Much

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Much (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Much
Much
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Much hervorgehoben
50.9166666666677.4236Koordinaten: 50° 55′ N, 7° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Höhe: 236 m ü. NHN
Fläche: 78,06 km²
Einwohner: 14.106 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 181 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53804
Vorwahl: 02245
Kfz-Kennzeichen: SU
Gemeindeschlüssel: 05 3 82 036
Gemeindegliederung: 114 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 57
53804 Much
Webpräsenz: www.much.de
Bürgermeister: Alfred Haas (CDU)
Lage der Gemeinde Much im Rhein-Sieg-Kreis
Rheinland-Pfalz Bonn Köln Kreis Euskirchen Oberbergischer Kreis Rheinisch-Bergischer Kreis Rhein-Erft-Kreis Alfter Bad Honnef Bornheim (Rheinland) Eitorf Hennef (Sieg) Königswinter Lohmar Meckenheim (Rheinland) Much Neunkirchen-Seelscheid Niederkassel Rheinbach Ruppichteroth Sankt Augustin Siegburg Swisttal Troisdorf Wachtberg WindeckKarte
Über dieses Bild
Der Platz an der St.-Martinus-Kirche
Die zurückgebaute B56 ist die Mucher Hauptstraße
Die Mucher Ortsteile Hohn und Höhnchen
An der Brückenstraße erinnert ein Denkmal an das Deportationslager Much.
Die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete Fatima-Kapelle
St. Martinus Kirche in Much

Much ist eine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Sie hat 114 Dörfer, Einzelhöfe und Weiler und 14.074 Einwohner (Stand: 2011).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Much liegt mit seinem Kernort im Nordteil des Rhein-Sieg-Kreises jeweils nahe der Grenze zum Oberbergischen Kreis im Nordosten und Rheinisch-Bergischen Kreis im Nordwesten. Im Bergischen Land und Naturpark Bergisches Land befindet es sich östlich von Köln und nordöstlich von Bonn – jeweils knapp 30 km (Luftlinie) entfernt.

Der Wahnbach, in den am östlichen Ortsrand von Much der Gibbinghauser Bach mündet, durchfließt die malerische Hügellandschaft als Sieg-Zufluss, entlang der nordwestlichen und westlichen Mucher Gemeindegrenze verläuft der Agger-Zufluss Naafbach, und entlang der südöstlichen Grenze der Sieg-Zufluss Bröl.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarorte von Much sind Engelskirchen im Norden, Wiehl im Nordosten, Nümbrecht im Osten, Ruppichteroth im Südosten und Süden, Neunkirchen-Seelscheid im Südwesten und Westen und Overath im Westen und Nordwesten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

  • Much hat 114 Dörfer, Einzelhöfe und Weiler (alphabetisch):
Alefeld, Altenhof, Amtsknechtswahn, Bech, Bennrath, Berghausen, Berzbach, Birken, Birrenbachshöhe, Bitzen, Bövingen, Bröl, Bruchhausen, Büscherhof, Daushof, Derscheid, Eckhausen, Eichhof, Eigen, Engeld, Erlen, Esinghausen, Feld, Gerlinghausen, Gibbinghausen, Hardt, Heckhaus, Heinenbusch, Henningen, Herchenrath, Herfterath, Hetzenholz, Hevinghausen, Hillesheim, Höfferhof, Hoffnungsthal, Höhnchen, Hohn, Hohr, Hündekausen, Huven, Kerzenhöhnchen, Klauserhof, Köbach, Kranüchel, Kreizhof, Kreuzkapelle, Küttensiefen, Leuscherath, Leverath, Löbach, Loßkittel, Marienfeld, Markelsbach, Much, Müllerhof, Neßhoven, Neuenhaus, Neverdorf, Niederbech, Niederbonrath, Niederbruchhausen, Niederdreisbach, Niederheiden, Niederheimbach, Niederhof, Niedermiebach, Niederwahn, Növerhof, Oberbitzen, Oberbonrath, Oberbruchhausen, Oberbusch, Oberdorf, Oberdreisbach, Oberdreisbach-Höhe, Oberhausen, Oberheiden, Oberheimbach, Oberholz, Obermiebach, Oberwahn, Ophausen, Ortsiefen, Pillenhof, Reinshagen, Rieserhof, Roßbruch, Roßhohn, Scheid, Scheidhof, Schlichenbach, Schwellenbach, Senschenhöhe, Siefen, Sommerhausen, Springen, Steinhaus, Stompen, Strießhardt, Strünkerhof, Tillinghausen, Todtenmann, Tüschenbonnen, Vogelsangen, Walterscheid, Weeg, Weißenportz, Wellerscheid, Wersch, Werschberg, Wiese, Wohlfarth und Zeche Aachen
  • ehemalige Ortsteile:
Bockem, Broich, Damm, Großoberholz, Hirtsiefen, Höllerhof, Höverhof, Kleinoberholz, Krahm, Kreuzbruch, Kutzbach, Niederengeld, Niedermarkelsbach, Oberbruch, Oberengeld, Obermarkelsbach, Overbach, Reichenstein, Scheidt, Scheukausen, Schmerbach, Siefen bei Werschberg, Söntgerath, Steeg und Strunkhausen[2]

Geschichte[Bearbeiten]

  • um 802 wurde der Sage nach die Burg zu Much erbaut (im Rahmen der rechtsrheinischen Befestigungsstrategie Karls des Großen), was allerdings historisch nicht belegt werden kann.
  • Am 31. März 1131 wird Much erstmals urkundlich erwähnt: Papst Innozenz II. bestätigt die Mucher Kirche als Besitz des Stiftes St. Cassius Bonn.
  • Im Mittelalter gehörte Much zum Herzogtum Berg, Amt Windeck, später zum Kanton Eitorf
  • 1942 Deportation von Juden des Rhein-Sieg-Kreises aus dem Internierungs-Sammellager Much in verschiedene Konzentrationslager, viele in das KZ Theresienstadt.

Religionen[Bearbeiten]

Much ist hauptsächlich katholisch geprägt. Der zum Dekanat Neunkirchen gehörende Pfarrverband Much umfasst die drei Kirchengemeinden St. Martinus Much, St. Mariä Himmelfahrt Marienfeld und St. Johann Baptist Kreuzkapelle. Außerdem gibt es in Much eine evangelische und eine neuapostolische Kirche, sowie einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas in Wersch. Einmal jährlich, Anfang Juli zum Fest Mariä Heimsuchung, pilgern einige hundert Mucher zu Fuß in das 150 Kilometer entfernte Werl, um in der dortigen Wallfahrtsbasilika Werl vor dem Gnadenbild zu beten. Der Wallfahrtsbrauch geht auf ein Gelübde aus dem Dreißigjährigen Krieg zurück.

Siehe auch die Liste der Kirchen und Kapellen in Much.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1925 5.812
1933 5.516
1939 5.719
1969 7.472
Jahr Einwohner
1979 9.611
1991 12.351
2006 15.071
2011 14.074

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2009 [3]
Wahlbeteiligung: 55,1 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,8
20,2
16,0
9,7
3,3
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004[3]
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-6,8
-3,1
+4,0
+2,6
+3,3
Aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat[4]
     
Von 32 Sitzen entfallen auf:

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Much. Über die Vergabe der 32 Sitze entscheiden die Bürger alle fünf Jahre in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der seit 1999 amtierende Bürgermeister Alfred Haas wurde 2009 mit 74,5 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Much ist in der oberen Hälfte Silber und in der unteren Hälfte Gold. Oben ein schreitender, blau gezungter und bewehrter roter Löwe, unten auf einem grünen Berg ein rot bewehrter schwarzer Hahn, beseitet von je einem blauen Fisch.

Das Wappen beruht auf einem Schöffensiegel des Jahres 1627, das in der Gemeinde gefunden wurde. Deutet der Löwe auf die alte Landesherrschaft der Herzöge von Berg, ist der untere Bildteil auf den Ort zu beziehen. Neben dem Fischreichtum (Forellen) soll mit dem Hahn die Wachsamkeit der Schöffen symbolisiert werden.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Die Gemeinde Much besitzt darüber hinaus mit insgesamt 221 Wegekreuzen, Kapellen und Heiligenhäuschen aus vier Jahrhunderten eine Vielzahl erhaltenswerter christlicher Kulturgüter.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Much

Sport[Bearbeiten]

Der örtliche Sportverein TSV Much veranstaltet jedes Jahr einen Volkslauf über 10 km und einen „Hans Josef Roth Gedächtnislauf“ über 21 km. In den Jahren 2008 bis 2012 führten die beiden Mountainbike-Profis Frank Schmidt und Benjamin Quägwer den Halbmarathon als ehrenamtliche Streckenweiser an. Aufgrund der Lage von Much ist ein schwieriges Streckenprofil vorprogrammiert. Darüber hinaus gibt es im TSV die Abteilungen Schwimmen, Badminton, Bogensport, Leichtathletik, Sporttherapie, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Der Tennisclub Much – mitten im Zentrum des Ortes gelegen – hat eine der schönsten Tennisanlagen im Tennisverband-Mittelrhein und stellt zahlreiche Medenmannschaften. Zusätzlich werden jährlich zahlreiche vereinsinterne Turniere veranstaltet.

Viele Wanderwege ziehen ortsnahe Städter aus der Region Köln/Bonn an, das Wanderwegenetz umfasst ca. 110 km Strecke.

Der naturbelassene Golfplatz des Golfclubs "Overbach" ist in die hügelige und bewaldete Landschaft integriert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wochenmarkt[Bearbeiten]

Jeden Donnerstagvormittag findet in Much ein kleiner Wochenmarkt statt.

Mucher Heufresser-Tage[Bearbeiten]

Seit 2006 finden jeden Sommer die „Heufresser-Wettkämpfe“ im Ortszentrum von Much statt. Dort treten verschiedene Dorfgemeinschaften, Vereine und andere Teams gegeneinander an. Seit 2009 findet im Rahmen der Wettkämpfe auch ein Heuwagenrennen statt.[6]

Die Bezeichnung „Heufresser“ bezieht sich auf eine Mucher Überlieferung: Der Pfarrer wettete gegen den Bürgermeister und den Arzt von Much, dass Ersterer die gläubigen Bürger dazu bringen könnte, Heu zu essen. Als er in der Messe dann behauptete, es handele sich beim Heu in seiner Hand um Heilkräuter, die vor Seuchen und sogar dem Fegefeuer schützen, aßen die Kirchgänger das Heu. Damit gewann der Pfarrer die Wette.

Mucher Weihnachtsmarkt[Bearbeiten]

Immer am ersten Adventswochenende findet der Mucher Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz um die St.-Martinus-Kirche und im Ortskern von Much statt. Er gilt als „der schönste Weihnachtsmarkt im Bergischen“. Im Jahr 2011 feierte Much 30 Jahre Weihnachtsmarkt.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Much wird von der B 56, der Zeithstraße und der Landesstraße 312 durchzogen und der nächste Autobahnanschluss liegt nördlich an der A 4.

Im Jahr 2010 waren in der Gemeinde 11.011 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 8.773 Pkw.[8]

In Much gilt für den öffentlichen Personennahverkehr der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS), Linienbusverkehre existieren unter anderem nach Overath (Linie 575), nach Neunkirchen-Seelscheid und nach Siegburg (Linie 576 und SB56).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Schulzentrum Much, Schulstraße (Haupt- und Realschule)
  • Gemeinschaftsgrundschule, Schulstraße
  • Gemeinschaftsgrundschule, Klosterstraße
  • Gemeinschaftsgrundschule Marienfeld, Dorfstraße

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Oberdörfer, Das alte Kirchspiel Much, Köln 1923 (Ortsgeschichte).
  • Harald Gerhards, Much im Wandel der Zeit, Neunkirchen-Seelscheid 1980 (Bildband).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Einwohner-Verzeichnis Siegkreis 1910
  3. a b Amtliches Endergebnis der Gemeinderatswahl 2009 Die Landeswahlleiterin
  4. Sitzverteilung im Rat der Gemeinde Much Gemeinde Much
  5. Bürgermeisterwahl 2009 Die Landeswahlleiterin
  6. Kölner Stadtanzeiger, 11. Oktober 2009
  7. IDL Software Publikations- und Verlagsgesellschaft mbH: Mucher Weihnachtsmarkt. Abgerufen am 22. Mai 2010.
  8. Ministerium f. Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr: Mobilität in NRW. Daten und Fakten 2010