[15]

Das strategische Ziel der Nachhaltigkeitsaktivitäten des Unternehmens lautet „mit weniger Ressourcen mehr erreichen“. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Henkel für sich sechs Fokusfelder definiert, die sich in die Dimensionen „mehr Wert schaffen“ und „Fußabdruck reduzieren“ gliedern lassen:, „Gesundheit und Sicherheit“, „ Leistung“ „Gesellschaftlicher und sozialer Fortschritt“sowie „Energie und Klima“, „Wasser und Abwasser“, „Materialien und Abfall“. Neue Produkte sollen in mindestens einem der Fokusfelder einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.[16] So basieren die im Oktober 2008 gestarteten Reinigungsmittel der neuen Marke Terra Activ – im Oktober 2010 ohne den Zusatz „Activ“ relaunched – zu einem Großteil auf nachwachsenden Rohstoffen.[17] Seit den 1980er Jahren verpflichtet sich Henkel in den „Grundsätzen und Zielen zu Umweltschutz und Sicherheit“ zu Arbeitsschutz, Ressourcenschonung und Emissionsminderung. Auf Grundlage der bis 2007 erreichten Verbesserungen hat das Unternehmen Ziele bis 2012 definiert. Diese Ziele wurden bereits 2010 vorzeitig erreicht: Senkung des Energieverbrauchs um 21 Prozent, Wassereinsparung um 26 Prozent, Minimierung von Abfällen um 24 Prozent, Reduzierung der Arbeitsunfälle um 29 Prozent.[18]

2011 veröffentlichte das Unternehmen daher neue Ziele: Bis 2015 sollen in den Bereichen Energie, Wasser und Abfall weitere 15 Prozent pro Produktionseinheit eingespart werden. Gleichzeitig soll der Umsatz pro Produktionseinheit um 10 Prozent steigen und sich die Unfallrate um weitere 20 Prozent verbessern. Dadurch soll das Ziel für das Jahr 2030 erreicht werden: das Verhältnis zwischen dem Wert, der geschaffen wird und dem ökologischen Fußabdruck um den Faktor 3 verbessern.[19]

Das Nachhaltigkeitsmanagement von Henkel ist mehrfach ausgezeichnet worden. So wurde das Unternehmen im September 2011 zum fünften Mal in Folge Gewinner im Welt- und Europa-Index des Dow Jones Sustainability Index in der Kategorie „Kurzlebige Konsumgüter“. Auch im Ethibel PIONEER und Ethibel EXCELLENCE Investment Register ist Henkel erneut aufgeführt – ebenso im 2011 Tomorrow’s Value Rating und im internationalen FTSE4Good Index. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Jahr 2010 belegte das Unternehmen Platz 61 in der Liste der 100 nachhaltigsten Unternehmen weltweit. In der Liste der „World’s Most Ethical Companies“ des Etisphere Institutes ist Henkel zum vierten Mal in Folge vertreten.[20]

Henkel setzt sich im Rahmen der Initiative Energiepolitischer Appell - „Energiezukunft für Deutschland“, für eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung ein. Als Mitinitiator des Appells setzt sich Henkel für einen verantwortungsvollen Einsatz modernster Kohlekraftwerke und einer Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken ein, die ein preiswertes und schnelles Erreichen der CO2-Minderungsziele gewährleisten.[21]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten]

Henkel hat sein gesellschaftliches Engagement in drei Bereiche gebündelt. Dazu gehören die Förderung des ehrenamtlichen Engagements von Mitarbeitern und Pensionären (MIT-Initiative: (Miteinander im Team)), die schnelle Soforthilfe bei Katastrophen über die Fritz Henkel Stiftung sowie das Unternehmens- und Markenengagement in Social Partnerships. Seit Beginn der MIT-Initiative im Jahr 1998 haben sich nach eigenen Angaben mehr als 4.000 Mitarbeiter und Pensionäre von Henkel in über 110 Ländern in rund 8.300 Projekten engagiert. Davon hat Henkel rund 2.300 MIT Kinderprojekte gefördert.[22]

Kritik[Bearbeiten]

Umstrittene Nachhaltigkeit[Bearbeiten]

Die von Henkel gefahrene Nachhaltigkeitsstrategie ist umstritten. Henkel setzt zwar bei der Produktion von Wasch- und Reinigungsmitteln nachwachsende Rohstoffe wie Palmöl ein. Allerdings sind die Anbaumethoden der Ölpalme kritisch zu beurteilen. Zum Teil werden Regenwaldgebiete gerodet oder Torfmoore trockengelegt, um weitere Anbauflächen zu gewinnen. Um sicherzustellen, dass Henkel nur solches Palmöl bezieht, das ökologisch verträglich und sozial verantwortlich hergestellt wurde, engagiert sich das Unternehmen in der Organisation RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil). Sie hat unter anderem ein Zertifizierungsmodell für Palmöl aus nachhaltigem Anbau verabschiedet. Die RSPO besteht jedoch zum Großteil aus Industrievertretern (von 303 Mitgliedern sind 282 Wirtschaftsunternehmen ggü. 21 Umwelt- und Sozialorganisationen)[23], was bei der Bewertung einer solchen Organisation nicht außer acht gelassen werden sollte. Selbst die eigenen, minimalen Richtlinien scheint die RSPO nicht strikt durchzusetzen. Greenpeace berichtete beispielsweise im November 2008, dass ein Palmöllieferant und Mitglied der RSPO massiv gegen Zertifizierungskriterien verstößt und gesetzeswidrig Regenwald in Indonesien zerstört.[24]

Kartellbildung[Bearbeiten]

Die Europäische Kommission hat im April 2011 mehrere internationale Waschmittelhersteller wegen Bildung eines Kartells verurteilt. Es bestand von 2002 bis 2005 in den Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Portugal und Griechenland und wurde zu systematischen Absprachen bei der Preisgestaltung für Vollwaschmittelpulver für die Maschinenwäsche genutzt. Gegen Henkel wurde aufgrund der umfassenden Zusammenarbeit mit der Kartellbehörde kein Bußgeld verhängt.[25]

Auch in dem Verfahren um Absprachen mit Reckitt Benckiser zu illegalen Preiserhöhungen von Spülmaschinentabs blieb Henkel straffrei. Das Unternehmen hatte sich selbst angezeigt.[26]

Kennzahlen[Bearbeiten]

Jahr Umsatz Ergebnis vor Steuern Jahresüberschuss Mitarbeiter
2001 9.082 Mio. EUR 734 Mio. EUR 426 Mio. EUR 47.362
2002 9.656 Mio. EUR 664 Mio. EUR 431 Mio. EUR 47.203
2003 9.436 Mio. EUR 768 Mio. EUR 530 Mio. EUR 48.328
2004 10.592 Mio. EUR 808 Mio. EUR 551 Mio. EUR 49.947
2005 11.974 Mio. EUR 1.042 Mio. EUR 770 Mio. EUR 51.724
2006 12.740 Mio. EUR 1.176 Mio. EUR 871 Mio. EUR 51.716
2007 13.074 Mio. EUR 1.250 Mio. EUR 941 Mio. EUR 52.303
2008 14.131 Mio. EUR 1.627 Mio. EUR 1.233 Mio. EUR 55.513
2009 13.573 Mio. EUR 885 Mio. EUR 628 Mio. EUR 51.361
2010 15.092 Mio. EUR 1.552 Mio. EUR 1.143 Mio. EUR 48.141
2011 15.605 Mio. EUR 1.610 Mio. EUR 1.191 Mio. EUR 47.265
2012 16.510 Mio. EUR 2.058 Mio. EUR 1.556 Mio. EUR 46.610

Verwandte Themen[Bearbeiten]

Die Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf widmet sich intensiv der Wissenschaftsförderung.

Die Dr.-Jost-Henkel-Stiftung betreut und unterstützt talentierte Studenten aller gesellschaftlich und wirtschaftlich zukunftsweisenden Fakultäten.

Die Genealogie der Unternehmerfamilie ist auf Henkel (Unternehmerfamilie) dargestellt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Rüdiger Liedtke: Wem gehört die Republik? Die Konzerne und ihre Verflechtungen in der globalisierten Wirtschaft – 2007 – Namen, Zahlen, Fakten. Eichborn Verlags AG, Frankfurt a. M. 2006, S. 213–219.
  • Manfred Schöne: Henkel 70 Jahre in Holthausen, Reihe Schriften des Werksarchivs Nr. 1. Henkel GmbH, Düsseldorf 1969.
  • Ulrich Viehöver: Die EinflussReichen: Henkel, Otto u. Co. – Wer in Deutschland die Macht hat. Verlagsgruppe Lübbe GmbH & Co. KG AG, Bergisch Gladbach 2007, S. 192–217.
  •  Bernd Kaiser: Die Implikationen wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen für die Rohstoffbeschaffung internationaler Industrieunternehmen und sich hieraus ergebende Unternehmensstrategien am Beispiel der Henkel-Gruppe. Dissertation. Nürnberg 2009 (PDF-Datei; 4,94 MB).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Henkel AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. finanznachrichten.de: Kasper Rorsted neuer Henkel Vorstandsvorsitzender
  2. a b c d e Henkel AG & Co. KGaA: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 6. März 2013 (PDF; 8,4 MB).
  3. a b c d e f Henkel: Unternehmensgeschichte
  4. SPIEGEL ONLINE: 50 Jahre Fernsehwerbung: Wenn Xaver kleckert, hilft Persil
  5. FAZ: Sparprogramm: Henkel streicht 3000 Stellen
  6. W&V: Kasper Rorsted neuer Henkel Vorstandsvorsitzender
  7. sueddeutsche.de: Simone Bagel-Trah - Die erste Chefin deutscher Aufsichtsräte
  8. Henkel: Vision & Werte
  9. horizont.net: Henkel will mit neuem Corporate Design Marke stärken
  10. finanzen.net: Henkel: Konzern stellt Wachstumsstrategie und Finanzziele bis 2016 vor
  11. Henkel: Nachhaltigkeit bei Henkel
  12. Henkel: Umwelt, Sicherheit, Gesundheit (Umweltbericht 1998; PDF; 1,6 MB).
  13. World Business Council for Sustainable Development: About the WBCSD – Membership & governance
  14. Roundtable on Sustainable Palm Oil
  15. pcf-project.de: Product Carbon Footprint
  16. Henkel: Unsere Nachhaltigkeitsstrategie 2030: Mit weniger Ressourcen mehr erreichen
  17. TERRA - Für ein sauberes Heute und Morgen: Fragen und Antworten
  18. finanztreff.de: Unsere Nachhaltigkeitsziele – Unsere Fortschritte 2010: Ziele vorzeitig erreicht
  19. Henkel: Unsere Ziele
  20. Henkel: Externe Bewertungen
  21. FAZ: Energiepolitischer Appell: 40 Manager greifen Röttgens Politik an
  22. Henkel: Gesellschaftliches Engagement
  23. regenwald.org: Protestaktionen
  24. greenpeace.de: Etikettenschwindel bei Palmöl-Lieferung nach Europa
  25. Werner Mussler: Hohe Strafe für Waschmittel-Kartell. In: FAZ.NET vom 13. April 2011, abgerufen am 28. April 2011
  26. Mitteldeutsche Zeitung: Verbraucher zahlten zuviel für Calgonit und Somat, 24. November 2011