Dschuba

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4.8531.6Koordinaten: 4° 51′ N, 31° 36′ O

Dschuba (Sudan)
DEC
Dschuba
Dschuba
typische afrikanische Hütte in Dschuba
Rinderherde auf einer Straße in Dschuba
Klimadiagramm der Stadt

Dschuba (arabischجوباDschūbā; Alternativschreibung Juba) ist die Hauptstadt des Bundesstaates al-Istiwa'iyya al-wusta (Zentral-Äquatoria) im Süden Sudans und Hauptstadt der autonomen Region Südsudan.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Lage

Sie liegt im Süden Sudans, rund 1.200 km von Khartum entfernt, am westlichen Ufer des Nils, genauer am Ufer des Bahr al-Dschabal (Weißer Nil).

[Bearbeiten] Bevölkerung

Dschuba hat 172.730 Einwohner (Berechnung 2007).

Bevölkerungsentwicklung:

Jahr Einwohner[1]
1973 (Zensus) 56.737
1983 (Zensus) 83.787
1993 (Zensus) 114.980
2007 (Berechnung) 172.730

Bevölkerungszusammensetzung:

  • Die Bari stellen in Dschuba die stärkste Volksgruppe.
  • Dschuba ist etwa zur Hälfte von Katholiken bewohnt.

[Bearbeiten] Geschichte

Am 12. und 13. Juni 1947 fand in Dschuba die Sudan Administration Conference statt, die als Dschuba-Konferenz in die Geschichte einging. Auf dieser Konferenz beschlossen Briten und Vertreter des Nordsudan die Vereinigung von Nord- und Südsudan, ohne dass Vertreter von Südsudan anwesend waren.

Am 8. und 9. Juli 1965 fand in Dschuba ein Massaker statt; bei Übergriffen auf Repräsentanten der südsudanesischen Elite wurden insgesamt 1.400 Personen getötet.

Am 2. Februar 1977 kam es zu einer Meuterei von Regierungstruppen in Dschuba.

Dschuba lag im umkämpften Gebiet des Sezessionskrieges in Südsudan.

Aufgrund des Friedensabkommens zwischen Khartum und der SPLA wurde Dschuba 2005 an die Truppen der SPLA übergeben. Seitdem ist Dschuba Hauptstadt der autonomen Region Südsudan, nachdem Rumbik übergangsweise diese Aufgabe übernommen hatte.

Das Mausoleum von John Garang, bewacht von SPLA-Soldaten

Nach dem Tod von John Garang, dem Führer der SPLA, brachen am 1. und 2. August 2005 Unruhen in der Stadt aus, bei denen hauptsächlich sudanesische Araber das Ziel von Gewalttaten wurden, weil ein Teil der Bevölkerung vermutete, dass die Regierung in Khartum am Tod Garangs beteiligt gewesen sei. Dabei wurden sudanesische Araber verfolgt und getötet sowie ihre Geschäfte und Häuser geplündert und zerstört. Es kamen 15 Menschen ums Leben und mehrere hundert wurden verletzt. Als Folge verließen viele sudanesische Araber am 3. August 2005 die Stadt.

John Garang wurde am 6. August 2005 in einem Mausoleum nahe der Allerheiligen-Kathedrale in Dschuba beigesetzt. Unter den Trauergästen waren der südafrikanischen Präsident Thabo Mbeki, der sudanesische Präsident Umar Hasan Ahmad al-Baschir und der neue Anführer der SPLA Salva Kiir. Letztere betonten dabei erneut, dass sie an dem Friedensplan vom Januar 2005, der den 21 Jahre andauernden Sezessionskrieg in Südsudan beendete, ohne Abstriche festhalten wollten.

[Bearbeiten] Politik

Dschuba ist die Hauptstadt der autonomen Region Südsudan. Übergangsweise übernahm die Stadt Rumbik bis Anfang 2006 die Funktion als Hauptstadt.

[Bearbeiten] Administrative Gliederung

Das Gebiet der Stadt Dschuba ist in drei Abschnitte aufgeteilt, die jeweils ihre eigenen Verwaltungen besitzen[2]:

  • Dschuba: gelegen im Nordosten, umfasst den Kernbereich von Dschuba
  • Kator: gelegen im Südwesten
  • Munuki: gelegen im Nordwesten

[Bearbeiten] Infrastruktur

Brücke im Süden Dschubas über den Nil
Ansicht eines Teils von Dschuba aus der Luft
  • Dschuba-Brücke über den Nil im Süden der Stadt, die eine Verbindung mit östlichen Ufer und mit Uganda über die Grenzstadt Nimule erlaubt
  • Fluss-Hafen für den Nil, der seit dem 21. August 2007 auch über einen Kran verfügt. Dieser wurde durch japanische Entwicklungshilfe ermöglicht.[3] Allerdings wird von lokalen Geschäftsleuten und Transportfirmen bezweifelt, dass die Kapazität des neuen Krans ausreicht, um die Transportbedürfnisse der Region zu befriedigen.[4]
  • Flughafen Dschuba
  • Sportstadion, in der Nähe des Nils

[Bearbeiten] Bildung

  • In der Stadt befindet sich die Universität Dschuba, der Lehrbetrieb wurde aber 1989 wegen des Bürgerkrieges nach Khartum verlegt.

[Bearbeiten] Religion

[Bearbeiten] Quellen

  1. http://bevoelkerungsstatistik.de
  2. Juba Assessment Report von USAID, Stand: November 2005 (PDF 2.35 MB)
  3. 23.08.2007 - Sudan Tribune: "South Sudan inaugurates modern river port in Juba"
  4. 23.08.2007 - Sudan Tribune: "South Sudan needs river transport to boost economy"

[Bearbeiten] Weblinks

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