Engelskirchen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Engelskirchen
Engelskirchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Engelskirchen hervorgehoben
50.9833333333337.4166666666667124Koordinaten: 50° 59′ N, 7° 25′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Oberbergischer Kreis
Höhe: 124 m ü. NHN
Fläche: 63,03 km²
Einwohner: 19.269 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 306 Einwohner je km²
Postleitzahl: 51766
Vorwahlen: 02263
02261 (Oesinghausen)
02262 (Osberghausen)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: GM
Gemeindeschlüssel: 05 3 74 008
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Engelsplatz 4
51766 Engelskirchen
Webpräsenz: www.engelskirchen.de
Bürgermeister: Gero Karthaus (SPD)
Lage der Gemeinde Engelskirchen im Oberbergischen Kreis
Rhein-Sieg-Kreis Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Nordrhein-Westfalen Remscheid Wuppertal Ennepe-Ruhr-Kreis Märkischer Kreis Kreis Olpe Kreis Siegen-Wittgenstein Rheinland-Pfalz Waldbröl Morsbach Nümbrecht Wiehl Reichshof Gummersbach Marienheide Bergneustadt Engelskirchen Lindlar Hückeswagen Wipperfürth RadevormwaldKarte
Über dieses Bild

Engelskirchen liegt im Bergischen Land, im Südosten des Bundeslands Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Gemeinde des Oberbergischen Kreises im Regierungsbezirk Köln.

Geografie[Bearbeiten]

Karte des Gemeindegebietes

Gemeindegliederung (offizielle Orte der Gemeinde)[Bearbeiten]

B BellingrothBickenbachBuschhausen
D Dörrenberg
G Grünscheid
H HahnHardtHollenberg
K Kaltenbach
L Loope
M MiebachMüllensiefen
N Neuremscheid
O OesinghausenÖtterstalOsberghausen
P Papiermühle
R RemerscheidRennbruchRommersbergRünderoth
S SchnellenbachStiefelhagen
W WahlscheidWallefeldWiehlmünden

Frühere Ortschaften, die eingegliedert wurden[Bearbeiten]

Früherer Ort eingegliedert nach
Broich Grünscheid
Ehreshoven Loope
Gosse Wahlscheid
Thal Wahlscheid
Heide Loope
Hintersteimel Loope
Hülsen Loope
Kastor Loope
Niederhof Loope
Ohl Grünscheid
Oberschelmerath Loope
Vordersteimel Loope
Unterbüchel Loope


Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Lindlar Lindlar, Gummersbach Gummersbach
Lindlar, Overath Windrose klein.svg Gummersbach, Wiehl
Overath Much Wiehl

Einwohner[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998: 20.568
  • 2001: 20.829
  • 2003: 20.807
  • 2005: 20.569
  • 2008: 20.164

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Engelskirchen ist eine sehr alte bergische Siedlung, die urkundlich aber erst im Jahre 1353 erstmals erwähnt wird und zwar in der Formulierung: „Gerlaco von Engellerskerken wird als Wipperfürther Schöffe genannt“.

Die Schreibweise der Erstnennung war Engellerskerken.[2]

Engelskirchen gehörte bis 1806 zum Herzogtum Berg verwaltungsrechtlich und gerichtlich zum Amt Steinbach.

Älter ist der Ortsteil Ründeroth, der 1174 zum ersten Mal erwähnt wird und der heute aufgrund seines historischen Ortskerns besonders hervorzuheben ist.

Gebietsreform[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge der kommunalen Neugliederung gemäß § 13 Abs. 1 des Köln-Gesetzes die bis dahin selbständigen Gemeinden Engelskirchen und Ründeroth zur neuen Gemeinde Engelskirchen zusammengeschlossen.[3]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[4]
Wahlbeteiligung: 61,3 % (2004: 59,4 %)
 %
40
30
20
10
0
36,4 %
35,7 %
10,9 %
8,7 %
6,1 %
2,2 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,3 %p
-0,8 %p
+1,6 %p
+0,9 %p
-1,5 %p
+2,2 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Engelskirchen hat 32 Sitze, die sich auf die einzelnen Parteien wie folgt verteilen:

CDU SPD GRÜNE FDP UWG LINKE Gesamt
2004 12 12 3 3 2 32
2009[5] 12 11 3 3 2 1 32

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wandern und Radwege[Bearbeiten]

Folgende Wanderwege werden ausgehend vom Wanderparkplatz Engelskirchen Bahnhof von dem Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) angeboten:

  • A1 (2,5 km); A2 (5,0 km); A3 (8,2 km); A4 (8,7 km); A5 (2,2 km); A6 (6,5 km)

Museen[Bearbeiten]

LVR-Industriemuseum in der ehemaligen Baumwollspinnerei Ermen & Engels

Die ehemalige Baumwollspinnerei Ermen & Engels ist einer der sechs Standorte des LVR-Industriemuseums[6] (Firmengründer war der Vater des berühmten Friedrich Engels), in der um 1900 eines der ersten Elektrizitätswerke im Aggertal errichtet wurde. Die Gemeinde beherbergt darüber hinaus bei der Ortschaft Bickenbach ein Schmiedemuseum, den Oelchenshammer. Ein Engelmuseum befindet sich in Vorbereitung.

Engelskirchener Karneval[Bearbeiten]

In Engelskirchen wird sehr stark Karneval gefeiert, angelehnt an den Kölner Karneval. Federführend ist hier die KG Närrische Oberberger, die 1893 gegründet wurde, und somit eine der ältesten rechtsrheinischen Karnevalsgesellschaften ist. Im Jahr 2002 ging aus der KG die Schlossgarde hervor, die im Karneval an den Rittmeister Wienand Ruttger von Quadt zu Alsbach, einen Herrn von Burg Alsbach, erinnert. Als Narrenruf wird in Engelskirchen sowohl das kölsche „Alaaf!“, als auch das lokale „Kall du!“ verwendet.

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

Aggertalhöhle innen

Sowohl das Schloss Ehreshoven und die Wasserburg Alsbach sind von einem Wassergraben umgeben.

Denkmäler[Bearbeiten]

Denkmäler sind unter anderem das Kriegerdenkmal mit Thingstätte und das Naturdenkmal Aggertalhöhle in Ründeroth. Die Engelskirchener Lohmühle und drei Mühlen im Lambachtal werden im Artikel Mühlen im Oberbergischen Land beschrieben.

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Engelskirchen

Der Bahnhof Engelskirchen liegt an der eingleisigen, nicht elektrifizierten Bahnstrecke von Köln nach Marienheide (KBS 459), auf der stündlich im Schienenpersonennahverkehr die Oberbergische Bahn (RB 25) von Köln nach Marienheide über Overath und Gummersbach verkehrt.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von DB Regio NRW.

Bis in die 1950er-Jahre gab es noch eine Schmalspurbahn nach Marienheide, die Leppetalbahn, hauptsächlich zum Transport von Steinen aus den Steinbrüchen.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren vom Bahnhof Engelskirchen folgende Buslinien:

  • VRS-Linie 331 Engelskirchen Bf. – Neuremscheid – Lindlar Busbf. – Lindlar Freilichtmuseum (Taxibus: Mo.–Fr. überwiegend im Stundentakt, Samstag, Sonntag und an Feiertagen im Zweistundentakt, kein Nachtverkehr nur Abendverkehr)
  • VRS-Linie 310 Overath – Engelskirchen – Gummersbach (Mo.–Fr. fast durchgehend Halbstundentakt, sams- und feiertags durchgehend Stundentakt, Abend und Nachtverkehr)
  • VRS-Linie 332 Engelskirchen Bf. – Remshagen – Lindlar – Hartegasse – Wipperfürth (Mo.–Fr. ca. jede Stunde, Samstags- und Feiertagsverkehr, kein Nachtverkehr)
  • VRS-Linie 333 Engelskirchen Bf. – Frielingsdorf – Dohrgaul – Wipperfürth (Mo.–So., kein Nachtverkehr)

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Textilfabrikant Friedrich Engels sen. gründete am 1. Juli 1837 die Textilfabrik Ermen&Engels. Er war der Vater des bekannten Philosophen Friedrich Engels jun., der mit Karl Marx die als Marxismus bezeichnete Gesellschaftstheorie entwickelte. 1900 wurde die Wasserkraft der Agger für die Erstellung eines Elektrizitätswerkes genutzt. 1979 wurde die Firma im Zeichen der Textilkrise geschlossen. Seit 1986 befinden sich in den Firmengebäuden die Gemeindeverwaltung Engelskirchen, das LVR-Industriemuseum – Schauplatz Engelskirchen, die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Engelskirchen, Arztpraxen, Büros, Wohnungen und Restaurants. Wichtige Standbeine der Wirtschaft in Engelskirchen sind heute mittelständisch geprägte Betriebe aus der Kunststoffverarbeitung, der Eisen-, Blech- und Metallwarenherstellung und des Maschinenbaus.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirchliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Kirche St. Peter und Paul
  • Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul
  • Kath. Kirchengemeinde Herz-Jesu Loope
  • Kath. Kirchengemeinde St. Jakobus Ründeroth
  • Kath. Kirchengemeinde St. Mariä Namen Osberghausen
  • Neuapostolische Kirche Engelskirchen
  • Evang. Kirchengemeinde Engelskirchen / Loope
  • Evang. Kirchengemeinde Ründeroth
  • Evang. Kirchengemeinde Schnellenbach
  • Evang. Freikirchliche Gemeinde Vollmerhausen-Ründeroth

Christkindpostfiliale[Bearbeiten]

Jedes Jahr eröffnet die Deutsche Post in Engelskirchen zur Weihnachtszeit die Weihnachtspostfiliale. Dort werden alle Schreiben und Wunschzettel der Kinder rechtzeitig bis Heiligabend beantwortet. 2009 waren es über 160.000 Briefe, die aus aller Welt eingingen. Die Anschrift lautet: An das Christkind in 51777 Engelskirchen.[7]

Schulen / Hochschulen[Bearbeiten]

  • Aggertal-Gymnasium
  • Leopold-Goes-Realschule
  • Hauptschule Ründeroth
  • Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Engelskirchen
  • Gemeinschaftsgrundschule Engelskirchen
  • Gemeinschaftsgrundschule Ründeroth
  • Gemeinschaftsgrundschule Schnellenbach
  • Katholische Grundschule Loope
  • Musikschule Engelskirchen
  • Musik-Schule und Musik-Akademie MuSAH
  • Musikschule SGS Musicschool

Söhne und Töchter von Engelskirchen[Bearbeiten]

  • 1873, 2. August, Rudolf Thienhaus; † 1962, deutscher Maler und Lithograph.
  • 1909, 9. November Eberhard Bühner, Verwaltungsbeamter, verantwortlich für die Entnazifizierung von Teilen des Rheinlands
  • 1928, 30. April, Ulrich Lohmar; † 28. November 1991, deutscher Politiker (SPD), MdB
  • 1948, 6. April, Maria Theresia Opladen, deutsche Politikerin (CDU), ehemalige Bürgermeisterin von Bergisch Gladbach
  • 1951, 14. Juni, Beate Ruland, geb. Miebach, Kommunalpolitikerin (SPD), ehem. stellv. Bürgermeisterin von Engelskirchen, Vorsitzende der AWO Mittelrhein
  • 1956, 12. September, Esther Kinsky, deutsche Schriftstellerin, Slawistin und Übersetzerin
  • 1958, 21. September, Dagmar Stelberg, deutsche Handballnationalspielerin
  • 1976, 19. Juli, Janine Steeger, deutsche Fernsehmoderatorin bei RTL
  • 1978, 12. Dezember, Marc Basseng, deutscher Rennfahrer
  • 1987, 24. Mai, Henry Martens, deutscher Eishockeyspieler bei den Nürnberg Ice Tigers (DEL)
  • 1988, 10. April, Kim Falkenberg, deutscher Fußballspieler
  • 1988, 12. August, Frederic Löhe, deutscher Fußballspieler
  • 1989, 1. Januar, Stefan Reinartz, deutscher Fußballspieler
  • 1989, 1. Mai, Philipp Schwethelm, deutscher Basketballspieler

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2.  Klaus Pampus, Oberberbergischen Abteilung des Bergischen Geschichtsvereins (Hrsg.): Urkundliche Erstnennungen oberbergischer Orte. Gronenberg, Gummersbach 1997, ISBN 3-88265-206-3.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 302.
  4. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c374008kw0900.html
  5. Wahlergebnisse von Engelskirchen 2009 (abgerufen am 8. Oktober 2012)
  6. Thomas Schleper: Ermen & Engels in Engelskirchen. Industrialisierung einer ländlichen Region (Schriften des Rheinischen Industriemuseums Nr. 3) Rheinland-Verlag, Köln 1987 ISBN 3-7927-0977-5
  7. Himmlische Zeiten in Engelskirchen – Himmlisches Postamt Engelskirchen

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Engelskirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien